Groupies bleiben nicht zum Frühstück

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Originaltitel Groupies bleiben nicht zum Frühstück
Groupies bleiben nicht zum Frühstück.jpg
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2010
Länge 104 Minuten
Altersfreigabe FSK o.A.[1]
JMK uneingeschränkt[2]
Stab
Regie Marc Rothemund
Drehbuch Kristina Magdalena Henn,
Lea Schmidbauer
Produktion Andreas Ulmke-Smeaton
und Ewa Karlström (SamFilm)
Musik Gerd Baumann,
Roland Spremberg
Kamera Martin Langer
Schnitt Alexander Dittner,
Hans Funck,
Sebastian Thümler
Besetzung

Groupies bleiben nicht zum Frühstück ist eine deutsche Filmkomödie von Regisseur Marc Rothemund aus dem Jahr 2010. Anna Fischer spielt eine Jugendliche, die sich in einen Rockstar verliebt. Mit über 600.000 Besuchern in Deutschland avancierte er zum elfterfolgreichsten deutschen Film des Kinojahres 2010.[3]

Handlung[Bearbeiten]

Die junge Lila kommt nach einem Austauschjahr in den USA zurück nach Deutschland und verliebt sich in Chriz. Sie weiß nicht, dass dieser ein angesagter Jung-Rockstar ist, von dem lauter Poster im Zimmer ihrer kleinen Schwester Luzy hängen. Lila und Chriz begegnen sich zum ersten Mal in einem botanischen Garten, in dem Lila eine seltene Pflanze für einen Freund klauen möchte. Als Chriz ihr erzählt, er sei der Leadsänger der Band ‘Berlin Mitte’, glaubt sie, er scherze nur. Die beiden verbringen den Abend zusammen und Lila bietet Chriz an, in dem Zimmer ihrer Schwester zu schlafen, die mit der Mutter und deren neuem Freund auf einem Ausflug ist. Die drei kommen eher zurück als geplant und Luzy findet ihren Schwarm in ihrem Bett. Chriz hat sich ohnehin verspätet und wird von seinem Manager Paul und Bodyguard Horst abgeholt. Lila muss nun akzeptieren, wer er ist.

Lilas Freundin Nike besorgt ihr einen Autogrammtermin, damit sie noch einmal mit Chriz sprechen kann. Doch dieser behandelt sie vor dem Rest der Band und dem Manager wie einen Fan. Lila ist enttäuscht. Kurz darauf erhält sie einen Brief von Chriz mit zwei Eintrittskarten für sein Konzert und einer Entschuldigung. Lila schenkt die Karten ihrer Schwester, muss aber schließlich doch hingehen, weil Luzy noch zu jung ist und ohne sie das Konzert gar nicht sehen dürfte. Lila ist am Anfang skeptisch, hat aber schließlich richtig Spaß. Chriz trägt einen Song vor, in dem sie sich wieder erkennt und nennt sogar ihren Namen darin, worauf hin sie ihm verzeiht. Nach dem Konzert gehen die beiden japanisch essen und landen schließlich in seinem Hotelzimmer, wo Lila über Nacht bleibt. Als Manager Paul sie am nächsten Morgen rauswerfen möchte – mit den Worten „Groupies bleiben nicht zum Frühstück“ – muss er feststellen, dass es Chriz mit Lila ernst ist. Er erinnert ihn an seinen Vertrag, der besagt, dass er offiziell Single sein muss.

Zu Hause erzählt Lila ihrer besten Freundin am Telefon von der Nacht, wobei sie von Luzy belauscht wird. Diese erzählt alles in der Schule einer Freundin und am Mittag ist die Geschichte in den Medien. Für Chriz’ gesamtes Team ist das eine Katastrophe und sie wollen es so darstellen, als hätte Lila alles erfunden. Chriz wundert sich über die Details, die der Presse bekannt sind und beschuldigt Lila, ihn verkauft und ihm absichtlich geschadet zu haben. Sie kann nicht fassen, dass er ihr so etwas überhaupt zutraut und bereut, ihn kennengelernt zu haben.

Luzy weiß, dass sie einen schlimmen Fehler gemacht hat und beichtet Chriz, dass sie geplaudert hat. Chriz macht sich sofort auf den Weg zu Lila und platzt in ihre Schulstunde. Er will eine Beziehung, aber sie ist skeptisch. Sie zweifelt an seinen Gefühlen und glaubt nicht, dass es funktionieren kann. Immerhin steht er kurz vor einer dreimonatigen Tour durch die USA und seine Band kurz vor dem internationalen Durchbruch. Chriz muss das akzeptieren und macht sich auf den Weg zum Flughafen. Lila ändert ihre Meinung und folgt ihm. Das Gate ist allerdings schon geschlossen und Chriz im Flugzeug. Nur weil er darum bittet, die Türen des Fliegers noch mal zu öffnen und einen letzten hoffnungsvollen Blick zum Flughafen wirft, sieht er sie, und die beiden fallen sich in die Arme. Lila sagt ihm, sie hätte doch gern ein Happy End, woraufhin Chriz entgegnet, dies wäre erst der Anfang. Der Film endet mit Stumblin’ In, von Chriz und Lila im Duett am Strand gesungen.

Veröffentlichung[Bearbeiten]

Der Kinostart in Deutschland war am 16. September 2010. Bis Jahresende erreichte der Film dort über 600.000 Kinobesucher.[4] Seit 7. April 2011 ist er auf DVD erhältlich. International wird der Film unter dem englischen Titel Single by Contract gezeigt.[5]

Soundtrack[Bearbeiten]

Der Soundtrack zum Film erschien am 17. September 2010 und erreichte Platz 47 in den deutschen Albumcharts[6]:

  1. Berlin Mitte – Battlefield
  2. Berlin Mitte – Here She Comes
  3. Berlin Mitte – Nicht ohne dich
  4. Jonathan Express – All for You
  5. Jonathan Express – This Is the Time
  6. Bananafishbones – Can’t Take My Eyes Off You
  7. The Green Carpets – Bigger Than Both of Us
  8. Jonathan Express – Two Steps
  9. Land – Won’t Let Go
  10. Berlin Mitte – Beautiful Day
  11. Land – Two Lovers
  12. Berlin Mitte – Homerun
  13. Lila & Chriz – Stumblin’ In

Die Filmmusik von Gerd Baumann wurde bislang nicht veröffentlicht.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Die Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW) verlieh dem Film das Prädikat wertvoll.[7] Der Film gewann 2011 den Goldenen Spatz für den besten Kino-/Fernsehfilm auf dem gleichnamigen 19. Kinder-Medien-Festival.[8]

Kritiken[Bearbeiten]

Verschiedene Kritiker erkannten Parallelen zur US-amerikanisch-britischen Filmkomödie Notting Hill aus dem Jahr 1999 oder bezeichneten Groupies bleiben nicht zum Frühstück gar als dessen deutsche Variante.[9][10][11]

„Trotz Herzschmerz und Liebeskummer knallen Humor, Witz und Situationskomik wie Champagnerkorken, die Chemie zwischen Mädchenschwarm Ullmann (singt tatsächlich) und der quirligen Fischer […] stimmt bis in die letzte Körperfaser. Die zärtliche Geschichte ist auch eine glühende Ode an Berlin und ihren Swing.“

Margret Köhler: kino.de[12]

Groupies bleiben nicht zum Frühstück holt nun die Tokio Hotel- und Twilight-Fans ab, all die Mädchen, die es verstehen, wenn Lilas Schwester Luzy (eine großartige Amber Bongard) wie am Spieß zu schreien anfängt, sobald Chriz' Band im Fernsehen auftritt. […] Dass der Film so gut funktioniert, liegt neben der wunderbaren Besetzung bis zur kleinsten Rolle natürlich an den Hauptdarstellern. Zwischen Ullmann und Fischer stimmt einfach die Chemie.“

Sophie Albers: stern.de[11]

„Marc Rothemund (Sophie Scholl) erzählt seine Geschichte zwar haarsträubend unglaubwürdig und vollgeramscht mit sonnigen Postkarten-Idyllen. Dazu hat der Film den vielleicht dämlichsten Titel seit Das merkwürdige Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit (übrigens auch eine Komödie von Marc Rothemund). Doch irgendwie verströmt Groupies bleiben nicht zum Frühstück einen freundlichen Charme – und das liegt vor allem an den beiden Hauptdarstellern.“

Julian Hanich: tagesspiegel.de[13]

„Wenn ein Film so viel natürlichen Charme versprüht, macht selbst das abgegriffene Motiv der alle Grenzen überwindenden Liebe wieder Spaß.“

cinema.de[14]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung (PDF; 33 kB) der FSK, abgerufen am 12. September 2013
  2. Filmdatenbank des BMUKK, abgerufen am 12. September 2013
  3. Filmhitliste: Jahresliste (deutsch) 2010 – Filmförderungsanstalt, abgerufen am 26. Juli 2011
  4. Filmhitliste: Jahresliste (deutsch) 2010. Filmförderungsanstalt; abgerufen am 19. April 2011
  5. Single by Contract bei german films
  6. Chartplatzierung Deutschland (Media Control)
  7. Gutachten der FBW, abgerufen am 1. September 2010
  8. Die Preisträger der Goldenen Spatzen 2011, abgerufen am 12. Juli 2011 (PDF; 187 kB)
  9. Ingrid Beerbaum: Boy meets Girl Kritik bei fluter.de, abgerufen am 16. Februar 2013
  10. Groupies bleiben nicht zum Frühstück. Kritik bei prisma.de, abgerufen am 16. Februar 2013
  11. a b Sophie Albers: Verliebt in Berlin. Kritik auf stern.de vom 17. September 2010
  12. kino.de – Kritik
  13. Julian Hanich: Unglaubwürdig, aber charmant. Kritik auf tagesspiegel.de vom 16. September 2010
  14. cinema.de – Kritik

Weblinks[Bearbeiten]