Stefan Kaufmann (Politiker)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Stefan Kaufmann (2014)

Stefan Kaufmann (* 21. August 1969 in Stuttgart) ist ein deutscher Politiker (CDU).

Leben[Bearbeiten]

Kaufmann wurde als jüngster von drei Brüdern geboren. Seine Mutter war Stenokontoristin, später Hausfrau, sein Vater war Prokurist, verstarb jedoch bereits 1982. Seine Kindheit verbrachte er in Stuttgart-Weilimdorf. Nach dem Abitur 1989 am Solitude-Gymnasium Stuttgart-Weilimdorf leistete Kaufmann seinen Zivildienst im Diakonischen Werk Württemberg ab. Danach absolvierte er ein Studium der Rechtswissenschaften in Tübingen mit einem Auslandssemester in Leiden. Anschließend war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei George Turner an der Universität Hohenheim tätig. Er war Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung und wurde 2001 beim Staatsrechtler Thomas Oppermann an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen zum Dr. jur. promoviert. Nach seinem Referendariatsdienst und dem Bestehen des zweiten juristischen Staatsexamens im November 2002, ließ er sich als Rechtsanwalt nieder. Kaufmann ist Ehrenmitglied der juristischen Honor Society Phi Delta Phi.[1]

Kaufmann gründete im Jahre 1992 in Tübingen den Verein „Forum für Hochschul- und Bildungspolitik Tübingen e.V“. Dieser Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein bildungspolitisches Gesamtkonzept zu entwickeln, das vor allem an den Schnittstellen zwischen den einzelnen Bildungsstationen ansetzt. Hierfür erhielt er unter anderem den 1. Preis bei der „Aktion Genius“ des Wissenschaftsministeriums Baden-Württemberg, der vom damaligen Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg Klaus von Trotha ausgeschrieben wurde.

Kaufmann ist römisch-katholisch und lebt als offen Homosexueller. Mit seiner sexuellen Identität machte er auch Wahlkampf in einzelnen Stuttgarter Szenetreffs und auf dem lokalen Christopher Street Day.[2]

Politische Laufbahn[Bearbeiten]

Kaufmann auf dem CDU-Parteitag im Dezember 2012 in Hannover

Stefan Kaufmann begann seine politische Tätigkeit zunächst außerhalb der Stuttgarter CDU. So gründete er im Jahre 1992 in Tübingen den Verein „Forum für Hochschul- und Bildungspolitik Tübingen e.V“. Dieser Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein bildungspolitisches Gesamtkonzept zu entwickeln, das vor allem an den Schnittstellen zwischen den einzelnen Bildungsstationen ansetzt. Im Rahmen seiner diesbezüglichen Aktivitäten erhielt Kaufmann unter anderem den 1. Preis bei der „Aktion Genius“ des Wissenschaftsministeriums Baden-Württemberg, der vom damaligen Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg Klaus von Trotha ausgeschrieben wurde.

In den Jahren von 1995 bis 1998 war Stefan Kaufmann als Assistent der bildungspolitischen Sprecherin der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, Doris Pack (CDU), tätig, später auch als Assistent und Redenschreiber für die Europaabgeordnete Renate Heinisch (CDU).

1999 trat Kaufmann in die CDU ein. Zwischen März 2001 und Oktober 2009 war er Fraktionssprecher der CDU-Fraktion im Bezirksbeirat Stuttgart-Sillenbuch, von April 2003 bis Oktober 2010 war er Vorsitzender der CDU-Bezirksgruppe Sillenbuch, Heumaden, Riedenberg.

Im November 2005 wählte ihn die CDU Stuttgart zum Zweitkandidaten im Landtagswahlkreis Stuttgart I. Im November 2006 wurde Stefan Kaufmann in den CDU-Kreisvorstand gewählt.

Im Juli 2008 nominierte ihn die CDU Stuttgart zum Bundestagskandidaten für den Bundestagswahlkreis Stuttgart I. Der Wahlkreis war zuvor von Jo Krummacher, der im Februar 2008 verstarb, vertreten worden. Im Oktober 2008 wurde Kaufmann zum stellvertretenden Kreisvorsitzenden der CDU Stuttgart gewählt. Im August 2010 wurde er in diesem Amt bestätigt.

2009 gewann Kaufmann bei den Bundestagswahlen vor dem Bundesvorsitzenden der Grünen Cem Özdemir das Direktmandat im Wahlkreis Stuttgart I und wurde Mitglied des Deutschen Bundestages. In seinem Wahlkampf suchte Kaufmann nicht nur die bürgerliche Mitte. Als gleichzeitig überzeugter Katholik kritisierte er auch den im Juli 2007 gemachten Nationalsozialismus-Vergleich[3] der Piusbruderschaft anlässlich des Stuttgarter CSD.[4]

Am 20. Mai 2011 wurde Stefan Kaufmann zum Kreisvorsitzenden der CDU Stuttgart gewählt. Er gewann bereits im ersten Wahlgang gegen die Stuttgarter Kulturbürgermeisterin Susanne Eisenmann. Am 13. Juli 2012 nominierte ihn die CDU Stuttgart erneut zu ihrem Wahlkreiskandidaten für die Bundestagswahl 2013.

Im August 2012 unterzeichnete er einen Aufruf von 13 CDU-Bundestagsabgeordneten, in dem die einkommenssteuerliche Gleichstellung von Lebenspartnerschaften gefordert wird.[5]

Bei der Bundestagswahl 2013 konnte er das Direktmandat erneut gegen Cem Özdemir und Ute Vogt verteidigen.

Ausschussarbeit[Bearbeiten]

Stefan Kaufmann ist Obmann der CDU/CSU-Fraktion im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung. Außerdem ist er stellvertretendes Mitglied im Haushaltsausschuss.

Im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung ist sein Arbeitsschwerpunkt die High-Tech-Strategie und die Innovationspolitik des Bundes. Zudem kümmert er sich um den Bereich der Studienfinanzierung. Dies umfasst insbesondere das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) sowie das vor kurzem beschlossene Nationale Stipendienprogramm. Des Weiteren ist er Berichterstatter für die europäische Bildungs- wie auch die europäische Forschungszusammenarbeit – und damit für fast alle EU-Vorhaben, mit denen der Bundestag seit dem Vertrag von Lissabon mehr noch als früher befasst ist. Aktuell sind dies beispielsweise die Weiterentwicklung des Europäischen Forschungsraums, die Begleitung des Forschungsprogramms Horizon 2020 oder der Bau eines Europäischen Kernfusionsreaktors in Südfrankreich.

Mitgliedschaften und ehrenamtliches Engagement[Bearbeiten]

Kaufmann ist Mitglied der Europa-Union Parlamentariergruppe Deutscher Bundestag. Außerdem ist Kaufmann Vorsitzender der Landesfachkommission Medien und Medienpolitik der CDU Baden-Württemberg sowie Vorsitzender des Expertenkreises Wirtschaft der CDU Stuttgart. Des Weiteren ist Kaufmann Mitglied im Kuratorium Forum Region Stuttgart, im Kuratorium der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, im Kuratorium des Deutschen Studentenwerks und im Kuratorium des Deutsch-Türkischen Forums in Stuttgart. Seit 2005 ist Kaufmann Vorsitzender des Fördervereins des Stuttgarter Oratorienchors[6], seit 2013 auch Vorsitzender des Kuratoriums des Stuttgarter Barockorchesters Il Gusto Barocco. Als Beiratsmitglied von Jugend gegen AIDS unterstützt Stefan Kaufmann eine von Jugendlichen initiierte und geführte Initiative, die Aufklärungs- und Präventionsarbeit auf Augenhöhe betreibt.[7]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Stefan Kaufmann: Das Europäische Hochschulinstitut: die Florentiner „Europa-Universität“ im Gefüge des europäischen und internationalen Rechts. Duncker & Humblot, Berlin 2003, 342 Seiten, (Tübinger Schriften zum internationalen und europäischen Recht; 61), ISBN 3-428-10753-5.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Phi Delta Phi - Richard v. Weizsäcker Inn
  2. Nicole Höfle: Stefan Kaufmann im Wahlkampf - Nicht immer ganz auf Parteilinie, Stuttgarter Zeitung, 11. September 2009
  3. Nazi-Vergleich: Kein Verfahren gegen Pius-Bruderschaft, queer.de, 2. Juli 2009
  4. Stefan Kaufmann: Pressemitteilung - CDU Bundestagskandidat Dr. Stefan Kaufmann verurteilt Nationalsozialismus-Vergleich der Piusbruderschaft - Teilnahme am Christopher Street Day angekündigt, stefan-kaufmann.de, 3. Juli 2009
  5. tagesschau.de:CDU-Abgeordnete wollen Homosexuelle gleichstellen
  6. http://www.stuttgarter-oratorienchor.de/Foerderverein/foerderverein.php
  7. Mitteilung Jugend gegen AIDS e. V. http://jugendgegenaids.de/index.php/aktuelles/detail/jga-gr-ndet-beirat/