Stefan Kaufmann (Politiker)

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Stefan Kaufmann (2013)
Stefan Kaufmann (2013)
Kaufmann auf dem CDU-Parteitag 2012

Stefan Kaufmann (* 21. August 1969 in Stuttgart) ist ein deutscher Politiker (CDU).

Leben[Bearbeiten]

Kaufmann wurde als jüngster von drei Brüdern geboren. Seine Mutter war Stenokontoristin, später Hausfrau, sein Vater war Prokurist, verstarb jedoch bereits 1982. Seine Kindheit verbrachte er in Stuttgart-Weilimdorf. Nach dem Abitur 1989 am Solitude-Gymnasium Stuttgart-Weilimdorf leistete Kaufmann seinen Zivildienst im Diakonischen Werk Württemberg ab. Danach absolvierte er ein Studium der Rechtswissenschaften in Tübingen mit einem Auslandssemester in Leiden. Anschließend war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei George Turner an der Universität Hohenheim tätig. Er war Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung und wurde 2001 bei Thomas Oppermann an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen zum Dr. jur. promoviert. Kaufmann ist Ehrenmitglied der juristischen Honor Society Phi Delta Phi.[1]

Nachdem er von 2000 bis 2002 den Referendariatsdienst ableistete ließ er sich nach Bestehen des zweiten juristischen Staatsexamens im November 2002 als Rechtsanwalt nieder.

Partei[Bearbeiten]

Stefan Kaufmann begann seine politische Tätigkeit zunächst außerhalb der Stuttgarter CDU. So gründete er im Jahre 1992 in Tübingen den Verein „Forum für Hochschul- und Bildungspolitik Tübingen e.V“. Dieser Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein bildungspolitisches Gesamtkonzept zu entwickeln, das vor allem an den Schnittstellen zwischen den einzelnen Bildungsstationen ansetzt. Im Rahmen seiner diesbezüglichen Aktivitäten erhielt Kaufmann unter anderem den 1. Preis bei der „Aktion Genius“ des Wissenschaftsministeriums Baden-Württemberg, der vom damaligen Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg Klaus von Trotha ausgeschrieben wurde.

In den Jahren von 1995 bis 1998 war Stefan Kaufmann als Assistent der bildungspolitischen Sprecherin der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament, Doris Pack (CDU), tätig, später auch als Assistent und Redenschreiber für die Europaabgeordnete Renate Heinisch (CDU).

1999 trat Kaufmann in die CDU ein. Zwischen März 2001 und Oktober 2009 war Stefan Kaufmann Fraktionssprecher der CDU-Fraktion im Bezirksbeirat Stuttgart-Sillenbuch, von April 2003 bis Oktober 2010 war er Vorsitzender der CDU-Bezirksgruppe Stuttgart-Sillenbuch Heumaden Riedenberg.

Im November 2005 wählte ihn die CDU Stuttgart zum Zweitkandidaten im Landtagswahlkreis Stuttgart I.

Im November 2006 wurde Stefan Kaufmann in den CDU-Kreisvorstand gewählt.

Im Juli 2008 nominierte ihn die CDU Stuttgart zum Bundestagskandidaten für den Bundestagswahlkreis Stuttgart I. Der Wahlkreis war zuvor von Jo Krummacher, der im Februar 2008 verstarb, vertreten worden.

Im Oktober 2008 wurde Stefan Kaufmann zum stellvertretenden Kreisvorsitzenden der CDU Stuttgart gewählt. Im August 2010 wurde Kaufmann in diesem Amt bestätigt.

Am 20. Mai 2011 wurde Stefan Kaufmann zum Kreisvorsitzenden der CDU Stuttgart gewählt. Der Bundestagsabgeordnete gewann bereits im ersten Wahlgang gegen die Stuttgarter Kulturbürgermeisterin Susanne Eisenmann.

Am 13. Juli 2012 nominierte die CDU Stuttgart Stefan Kaufmann erneut zu ihrem Wahlkreiskandidaten für die Bundestagswahl 2013.

Im August 2012 unterzeichnete er einen Aufruf von 13 CDU-Bundestagsabgeordneten, in dem die einkommenssteuerliche Gleichstellung von Lebenspartnerschaften gefordert wird.[2]

Bundestagsabgeordneter[Bearbeiten]

2009 gewann Kaufmann bei den Bundestagswahlen vor dem Bundesvorsitzenden der Grünen Cem Özdemir das Direktmandat im Wahlkreis Stuttgart I und wurde Mitglied des Deutschen Bundestages. In seinem Wahlkampf suchte Kaufmann nicht nur die bürgerliche Mitte. Als offen Homosexueller machte er auch Werbung in einzelnen Stuttgarter Szenetreffs und auf dem lokalen Christopher Street Day.[3] Als gleichzeitig überzeugter Katholik kritisierte er auch den im Juli 2007 gemachten Nationalsozialismus-Vergleich[4] der Piusbruderschaft anlässlich des Stuttgarter CSD.[5]

Bei der Bundestagswahl 2013 konnte er das Direktmandat erneut gegen Cem Özdemir und Ute Vogt verteidigen.

Ausschussarbeit[Bearbeiten]

Stefan Kaufmann ist Mitglied im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung. Außerdem ist er stellvertretendes Mitglied im Petitionsausschuss sowie im Ausschuss für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.

Im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung liegt sein Arbeitsschwerpunkt im gesamten Bereich der Studienfinanzierung. Dies umfasst insbesondere das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) sowie das vor kurzem beschlossene Nationale Stipendienprogramm. Des Weiteren fallen hierunter der Bereich des Bildungssparens sowie die Begabtenförderung. Zudem ist er Berichterstatter für die europäische Bildungs- wie auch die europäische Forschungszusammenarbeit – und damit für fast alle EU-Vorhaben, mit denen der Bundestag seit dem Vertrag von Lissabon mehr noch als früher befasst ist. Aktuell sind dies beispielsweise das Strategiepapier Europa 2020, Vorbereitungen zum 8. Forschungsrahmenprogramm oder der Bau eines Europäischen Kernfusionsreaktors.

Stefan Kaufmann ist stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Dort wurde er zum Berichterstatter des Projektes Stuttgart 21 ernannt. Des Weiteren engagiert sich Kaufmann für eine Umsetzung der Nord-Ost-Umfahrung und einer Querverbindung von der B 10 im Neckartal zur A 8 auf den Fildern. Die Fortentwicklung des Flughafens Stuttgart und der Ausbau des S-Bahnnetzes sind weitere Themen, für die sich Kaufmann einsetzt.

Als stellvertretendes Mitglied gehört Kaufmann dem Petitionsausschuss an. Stellvertretende Mitglieder bearbeiten dort in der Regel keine Petitionen selbst. Zur Entlastung der anderen Mitglieder hat Kaufmann jedoch die Bearbeitung der Petitionen, die den Bildungsbereich und hier insbesondere Fragen der Studienfinanzierung und des Hochschulzugangs betreffen, übernommen.

Mitgliedschaften und ehrenamtliches Engagement[Bearbeiten]

Kaufmann ist Mitglied der Europa-Union Parlamentariergruppe Deutscher Bundestag. Stefan Kaufmann ist Vorsitzender der Landesfachkommission Wirtschaft und Bildung des Wirtschaftsrates Baden-Württemberg sowie Vorsitzender des Expertenkreises Wirtschaft der CDU Stuttgart. Außerdem ist Kaufmann Mitglied im Kuratorium Forum Region Stuttgart, im Kuratorium der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld und im Kuratorium des Deutschen Studentenwerks.

Privates[Bearbeiten]

Kaufmann begeistert sich für klassische Musik und Oper, ebenso wie Ballett und Theater. Er spielt Orgel und gab selbst Unterricht. Viele Jahre sang er im Solitude-Chor und leitete in Tübingen eine Zeit lang ein kleines Kammerorchester. 2005 übernahm er den Vorsitz des Fördervereins des Stuttgarter Oratorienchors.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Stefan Kaufmann: Das Europäische Hochschulinstitut : die Florentiner "Europa-Universität" im Gefüge des europäischen und internationalen Rechts. Berlin : Duncker & Humblot, 2003, 342 Seiten, (Tübinger Schriften zum internationalen und europäischen Recht ; 61), ISBN 3-428-10753-5

Weblinks[Bearbeiten]

Referenzen[Bearbeiten]

  1. Phi Delta Phi - Richard v. Weizsäcker Inn
  2. tagesschau.de:CDU-Abgeordnete wollen Homosexuelle gleichstellen
  3. Nicole Höfle: Stefan Kaufmann im Wahlkampf - Nicht immer ganz auf Parteilinie, Stuttgarter Zeitung, 11. September 2009
  4. Nazi-Vergleich: Kein Verfahren gegen Pius-Bruderschaft, queer.de, 2. Juli 2009
  5. Stefan Kaufmann: Pressemitteilung - CDU Bundestagskandidat Dr. Stefan Kaufmann verurteilt Nationalsozialismus-Vergleich der Piusbruderschaft - Teilnahme am Christopher Street Day angekündigt, stefan-kaufmann.de, 3. Juli 2009