Steinfeld (Bismark)

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52.62361111111111.70805555555646Koordinaten: 52° 37′ 25″ N, 11° 42′ 29″ O

Steinfeld
Höhe: 46 m ü. NN
Fläche: 11,13 km²
Einwohner: 284 (31. Dez. 2008)
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 39599
Vorwahl: 039324
Steinfeld (Sachsen-Anhalt)
Steinfeld
Steinfeld
Lage von Steinfeld in Sachsen-Anhalt

Steinfeld ist ein Ortsteil der Stadt Bismark (Altmark) im Landkreis Stendal im deutschen Bundesland Sachsen-Anhalt.

Geografie[Bearbeiten]

Das altmärkische Dorf Steinfeld liegt etwa zwölf Kilometer östlich von Bismark und zehn Kilometer westlich vom Altmarkzentrum Stendal. Die Nachbarorte sind Schernikau im Osten und Kläden im Westen. Das 1113 km² große Ortsterritorium, zu dem auch die drei Kilometer östlich gelegene Siedlung Schönfeld gehört, liegt auf einer durchschnittlichen Höhe von 46 Metern. Das umliegende hügelige Gebiet gehört zum Endmoränenbogen, der sich nördlich des Secantsgraben und der oberen Uchte in Richtung Stendal hinzieht. Südlich von Steinfeld erstreckt sich ein Kiefernwaldgebiet, östlich ein Laubwaldforst. Durch den Ort führt die Landesstraße 15, die die Verbindung zu Bismark und Stendal herstellt. Steinfeld liegt an der Bahnlinie Magdeburg – Uelzen, der Bahnhof ist von der Ortsmitte 1,7 km entfernt.

Geschichte[Bearbeiten]

Steinfeld[Bearbeiten]

Der Ortsname ist abgeleitet von der deutschstämmigen Bezeichnung „Stenfelde“. Es wird angenommen, dass ein Bezug zu einem Hünengrab nördlich des Dorfes besteht. Das Großsteingrab stammt aus der mittleren Jungsteinzeit (5000–4500 v. Chr.) 1209 wurde der Ort erstmals in einer Urkunde erwähnt, die ihn als Besitz des Bistums Havelberg ausweist. Zu dieser Zeit hatte das Dorf bereits eine aus Feldsteinen errichtete Kirche, die in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts erbaut worden war. 1238 wurden die Grafen von Osterburg als Grundherren genannt. Im 15. Jahrhundert geriet der Ort unter brandenburgische Herrschaft und befand sich im Obersächsischen Reichskreis. Nach dem Dreißigjährigen Krieg gehörte Steinfeld ab 1680 zum Herzogtum Magdeburg. Zwischen 1807 und 1813 lag der Ort auf dem Territorium des napoleonischen Königreiches Westfalen im Distrikt Stendal. Nach der Vertreibung Napoleons gliederte Preußen im Rahmen einer Verwaltungsreform Steinfeld 1816 in den Landkreis Stendal ein. 1873 wurde die Bahnlinie Stendal – Uelzen mit einem Bahnhof in Steinfeld eröffnet. Anfang des 20. Jahrhunderts hatte der Ort 179 Einwohner, die Zahl erhöhte sich bis 1939 auf 190. Am 1. Juli 1950 wurde der Nachbarort Schönfeld eingemeindet. Nach der DDR-Gebietsreform von 1952 lag Steinfeld auf dem Gebiet des Bezirkes Magdeburg, gehörte aber nach wie vor zum Kreis Stendal. Bei der Volkszählung von 1964 wurde eine Einwohnerzahl von 430 ermittelt. Seit 1990 liegt Steinfeld im Norden des Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Im Rahmen einer Gemeindeneugliederung in Sachsen-Anhalt schloss sich Steinfeld mit seinen etwa 220 Einwohnern mit Wirkung vom 1. Januar 2010 der neu gebildeten Einheitsgemeinde Stadt Bismark an.[1]

Schönfeld[Bearbeiten]

Bereits Ende des 12. Jahrhunderts war die Adelsfamilie von Rundstedt in Schönfeld ansässig. In der Mitte des 13. Jahrhunderts wurde die heute noch in der damaligen Form bestehende Feldsteinkirche errichtet. 1370 wurde der Ortsname als „Schonenuelde“ erstmals anlässlich der Stiftung einer Getreideernte für die Kirche schriftlich erwähnt. Im Landbuch Kaiser Karls IV. wird 1376 erwähnt, dass in dem altmärkischen Bauerndorf der Stendaler Bürger Etzel Duser, die Familie von Bismarck, der Dom zu Stendal und das Stendaler Hospital St. Gertrud Besitz und Abgaben hatten. Aus der Schreibweise des Ortsnamens wurde der Schluss gezogen, dass die Bezeichnung auf eine germanische Siedlung hinweist. Ausgrabungen in den Jahren 1904 und 1910 förderten Funde aus der Jungsteinzeit zutage, nach denen der historische Zeitabschnitt als Schönfelder Kultur benannt wurde. Aus dem Jahr 1540 sind in Urkunden die Ortsnamen Schonfelth und Schonevelde und in 1693 der Name Schönefeldt bekannt, der vermutlich von Schänfeld abgeleitet wurde, welches Feld des Schadens oder unfruchtbarer Acker bedeutete. Ein Rittergut war nachweislich von 1509 (unter Hermann von Ronstedt, gest. 1548) bis 1945 im Besitz der Familie von Rundstedt. Für das Jahr 1641 ist überliefert, dass es zwei Rittersitze im damaligen Schonefeldt gab. Ab 1840 begann Otto von Rundstedt das den Ort umschließende Heidegebiet aufzuforsten. Dazu musste er zahlreiche Grundstücke aus Fremdbesitz aufkaufen. Das im westlichen Dorfrand gelegene von Rundstedtsche Rittergut wurde 1872 eine rechtlich selbständige Einheit, zu der 1910 15 Einwohner zählten. Im Dorf Schönfeld lebten zum selben Zeitpunkt 132 Menschen. 1873 erteilte Otto von Rundstedt den Auftrag, westlich des alten Gutshauses ein repräsentatives Schloss zu errichten. Neun Jahre später veranlasste seine Frau Elisabeth von Rundstedt den Neubau einer Gutskirche in unmittelbarer Nähe zur alten Dorfkirche. 1885 wurde am Schloss ein großflächiger Park im englischen Stil durch den Gartenbaumeister Hermann Riemann angelegt. 1927 hob der preußische Staat die Eigenständigkeit der Gutsbezirke auf, das Rittergut von Rundstedt wurde in die Landgemeinde Schönfeld eingegliedert. Diese hatte später 1939 241 Einwohner. 1945 wurde das Gut im Zuge der von der sowjetischen Besatzungsmacht veranlassten Bodenreform enteignet und der 434 ha große Grundbesitz durch Vergabe an Neubauern zersiedelt. Während das Gutshaus abgerissen wurde, wurde die Gutskirche der evangelischen Kirchengemeinde von Schönfeld übereignet. Am 1. Juli 1950 wurde Schönfeld in den Nachbarort Steinfeld eingemeindet. Nach der deutschen Wiedervereinigung erwarb der Landschaftsarchitekt Hubertus von Rundstedt 1993 das Gutsgelände zurück und gründete in Schönfeld einen Ökohof, einen Forstbetrieb und ein Planungsbüro für Garten- und Landschaftsarchitektur. Das Schloss Schönfeld wurde 1996 an eine ostfriesische Familie verkauft, die das Gebäude in ein Hotel umbaute, das bis 2007 bestand. Am 2. August 2010 gründete sich der Verein Freunde der Gutskirche Schönfeld, der sich um den Erhalt der Gutskirche bemüht.

Verkehr[Bearbeiten]

Der Haltepunkt Steinfeld (b Stendal) liegt an der Bahnstrecke Stendal–Uelzen. Zudem verkehren Linienbusse und Rufbusse der Regionalverkehrsbetriebe Westsachsen (RVW) unter dem Markennamen stendalbus.

Kommunalpolitik[Bearbeiten]

Bei den Kommunalwahlen 2005 und 2009 hatte die CDU in Steinfeld mit 32,1 bzw. 33,6 Prozent die meisten Stimmen erhalten. Als letzter Bürgermeister war der parteilose Jochen Schulz 2008 mit 96,36 Prozent der Wählerstimmen gewählt worden.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schloss Schönfeld
  • Schloss Schönfeld, im gleichnamigen Ortsteil gelegene in den Formen der Renaissance und des Barock gestaltete Anlage mit großem im englischen Stil angelegten Schlosspark
  • Feldsteinkirche inSchönfeld aus dem 13. Jahrhundert mit barocker Deckenmalerei von 1725
  • ehemalige Gutskirche Schönfeld im gleichnamigen Ortsteil, erbaut als große Backsteinsaalkirche (1883-1885) von Conrad Wilhelm Hase und mit Ausmalungen im Chor von Hermann Schaper.
  • das mit 50 Metern Länge größte Großsteingrab in der Altmark (ca. 5000 Jahre alt) - am Feldweg Richtung Darnewitz

Literatur[Bearbeiten]

  • Handbuch der historischen Stätten Deutschlands – Provinz Sachsen Anhalt. Alfred Kröner Verlag, Stuttgart 1987, ISBN 3-520-31402-9.
  • Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler – Sachsen-Anhalt I. Deutscher Kunstverlag, 2002, ISBN 3-422-03069-7.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Steinfeld (Altmark) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010