Sillenbuch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Stuttgart-Sillenbuch)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Sillenbuch
Stadtbezirk der Landeshauptstadt Stuttgart
Stadtteil-Wappen Stadtkarte
Sillenbucher Wappen bis 1937
Stuttgart-Mitte Stuttgart-Nord Stuttgart-Ost Stuttgart-Süd Stuttgart-West Bad Cannstatt Birkach Botnang Degerloch Feuerbach Hedelfingen Möhringen Mühlhausen Münster Obertürkheim Plieningen Sillenbuch Stammheim Untertürkheim Vaihingen Wangen Weilimdorf ZuffenhausenStadtbezirke und Stadtteile Stuttgarts zum Anklicken
Über dieses Bild
Liste der Stadtteile Stuttgarts
Eingemeindung: Heumaden 1. April 1937
Sillenbuch 1. April 1937
Riedenberg 1. April 1942
Höhe: 412 m ü. NHN
Bevölkerungsdichte 3.109 Einw./km²
Postleitzahl: 70619
Vorwahl: 0711
Adresse des
Bezirksrathauses:
Aixheimer Straße 28
70619 Stuttgart
Website: www.stuttgart.de
Bezirksvorsteher: Peter-Alexander Schreck
Stadtbezirk Einwohner
(Stand 2011)
Fläche
Nr. Stadtteil
Sillenbuch 23.164 745 ha
601 Sillenbuch 7.577 298 ha
611 Heumaden 9.219 331 ha
621 Riedenberg 6.368 117 ha
Verkehrsanbindung
Stadtbahn U7 U8 U15
Bus 65, 66, 70, 131, 23E
Quelle: Datenkompass Stuttgart

48.7469.2106Koordinaten: 48° 45′ N, 9° 13′ O

Sillenbuch ist ein Stadtbezirk im Süden von Stuttgart auf der Filderebene. Zum Stadtbezirk gehören die drei Stadtteile Sillenbuch, Heumaden und Riedenberg. Mit rund 24.000 Einwohnern ist er der drittgrößte der sechs Stuttgarter Filder-Stadtbezirke.

Stadtteile[Bearbeiten]

Riedenberg um 1900
Bezirksrathaus Sillenbuch

Sillenbuch gehört nach der Auflösung des Oberamtes Cannstatt 1923 zum Amts-Oberamt Stuttgart. 1947 wird der bis 1942 zur Gemeinde Birkach gehörige Stadtteil Riedenberg mit Heumaden und Sillenbuch zum Bezirk Sillenbuch zusammengefasst. Bei der Einteilung der Stadt Stuttgart in Stadtbezirke im Jahre 1956 wurden alle drei Stadtteile zum Stadtbezirk Sillenbuch vereinigt, der auch bei der Neugliederung der Stuttgarter Stadtteile zum 1. Januar 2005 nicht verändert worden ist. Der Stadtbezirk Stuttgart-Sillenbuch besteht somit weiterhin aus drei Stadtteilen.

Geschichte[Bearbeiten]

Riedenberg wird als „Rodeberg“ oder „Rüdenberg“ um 1110 erstmals in Urkunden erwähnt. Der Ort war nie selbständige Gemeinde. Bis 1810 gehörte das Dorf zum Schultheißenamt Plieningen, dann wurde es Teilort der Gemeinde Birkach bis es 1942 nach Stuttgart eingemeindet wurde.

Sillenbuch wurde 1264 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort gehörte ab 1624 mit Rohracker zum Oberamt Cannstatt. 1819 gibt Sillenbuch seinen Status als „Filiale“ von Rohracker auf und wird selbstständig. 1937 wird es schließlich nach Stuttgart eingemeindet.

Heumaden wird 1190 erstmals urkundlich erwähnt. 1389 wird der Ort württembergisch.

Verkehr[Bearbeiten]

Mit den Linien U7, U8 und U15 ist der Stadtbezirk gut in das Stuttgarter Stadtbahnsystem eingebunden. Außerdem bedienen den Stadtbezirk noch die Buslinien 65, 66, 70 und 131 sowie die Oldtimerlinie 23E (bis Ruhbank).

Städtische Einrichtungen[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

  • Grundschule Riedenberg
  • Deutsch-Französische Grundschule Sillenbuch
  • Grund- und Hauptschule, Lange Morgen
  • Birken-Realschule, Heumaden
  • Geschwister-Scholl-Gymnasium, Sillenbuch

Sport[Bearbeiten]

  • SV Sillenbuch 1892 e. V.
  • TSV Heumaden 1893 e. V.
  • Schach-Club Sillenbuch 1948 e.V.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Heumaden: Das Alte Rathaus, ein 1683 erbautes Fachwerkhaus, dient heute als Bürgerhaus.
  • Heumaden: Die evangelische Alte Kirche wurde erbaut ab 1499, 1666 umgebaut und 1893 renoviert. Ihr spätgotischer Chor hat eine flache Decke sowie eine Glocke von 1667.
  • Heumaden: Die evangelische Gnadenkirche für die jüngeren Ortsteile wurde 1964 eingeweiht und als moderner Kirchenbau mit Architekturpreisen bedacht.
  • Sillenbuch: Altes Rathaus von 1821, mit Glockentürmle.
  • Sillenbuch: Neues Rathaus von 1907 mit polygonalem Erker in Sichtfachwerk.
  • Einziger Tierfriedhof Stuttgarts liegt in Heumaden/Hedelfingen.
  • Am Westrand des Stadtteils Riedenberg liegt der Stuttgarter Eichenhain, ein Park mit circa 200 alten Eichen, der im Jahr 1957 als Naturschutzgebiet ausgewiesen wurde.
  • Erste Villa des Malers Georg Friedrich Zundel (1875–1948) und von Clara Zetkin. Landhaustyp der Jahrhundertwende – Architekt Carl Burger
  • Clara-Zetkin-Haus (Waldheim Sillenbuch), gegründet 1909, ein bedeutender Ort der Stuttgarter Arbeiterbewegung.

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009
 %
40
30
20
10
0
30,8
22,9
14,6
12,4
10,2
3,4
3,2
2,1
0,4
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-7,4
+6,3
-5,5
+5,1
-0,4
+2,2
+1,7
-0,9
-1,1
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
f 2004: PDS

Dem Bezirksbeirat Sillenbuch gehören auf Grund der Einwohnerzahl des Stadtbezirks 14 ordentliche und ebenso viele stellvertretende Mitglieder an. Seit der letzten Kommunalwahl 2009 gilt folgende Sitzverteilung:

  • CDU: 5
  • B90 / Die Grünen: 3
  • SPD: 2
  • FDP: 2
  • Freie Wähler: 1
  • SÖS / DIE LINKE: 1

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Clara Zetkin, geb. Eißner (* 5. Juli 1857 in Wiederau; † 20. Juni 1933 Archangelskoje bei Moskau) war eine linkssozialistische einflussreiche deutsche Politikerin und Frauenrechtlerin. Sie lebte lange mit ihrem Mann, dem Maler Georg Friedrich Zundel, in Sillenbuch.
  • Der von der Rote Armee Fraktion ermordete deutsche Manager und Wirtschaftsfunktionär Hanns Martin Schleyer wurde am 25. Oktober 1977 auf dem Ostfilderfriedhof in Stuttgart-Sillenbuch beerdigt.
  • Der ehemalige Stuttgarter Oberbürgermeister Manfred Rommel (1928–2013), der Sohn Erwin Rommels, lebte in Sillenbuch.
  • Ludwig Geißel, Vizepräsident des Diakonischen Werkes der EKD sowie Mitbegründer der Aktion „Brot für die Welt“ und der „Diakonie Katastrophenhilfe“.

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Die Jahreszahl gibt den Zeitpunkt der Verleihung der Ehrenbürgerwürde wieder

  • 1897 – Paul Rommel, Wirt (1862–1918)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Stuttgart-Sillenbuch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien