Susanne Klatten

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Susanne Hanna Ursula Klatten (geborene Quandt; * 28. April 1962 in Bad Homburg vor der Höhe, Hochtaunuskreis, Hessen) ist eine deutsche Unternehmerin. Sie ist die Tochter des verstorbenen Industriellen Herbert Quandt und seiner dritten Ehefrau Johanna Quandt. Mit einem geschätzten Vermögen von 17,4 Milliarden US-Dollar[1] (2011: 14,6 Milliarden US-Dollar)[2] gilt Susanne Klatten als reichste Frau Deutschlands. Auf der Forbes-Liste The World’s Billionaires ist sie 2014 an Platz 49 der Weltliste der Milliardäre und an fünfter Stelle der reichsten Deutschen.[3]

Leben[Bearbeiten]

Susanne Klatten ist die Tochter Herbert Quandts und seiner dritten Frau Johanna. Nach dem Tod ihres Vaters erbte sie im Jahr 1982 zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Bruder Stefan sein Vermögen, darunter Anteile an BMW.

Nach dem Abitur am Kaiserin-Friedrich-Gymnasium in Bad Homburg absolvierte Susanne Klatten von 1981 bis 1983 eine Ausbildung zur Werbekauffrau bei der Agentur Young & Rubicam in Frankfurt am Main. Anschließend studierte sie Betriebswirtschaftslehre an der University of Buckingham in England. Nach einem Praktikum bei der Deutschen Bank AG und einem MBA-Studium am IMD im schweizerischen Lausanne absolvierte sie unter dem Pseudonym Susanne Kant ein weiteres Praktikum im BMW-Werk Regensburg. Dort lernte sie ihren späteren Ehemann Jan Klatten, Bruder des Wirtschafts- und Medienmanagers Werner E. Klatten, kennen.[4] Zusammen haben sie drei Kinder und leben in München.[5]

Seit 2004 ist Susanne Klatten Ehrensenatorin der Technischen Universität München und seit 2005 Mitglied in deren Hochschulrat. Im Jahr 2009 stiftete sie dieser Universität rund 10 Millionen Euro zur Errichtung des Susanne-Klatten-Stiftungslehrstuhls für Empirische Bildungsforschung an der TUM School of Education.[6]

Klatten erhielt 2005 das Bundesverdienstkreuz am Bande und 2007 den Bayerischen Verdienstorden.

Sie gehört zu den größten Parteispendern der CDU und der FDP.[7]

In den Jahren 2007 und 2008 wurde Susanne Klatten, nach einer sexuellen Affäre, Opfer eines Erpressungsversuchs.[8][9] Der Hauptbeschuldigte Helg Sgarbi wurde am 9. März 2009 vom Landgericht München I wegen gewerbsmäßigem Betrugs und versuchter gewerbsmäßiger Erpressung zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt.[10][11]

Unternehmerin[Bearbeiten]

1993 wurde Susanne Klatten mit 31 Jahren Mitglied im Aufsichtsrat der Altana AG und später dessen stellvertretende Vorsitzende. Im Jahr 1997 trat sie zusammen mit ihrem Bruder offiziell das Erbe ihres Vaters bei BMW an. Sie ist über ihre Beteiligungsgesellschaft SKion Teilhaberin und Mitglied des Aufsichtsrates von BMW (12,5 %), des Chemiekonzerns Altana AG (100 %), des Windturbinenherstellers Nordex SE (24,99 %) und des Kohlenstoffproduktspezialisten SGL Carbon (Einstieg im März 2009 mit 7,92 %, aktueller Beteiligungsstand 27,27 %).[12] Zusammen mit der BMW AG, die am 18. November 2011 die Aufstockung der Beteiligung an SGL Carbon von 5,16 % auf 15,16 % verkündete[13], tritt Susanne Klatten in gemeinsamer industrieller Strategie auf, um ein Übernahmeangebot an die restlichen Aktionäre der SGL Carbon zu vermeiden.[14] Zugleich beherrscht sie auf diese Weise ungeachtet ihrer Position als Großaktionärin bei BMW als private Investorin die SGL Carbon zusammen mit dem Münchener Automobilhersteller, der zusammen mit der SGL Group bereits ein Joint Venture betreibt.[13] Im Oktober 2012 stieg Klatten mit ihrer Beteiligungsfirma SKion beim Altöl-Aufbereiter Avista Oil ein. Durch die 30prozentige Beteiligung an Avista Oil ist SKion zum zweitgrößten Aktionär geworden.[15] Seit April 2013 ist sie Aufsichtsratsvorsitzende von SGL Carbon.[16]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Susanne Klatten on Forbes Lists. Forbes Magazine, 3. März 2014, abgerufen am 4. März 2014.
  2. „Forbes“-Liste der Superreichen: So viele Milliardäre wie nie zuvor. tagesschau.de, 10. März 2011, abgerufen am 5. März 2013.
  3. The World's Billionaires. Forbes Magazine, 2014, abgerufen am 3. März 2014 (englisch).
  4.  Heinz Bude: Aus Liebe zur Sippe. In: Die Zeit. Nr. 15, 6. April 2005, ISSN 0044-2070 (ZEIT Online, abgerufen am 8. März 2013).
  5. drei Kinder, abgerufen am 8. September 2013
  6. Erste deutsche Fakultät für Lehrerbildung und Bildungsforschung erfolgreich gestartet. Technische Universität München. 27. Oktober 2009. Abgerufen am 22. November 2012.
  7. Von Susanne Klatten geleistete Parteispenden seit 2000; Politische Datenbank Unklarheiten.de
  8. Anna v. Münchhausen: Susanne Klatten. Der Fall der Muster-Erbin. FAZ.net, 9. November 2008, abgerufen am 8. März 2013.
  9. Norbert Bogdon/dpa/AP: Arme Milliardärin: Klatten sah Anzeige gegen Erpresser als "einzige Chance". Spiegel Online, 21. November 2008, abgerufen am 8. März 2013.
  10. Susanne Klatten ist zufrieden mit dem Urteil. Welt Online, 9. März 2009, abgerufen am 8. März 2013.
  11. Klatten-Erpressung: Urteil gegen Helg Sgarbi ist rechtskräftig. Spiegel Online, 17. März 2009, abgerufen am 8. März 2013.
  12. Carsten Dierig: Milliardärin Klatten ärgert den Volkswagen-Konzern. Welt Online, 19. Mai 2011, abgerufen am 8. März 2013.
  13. a b BMW AG erwirbt Anteile an SGL Carbon SE. Pressemeldung. BMW Group Corporate News, 18. November 2011, abgerufen am 8. März 2013.
  14. Markus Fasse: Kommentar: Eine deftige Niederlage für Piëch. Handelsblatt.com, 18. November 2011, abgerufen am 8. März 2013.
  15. Altöl-Aufbereiter: BMW-Erbin Klatten steigt bei Avista ein. Handelsblatt.com, 12. Oktober 2012, abgerufen am 8. März 2013.
  16. Spiegel-online 30.04.2013