Türkistan

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Dieser Artikel behandelt die kasachische Stadt, für die gleichnamige Landschaft siehe Turkestan.
Türkistan / Turkestan
Түркістан
Туркестан
Staat: KasachstanKasachstan Kasachstan
Gebiet: Südkasachstan
Koordinaten: 43° 20′ N, 68° 15′ O43.33333333333368.25Koordinaten: 43° 20′ 0″ N, 68° 15′ 0″ O
 
Einwohner: 155.549 (1. Januar 2014)[1]
 
Zeitzone: EKST (UTC+6)
Telefonvorwahl: (+7) 32533
Kfz-Kennzeichen: X
 
Gemeindeart: Stadt
Türkistan / Turkestan (Kasachstan)
Türkistan / Turkestan
Türkistan / Turkestan

Türkistan (kasachisch Түркістан; russisch Туркестан Turkestan) ist eine Stadt in Kasachstan.

Sie liegt im Gebiet Südkasachstan unweit des Syrdarja und ist der wichtigste Pilgerort des zentralasiatischen Staates. Durch die Stadt führt die Eisenbahnstrecke von Orenburg in Russland nach Taschkent in Usbekistan.

Namensherkunft[Bearbeiten]

Die Stadt heißt heute Türkistan („Land der Türken“), gegründet wurde sie jedoch unter dem Namen Yasi. Die persische Bezeichnung ‏حضرت ترکستانHazrat-e Turkestan bedeutet „Heilige Stadt Turkestans“, aber auch die Alternativbezeichnung „Gesegnete Stadt Turkestans“ ist gebräuchlich.

Geschichte[Bearbeiten]

Erste Siedlungsspuren stammen aus dem 7. Jahrhundert. Türkistan war wohl bereits ein wichtiges Handels- und religiöses Zentrum vor dem Auftreten von Khoja Ahmed Yasawi, einem Sufi-Scheich, der etwa 1103 in Sayram geboren wurde. Yasavi widmete sich im Alter von etwa 61 Jahren der Meditation – der Legende nach verbrachte er weitere 61 Jahre in Isolation und Meditation unter der Erde. Sein kleines Grabmal wurde schon damals zum Pilgerzentrum, bevor in den 1390er Jahren Timur Lenk das Yasavi-Mausoleum errichtete, das bis heute als eines der bedeutendsten Bauwerke Kasachstans gilt. Bevor das Mausoleum fertiggestellt werden konnte, starb Timur. Die Architekten verließen Türkistan in Richtung Samarqand und Buxoro (Buchara). An der Eingangsfassade sind noch heute die alten Baugerüste sichtbar; die Fliesen fehlen. Dennoch ist Türkistan heute das wichtigste Pilgerzentrum Kasachstans. Man sagt, drei Pilgerreisen in diese Stadt seien äquivalent zur Haddsch nach Mekka.

Trotz alledem war die Stadt als reine Grenzstadt zwischen den persisch-islamischen Gebieten des Südens und den turko-mongolischen Steppengebieten des Nordens angelegt worden.

In der Zeit zwischen dem 15. und 19. Jahrhundert galt die Stadt als Hauptort des Kasachen-Khanates und füllte damit den Status einer kasachischen Hauptstadt aus. Die Stadt unterstand überwiegend den Khanaten des Südens und fiel 1863 an Russisch-Turkestan. Sie wurde Teil des Generalgouvernements Turkestan des deutschstämmigen russischen Generals Konstantin Petrowitsch (von) Kaufmann und gehörte zur Oblast Syrdarja.

Mit dem Zusammenbruch des Russischen Reiches (1917/18) war die Stadt Teil der kurzlebigen Autonomen SSR Turkestan, bevor sie 1924 in das Kasak-Kirgisische Gebiet und ab 1936 in die neu gegründete SSR Kasachstan eingegliedert wurde.

Nach der Auflösung der Sowjetunion wurde zwischen dem nun unabhängigen Kasachstan und der Türkei 1990/91 beschlossen, in Türkistan eine kasachisch-türkische Moschee nebst Koranschule zu errichten. Mit der Ahmed Yesevi Universität wurde eine kasachisch-türkische Universität gegründet.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Türkistan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Численность населения Республики Казахстан по областям, городам и районам на 1 января 2014 года (russisch).