Telč

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Telc ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter Telc (Begriffsklärung) aufgeführt.
Telč
Wappen von Telč
Telč (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Kraj Vysočina
Bezirk: Jihlava
Fläche: 2486 ha
Geographische Lage: 49° 11′ N, 15° 28′ O49.18444444444415.469722222222514Koordinaten: 49° 11′ 4″ N, 15° 28′ 11″ O
Höhe: 514 m n.m.
Einwohner: 5.490 (1. Jan. 2014) [1]
Postleitzahl: 588 56
Verkehr
Bahnanschluss: Kostelec u Jihlavy–Slavonice
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 5
Verwaltung
Bürgermeister: Roman Fabeš (Stand: 2006)
Adresse: náměstí Zachariáše z Hradce 10
588 56 Telč
Gemeindenummer: 588024
Website: www.telc-etc.cz
Marktplatz
Arkadengang am Marktplatz
Telč Marktplatz, Brunnenfigur
Spiegelung der Stadt im Teich

Telč (deutsch Teltsch) ist eine Stadt in Tschechien.

Geografie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt am Fuß der Böhmisch-Mährischen Höhe, ist von Teichen umgeben und liegt am Telčský potok, der südöstlich der Stadt in die Mährische Thaya mündet.

Geschichte[Bearbeiten]

Teltsch wurde 1207 erstmals erwähnt. Es lag am Kreuzungspunkt wichtiger Straßen zwischen Böhmen, Mähren und Österreich und entwickelte sich bis Ende des 13. Jahrhunderts zu einer Stadt. 1315 verkaufte König Johann von Böhmen die Stadt und ihre Burg an die Herren von Wartenberg. 1339 ging sie im Tausch gegen die südmährische Herrschaft Bánov an die Herren von Neuhaus, denen die Burg als Verwaltungszentrum diente. 1443 wurde Teltsch von den Hussiten erobert. 1531 fiel es als Erbe an Zacharias von Neuhaus, den späteren Oberstkämmerer und Landeshauptmann von Mähren. Er veranlasste Reformen und führte die Fischzucht ein, so dass die Stadt einen wirtschaftlichen Aufschwung nahm und die Zeit seiner Regentschaft als das „Goldene Zeitalter“ von Teltsch bezeichnet wurde. Da er ohne männliche Nachkommen starb, fielen seine Besitzungen an den Neffen Adam II. von Neuhaus, von dem sie 1596 dessen Sohn Joachim Ulrich von Neuhaus erbte. Er war der letzte männliche Nachkomme der Herren von Neuhaus und starb 1604. Erbin wurde seine Schwester Lucie Otilie, die seit 1602 mit dem späteren Oberstkanzler Wilhelm von Slawata verheiratet war. Dadurch gelangte Teltsch an das Geschlecht der Slavata[2]. Im Dreißigjährigen Krieg hatte die Stadt und ihre Bevölkerung nach der Besetzung durch die Schweden 1645 viel zu erleiden.

Nach dem Tod des letzten Slawata fiel die Herrschaft Teltsch 1712 an Franz Anton von Liechtenstein-Kastelkorn, der sie an Alois Podstatský von Prusinowitz vererbte. Schloss und Grundherrschaft blieben bis 1945 im Besitz dieser Familie.

Die historische Innenstadt von Teltsch diente wiederholt als Kulisse für Film- und Fernsehaufnahmen. Auch der Film Woyzeck von Werner Herzog entstand hier 1979.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Telč gliedert sich in die Stadtteile:

  • Studnice (Studnitz)
  • Telč-Podolí (Teltsch-Podol)
  • Telč-Staré Město (Teltsch-Altstadt)
  • Telč-Štěpnice (Teltsch-Stepnitz) und
  • Telč-Vnitřní Město (Teltsch-Innenstadt)

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Das historische Stadtzentrum wurde 1970 zum städtischen Denkmalreservat erklärt.

  • Marktplatz: Die Bürgerhäuser am Marktplatz im Renaissance- und Barockstil aus dem 16. und 17. Jahrhundert bilden die historische Innenstadt, die seit 1992 zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört und in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen wurde.
  • Schloss Telč
  • Stadtbefestigung
  • Heilig-Geist-Kirche (Kostel svatého Ducha)
  • Pfarrkirche St. Jakob (Kostel svatého Jakuba)
  • Jesuitenkirche von 1666
  • Altstadt von Teltsch mit der Muttergottes-Kirche (Kostel Matky Boží)
  • Niederösterreichische Landesausstellung: Im Jahr 2009 fand gemeinsam mit den niederösterreichischen Städten Horn und Raabs die Landesausstellung unter dem Motto Österreich. Tschechien. geteilt – getrennt – vereint statt.[3]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Personen mit Bezug zur Stadt[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Partnerstädte sind:

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Telč – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2014 (PDF; 504 KiB)
  2. Václav Ledvinka: Na prahu raného novověku: Jindřich IV. a Adam I. z hradce. In: Václav Bůžek: Poslední páni z Hradce. České Budějovice 1998, ISBN 80-7040-267-9, S. 26
  3. Standort Telč | Schloss Niederösterreichische Landesausstellung, abgerufen am 25. April 2010