The Twelve Days of Christmas

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„The Twelve Days of Christmas“

The Twelve Days of Christmas (Die Zwölf Weihnachtstage) ist ein traditionelles Weihnachtslied in Form eines Kinderreims, der erstmals 1780 in einem englischen Kinderbuch veröffentlicht wurde. Das Lied wurde mehrfach bearbeitet und zählt heute zu den bekanntesten englischsprachigen Weihnachtsliedern.

Geschichte[Bearbeiten]

Die genaue Entstehungsgeschichte von The Twelve Days of Christmas ist unbekannt. Es wurde erstmals im Jahr 1780 als Kinderreim in dem englischen Kinderbuch Mirth without Mischief beschrieben, ist aber deutlich älter und vermutlich französischem Ursprungs.[1] So sind heute mehrere Varianten von The Twelve Days of Christmas in Frankreich bekannt, unter anderem als La foi de la loi in Westfrankreich und als Les dons de l’an in Cambrai.[2]

Eine Textvariante des Liedes wurde 1842 von dem Literaturhistoriker James Orchard Halliwell-Phillipps veröffentlicht. 1868 wurde The Twelve Days of Christmas erstmals von William Henry Husk in seiner Sammlung von Weihnachtsliedern abgedruckt. Die bekannteste Überarbeitung stammt von dem britischen Sänger Frederic Austin aus dem Jahr 1909. Austin ergänzte die Melodie für die Liedzeile five gold rings, die seitdem von nahezu allen Interpreten übernommen wurde.[3] Austins Arrangement ist trotz des Alters des Weihnachtsliedes noch bis zum Jahr 2022 urheberrechtlich geschützt.

Inhalt und Form[Bearbeiten]

In dem Lied wird in Form einer Zählgeschichte aufgelistet, welche Geschenke der Sänger an den Zwölf Weihnachtstagen zwischen dem Weihnachtstag (25. Dezember) und dem Dreikönigstag (6. Januar) von seiner wahren Liebe (true love) erhalten hat. Am ersten Tag wurde als Geschenk ein Rebhuhn in einem Birnenbaum überreicht, am zweiten Tag zwei Turteltauben sowie das Geschenk vom Vortag, am dritten Tag drei französische Hühner, die beiden Turteltauben vom vorigen Tagen sowie das Rebhuhn vom ersten Tag.

Die Dritte Strophe von The Twelve Days of Christmas

Die einzelnen Strophen werden so immer länger, da mit jedem Tag ein neues Geschenk hinzukommt, deren Anzahl mit der fortlaufenden Nummerierung übereinstimmt.

Am letzten Tag werden schließlich als Geschenke zwölf Trommler, elf Dudelsackspieler, zehn Moriskentänzer, neun Tänzerinnen, acht Mägde, sieben Schwäne, sechs Gänse, fünf goldene Ringe, vier Kanarienvögel, drei französische Hühner, zwei Turteltauben und ein Rebhuhn in einem Birnbaum überreicht (Englischer Originaltext: Twelve drummers drumming, Eleven pipers piping, Ten lords a-leaping, Nine ladies dancing, Eight maids a-milking, Seven swans a-swimming, Six geese a-laying, Five gold rings, Four calling birds, Three French hens, Two turtle doves, And a partridge in a pear tree[4]).

Deutung[Bearbeiten]

Die Bedeutung der einzelnen Präsente ist heute unklar[4], einige Begriffe können auch anders interpretiert werden. So waren anstelle der vier Kanarienvögel („four calling birds“) ursprünglich „four collie birds“ beschrieben, womit kohlenschwarze Amseln gemeint waren.[5]

In einer stark umstrittenen Deutung werden religiöse Bezüge zu den Zahlen der Präsente hergestellt:

Gegenstand bezieht sich auf[6]
1 Partridge in a Pear Tree Gott
2 Turtle Doves das Alte und das Neue Testament
3 French Hens Glaube, Hoffnung und Liebe, die theologischen Tugenden
4 Calling Birds die vier Evangelien / die vier Evangelisten
5 Golden Rings das Pentateuch, die Geschichte des Sündenfalls
6 Geese A-laying die sechs Tage der Schöpfung
7 Swans A-swimming die sieben Gaben des Heiligen Geistes / die sieben Sakramente
8 Maids A-milking die acht Seligpreisungen
9 Ladies Dancing die neun Früchte des Heiligen Geistes
10 Lords A-leaping die zehn Gebote
11 Pipers Piping die elf Apostel
12 Drummers Drumming die zwölf Glaubenssätze des Apostolischen Glaubensbekenntnisses

Aufnahmen[Bearbeiten]

Zahlreiche Künstler haben The Twelve Days of Christmas aufgenommen, unter ihnen Judy Collins, Bing Crosby & The Andrews Sisters, Glenn Miller, Kenny Rogers, Frank Sinatra, The Spinners[7] und Abney Park. 1998 veröffentlichte Reinhard Mey mit Die 12 Weihnachtstage eine deutschsprachige Version des Weihnachtsliedes als Single.

Daneben existieren mehrere Parodien des Weihnachtsliedes, die zumeist eine andere Auflistung von Geschenken enthalten. Zu den erfolgreichen Parodien zählen die Aufnahme The Twelve Gifts of Christmas des Comedians Allan Sherman, Frank Kellys Christmas Countdown, die sich 1982 in den irischen Single Charts platzieren konnte, sowie die Version von Bob und Doug McKenzie, zwei Figuren aus der kanadischen Comedysendung Second City TV, die von Rick Moranis und Dave Thomas verkörpert wurden. Eine zumindest textlich authentische Version von The Twelve Days of Christmas nahm 1979 der US-amerikanische Country-Musiker John Denver zusammen mit den Muppets für das Album A Christmas Together auf. Zu Weihnachten 2000 veröffentlichte Blizzard Entertainment eine an ihr Computerspiel StarCraft angelehnte Fassung als MP3-Datei.[8] Weiterhin wurde 2010 von der Band "The Kings of Carnage" ein Album namens "A very zombie christmas" veröffentlicht, in dem einige Weihnachtslieder umgedichtet werden, sodass sie für den "Nazi Zombie Modus" der Spielereihe "Call of Duty" passen. In diesem Album befindet sich ebenfalls eine Parodie von "The Twelve Days of Christmas".

Der Oscar-nominierte Kurzfilm On the Twelfth Day (1955) handelt von einer Frau, deren Freund Truelove sie nach den Angaben im Lied beschenkt und damit für Chaos sorgt. Das Lied wird dabei analog zur Handlung gesungen.

Weihnachtspreisindex[Bearbeiten]

Entwicklung der wahren Kosten von Weihnachten von 1984 bis 2009

1984 hat das US-amerikanische Kreditinstitut PNC Financial Services erstmals die Kosten für den Kauf der Güter bestimmt, die in The Twelve Days of Christmas beschrieben werden. Seitdem wird die Preisentwicklung jährlich verfolgt, so dass mit dem Christmas Price Index ein Preisindex ermittelt wurde, der zwar als wissenschaftlicher Witz betrachtet wird, dessen Verlauf aber gut die allgemeine Preisentwicklung in den Vereinigten Staaten wiedergibt.[9]

Zur Ermittlung des Weihnachtspreisindexes werden verschiedene Quellen genutzt. Für die Vögel werden die Preise in Zoohandlungen, dem Zoo von Cincinnati und dem National Aviary in Pittsburgh angefragt. Der Preis der Goldringe wird von einem Juwelier ermittelt, der Preis für den Birnenbaum basiert auf den Angeboten einer Baumschule in Philadelphia. Für die verschiedenen Musiker, Tänzer und Mägde werden die entsprechenden Tariflöhne in die Berechnung einbezogen.

Neben dem normalen Weihnachtspreisindex, in dem die Kosten für einen Birnenbaum, ein Rebhuhn, zwei Tauben, drei Hühner, usw. addiert werden, werden zusätzlich die „Wahren Kosten von Weihnachten“ berechnet, bei denen die Wiederholungen in den einzelnen Strophen berücksichtigt werden. Diese Kosten setzen sich somit aus den Preisen für insgesamt 364 Güter zusammen (12 Birnenbäume und Rebhühner, 22 Tauben, 30 Hühner, usw.).

Im Jahr 2009 stieg der Weihnachtspreisindex aufgrund der schwachen US-Wirtschaft während der Finanzkrise um moderate 1,8 %. Die größte Preissteigerung gab es für die Goldringe, da der Goldpreis im Herbst 2009 neue Rekordwerte erreicht hatte; dagegen halbierte sich der Preis für das Rebhuhn im Vergleich zum Vorjahr.[10] Insgesamt erreichte der Weihnachtspreisindex im Jahr 2009 einen Wert von 21.465,56 US-Dollar, die „Wahren Kosten von Weihnachten“ betrugen 87.402,81 US-Dollar.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Leigh Grant: The Twelve Days of Christmas: A Celebration and History. H. Abrams, New York 1995, ISBN 0-8109-3881-2.
  2. Lina Eckenstein: Comparative Studies in Nursery Rhymes. Duckworth, London 1906, S. 136.
  3. Malcolm Gillies, Bruce Clunies Ross (Hrsg.): Grainger on Music. Oxford University Press, Oxford 1999, ISBN 0-19-816665-6, S. 350–351.
  4. a b Iona Opie, Peter Opie: The Oxford Dictionary of Nursery Rhymes. Oxford University Press, Oxford 1951, ISBN 0-19-869111-4, S. 122–123.
  5. Bunny Crumpacker: Perfect Figures: The Lore of Numbers and How we Learned to Count. St. Martin's Press, New York 2007, ISBN 0-312-36005-3, S. 216.
  6. The Twelve Days of Christmas – Informationen + Text bei www.carols.org.uk, abgerufen am 15. September 2010
  7. Liste von Alben mit Aufnahmen von The Twelve Days of Christmas bei Allmusic (englisch). Abgerufen am 1. Juli 2012.
  8. ign.com: A StarCraft Christmas. 20. Dezember 2000.
  9. Der Tagesspiegel: 364 Präsente an die wahre Liebe vom 2. Dezember 2007 (abgerufen am 19. Dezember 2008).
  10. AFP: Cost of gold boosts '12 Days of Christmas' shopping: poll vom 30. November 2009 (abgerufen am 19. Dezember 2009).

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]