Reinhard Mey

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Reinhard Mey in Hamburg, 1974

Reinhard Friedrich Michael Mey (* 21. Dezember 1942 in Berlin) ist ein deutscher Musiker und ein Hauptvertreter der deutschen Liedermacher-Szene. Pseudonyme sind Frédérik Mey (in Frankreich), Alfons Yondraschek und Rainer May.

Leben[Bearbeiten]

Reinhard Mey wurde im Berliner Bezirk Wilmersdorf als zweites Kind des Rechtsanwalts Gerhard Mey und der Lehrerin Hertha Mey, geb. Koch, geboren. Er besuchte das Französische Gymnasium in Berlin, wo er 1963 das französische Baccalauréat und das deutsche Abitur absolvierte. Zu Meys Klassenkameraden im Französischen Gymnasium zählten der spätere Liedermacher Ulrich Roski und die Politologin Gesine Schwan.[1] Mey absolvierte im Anschluss eine Ausbildung zum Industriekaufmann bei der Schering AG Berlin. Ein darauf begonnenes Studium der Betriebswirtschaftslehre an der TU Berlin brach er nach sechs Semestern ab, um sich ganz der Liedermacherei zu widmen.

Mit zwölf Jahren hatte Mey seine erste Klavierstunde, mit vierzehn wurde ihm von seiner Tante seine erste Gitarre geliehen, kurz darauf folgte seine zweite, die er für vierzig Mark erstand. Er brachte sich selbst das Trompetespielen bei. Bereits während der Schulzeit sammelte er mit Freunden Erfahrungen auf der Bühne mit der Aufführung von Skiffle-Musik in der 1957 gegründeten Band Rotten Radish Skiffle Guys, der er das gleichnamige Lied in seinem 2010 erschienenen Album „Mairegen“ widmete. Im Jahr 1961 bildete sich die Gruppe Les Trois Affamés mit Wolfgang „Schobert“ Schulz. Meys erstes Chanson, Ich wollte wie Orpheus singen, erschien 1964. Im selben Jahr bekam Mey die Möglichkeit, auf dem Festival Chanson Folklore International auf der Burg Waldeck, einer Burgruine im Hunsrück, seine Lieder vorzutragen. 1967 startete er für Deutschland beim Knokke-Festival in Belgien. Dies führte zu seinem ersten französischen Plattenvertrag.

1967 heiratete er die Französin Christine, von der er sich 1976 scheiden ließ. Seit 1977 ist Mey in zweiter Ehe mit seiner heutigen Frau Hella verheiratet und lebt in Berlin-Frohnau. Aus dieser Verbindung stammen zwei Söhne und eine Tochter.[2]

In der TV-Sendung Beckmann teilte Mey im September 2009 mit, dass sein zweiter Sohn Maximilian infolge einer verschleppten Lungenentzündung und Herzrhythmusstörungen im März 2009 ins Wachkoma gefallen ist.[3]

Pseudonyme[Bearbeiten]

Meys französisches Pseudonym Frédérik Mey leitet er von der französischen Version seines Zweitnamens Friedrich ab. Er wählte es, da nach seiner Ansicht Reinhard eine ungünstige französische Aussprache mit sich bringe.

Ein weiteres Pseudonym war Alfons Yondraschek, unter welchem er für das Duo Inga & Wolf Gute Nacht, Freunde schrieb. Diese sollten damit am Eurovision Song Contest 1972 teilnehmen. Im deutschen Vorentscheid am 19. Februar 1972 belegte das Lied den vierten Platz. Den Namen Alfons Yondraschek verwendete Mey bereits vorher im Lied Ankomme Freitag den 13., in dem er beteuert, „ganz bestimmt nicht Alfons Yondraschek“ zu sein. Der Name taucht in Meys Werk noch einmal auf: In Zwei Hühner auf dem Weg nach vorgestern wird Alfons Yondraschek als Autor des gleichnamigen Theaterstücks genannt.

Eines der frühesten Pseudonyme ist Rainer May, unter dem er 1965 unter anderem das Stück Geh und fang den Wind herausbrachte, eine deutschsprachige Interpretation des Donovan-Hits Catch The Wind (deutscher Text: Joe Menke). Dieses Pseudonym entstand ungewollt – der Produzent hatte den Namen falsch notiert.

Werk[Bearbeiten]

Daten[Bearbeiten]

Bis 2013 hat Mey 26 deutsche Studioalben herausgebracht, das erste 1967 mit Ich wollte wie Orpheus singen, das letzte am 3. Mai 2013 mit dann mach's gut. Von 1986 bis 2004 veröffentlichte Reinhard Mey seine Studioalben im Zweijahresrhythmus, jeweils im Mai.

Zu den Studioaufnahmen veröffentlichte Mey 13 deutsche Live-Platten, die sich seit Anfang der 1990er durch einen beträchtlichen Teil an einleitenden Sprechbeiträgen auszeichnen. Außer diesen beiden Plattentypen gibt es eine große Anzahl von Samplern, Singles und zwei DVDs, von denen die erste in wesentlichen Teilen Filmmaterial enthält, das anlässlich des 60. Geburtstags 2002 produziert wurde.

Mey hatte großen Erfolg in Frankreich und den Niederlanden. Es gibt in französischer Sprache sieben Frédérik-Mey-Alben und zwei Live-LPs; zuletzt erschien nach 23-jähriger Pause die CD Frédérik Mey, Vol. 7 – douce france (2005). Es erschienen Texte von Mey in französischen Schulbüchern. Auf niederländisch erschien 1975 Als de dag van toen („Wie vor Jahr und Tag“) – seine einzige Doppel-Platin-Platte überhaupt – und 1976 Er zijn dagen … („Es gibt Tage …“). Der Versuch, 1970 mit der LP One Vote for Tomorrow in Großbritannien Fuß zu fassen, schlug fehl.

Seinen größten Erfolg veröffentlichte er mit Mein achtel Lorbeerblatt (1972). Ein sehr bekanntes Lied von Mey ist Über den Wolken aus dem Jahr 1974, das zunächst als B-Seite der Single Mann aus Alemannia herausgebracht wurde. Unter anderem erreichte dieser Titel bei der Wahl der 100 besten Lieder des Jahrhunderts (vom ZDF im Rahmen der „Unsere Besten“-Sendung veranstaltet) den 4. Platz.

Dreimal erreichte Mey Platz eins der deutschen Albumcharts: 1972 mit Mein achtel Lorbeerblatt, 2007 mit Bunter Hund und 2013 mit dann mach's gut.[4] Die erste goldene Schallplatte bekam Mey für Ich bin aus jenem Holze (1971).

Liedinhalte[Bearbeiten]

Meys Lieder zeichnen sich durch oft umfangreiche Texte und eingängige Melodien aus. Sie sind stark vom französischen Chanson beeinflusst; manche seiner Lieder zeigen außerdem in Melodiebau und Instrumentarium den Einfluss der Countrymusik. Im Gegensatz zum französischen Chanson behandelten Meys Lieder anfangs eher selten politische Themen (s. In Tyrannis). Vor allem seit den 1990er Jahren finden sich zunehmend auch politisch Stellung beziehende, gesellschafts- und zeitkritische, oft von einer pazifistischen Haltung geprägte Stücke auf seinen Alben (Die Waffen nieder, Sei wachsam, Heimatlos, Das Narrenschiff, Frieden, Nein, meine Söhne geb' ich nicht, Kai). Dabei vertritt Mey eine moderat linke politische Position. In seinen Liedern setzt er sich besonders für die Werte Freiheit und Gewaltlosigkeit / Frieden ein und engagiert sich auch dahingehend (beispielsweise im Bundestagswahlkampf 2002 für den Omnibus für direkte Demokratie oder auf einer Großdemonstration Anfang 2003 in Berlin gegen den bevorstehenden Irakkrieg).

Reinhard Mey behandelt in seinen Liedern im Wesentlichen aus dem Leben gegriffene Themen. In den 1960ern und 1970ern waren das unter anderem Liebeslieder (Und für mein Mädchen, Herbstgewitter über Dächern, Wie vor Jahr und Tag, Sommermorgen), Lieder über das Fliegen (Über den Wolken, Ikarus, Lilienthals Traum), über den Tod (Schade, dass du gehen musst, Die Zeit des Gauklers ist vorbei, Wie ein Baum, den man fällt, Mein Testament), satirische Betrachtungen von gesellschaftlichen Gegebenheiten und den Widrigkeiten des Alltags (Diplomatenjagd, Annabelle, Einen Antrag auf Erteilung eines Antragformulars, Die heiße Schlacht am kalten Buffet) oder seines eigenen Lebens (Trilogie auf Frau Pohl, Ankomme Freitag, den 13., Die Homestory). Gelegentlich gelingt es ihm dabei, die deutsche Sprache zu prägen (Der Mörder ist immer der Gärtner). Immer wieder benutzt Mey die Form der spöttischen Demaskierung, um sich zum Beispiel über die Unzuverlässigkeit von Handwerkern (Ich bin Klempner von Beruf), die Auswüchse des modernen Regietheaters (Zwei Hühner auf dem Weg nach vorgestern) oder über heuchlerische Politiker (Was kann schöner sein auf Erden, als Politiker zu werden) lustig zu machen. Durch die Geburt seiner Kinder ergab sich ab 1977 ein neuer Schwerpunkt: Kinder und Familie (Du hast mir schon Fragen gestellt, Keine ruhige Minute, Menschenjunges). Dieses Thema dominierte bis in die frühen 1990er.

Mey ist überzeugter Vegetarier und engagierte sich bei der Organisation PETA aktiv für den Tierschutz. Seit 1992 setzten sich einige seiner Lieder mit dem Thema Tierschutz auseinander (Die Würde des Schweins ist unantastbar, Hasengebet, Tierpolizei, Erbarme dich, Hundgebet). Diese und andere Tierlieder aus verschiedenen Jahrzehnten veröffentlichte er 2006 gesammelt auf dem Sampler Frei!.

TV-Aktivitäten[Bearbeiten]

Mey moderierte wiederholt TV-Sendungen (beispielsweise die Reinhard-Mey-Show 1972[5]) und trat in TV-Filmen als Gastdarsteller auf (2002 in der Liebeskomödie Die Frauenversteher – Männer unter sich als Flugzeugmechaniker).[6]

1979 gestaltete er mit Salvatore Adamo eine musikalische Gemeinschaftssendung („Zwei Herren im Dreiviertelfrack“), 1980 „Der dicke Lange und der kleine Dünne“ mit Mort Shuman sowie 1981 „Manche mögen's leis'“ mit Heidelinde Weis und produzierte 1982 beim ZDF die eigene Show „Ich hab' Dich lieb“. Zusammen mit Rut von Wuthenau drehte er für das ZDF seinen persönlichen Heimatfilm „Reinhard Mey und sein Dorf in Berlin“, der im Juni 1989 ausgestrahlt wurde. Weiterhin moderierte Mey für kurze Zeit (1979/1980) Frank Elstner nachfolgend die ARD-Unterhaltungssendung Die Montagsmaler, bis Sigi Harreis im August 1980 die Moderation übernahm.

Die vom Bayerischen Rundfunk produzierte Sendung Songs an einem Sommerabend wurde von 1987 bis 1996 von Reinhard Mey moderiert.[7] In diesem Rahmen bot er auch eigene Lieder dar. Da er nicht gewillt war, darauf zu verzichten, das Lied Sei wachsam mit dem darin enthaltenen Text „Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm: / Halt du sie dumm, – ich halt’ sie arm!“ zu singen, beendete er seine Moderationstätigkeit und seine Teilnahme für mehrere Jahre. Inzwischen beteiligt sich Reinhard Mey aber wieder an der Musiksendung.

Rezeption[Bearbeiten]

Meys Lieder wurden von der deutschsprachigen Musikkritik und Presse zunächst größtenteils positiv aufgenommen und überwiegend als angenehmer Kontrast zur seichten Schlagermusik mit ihren niveauarmen Texten gesehen (um 1970). So nannte ihn beispielsweise die Neue Zürcher Zeitung einen „seltenen Glücksfall im Showbusiness“, mit „jungenhafter Frische, unbekümmerter Spontaneität und Direktheit im Kontakt mit dem Publikum.“

Mit wachsendem Erfolg häuften sich Anfang der 1970er Jahre jedoch auch negative Kritiken, vor allem von linker Seite, die ihm mangelndes politisches Engagement, Ängstlichkeit und einen Hang zur Idylle vorwarfen. So bezeichnete Volker Rebell in der Frankfurter Rundschau Meys musikalische Gestaltung als „nicht unterscheidbar von der kleinkarierten Schlagermusik […] von der Essenz her der gleiche Kohl, die gleichen beschränkten Variationen über ein Standardsortiment musikalischer Muster“. Barry Graves nannte den Sänger in der Welt einen „nichtssagenden Schnurrenerzähler“, einen „Fluchthelfer der Umweltverdrossenen“ und einen Heintje für geistig Höhergestellte“. Einen Höhepunkt erreichte diese Kritik Mitte der 1970er, als Mey in dem Lied Annabelle Erscheinungsformen und Auswüchse der Studenten- und 68er-Bewegung aufs Korn nahm.[8] Thomas Rothschild schrieb in dem Buch Liedermacher: „Mit dieser Karikatur einer linken Studentin […] entpuppte sich Reinhard Mey endgültig als einer, der seinen kleinbürgerlichen Zuhörern, die sich ihre heile Welt nicht rauben lassen wollen, nach dem Mund singt. […] Was offenbar sogar Moderatoren für Humor halten, ist bösartige Lächerlichmachung einer Minderheit. Von der Annabelle, die nie lacht, zum Russen mit dem Messer zwischen den Zähnen ist es nur ein Schritt. Mey betreibt mit Annabelle Hexenjagd in Chanson-Form.“

In späteren Jahren wurde Mey nicht mehr derart scharf wegen seiner Liedinhalte kritisiert. In Frankreich gab es keine vergleichbare negative Kritik.[9]

Mey selbst reagierte 1972 in Form des Chansons "Mein achtel Lorbeerblatt". Der Refrain lautet: „Und ich bedenk', was ein jeder zu sagen hat / Und schweig' fein, still / Und setz' mich auf mein achtel Lorbeerblatt / Und mache, was ich will.“ [10] Rückblickend formulierte Mey mit Blick auf seine damaligen Kritiker: »Wenn man 1971 eine goldene Schallplatte bekam, war eben klar, dass man nur ein kommerzielles Schwein sein konnte.«[5]

Für das Lied Annabelle, das ihm nach eigenem Bekunden „jede Menge Ärger, aber auch jede Menge Spaß“ eingebracht hat, schrieb er 1998, 26 Jahre später, mit „Der Biker“ eine Art Entschuldigungssong, in dem er seine Wertschätzung für Annabelle zum Ausdruck bringt.[11]

Verhinderung von Fan-Seiten im Internet[Bearbeiten]

Ende 2002 untersagte Reinhard Mey anwaltlich die „Verbreitung von Informationen zu seiner Person“ im Internet und drohte Fanseitenbetreibern mit Unterlassungsklagen[12], woraufhin alle wesentlichen Reinhard-Mey-Fanseiten und damit die einzigen Quellen sehr alter Mey-Texte aus dem Internet verschwanden. Etwa zur gleichen Zeit wurde eine offizielle Seite aufgesetzt. Obwohl diese für sich beanspruchte, alle Texte des Liedermachers bereitzuhalten, fehlen dort nach wie vor frühe Texte von Liedern wie Drei Lilien, Bauer, ich bitt' euch, Mädchen in den Schänken, Mein Kanapee und anderen (Stand März 2013). Dies sind Lieder, bei denen die Musik von Mey, der Text aber von einem anderen Autor stammt. Diese Texte fehlen ebenfalls im offiziellen Liedtextbuch Alle meine Lieder, das 1985 erschien, sie sind aber mit Noten im offiziellen Liederbuch „Von Anfang an“ enthalten.

Biographie[Bearbeiten]

Die Veröffentlichung eines biographischen Buches Über den Wolken ließ Reinhard Mey gerichtlich untersagen. Kurz darauf, im August 2005, gab er ein eigenes Buch mit dem Titel Was ich noch zu sagen hätte (Autor: Bernd Schroeder) heraus.

Trivia[Bearbeiten]

Fliegerei als Hobby[Bearbeiten]

1973 erwarb Mey auf dem Flugplatz Wilhelmshaven-Mariensiel[13] die Privatpilotenlizenz für Motorflugzeuge (PPL A), die er drei Jahre später um die Instrumentenflugberechtigung erweiterte. Als Schüler von Weltmeister Manfred Strößenreuther erhielt er 1984 schließlich die Berechtigung zum Kunstflug mit Motorflugzeugen.[14] Außerdem war er im Besitz einer Privatpilotenlizenz für Hubschrauber mit Kolben- und Turbinentriebwerken (PPL H).[15] Mit einem Freund kaufte er eine zweimotorige Cessna 340, mit der sie Charterflüge durchführten, bis das Geschäft aufgrund der Ölkrise nicht mehr rentabel war.[16] Nachdem er 1996 zunächst sämtliche Fluglizenzen hatte verfallen lassen, ist er seit 2004 wieder im Besitz einer Pilotenlizenz.[14][15]

Meys Leidenschaft zur Fliegerei spiegelt sich auch in den Texten seiner Lieder wider: ein Beispiel dafür ist der Titel Über den Wolken, der von der Sehnsucht nach der Freiheit des Fliegens handelt. All die sturmfesten Himmelhunde beschäftigt sich mit den frühen Flugpionieren, Otto Lilienthal bekam mit Lilienthals Traum gar ein eigenes Lied. Das Lied Golf November ist eine Hommage an den Rettungshubschrauber Christoph 4 und seine Besatzung.[17]

Tourneenotizen[Bearbeiten]

Die Organisation der Tourneen leitete von 1970 bis 2005 Peter Graumann, der am 29. Oktober 2005 verstarb. Diesem engen Weggefährten widmete Mey 1992 ein eigenes Lied (Peter).

Im Jahr 1989 erhielt er nach langjährigen Anfragen bei den Verantwortlichen der DDR endlich die Möglichkeit, „einmal in Dresden [zu] singen“. Nach seiner Anreise am 7. November 1989 wurde ihm untersagt, Über den Wolken zu singen, da das Wort „Freiheit“ nicht gewünscht sei. Das Konzert fand am 11. November 1989 statt. Durch den zwischenzeitlichen Mauerfall und den damit einhergehenden aufkeimenden Freiheitsgedanken durfte er sowohl Über den Wolken als auch Gute Nacht, Freunde vortragen, welche beide den bis zum 8. November 1989 untersagten Freiheitsgedanken in sich tragen.[18]

Kampen (Sylt)[Bearbeiten]

Reinhard Mey besaß zeitweilig ein Haus in Kampen. Sein enger Bezug zur Nordsee und der Insel Sylt spiegelt sich in einigen seiner Lieder wider. Weiterhin ergeben der Albumname Rüm Hart und der DVD-Titel Klaar Kiming einen nordfriesischen Sinnspruch (Rüm Hart, klaar Kiming – „Weites Herz, klarer Horizont“).

Auf Sylt sorgte er im Jahr 2002 für erhitzte Diskussionen, als er in einem offenen Brief an die Gemeindeverwaltung von Kampen in satirisch-ironischer, aber missverständlicher Art den Einsatz lärmender Rasenmäher durch Nachbarn – die er mit „Gartennazis“ betitelt – als allgegenwärtige Ruhestörung anprangerte. Der Vorfall wurde bundesweit vom Boulevard-Journalismus aufgegriffen. Mey selber verarbeitete das Ereignis in einer Umdichtung seines 1996 erschienenen Liedes Irgendein Depp bohrt irgendwo immer: Auf Meys darauffolgendem Live-Album Klaar Kiming und der wenig später herausgebrachten gleichnamigen Doppel-DVD erschien Irgendein Depp mäht irgendwo immer.

„Bootschafter“ der DGzRS[Bearbeiten]

Im Jahr 2000 engagierte er sich als „Bootschafter“ für die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Der jährliche wechselnde Bootschafter stellt sich für eine Amtsperiode ehrenamtlich für Werbemaßnahmen der im Wesentlichen aus Spendengeldern finanzierten DGzRS zur Verfügung.[19]

Sonstiges[Bearbeiten]

  • 1973 sang Mey das Lied der ARD-Fernsehlotterie Aber deine Ruhe findest du trotz alledem nicht mehr.
  • Mey lieh 1974 in der Synchronisation des Zeichentrickfilms Robin Hood dem Hahn Alan A'Dale seine Stimme, und sang 1978 im Zeichentrickfilm Lucky Luke – Sein größter Trick den Titelsong auf Deutsch.
  • Seit 1976 eröffnet und schließt eine Adaption von Gute Nacht, Freunde jeden Abend die Nachrichtensendung Met het Oog op Morgen im niederländischen Radio 1.
  • Das aus den 1980er Jahren stammende Lied Ich würde gern einmal in Dresden singen enthält einen geografischen Fehler. Die in dem Lied vorkommende Grenzstadt Küstrin liegt nicht wie dort erwähnt in der DDR, sondern in Polen. Dieser Fehler fiel Mey erst auf, als der Titel bereits veröffentlicht war.
  • Die Band Pur vertonte 1992 den bis dahin unveröffentlichten Reinhard-Mey-Text Der Mann am Fenster als Geburtstagsgeschenk zu Meys 50. Geburtstag.
  • 1999 wurde die Live-3-CD-Box Lampenfieber veröffentlicht, ein Mitschnitt der „Flaschenpost“-Tour 1998/99. Darauf sind u. a. die bis dahin unveröffentlichten Songs Ich bin und Fernsehwerbungsblues zu hören, die es auf den Konzerten als Zugabe gab.
  • Im Jahr 2002, zu seinem 60. Geburtstag, interpretierten verschiedene deutsche Künstler seine Lieder in einem Doppelalbum neu (Hommage an Reinhard Mey).
  • Das Lied Nanga Parbat aus dem Jahr 2004 widmete Mey Reinhold Messner, dessen Bruder beim Besteigungsversuch des gleichnamigen Berges starb.
  • Aufgrund des Schicksals seines Sohnes, der im Wachkoma liegt, verzichtete Mey für sein 2010 erschienenes Album Mairegen auf jegliche Werbung. In den deutschen Albumcharts stieg es dennoch auf Platz 2 ein und hielt sich weitere fünf Wochen in den Top 10.
  • Neben anderem sozialen Engagement gibt er regelmäßige Benefizkonzerte für Kinderkrebshilfe, DGzRS, Hamburg Leuchtfeuer, Friedensdorf international, Dunkelziffer e. V.
  • Mey betätigt sich als Juror beim Förderpreis der Henner-Krogh-Stiftung, einer Stiftung zur Förderung von Sylter Musikern. Ein von Mey gestifteter Sonderpreis ist für die jeweils beste deutschsprachige Eigenkomposition ausgeschrieben.
  • Es existieren verschiedene Instrumental-Alben, auf denen Meys Lieder ohne Gesang dargeboten werden, bspw. von Mey selber (1978 – M(e)y Instrumentals) oder vom Gitarristen Jens Kommnick (2011 – Kommnick spielt Mey).

Diskografie[Bearbeiten]

Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Film[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Reinhard Mey – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jens Mühling: Gesine Schwan ließ mich abschreiben. Tagesspiegel. 19. Oktober 2008. Abgerufen am 28. März 2011.
  2. Biographie auf reinhard-mey.de, abgerufen am 21. Juli 2013
  3. Liedermacher. Sohn von Reinhard Mey liegt im Wachkoma (SPIEGEL Online)
  4. dann mach's gut
  5. a b Susanne Gaschke: Gesang mit Gesinnung – Reinhard Mey und Hannes Wader schrieben die Lieder der 68er. Inzwischen ist der eine radikal geworden und der andere weise. Ein Porträt. Die Zeit 18/2008. 24. April 2008. Abgerufen am 28. März 2011.
  6. Meys Auftritte in Filmen: Siehe Imdb-Link
  7. Reinhard Mey moderierte Songs an einem Sommerabend 1987 bis 1996
  8. Liedtext Annabelle, ach Annabelle
  9. Plötzlich Franzose. 14. Mai 2012, abgerufen am 18. Februar 2013.
  10. Liedtext Mein achtel Lorbeerblatt
  11. Liedtext Der Biker
  12. Reinhard Mey und das Internet
  13. Der Tagesspiegel: Interview mit Reinhard Mey – Gesine Schwan ließ mich abschreiben, abgerufen am 27. März 2011
  14. a b Biographie auf der offiziellen Website, Stand 7. Februar 2011, abgerufen am 27. März 2011
  15. a b  Reinhard Mey, Bernd Schroeder: Was ich noch zu sagen hätte. 1. Auflage. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2005, ISBN 3-462-03622-X, S. 130 ff..
  16.  Reinhard Mey, Bernd Schroeder: Was ich noch zu sagen hätte. S. 124 ff..
  17. Rettungshubschrauber Christoph 4
  18. kiwi-verlag.de
  19. Bootschafter, www.seenotretter.de