Toni Braxton

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Toni Braxton (2013)

Toni Michelle Braxton (* 7. Oktober 1967 in Severn, Maryland) ist eine US-amerikanische Soul- und R&B-Sängerin. Die sechsfache Grammy-Gewinnerin gehört mit über 40 Millionen verkauften Tonträgern zu den kommerziell erfolgreichsten Künstlerinnen der Branche.

Kindheit[Bearbeiten]

Toni Braxton kam im Oktober 1967 als erstes Kind eines Geistlichen und einer Hausfrau in Severn, Maryland zur Welt. Bereits im Alter von fünf Jahren trat sie als Teil des örtlichen Kirchenchors bei Wohltätigkeitskonzerten und Gesangswettbewerben vor größerem Publikum auf. Wie auch ihr jüngerer Bruder und ihre vier Schwestern Traci, Trina, Towanda und Tamar besuchte sie zunächst die Richard Henry Lee Elementary School, später die Corkran Middle School und die Glen Burnie High School in Glen Burnie, Maryland. Ihr anschließendes Studium an der Bowie State University brach Braxton zu Gunsten einer Gesangskarriere vorzeitig ab.

Karriere[Bearbeiten]

1989–1995: Toni Braxton[Bearbeiten]

Ende der 1980er Jahre beschlossen die Braxton-Schwestern, ihr Glück gemeinsam mit der Formation The Braxtons zu versuchen, ein Schritt, der bereits ein Jahr nach der Bandgründung (1989) zu einem Plattenvertrag mit Arista Records führte. Die erste Single The Good Life, die im Sommer 1990 erschien, erntete zwar kaum Erfolge, zog jedoch erstmals das Interesse der Produzenten Antonio „L. A.“ Reid und Kenneth „Babyface“ Edmonds auf sich, die Braxton wenig später einen Vertrag als Solointerpretin bei ihrem Sublabel LaFace Records anboten. Braxton verließ daraufhin die Band und veröffentlichte 1992 mit dem Duett Give U My Heart und Love Shoulda Brought You Home zwei Hits zu Eddie Murphys Kinoerfolg Boomerang.

Wenig später begann Braxton mit den Aufnahmen zu ihrem nach ihr selbst benannten Debütalbum, das im Juli 1993 erschien. Dank vielfältiger Produktionen von Reid, Babyface und Daryl Simmons entwickelte sich die Platte mit acht Platinauszeichnungen und über zehn Millionen verkauften Einheiten weltweit zu einem beachtlichen Erfolg. Toni Braxton kletterte bis auf Platz 1 der US-Albumcharts und erreichte die Top 10 in einer Reihe weiterer Länder, darunter Großbritannien, Deutschland, Österreich und die Schweiz. Das Album wurde mit drei Grammys und drei American Music Awards prämiert. Die fünf Singleauskopplungen Another Sad Love Song, Breathe Again, Seven Whole Days, You Mean the World to Me und How Many Ways konnten zumindest im englischsprachigen Raum punkten.

1996–1999: Secrets[Bearbeiten]

Der Erfolg des Debüts wurde 1996 von Braxtons zweitem Album Secrets überboten. Die Platte erreicht zwar lediglich Platz 2 in den USA, verkaufte sich insgesamt jedoch mehr als zwölf Millionen Mal und brachte Braxton acht weitere Platinauszeichnungen ein. Mit dem Nummer-1-Hit You're Makin' Me High, I Don't Want To und dem Kenny-G-Duett How Could an Angel Break My Heart festigte Toni Braxton ihre Prominenz im Musikgeschäft. Den größten Erfolg ihrer Karriere hatte die Sängerin anschließend mit Diane Warrens Ballade Un-Break My Heart: Der Song hielt sich elf Wochen an der Spitze der Billboard Hot 100 und erreichte auch Platz 1 in Österreich und der Schweiz.

Im Zuge ihres Engagements beim Broadway-Musical Die Schöne und das Biest und ihrer anschließenden Tour lernte Braxton 1997 den Musiker und späteren Produzenten Keri Lewis kennen, der Toni als Mitglied der Vorgruppe Mint Condition durch die USA begleitete. Nach ihrer Trennung von Footballspieler Curtis Martin heirateten die beiden im April 2001. Mittlerweile hat das Paar zwei gemeinsame Söhne, die 2001 und 2003 geboren wurden.

2000–2001: The Heat[Bearbeiten]

Nach beigelegten Streitigkeiten mit Arista Records veröffentlichte Toni Braxton im Januar 2000 ihr drittes Studioalbum The Heat. Trotz hoher Chartplatzierungen und der von Rodney „Darkchild“ Jerkins produzierten Hitsingle He Wasn't Man Enough reichte das Album mit vier Millionen verkauften Kopien nicht an den Erfolg der beiden Vorgänger heran. Die beiden weiteren Auskopplungen Just Be a Man About It und Spanish Guitar erhielten ebenfalls nur mäßige Platzierungen.

2001 veröffentlichte Braxton ihr erstes Weihnachtsalbum namens Snowflakes.

2002–2004: More Than a Woman[Bearbeiten]

2002 erschien mit More Than a Woman Braxtons viertes Studioalbum. Die Platte verkaufte sich weltweit etwa eine Million Mal. Als auch die Singles Lies, Lies, Lies und Let Me Show You the Way (Out) nicht zündeten, beschloss Arista, sich im Zuge der Veröffentlichung der Greatest-Hits-CD Ultimate Toni Braxton endgültig von Braxton zu trennen.

2005–2008: Libra[Bearbeiten]

Nach Vertragsunterzeichnung mit dem Independent-Label Blackground Records kam im September 2005 Braxtons fünftes Album Libra auf den Markt (nach einer Vielzahl von Verschiebungen). Obwohl die beiden Auskopplungen Please und Trippin' (That's the Way Love Works) sich erneut kaum in Charts platzieren konnten, stieß die Platte zumindest in den USA auf Interesse.

Im deutschsprachigen Raum wurde die CD im Juni 2006 inklusive des offiziellen Fußball-WM-Songs The Time of Our Lives (zusammen mit Il Divo) wiederveröffentlicht. Von 2006 an hatte Braxton eine Show im Hotel Flamingo Las Vegas, die sie im April 2008 wegen gesundheitlicher Probleme vorzeitig beendete.

2008 hat Braxton an der amerikanischen Version von Let’s Dance teilgenommen.

2009–heute: Pulse[Bearbeiten]

Am 7. Mai 2010 wurde das Studioalbum Pulse gleichzeitig mit der ersten Singleauskopplung Yesterday im deutschsprachigen Raum veröffentlicht. In der Schweiz und den USA stieg das Album bis auf Platz 9.

Diskografie[Bearbeiten]

Alben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[1] Anmerkungen
DE AT CH UK US
1993 Toni Braxton 7
(43 Wo.)
4
(33 Wo.)
1
(96 Wo.)
Erstveröffentlichung: 13. Juli 1993
1996 Secrets 2
(69 Wo.)
2
(23 Wo.)
1
(59 Wo.)
10
(81 Wo.)
2
(92 Wo.)
Erstveröffentlichung: 18. Juni 1996
2000 The Heat 3
(27 Wo.)
7
(9 Wo.)
2
(36 Wo.)
3
(19 Wo.)
2
(47 Wo.)
Erstveröffentlichung: 25. April 2000
2001 Snowflakes 92
(1 Wo.)
119
(7 Wo.)
Erstveröffentlichung: 23. Oktober 2001
2002 More Than a Woman 37
(6 Wo.)
23
(11 Wo.)
13
(14 Wo.)
Erstveröffentlichung: 19. November 2002
2005 Libra 60
(2 Wo.)
25
(6 Wo.)
4
(15 Wo.)
Erstveröffentlichung: 27. September 2005
2010 Pulse 18
(4 Wo.)
32
(3 Wo.)
9
(8 Wo.)
28
(2 Wo.)
9
(9 Wo.)
Erstveröffentlichung: 4. Mai 2010
2014 Love, Marriage & Divorce
(mit Babyface)
75
(… Wo.)
4
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 3. Februar 2014

Kompilationen[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[1] Anmerkungen
DE AT CH UK US
2003 Ultimate Toni Braxton 86
(1 Wo.)
23
(3 Wo.)
119
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 4. November 2003

Weitere Veröffentlichungen:

  • 2004: Artist Collection: Toni Braxton
  • 2004: Platinum & Gold Collection
  • 2005: Un-Break My Heart: The Remix Collection
  • 2005: Breathe Again: Toni Braxton at Her Best
  • 2007: The Essential Toni Braxton
  • 2008: Playlist: The Very Best of Toni Braxton
  • 2010: Essential Mixes

EPs[Bearbeiten]

  • 2007: Discover Toni Braxton
  • 2010: Discover More
  • 2010: Discover Further
  • 2010: Discover Beyond
  • 2011: Soul Pack: Toni Braxton

Singles[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen[1] Anmerkungen
DE AT CH UK US
1992 Love Shoulda Brought You Home
Toni Braxton / Boomerang (O.S.T)
33
(3 Wo.)
33
(20 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1. Dezember 1992
1993 Another Sad Love Song
Toni Braxton
60
(10 Wo.)
15
(10 Wo.)
7
(26 Wo.)
Erstveröffentlichung: 29. Juni 1993
Breathe Again
Toni Braxton
52
(11 Wo.)
2
(12 Wo.)
3
(35 Wo.)
Erstveröffentlichung: 9. November 1993
1994 You Mean the World to Me
Toni Braxton
69
(7 Wo.)
30
(5 Wo.)
7
(31 Wo.)
Erstveröffentlichung: 3. Mai 1994
I Belong to You / How Many Ways
Toni Braxton
28
(21 Wo.)
Erstveröffentlichung: 15. November 1994
1996 You're Makin' Me High / Let It Flow
Secrets
47
(17 Wo.)
7
(11 Wo.)
1
(41 Wo.)
Erstveröffentlichung: 21. Mai 1996
Un-Break My Heart
Secrets
2
(31 Wo.)
1
(20 Wo.)
1
(30 Wo.)
2
(19 Wo.)
1
(42 Wo.)
Erstveröffentlichung: 7. Oktober 1996
1997 I Don't Want To / I Love Me Some Him
Secrets
37
(15 Wo.)
11
(12 Wo.)
9
(8 Wo.)
19
(20 Wo.)
Erstveröffentlichung: 11. März 1997
How Could an Angel Break My Heart
Secrets
22
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 4. November 1997
(feat. Kenny G)
2000 He Wasn't Man Enough
The Heat
20
(16 Wo.)
7
(26 Wo.)
5
(11 Wo.)
2
(37 Wo.)
Erstveröffentlichung: 7. März 2000
Just Be a Man About It
The Heat
32
(20 Wo.)
Erstveröffentlichung: Juli 2000
Spanish Guitar
The Heat
45
(9 Wo.)
28
(8 Wo.)
36
(11 Wo.)
98
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 19. September 2000
2002 Hit the Freeway
More Than a Woman
56
(11 Wo.)
38
(11 Wo.)
29
(3 Wo.)
86
(14 Wo.)
Erstveröffentlichung: 15. Oktober 2002
(feat. Loon)
2006 The Time of Our Lives
Libra
17
(9 Wo.)
24
(7 Wo.)
8
(16 Wo.)
Erstveröffentlichung: 9. Juni 2006
(mit Il Divo)
2010 Yesterday
Pulse
20
(5 Wo.)
49
(2 Wo.)
17
(11 Wo.)
50
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 30. April 2010
(feat. Trey Songz)

Weitere Veröffentlichungen:

  • 1993: Seven Whole Days
  • 2001: Maybe
  • 2001: Snowflakes of Love
  • 2001: Christmas in Jamaica (feat. Shaggy)
  • 2010: Make My Heart

Als Gastmusikerin[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen[1] Anmerkungen
DE AT CH UK US
1992 Give U My Heart
Boomerang (O.S.T)
29
(16 Wo.)
Erstveröffentlichung: 7. Juli 1992
(Babyface featuring Toni Braxton)
2010 We Are the World 25 for Haiti 50
(1 Wo.)
2
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: 12. Februar 2010
(Artists for Haiti featuring Toni Braxton)

Filmografie[Bearbeiten]

  • 2001: Kingdom Come
  • 2002: Play'd: A Hip Hop Story

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b c d Chartquellen: DE AT CH UK US

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Toni Braxton – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien