Tony Richardson

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Tony Richardson (Begriffsklärung) aufgeführt.
Tony Richardson by Reginald Gray

Cecil Antonio „Tony“ Richardson (* 5. Juni 1928 in Shipley, Yorkshire, England; † 14. November 1991 in Los Angeles, Kalifornien, Vereinigte Staaten) war ein englischer Regisseur, Drehbuchautor und Produzent.[1]

Leben und Karriere[Bearbeiten]

Tony Richardson wurde am 5. Juni 1928 in Shipley, Yorkshire als Sohn eines Apothekers geboren. An seiner Heimat fand Richardson nie wirklich Gefallen. Diese Ablehnung verstärkte sich noch, als er das Glück hatte, als einer von wenigen Mittelklasseschülern auf eines der exklusiven Colleges in Oxford aufgenommen zu werden. Dort wandte er sich mit viel Liebe und sozialem Bewusstsein dem institutseigenen Theater zu, was auch seine spätere Arbeit im Filmgeschäft stark prägte.

Nachdem er das College erfolgreich abgeschlossen hatte, arbeitete er zunächst als Produzent und Regisseur bei der BBC. 1956 produzierte er dann in Zusammenarbeit mit dem tschechisch-britischen Regisseur Karel Reisz und dem deutschen Kameramann Walter Lassally seinen ersten Kurzfilm Momma Don't Allwow. Dieser Film wurde im Kurzfilmprogramm Free Cinema gezeigt, welches Tony Richardson, Lindsay Anderson und Karel Reisz gründeten. Mit Blick zurück im Zorn, Der Komödiant, Bitterer Honig und Die Einsamkeit des Langstreckenläufers (Film)|Die Einsamkeit des Langstreckenläufers folgten vier weitere Free Cinema Filme von Richardson. Alle vier Filme produzierte er in der eigens mit John Osborne gegründeten Firma Woodfall Films.

Richardson hasste es, in Studios zu arbeiten, da ihm seine Erfahrungen beim Fernsehen gezeigt hatten, dass dadurch seine Kreativität beengt und er auf Distanz zu seinem Material gehalten wurde. Aber auch physisch wurde er dadurch sehr eingeschränkt, was eine wichtige Rolle in seinen Filmen spielte. Er hatte eine Begabung dafür, seine Akteure in eine Beziehung zu ihrer Umwelt zu bringen, wodurch alle seine Filme, egal aus welcher Zeit oder aus welchem Genre sie stammen, geprägt wurden.

Nach den schwarz-weiß gefilmten Free Cinema Filmen wollten Richardson und Kameramann Walter Lassally „etwas voll Farbe und Spaß“ [2] und stießen dabei auf den Roman Tom Jones von Henry Fielding. Der daraus entstandene Film Tom Jones – Zwischen Bett und Galgen wurde zu einem großen finanziellen Erfolg für Woodfall Films, und darüber hinaus gewann er je einen Oscar für den besten Film, die beste Regie, das beste Drehbuch und die beste Musik (Oscarverleihung 1964).

Seinen ersten Erfolg in Hollywood feierte Richardson mit seinem Film Tod in Hollywood, eine Satire auf die amerikanische Art zu leben und zu sterben.

1962 heiratete Richardson die Schauspielerin Vanessa Redgrave. Die Ehe, aus der zwei Töchter hervorgingen - die Schauspielerinnen Joely Richardson und Natasha Richardson - wurde 1967 geschieden.

Tony Richardson starb am 14. November 1991 in Los Angeles an Aids. Sein letzter Film Operation Blue Sky erschien erst nach seinem Tod.

Filmografie[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Oscar (Academy Award)

Schriften[Bearbeiten]

  • Tony Richardson: Long Distanc Runner. Memoirs. London 1993.

Literatur[Bearbeiten]

  • Alexander Walker: Hollywood UK. New York 1974.
  • John Wakeman: World Film Directors. Bd. 2: 1945–1985. New York 1988, S. 878–883
  • Don Radovich: Tony Richardson. A Bio-Bibliographie. Westport 1995.
  • James M. Welsh, John C. Tibbetts (Hrsg.): The Cinema of Tony Richardson. Essays and Interviews. New York 1999.
  • Heinz-Jürgen Köhler: [Artikel] Tony Richardson. In: Thomas Koebner (Hrsg.): Filmregisseure. Biographien, Werkbeschreibungen, Filmographien. 3., aktualisierte und erweiterte Auflage. Reclam, Stuttgart 2008 [1. Aufl. 1999], ISBN 978-3-15-010662-4, S. 632–634.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nachruf auf Tony Richardson
  2. Zitiert nach: Heinz-Jürgen Köhler:*[Eintrag] “Tony Richardson.“ In: Heinz Ludwig Arnold (Hrsg.): “Kindlers Literatur Lexikon.“ 3., völlig neu bearbeitete Auflage. 18 Bde. Metzle, Stuttgart/Weimar 2009, ISBN 978-3-476-04000-8, Bd. 13, S. 632-634.