Tournon-sur-Rhône

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Tournon-sur-Rhône
Wappen von Tournon-sur-Rhône
Tournon-sur-Rhône (Frankreich)
Tournon-sur-Rhône
Region Rhône-Alpes
Département Ardèche
Arrondissement Tournon-sur-Rhône
Kanton Tournon-sur-Rhône
Koordinaten 45° 4′ N, 4° 50′ O45.0672222222224.8327777777778135Koordinaten: 45° 4′ N, 4° 50′ O
Höhe 115–508 m
Fläche 21,01 km²
Einwohner 10.689 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 509 Einw./km²
Postleitzahl 07300
INSEE-Code
Website www.ville-tournon.com

Tournon am Fluss Rhône

Tournon-sur-Rhône ist eine Gemeinde mit 10.689 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) in Frankreich im Département Ardèche in der Region Rhône-Alpes, etwa 80 km südlich von Lyon am rechten Ufer der Rhône gelegen. In Tournon mündet der aus dem Zentralmassiv kommende Doux in die Rhône. Am anderen Rhône-Ufer befindet sich der Ort Tain-l’Hermitage im Département Drôme; beide zählen inzwischen halbamtlich als Doppelstadt und besitzen überregional bekannte Weinanbaugebiete.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort Tournon wurde im Jahr 814 erstmals urkundlich erwähnt. Er befand sich im Privatbesitz der Herren von Tournon. Die vorhandene Burg (Schloss St. Just) wurde von ihnen im Jahr 1102 zu einer Festung erweitert, 1316 ließ man eine weitere Schutzanlage errichten, die im 20. Jahrhundert in ein Stift umgewandelt wurde. Dazu gehört die gut erhaltene Stiftskirche St. Julien. Ein 1339 eröffnetes Hospital ist nicht mehr erhalten. Im 16. Jahrhundert begann die wirtschaftliche Entfaltung von Tournon. Als bedeutsam erwies sich der Bau einer Stadtmauer mit insgesamt acht Toren. Eines davon bildete einen Wachturm an der Hauptstraße, der auch zur Erhebung von Zoll diente. Ein weiterer Torturm diente der Hinrichtung von Verurteilten, er wird deshalb Turm der Gehängten genannt. Die Einnahmen der Stadt stiegen und die Bevölkerung, im 14. Jahrhundert um 4060 Personen, wuchs. Für die damit verbundene Zunahme der Kinder wurde 1536 eine Jesuitenschule gegründet. Das Bauwerk erhielt nach seinem Förderer den Namen Gabriel Faure und zählt nunmehr zu den ältesten Schulen in Frankreich. Es wurde im 19. Jahrhundert ein staatliches Gymnasium. Die Burganlage, im Laufe der Zeit mehrfach umgebaut, diente später als Gerichtsgebäude und bis 1926 als Gefängnis. Sie ist Besuchern inzwischen zugängig.[1]

Der Stadtkern entwickelte sich um einen zentralen Marktplatz, dessen überdachte Markthalle gut erhalten ist. Zunächst entstanden vielen enge Gassen, zu größeren Teilen mussten sie jedoch dem Ausbau und der Anlage breiterer Straßen weichen.[1]

Der Namenszusatz sur Rhône wurde der Stadt im Jahr 1989 verliehen.[1]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Um Tournon und Tain befinden sich die Weinanbaugebiete Côtes du Rhône, also die Ufer der Rhône, als Teil der Weinbauregion Rhône und die bekannten Weinlagen der Herkunftsbezeichnung Hermitage. Außerdem ist Tournon eine bedeutende Schulstadt für die Region mit fast 6.000 Schülern. Der Tourismus spielt seit dem Beginn der Personenschifffahrt auf der Rhône um 1920 eine wichtige Rolle für das Wirtschaftsleben.

Wappen[Bearbeiten]

Beschreibung: In Blau drei (2;1) gemauerte weiße Zinnentürme mit schwarzem Tor und unbelichteten Fenstern.

Bauwerke und Stadtviertel (Auswahl)[Bearbeiten]

Kapelle am Gymnasium
Gabriel Faure

Zu den sehenswerten Bauwerken von Tournon gehören:

  • historische Altstadt mit Fußgängerzone;
  • Schloss Tournon mit großen Aussichtsterrassen und dem Museum zur Stadtgeschichte, zur historischen Brückenbautechnik des Marc Seguin und zur Rhôneschifffahrt,
  • katholische Stiftskirche St. Julien im Stile der Spätgotik, Nachfolgebau eines romanischen Gotteshauses aus dem 11. Jt. an dieser Stelle;
    Die Erhebung zur Stiftskirche erfolgte im Juni 1316, sie wurde unter das Patronat des St Julien de Brioude gestellt. Die Kirche wurde in den Religionskriegen zunächst protestantisch (1563–1579), danach war sie «Temple de l'Etre Suprême» und kehrte 1795 in den Schoß der katholischen Kirche zurück.[2]
  • Statue der Heiligen Jungfrau am Hang über der Stadt, bei deren Errichtung es Probleme gegeben hat;
  • Passerelle Marc Seguin, ein Beispiel der ersten Drahtseil-Hängebrücken Europas;
  • Gymnasium Gabriel Faure, in späteren Jahren durch Anbauten erweitert;
  • Ausgangsbahnhof der Museumsbahn Chemin de Fer du Vivarais mit Fahrten von Mai bis Oktober entlang des Flusses Doux nach Lamastre. Es verkehren Dampfzüge und Dieseltriebwagen. ;
  • Große Brücke (Pont Grand) über den Fluss Doux, erbaut 1379–1583, die zum Zeitpunkt ihrer Fertigstellung die größte Spannweite der Welt hatte. Ihr Standort ist in Nähe der Museumsbahn-Trasse.
  • Damm Farconnet im Hafenbereich.

Partnerstädte[Bearbeiten]

Tournon unterhält Beziehungen zu folgenden Partnerstädten:

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • François de Tournon (* 1489 in Tournon; † 1562 in Paris), Kardinal und Staatsmann, spielte eine Rolle in der französischen Geschichte
  • Marcel Antoine Gimond, (* 27. April 1894 in Tournon-sur-Rhône; † 13. Oktober 1961 in Nogent-sur-Marne), Bildhauer und Maler

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tournon-sur-Rhône – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Informationsblatt über Tournon, ausgegeben bei einer Kreuzfahrt des Unternehmens CroisiEurope im Juni 2012
  2. Flyer: La Collégiale Saint Julien, hrsg. v. Maison Paroissiale, Tournon, Stand vom Juni 2012 (www.paroissestluc.com)