Treptower Park

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Treptower Park
Coat of arms of Berlin.svg
Park in Berlin
Treptower Park
Wiese im Park
Basisdaten
Ort Berlin
Ortsteil Alt-Treptow
Angelegt 1876–1888
Umgebende Straßen Puschkinallee–Alt-Treptow,
Bulgarische Straße,
Am Treptower Park
Bauwerke Archenhold-Sternwarte, Sowjetischer Ehrenfriedhof, Zenner
Nutzung
Nutzergruppen Fußgänger, Radfahrer, Freizeit
Parkgestaltung Gustav Meyer
Technische Daten
Parkfläche 882.000 m²
Baukosten 1,2 Millionen Goldmark

Der Treptower Park liegt direkt an der Spree im Ortsteil Alt-Treptow des Bezirks Treptow-Köpenick in Berlin.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]

Der 88,2 Hektar große Park wurde von 1876 bis 1888 nach Plänen des damaligen Städtischen Gartendirektors Gustav Meyer angelegt. Als Vorläufer gilt die von Johann Peter Paul Bouché begründete „geregelte Anpflanzung von Gehölzen bei Treptow“. Die Baukosten der Parkanlage betrugen 1,2 Millionen Mark. Als Volkspark war sie – eine Neuerung für die damalige Zeit – offen für alle Bürger und hatte in ihrer Mitte eine große Spiel- und Sportwiese in Form eines Hippodroms, 250 Meter lang und 100 Meter breit.

Überblick über das Ausstellungsgelände der Gewerbeausstellung von 1896
Sowjetisches Ehrenmal im Treptower Park

Vom 1. Mai bis 15. Oktober 1896 fand im Treptower Park die Berliner Gewerbeausstellung statt.

Zu Ehren Gustav Meyers wurde vom Bildhauer Albert August Manthe eine Büste geschaffen, die 1890 im westlichen Teil zwischen der Puschkinallee und Am Treptower Park aufgestellt wurde.

Immer wieder war der Park Schauplatz großer Demonstrationen. Gegen Ende des Kaiserreichs fanden hier Kundgebungen gegen das preußische Dreiklassenwahlrecht und für den Frieden statt. Teilweise versammelten sich dabei über 100.000 Menschen.

Auf dem zentralen Areal der ehemaligen Spiel- und Sportwiese ließ die Sowjetische Militäradministration von 1946 bis 1949 das Sowjetische Ehrenmal errichten, das eine Fläche von rund 100.000 m² einnimmt. Es ist ein Friedhof und eine Gedenkstätte für die etwa 80.000 bei der Eroberung Berlins im Zweiten Weltkrieg gefallenen Soldaten der Roten Armee.

Von 1957 bis 1958 wurde ein vom Landschaftsarchitekten Georg Pniower entworfener Sommerblumengarten angelegt, aus dem später der heute bekannte Rosengarten mit 25.000 Rosenpflanzen, Plastiken und einem Springbrunnen entstand.

Beschreibung und Lage[Bearbeiten]

Im Norden grenzt der Park an den S-Bahnhof Treptower Park der Berliner Ringbahn und ihren Gleisanlagen. Im Südosten reicht er bis an den Plänterwald mit dem ehemaligen Vergnügungspark Spreepark und dem Eierhäuschen.

An der Spreeseite liegt der Treptower Hafen, ein Heimathafen für Ausflugsschiffe der Stern- und Kreisschiffahrt. In Richtung Insel der Jugend gelegen befindet sich darin eine der drei Hausbootkolonien in Berlin (neben dem Kolk am Saatwinkler Damm in Plötzensee und dem Flutgraben an der Straße des 17. Juni in Charlottenburg). Weiter südöstlich – am Ursprung des alten Treptow – findet sich die geschichtsträchtige Archenhold-Sternwarte.

Springbrunnen

Der Treptower Park bietet mit seinen vielen kleinen und großen Wiesen viel Platz als Erholungsgebiet.

Weitere Nutzung des Parks[Bearbeiten]

In den Jahren 1971, 1973 und 1975 veranstaltete der Verband Bildender Künstler der DDR in diesem Park die Freiluft-Kunstausstellung Plastik und Blumen, unter anderem mit Werken von Rolf Winkler (1971), Johannes Belz, Karl-Günter Möpert (1973) und Siegfried Krepp (1975).

Anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 fand auf einem Teil des Treptower Parks die Veranstaltung popKick.06 statt. Das Fest führte im Vorfeld zu sehr großem Unmut bei den Anwohnern, da befürchtet wurde, dass der Park für Monate zerstört und die dort ansässige Tierwelt durch die bis zu 25.000 Besucher täglich gestört werden würde. popKick.06 wurde von der Firma Kulturarena organisiert, die ein großes Veranstaltungsareal hinter den Treptowers betreibt.

Die Organisatoren rechneten mit 7.000 bis 10.000 Besuchern pro Tag. Gekommen waren 200.000 Besucher, was einem Tagesdurchschnitt von rund 7.100 Besuchern entspricht. Die Veranstalter bezeichneten die Veranstaltung als „unerwartet großen Erfolg“.[1] Die Schäden an der Vegetation hielten sich in Grenzen. Von den im Vorfeld hinterlegten 135.000 Euro für die Wiederherstellung der Wiese wurde nur ein Bruchteil benötigt.[2]

Zenner[Bearbeiten]

Zenners Gartenrestaurant um 1900
Das Zenner heute

Das Zenner ist ein Gasthaus und Biergarten mit großer Terrasse im nordöstlichen Bereich des Treptower Parks direkt an der Spree gelegen und ein beliebtes Ausflugsziel. Es ist mit etwa 1.500 Plätzen eines der größten Berlins. Das Gebäude in seiner heutigen Form wurde 1955 als Neubau eröffnet. Der von Hermann Henselmann geplante Bau im Stil der Neorenaissance unterscheidet sich erheblich vom ausgewogen proportionierten Vorgängerbau nach Plänen von Carl Ferdinand Langhans, das 1822 als Magistrats-Kaffeehaus eröffnet und während des Zweiten Weltkriegs wie auch die benachbarten Etablissements Spreegarten und Paradies-Garten ein Opfer der Bomben wurde.

Im Sommer werden hier verschiedene kulturelle Veranstaltungen geboten. Von der Terrasse hat man einen Blick auf die Insel der Jugend. Eine geplante Fährverbindung mit einer Gondel zur Halbinsel Stralau scheiterte an fehlenden Genehmigungen. Im Hause Zenner befindet sich derzeit (2012) neben der Eierschale Zenner auch ein Schnellrestaurant der Kette Burger King.

Literatur[Bearbeiten]

  • Clemens Alexander Wimmer: Parks und Gärten in Berlin und Potsdam. Senator für Stadtentwicklung und Umweltschutz, Abt. III – Gartendenkmalpflege (Hrsg.). Nicolaische Verlagsbuchhandlung, Berlin 1989, ISBN 3-87584-267-7, S. 146–150.
  • Kaija Voss: Die Parks der Berliner. be.bra verlag, Berlin 2006, ISBN 978-3-8148-0145-2, S. 122–126.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Treptower Park – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Popkick: 200.000 Gäste beim Festival. In: Berliner Zeitung, 11. Juli 2006.
  2. Neue Sträucher und neuer Rasen nötig. In: Berliner Zeitung, 15. Juli 2006.

52.49027777777813.47Koordinaten: 52° 29′ 25″ N, 13° 28′ 12″ O