Rosarium

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Rosengarten in Rom
Rosengarten in Madrid
Rosengarten in Bad Kissingen

Ein Rosarium (Mehrzahl: Rosarien, dt. Rosengarten) ist ein vorwiegend mit Rosen bepflanzter, meist öffentlich zugänglicher, künstlerisch angelegter Garten oder Park, in der Regel dazu bestimmt, Rosenarten oder -sorten aus aller Welt zu sammeln.

Auch der Rosenkranz, also die Perlenschnur für das vielgliedrige Rosenkranzgebet, oder auch das Rosenkranzgebet selbst werden als Rosarium bezeichnet.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste bekannte Rosensammlung pflanzte die sogenannte Rosenkaiserin Joséphine, Gattin Napoleons I. in Malmaison unweit von Paris. Im Todesjahr umfasste ihr Rosengarten rund 250 Rosensorten – alle erhältlichen Rosensorten ihrer Zeit. Heute ist dort zwar noch (wieder) ein Rosengarten, doch hat er nichts mehr mit dem berühmten Vorbild zu tun.

Das älteste noch bestehende Rosarium ist von Jules Gravereaux (1844–1916), einem französischen Geschäftsmann, 1899 angelegt worden. Es handelt sich dabei um die „Roseraie du Val-de-Marne“ in L’Haÿ-les-Roses südlich von Paris, das größte Rosarium Frankreichs.

Europa[Bearbeiten]

Belgien[Bearbeiten]

Der Rosengarten bei Schloss Coloma 10 km südlich von Brüssel beherbergt 60 00 Rosenpflanzen von über 3000 verschiedenen Rosensorten mit einem Schwerpunkt auf Kletterrosen und kommerziell vertriebenen Sorten.

Der Internationale Rosengarten von Kortrijk in Kortrijk, West Flandern, wurde auf dem Gelände des Schloss t Hooghe angelegt und presetiert Rosensorten aus aller Welt. Zudem ist der Garten ein Testgarten für neue Rosensorten.

Deutschland[Bearbeiten]

Das 1899 begründete, heutige Europa-Rosarium in Sangerhausen besitzt die größte Rosensammlung der Welt; das zweitgrößte Rosarium in Deutschland ist das Deutsche Rosarium in Dortmund und das drittgrößte Europas Rosengarten in Zweibrücken.

In Deutschland ist der Park Rosenhöhe in Darmstadt eines der ältesten Rosarien, das im Kern auf das 17. Jahrhundert zurückgeht.

Sehr alt ist auch die Roseninsel im Bergpark Wilhelmshöhe. Sie wurde 1766 von Daniel August Schwarzkopf unter Landgraf Friedrich II. von Hessen-Kassel angelegt. Dort wächst unter anderem auch die „Perle von Weißenstein”. Sie wird als die erste deutsche Zuchtrose angesehen. Sie war von Schwarzkopf, dem damaligen Hofgärtner des Landgrafen Friedrich II., 1795 gezüchtet und kultiviert worden. Nachdem die Roseninsel jahrzehntelang vernachlässigt worden war, sorgte seit 1977 der Verein Roseninsel Park Wilhelmshöhe unter der Leitung des Ehepaars Hedi (Hedwig) und Wernt Grimm für eine Wiederbelebung des Rosariums.

Gartenanlagen aus dem frühen 19. Jahrhundert mit einem hohen Anteil an Rosen sind der Park Rosenhöhe bei Darmstadt (ca. 1810), der Rosenstein in Stuttgart (ca. 1824).

Auf einen seit dem 16. Jahrhundert bestehenden Renaissancegarten geht der Rosengarten in der Neuen Residenz in Bamberg zurück, der im 18. Jahrhundert in einen reinen Rosengarten umgewandelt wurde. Heute blühen dort über 4500 Rosen; es finden sich über 50 verschiedene Sorten.

Bereits 1979 vor den Toren des damaligen Berlins (im heutigen Berlin-Baumschulenweg) ließ Franz Späth, Besitzer der um 1900 größten Baumschule der Welt neben dem bis heute zu besichtigenden Arboretum ein Rosarium anlegen, das zum Ende des Zweiten Weltkriegs zerstört wurde. Auf dem Gelände befindet sich seit 1963 ein öffentlicher[1] Garten der Humboldt-Universität, Abteilung „System, Arznei- und Gewürzpflanzen“.[2]

In Karlsruhe gibt es seit 1899 einen Rosengarten[3] im Stadtgarten/Zoo, finanziert durch eine Stiftung Karlsruher Bürgerinnen. Er wurde 1915 erweitert und präsentierte rund 11500 Rosen in etwa 70 Sorten. Zur Bundesgartenschau 1967 erhielt er seine heutige Gestalt und beherbergt nun 170 Sorten.

Im Jahr 1912 wurde im bayerischen Staatsbad Bad Kissingen mit der Anlage des Rosengartens am Ufer der Fränkischen Saale unterhalb des Regentenbaus begonnen, der 1913 der Bevölkerung übergeben werden konnte. Es war damals die einzige Parkanlage für die Einwohner der Kurstadt, da alle anderen Parks und Grünanlagen in staatlichem Besitz nur den Kurgästen vorbehalten waren. Heute kann der Besucher im Bad Kissinger Rosengarten auf rund 2,5 Hektar etwa 12.000 Rosenstöcke in 155 Sorten bewundern.

Das erste Rosarium in Norddeutschland entstand 1913 in Uetersen unter dem Namen Kaiser-Wilhelm-Rosengarten zu Ehren des 25. Regierungsjubiläums Kaiser Wilhelms II. Diese Parkanlage wurde aus Platzgründen um 1933 aufgegeben und anderer Stelle neu errichtet. Im heutigen Rosarium Uetersen von 1934 sind auf 7 Hektar über 35000 Rosen und 1020 verschiedene Rosensorten, darunter auch 200 historische, zu bewundern.

1968 wurden auf dem Gelände einer ehemaligen Müllkippe am Ortsrand von Seppenrade einige Rosenbeete angelegt. Dieser kleine Rosengarten wurde im Laufe der Jahre dreimal erweitert. Zurzeit ist er 18753 m² groß. In dem Garten befinden sich etwa 600 Rosensorten und 24000 Rosenpflanzen.

Das 1989 gegründete Rosarium in Wilhelmshaven beheimatet auf einer Fläche von 4 ha zur Zeit über 3000 Rosen aus rund 500 Sorten.

Das Rosarium Glücksburg im Norden Schleswig-Holsteins wurde 1991 in einem ehemaligen Teil des Schlossparks eröffnet und beherbergt auf ca. 1 Hektar Fläche über 500 Rosensorten, darunter vorwiegend historische Sorten und Deutschlands größte Sammlung Englischer Rosen.

Im Stuttgarter Höhenpark Killesberg blühen im „Tal der Rosen“ 18000 Rosen in 400 Arten und Sorten, die anlässlich der IGA 1993 gepflanzt wurden.

Frankreich[Bearbeiten]

Rosarium in Winschoten
Kaisersteinbrucher Rosengarten mit Blick auf den Europabrunnen

Neben dem oben erwähnten ältesten und größten Rosarium Frankreichs in L’Haÿ-les-Roses sind unter anderem folgende französische Rosensammlungen erwähnenswert: Roseraie du Parc de Bagatelle im Bois de Boulogne (16. Arrdt.), Roseraie du Parc Floral de la Source in Orléans, Roseraie du Parc de la Beaujoire in Nantes, Roseraie Saint-Nicolas in Chalon-sur-Saône, Roseraie du Parc de la Tête d’Or in Lyon, Roseraie du Conservatoire botanique de Charance in Gap, Roseraie de Saverne, Roseraie de l’École Du Breuil im Bois de Vincennes in Paris (12. Arrdt.), Roseraie du Lycée horticole de Lomme.

Italien[Bearbeiten]

Das Roseto Comunale in Rom ist ein seit 1931 bestehender öffentlicher Garten in Rom, der gegenüber vom Circus Maximus auf dem Aventine Hügel liegt und 1200 Rosensorten auf mehr als 10 000 m² Fläche beherbergt. Im Rosentestgarten werden weitere 350 Sorten getestet.

Der Roseto di Cavriglia in Cavriglia, Arezzo, ist mit 7000 Sorten die größte private Rosensammlung Europas.

Weitere bekannte Rosengärten befinden sich in Monza (Il Roseto Niso Fumagalli), Genua (Il Roseto di Nervi Villa Grimaldi)

Niederlande[Bearbeiten]

Das größte Rosarium der Niederlande befindet sich in Winschoten (Provinz Groningen).

Österreich[Bearbeiten]

Badener Rosarium, Stein des ungarischen Rosenzüchters Rudolf Geschwind

In Wien selbst gibt es mehrere Rosarien - der Rosengarten im Volksgarten dürfte das bekannteste sein. Weitere Rosengärten sind im Donaupark, im Wettsteinpark am Donaukanal, im Garten der Hermesvilla, sowie im Schönbrunner Schlosspark zu finden.

In Baden gibt es seit 1969 im öffentlich zugängigen Doblhoffpark ein Rosarium mit 25 000 Rosenpflanzen[4] und etwa 900 verschiedenen Sorten auf 90 000 m²[5], sowohl moderner als auch historischer Rosensorten, unter anderem etwa 40 Sorten des Rosenzüchters Rudolf Geschwind[6]. Hier findet auch jährlich im Juni eine internationale Rosenschau statt, bei der in der barocken Orangerie tausende von Schnittrosen präsentiert werden.

Am 14. Juni 2001 eröffnete Landeshauptmann Hans Niessl den barocken Rosengarten „Stein und Rose“ in Kaisersteinbruch. Auf diese Weise entstand vor dem Europabrunnen mit der „Mauer der Einheit“ eine Parkanlage mit historischen englischen Rosen. Damit wurde der erste Schritt zu einer „Gartenstraße“ entlang des Leithagebirges gesetzt.

Ein weiteres burgenländisches Rosarium wurde im Jahre 2003 im Kurort Bad Sauerbrunn errichtet. Dort sind auf 4000 m² über 1600 Rosen in 300 Sorten zu bewundern. Eine Besonderheit ist auch der Duftrosengarten für Blinde.[4]

Giovannis Garden ist ein Rosengarten 1400 Rosensorten und einem Schwerpunkt für historische Rosen in Graz.

Schweiz[Bearbeiten]

Rosengärten in Rapperswil

1913 ließ der „Verkehrs- und Verschönerungsverein Rapperswil und Umgebung“ die Rosengärten in Rapperswil beim Fischmarktplatz am Zürichsee einrichten, gefolgt von weiteren Anpflanzungen am Seeufer anfangs der 1920er Jahre und an Straßen und Plätzen in der dicht bebauten Altstadt. Rosengärten im eigentlichen Sinn folgten um 1965 u. a. beim Einsiedlerhaus im ehemaligen Obstgarten des Kapuzinerklosters. Eine landesübergreifende Besonderheit ist der 1984 angepflanzte Duftrosengarten für Sehbehinderte im Stadtzentrum mit rund 1500 Rosen aus 75 Duftsorten sind durchgehend mit Braille- und Normalschrift beschildert. Zwischen Juni und Oktober erblühen insgesamt rund 15000 Edelrosen, Polyantha- und Strauchrosen in den Gärten und Gassen der Rosenstadt.

Weltweit[Bearbeiten]

Australien[Bearbeiten]

Musikpavillion im Nieuwesteeg Heritage Rose Garden

Nennenswerte Rosengärten in Australien sind unter anderem

  • der Morwell Centenary Rose Garden in Morwell, Victoria, mit über 4000 Rosenpflanzen und einem Schwerpunkt für Sorten australischer Züchter.
  • den Rosengarten im Royal Botanic Garden Melbourne (Königlicher Botänischer Garten Melbourne) in Melbourne mit vielen Rosenarten.
  • der Alister Clark Memorial Rose Garden, ein Rosengarten in Bulla, Victoria, der Heimat des australischen Rosenzüchters Alister Clark (1864–1949), der dem Züchter gewidmet ist und alle 67 zur Zeit erhältlichen Sorten Clarks enthält.[4]
  • der Nieuwesteeg Heritage Rose Garden in Maddingley Park in Bacchus Marsh, Victoria beherbergt 40 alte Rosensorten, ein Großteil davon australische Sorten.
  • der Victoria State Rose Garden in Werribee, Victoria, mit über 5000 Rosen.
  • Ruston's Rose Garden in der Nähe von Renmark in Südaustralien beherbergt mit fast 4000 Rosensorten[7] eine der größten Rosensammlungen weltweit. Der Garten wurde 2005 zur Nationalen Rosensammlung Australiens ernannte.[4] Angelegt wurde der Garten ursprünglich als kommerzieller Obstgarten, der immer mehr auch den Schnittblumenmarkt belieferte, bis in den 1970ern gänzlich auf den Verkauf von Rosenpflanen und Schnittrosen fokussiert wurde.[8]

Indien[Bearbeiten]

Der Regierungs-Rosengarten in Ooty liegt auf 2250 m Seehöhe und gehört mit 2800 Rosensorten und über 20 000 Rosenbüschen auf einer Fläche von 4 Hektar zu den größten Indiens. Aufgrund der einzigartigen klimatischen Bedingungen ohne starke Temperaturänderungen übers Jahr ist die Blühzeit der Rosen sehr lang.[9].

Ein weiterer großer Rosengarten Indiens, der Zakir Hussain Rosengarten, befindet sich im botanischen Garten von Chandigarh mit über 50 000 Rosensträuchern und 1600 verschiedenen Sorten. Mit einer Fläche von 120 000 m2 ist er einer der größten Asiens.

Einer der ältesten Rosengärten Indiens ist dagegen der 1760 von Hyder Ali angelegte Rosengarten in Bangalore in Lalbagh.[4]

Marokko[Bearbeiten]

Die Stadt El-Kelâa M’Gouna ist als Rosenstadt von Marokko bekannt. An sie grenzt das Tal der Rosen, ein großes Rosenanbaugebiet, das auch einen Rosenpark beherbergt.

Vereinigte Staaten[Bearbeiten]

Rosengarten im Exposition Park, Los Angeles

Zu den bekannten Rosengärten in den USA zählen

  • the American Rose Center, der Garten der American Rose Society in Shreveport, Louisiana mit über 20 000 Rosenpflanzen.
  • der Rosengarten im Exposition Park in Los Angeles, Kalifornien, 1927 angelegt, auf über 28 000 m2
  • der Internationale Rosentestgarten im Washington Park in Portland, Oregon, mit über 7000 Rosenpflanzen und etwa 550 Rosensorten, besteht seit 1917 und ist damit der älteste Rosentestgarten der Vereinigten Staaten, der der Öffentlichkeit immer zugänglich war - und der Grund, dass Portland als Stadt der Rosen bezeichnet wird.
Der Internationale Rosentestgarten in Portland, Oregon

Trivia[Bearbeiten]

  • Rosengarten ist in vielen europäischen Ländern ein verbreiteter Name oder auch Bezeichnung (Dänemark) zum Beispiel von Altersheimen
  • Johannisfriedhof (Rosenfriedhof) in Nürnberg (Bestand aus dem 16. Jahrhundert) mit sehr vielen alten Rosenhochstöcken.

Literatur[Bearbeiten]

  • Eintrag Rosarium. In: Meyers Enzyklopädisches Lexikon. Bibliographisches Institut, Mannheim/Wien/Zürich 1973, Band 20, S. 333.
  • Abschnitt Rosengärten heute. In: David Squire und Jane Newdick: Faszination Rosen. Unipart Verlag, Stuttgart 1995, S. 17, ISBN 3-8122-3417-3.
  • Abschnitt Chateau Malmaison und seine berühmte Rosensammlung. In: Hanneke van Dijk und Mineke Kurpershock: Rosen. Karl Müller Verlag, Erlangen 1996, S. 8, ISBN 3-86070-523-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Öffnungszeiten auf „hu-berlin.de“
  2. Geschichte des Späth-Arboretums auf „hu-berlin.de“
  3. http://www.karlsruhe.de/fb7/gruenflaechen/parks_plaetze_gruenanlagen/stadtgarten/rosengarten.de
  4. a b c d e 2014 directory. World Federation of Rose Societies. Abgerufen am 2014.
  5. www.rosentage.baden.at Rosarium im Doblhoffpark. In: Tourist Information Baden. Abgerufen am 25. Juni 2014.
  6. Rosarium Baden - Sortimentliste. In: www.baden.at. Abgerufen am 25. Juni 2014.
  7. Ruston's Roses. Abgerufen am 21. Januar 2011.
  8. Stirling Macaboy (editor, Tommy Cairns): The Ultimate Rose Book, Abrams New York, 2007 p. 467
  9. World Federation of Rose Societies. Abgerufen am 7. Juli 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rosarien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Rosarium – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen