Ulrike Lunacek

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Ulrike Lunacek (2010)

Ulrike Lunacek (* 26. Mai 1957 in Krems an der Donau) ist eine österreichische Politikerin. Sie ist Delegationsleiterin der österreichischen Grünen im Europaparlament, Vizepräsidentin und außenpolitische Sprecherin der Grünen/EFA-Fraktion im Europaparlament, Kosovo-Berichterstatterin sowie Ko-Präsidentin der Intergroup on LGBT Rights. Lunacek ist Spitzenkandidatin der österreichischen Grünen für die Europawahl am 25. Mai 2014.

Leben[Bearbeiten]

Lunacek besuchte von 1967 bis 1975 das Gymnasium in der Kleinen Sperlgasse im 2. Wiener Gemeindebezirk, wobei sie von 1973 bis 1974 ein Jahr als AFS-Schülerin an einer High School in Boone (Iowa, USA) verbrachte. 1975 nahm Lunacek an der Universität Innsbruck das Dolmetschstudium für Englisch und Spanisch auf, welches sie 1983 abschloss. Schon während dieser Zeit war sie am Aufbau des Frauenhauses Innsbruck beteiligt und leistete dort auch Sozialarbeit.[1] Von 1984 bis 1986 arbeitete sie als Referentin für die Organisation Frauensolidarität in Wien. Danach war Lunacek Redakteurin des Südwind-Magazins und Pressereferentin des Österreichischen Informationsdienstes für Entwicklungspolitik (ÖIE). Freiberuflich war sie als Dolmetscherin, Journalistin und Referentin tätig.

Lunacek war 1994 NGO-Delegierte bei der UNO-Weltbevölkerungskonferenz in Kairo und koordinierte ein Jahr später für die nichtstaatlichen Organisationen die Pressearbeit für die Weltfrauenkonferenz in Peking.

Politische Laufbahn[Bearbeiten]

Ulrike Lunacek (2013)

Lunaceks politische Laufbahn begann 1995 mit der Moderation des Appells an die Vernunft, veranstaltet vom Österreichischen Lesben- und Schwulenforum im Palais Auersperg, und der erstmaligen Kandidatur für die Grünen, deren Bundesgeschäftsführerin sie von 1996 bis 1998 wurde.

Von 1999 bis 2009 war sie Nationalratsabgeordnete und im Grünen Klub außen- und entwicklungspolitische Sprecherin sowie Sprecherin für die Gleichstellung von Lesben, Schwulen und Transgenders. Ebenfalls ab 1999 war sie stellvertretende Vorsitzende des außenpolitischen Ausschusses des Nationalrates, ab 2002 außerdem Fraktionsvorsitzende der Grünen im Hauptausschuss.

Als erste offen lesbische Politikerin im Nationalrat[2] ist sie auch Mitglied der Grünen Andersrum. Ihr Coming-out hatte sie 1980. Seit 1994 lebt sie mit einer gebürtigen Peruanerin zusammen.[3]

Am 5. Mai 2006 wurde Lunacek in Helsinki zur Ko-Vorsitzenden der Europäischen Grünen Partei gewählt. In dieser Funktion war sie drei Jahre lang tätig. Am 28. Oktober 2008 wurde sie stellvertretende Klubobfrau der Grünen im Nationalrat und für die Europawahl 2009 zum Europäischen Parlament als Spitzenkandidatin nominiert.

Lunacek zog am 14. Juli 2009 als Delegationsleiterin der österreichischen Grünen ins Europäische Parlament ein und ist momentan Mitglied im "Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten (AFET)", im "Ausschuss für die Rechte der Frau und die Gleichstellung der Geschlechter (FEMM)" sowie in der "Delegation in den Ausschüssen für parlamentarische Kooperation EU-Armenien, EU-Aserbaidschan und EU-Georgien (DSCA)". Weiters ist sie stellvertretendes Mitglied im "Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres (LIBE)", in der "Delegation für die Beziehungen zu Albanien, Bosnien und Herzegowina, Serbien, Montenegro sowie Kosovo (DSEE)" sowie in der "Delegation in der Parlamentarischen Versammlung EURO-NEST (DEPA)".[4] Überdies ist sie Berichterstatterin des Europaparlaments für den Kosovo und außenpolitische Sprecherin der Grünen/EFA-Fraktion.[5] Im Rahmen der Intergroup on LGBT Rights, deren Ko-Präsidentin Lunacek ist, setzt sie sich zudem für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender ein.[6]

Im Februar 2013 wurde Lunacek zur Vizepräsidentin der Grünen/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament gewählt.[7]

Seit 1. Dezember ist Lunacek Spitzenkandidatin für die Europawahl am 25. Mai 2014, nachdem sie beim Grünen Bundeskongress in Salzburg mit 81,6 Prozent der Delegiertenstimmen auf Listenplatz eins gewählt wurde.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ulrike Lunacek – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Homepage von Ulrike Lunacek, http://www.ulrikelunacek.eu/index.php?id=34, abgerufen am 25. Mai 2013
  2. Stenographische Protokolle des Nationalrates, XXII. Gesetzgebungsperiode, 112. Sitzung, 8. Juni 2005, S. 217.
  3. E. Znaymer: Ihre eigene Geschichte. In: Datum. Nr. 2, 1. Februar 2006
  4. http://www.europarl.europa.eu/meps/de/97017/ULRIKE_LUNACEK_history.html
  5. Homepage von Ulrike Lunacek, http://www.ulrikelunacek.eu/index.php?id=34, abgerufen am 25. Mai 2013
  6. http://www.lgbt-ep.eu/about/presidents/, zugegriffen am 25. Mai 2013
  7. http://www.europarl.europa.eu/meps/de/97017/ULRIKE_LUNACEK_history.html
  8. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatWiener Zeitung: Amtliches. In: Wiener Zeitung. 24. März 2009, abgerufen am 24. März 2009.
  9. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)