Ute Lemper

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ute Lemper (2008)

Ute Gertrud Lemper (* 4. Juli 1963 in Münster) ist eine deutsche Musicaldarstellerin, Chansonsängerin und Schauspielerin.

Leben[Bearbeiten]

Ute Lemper erhielt Klavier- und Ballettunterricht.[1] Sie studierte Tanz am Institut für Bühnentanz in Köln und Schauspiel am Max-Reinhardt-Seminar in Wien.[1] Lemper war unter anderem in den ersten deutschsprachigen Produktionen von Cats zu sehen.[1] Darüber hinaus war sie bei Peter Pan, Der blaue Engel, Chicago zunächst in London und später in New York am Broadway, Cabaret in Paris und bei Starlight Express zu sehen.[1] Für ihre Engagements in New York zog sie mit ihren beiden Kindern in die Vereinigten Staaten.[1] 1982 nahm sie am ersten Popkurs in Hamburg teil, wurde jedoch schon nach der Halbzeit von Peter Weck nach Wien geholt.

Für die deutschen Versionen der Disneyfilme Arielle, die Meerjungfrau (Synchronisation von 1989) und Der Glöckner von Notre Dame (1996) sang sie die Parts der weiblichen Hauptfiguren Arielle und Esmeralda.

1991 trat Lemper im Rahmen der Wohltätigkeitsveranstaltung Stars in der Manege als Vertikalseilartistin auf.

Außerdem ist sie Interpretin von Kurt-Weill-Werken. Lempers Interesse gilt dabei besonders Komponisten und Autoren der Zwischenkriegszeit sowie der Kriegsjahre, insbesondere aus dem Cabaret. Daneben ist ihre Zusammenarbeit mit Michael Nyman erwähnenswert. Ute Lemper lebt heute in den USA, an der Upper West Side in New York, und hat in Konzerthäusern weltweit Erfolge. Aus ihrer Ehe mit dem US-Komiker David Tabatsky gingen ein Sohn (* 1994) und eine Tochter (* 1996) hervor.[1] Mit dem Musiker Todd Turkisher, der als Schlagzeuger mit ihr auf Tour geht und den sie 2011 heiratete,[1] hat sie zwei Söhne (* 2005, * 2011).[2][3]

2007 war Lemper Jurymitglied in den ersten sieben Folgen der zweiten Staffel der RTL-Tanzshow Let’s Dance, im Finale der Show wurde sie von Dieter Bohlen vertreten, da sie eine Konzertverpflichtung hatte.

Film[Bearbeiten]

Ute Lemper hatte im Jahr 1994 einen Kurzauftritt in Robert Altmans Film Prêt-à-Porter. Sie tritt als hochschwangeres Model, zum Ende des Films sogar nackt auf. Auf die Frage, was ihr Bauch zu bedeuten habe, erwidert sie: „Großer Fisch im Aquarium“ (im Original: „Big fish in the trunk“).

1987 hatte sie eine Serienrolle in der ZDF-Serie Das Erbe der Guldenburgs in der Rolle der Peggy Brinkley. Des Weiteren spielte sie 1985 eine Nebenrolle an der Seite von Stephan Remmler in dem Film Drei gegen Drei.

Hauptrollen spielte sie in französischen Filmproduktionen wie Moscou Parade, Coupable d'innocence und zuletzt 1997 in dem von Benoît Lamy inszenierten Thriller Der Mann im Lift (Combat des fauves), in dem sie als Femme fatale den im Lift stecken gebliebenen Richard Bohringer quält. Weiters spielte sie in Appetite (1998) von George Milton an der Seite von Trevor Eve eine alternde Pornodarstellerin und war in A River Made to Drown In (1997) mit Richard Chamberlain zu sehen.

Ferner wirkte sie in Ilona Zioks international preisgekröntem Cabaret-Film Kurt Gerrons Karrusell mit, der 1999 in der Panorama-Sektion der Berlinale seine Weltpremiere feierte. Darin sang sie Die Moritat von Mackie Messer, deren erster Interpret im Theater Kurt Gerron gewesen war.

Diskografie[Bearbeiten]

  • 1986: Ute Lemper singt Kurt Weill
  • 1987: Life is a Cabaret
  • 1988: chante Kurt Weill
  • 1989: Crimes of the Heart
  • 1990: Arielle, die Meerjungfrau
  • 1990: Die Dreigroschenoper
  • 1990: The Seaven Deadly Sins
  • 1990: The Wall Live in Berlin
  • 1991: Songbook (Lieder von Michael Nyman)
  • 1991: Live Große Tournee-Erfolge
  • 1992: Illusions
  • 1993: Ute Lemper singt Kurt Weill Vol.2
  • 1993: Espace Indecent
  • 1995: Portrait of Ute Lemper
  • 1995: City of Strangers
  • 1996: Berlin Cabaret Songs
  • 1997: Nuit Etrangers
  • 1998: The Very Best of Ute Lemper
  • 2000: Punishing kiss
  • 2002: But One Day
  • 2005: Blood and Feathers
  • 2008: Between Yesterday and Tomorrow
  • 2012: Paris Days, Berlin Nights
  • 2013: Forever - The Love Poems of Pablo Neruda

Filmografie (Kinoproduktionen)[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Im Jahr 1987 gewann sie einen Bambi, den sie im Folgejahr (wie Klausjürgen Wussow und Thomas Gottschalk sowie 1989 Katarina Witt) allerdings aus Protest gegen die Berichterstattung in den Zeitschriften der Verlagsgruppe Burda zurückgab.[4] Ebenfalls 1987 erhielt sie in Frankreich den Theaterpreis Molière als Beste Nachwuchsdarstellerin für ihre Leistung in dem Musical Cabaret. 1989 wurde sie für ihren Kurt-Weill-Abend erstmals für den Laurence Olivier Award nominiert. 1998 wurde ihr in London der Preis für ihre Darstellung der Velma Kelly in Chicago überreicht. Für ihr Debüt an einer New Yorker Bühne wurde sie 1999 mit dem Theatre World Award geehrt. Ihre Rolle in dem Film Moscou Parade brachte ihr 1992 eine Nominierung für den Russischen Filmpreis Nika ein.

Film über Ute Lemper[Bearbeiten]

  • 2002: Ute Lemper – There is no Paradise. Dokumentation, 60 Min., Regie: Christoph Rüter. * Inhaltsangabe bei Christoph Rüter Filmproduktion

Werke[Bearbeiten]

  • Ute Lemper: Unzensiert. Verlag Henschel, Berlin 1995 (Autobiographie)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ute Lemper – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g Das Erste: Inas Nacht, 0:10 Uhr, 2. November 2013
  2. Das Leben der Ute Lemper (Version vom 30. September 2007 im Internet Archive)
  3. Lemper nochmal Mama geworden
  4. Burda Live, Veranstaltungen (PDF-Datei; 24 kB) Abgerufen 27. Dezember 2009