Waggonfabrik Talbot

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Waggonfabrik Talbot
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1838
Auflösungsgrund Verkauf
Sitz Jülicher Straße 213-237

52070 Aachen

Branche Schienenfahrzeughersteller
Hauptgebäude an der Jülicher Straße
Ein Talbot-Triebwagen aus dem Jahr 1950
C-Triebwagen 375 in dem Verkehrsmuseum in Frankfurt-Schwanheim
Talbot-Schotterwagen nach Skizze 371, gebaut ab 1938

Die Waggonfabrik Talbot in Aachen ist der älteste deutsche Hersteller von Schienenfahrzeugen und gehört heute zu Bombardier Transportation.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Gegründet wurde das Unternehmen 1838 durch Johann Hugo Jacob Talbot (* 1794; † 11. Februar 1850) und den Brüsseler Kutschenfabrikanten Pierre Pauwels, um einen Großauftrag über 200 Personen- und Güterwagen auszuführen. Das Werk produzierte weiter Wagen für die Bahnen in Deutschland und in den Benelux-Ländern, darunter seit 1894 den Talbot-Selbstentlader, der von Georg Talbot entwickelt worden war. Seit 1934 werden auch Diesel-Triebwagen hergestellt. Auch Straßenbahnfahrzeuge gehörten zur Produktpalette, doch ging deren Produktion dann zur Konzerntochter DUEWAG über.

1913 kaufte Talbot die konkurrierende Waggonfabrik J. P. Goossens im Eschweiler Stadtteil Aue, welche bis 1908 der Phoenix AG für Bergbau und Hüttenbetrieb gehörte. Dies bedeutete, insbesondere durch die Verdoppelung der Verbandsquote im Staatsbahngeschäft, eine außerordentliche Vergrößerung und brachte erhebliche Vorteile im Hinblick auf eine rationellere Fertigung. Im Zuge der weiteren Rationalisierung wurde dieses Zweigwerk 1923 stillgelegt und dessen Produktion in das entsprechend vergrößerte Aachener Werk verlegt. Georg Talbot leitete das Unternehmen bis zu seinem Tod im Jahr 1948. Anschließend übernahm zunächst sein Sohn Richard Talbot die Geschäftsleitung und übergab diese im Jahr 1975 schließlich seinem Neffen Kurt Capellmann.

Über einen längeren Zeitraum besaß Talbot auch Anteile am Düsseldorf-Krefelder Waggonhersteller DUEWAG AG. Diese Beteiligung wurde 1989 an die Siemens AG verkauft.

Der kanadische Mischkonzern Bombardier kaufte Talbot 1995 auf.

Zu den aktuell im Einsatz stehenden Produkten zählen der 1994 entwickelte Talent (Talbot leichter Nahverkehrstriebwagen) und die Endmontage der Stadtbahnfahrzeuge Bombardier Flexity Swift.

Insgesamt hat das Werk über 100.000 Wagen und Drehgestelle und über 1000 Triebzüge gefertigt.

Seit längerem gilt der niederländische Markt als bedeutender Abnehmer. So wurde im Juli 2008 der erste von 50 Zügen des Modells VIRM-4 an die Nederlandse Spoorwegen übergeben. Der VIRM-4 ist ein Fahrzeug mit einem relativ großen Holzanteil an der Innenausstattung und gilt als Nachfolger der Modelle VIRM-3, VIRM-2, VIRM und IRM.

50.7859722222226.1108333333333Koordinaten: 50° 47′ 9″ N, 6° 6′ 39″ O

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

  • Engelhardt, Viktor: Waggonfabrik Talbot Aachen. Eine Festschrift zur Hundertjahrfeier 1938. Berlin (Archiv für Wirtschaftsgeschichte), 1938.
  • Krohn, Heinrich: Die Geschichte der Reisezug- und Güterwagen. München, Prestel,1988. Qu.-4to. 184 S. Mit zahlr., teils farbigen Abbildungen. Farbig illustr. OPp. Erste Ausgabe. Festschrift zum 150jährigen Bestehen der Waggonfabrik Talbot in Aachen. Bietet einen Überblick über die Geschichte des Waggonbaus mit besonderer Berücksichtigung der Fa. Talbot.

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Waggonfabrik Talbot – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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