Weißer Sonntag

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Der Weiße Sonntag (lat. Dominica in albis), auch Klein-Ostertag, Kleinostern genannt, ist der Sonntag nach Ostern und somit der zweite Sonntag der Osterzeit.[1]. Mit dem Weißen Sonntag endet die Osteroktav, jene acht Tage vom Ostersonntag an, die in der katholischen Kirche liturgisch alle als Hochfest und somit mit Gloria in der Messe und Te Deum im Stundengebet begangen werden. Der früheste Termin des Weißen Sonntags ist der 29. März, der späteste Termin ist der 2. Mai.

Bedeutung[Bearbeiten]

Der Ursprung der Bezeichnung Weißer Sonntag ist nicht gewiss. Wahrscheinlich hängt er mit den weißen Taufgewändern zusammen, die in der frühen Kirche von den in der Osternacht Getauften bis zu diesem Tag getragen wurden. In der evangelischen Liturgie wird der Sonntag nach den ersten Worten des Introitus als Quasimodogeniti (Wie die Neugeborenen) bezeichnet.

In der katholischen Leseordnung ist als Evangelium in allen drei Lesejahren Joh 20,19–29 EU vorgesehen. Die ersten Lesungen Apg 2,41–45 EU (A), Apg 4,32–35 EU (B) und Apg 5,12–16 EU (C) berichten vom Leben in der Urgemeinde. Die zweiten Lesungen 1 Petr 1,3–9 EU (A), 1 Joh 5,1–6 EU (B) und Offb 1,9–11a.12f.17–19 EU (C) betonen die Hoffnung, die in der Überwindung des Todes durch Christus für die Gläubigen liegt.

In der katholischen Kirche ist der Weiße Sonntag seit dem Pontifikat Papst Pius' X. traditionell der Tag für die feierliche Erstkommunion der Kinder.[2] Wegen der Osterferien wählen viele Pfarreien dafür inzwischen jedoch einen anderen, meist späteren Termin.

Am 30. April 2000 legte Papst Johannes Paul II. für die katholische Kirche fest, dass an diesem Tag der „Barmherzigkeitssonntag“ gefeiert werden soll. Er erfüllte damit einen Wunsch der polnischen Ordensschwester Maria Faustyna Kowalska (1905–1938), die er an diesem Tage heiliggesprochen hatte.[3]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Weißer Sonntag – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Im Englischen hat der übersetzte Begriff Whitsunday allerdings eine andere Bedeutung, nämlich Pfingsten
  2. Anke Fischer: Feste und Bräuche in Deutschland, München 2004, ISBN 3-89736-323-2, S. 38.
  3. Heiligsprechung von Maria Faustyna Kowalska – Predigt von Johannes Paul II. (Über die Bedeutung des Barmherzigkeitssonntags). Libreria Editrice Vaticana. 30. April 2000. Abgerufen am 8. März 2011.