Xavier Bettel

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Xavier Bettel, Oktober 2012

Xavier Bettel (* 3. März 1973 in Luxemburg) ist ein luxemburgischer Politiker der Demokratesch Partei und seit Januar 2013 deren Parteivorsitzender.[1] Seit dem 4. Dezember 2013 ist er Premierminister des Großherzogtums Luxemburg.[2]

Bettel studierte Rechtswissenschaften und war lange Zeit als Rechtsanwalt tätig. 1999 zog er als Abgeordneter in die Chambre des Députés ein.[3] Von 2011 bis 2013 war Bettel Bürgermeister der Stadt Luxemburg.

Leben[Bearbeiten]

Xavier Bettel studierte öffentliches Recht, Kirchen-, See- und Europarecht an der juristischen Fakultät der Universität Nancy in Frankreich und an der Aristoteles-Universität in Thessaloniki, Griechenland. Bis zu seiner Wahl zum Bürgermeister von Luxemburg war er neben der politischen Karriere auch als Anwalt tätig.

Bereits früh interessierte sich Xavier Bettel für Politik und so trat er 1988, im Alter von 15 Jahren, der Demokratesch Partei (DP) bei. Von 1994 bis 2002 war er Vorsitzender der Luxemburger Jungliberalen (JDL). 1999 wurde Xavier Bettel in die Abgeordnetenkammer Luxemburgs gewählt. Mit seinen damals erst 26 Jahren war er der jüngste Abgeordnete des Parlaments. Im selben Jahr wurde er ebenfalls in den Gemeinderat der luxemburgischen Hauptstadt gewählt.[4]

Bei den nationalen Wahlen 2004 und 2009 wurde er in seinem Amt bestätigt. Auf Gemeindeniveau wurde er 2005 Schöffe der Stadt Luxemburg. Bei den Wahlen am 9. Oktober 2011 war Xavier Bettel der meistgewählte Politiker seiner Partei. Damit verdrängte er den amtierenden Bürgermeister Paul Helminger.[5] Am 24. November wurde Xavier Bettel als neuer Bürgermeister der Stadt Luxemburg vereidigt.[6]

Bei den nationalen Wahlen 2013 erreichte Bettels DP 13 Sitze. Er lehnte es ab, Juniorpartner einer vom langjährigen Ministerpräsidenten Jean-Claude Juncker geführten Regierung zu werden. Er einigte sich stattdessen mit den Sozialdemokraten und den Grünen auf Koalitionsverhandlungen. Am 25. Oktober 2013 beauftragte ihn Großherzog Henri mit der Regierungsbildung.[7] Am 4. Dezember 2013 wurde Bettel als Ministerpräsident vereidigt.

Seine Homosexualität wurde in den luxemburgischen Medien mehrmals zum Thema. In der RTL-Sendung Background redete Xavier Bettel am 28. Juni 2008 das erste Mal offen über seine Homosexualität. Dabei betonte er, wie schwierig es auch heute noch sei, damit in der Luxemburger Gesellschaft umzugehen. Als Beispiel wies er auf die Beleidigung durch die Staatssekretärin Octavie Modert hin, die ihn während einer Debatte im Parlament als Joffer (deutsch Fräulein) bezeichnet hatte.

Seit dem 19. März 2010 lebt Xavier Bettel in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft mit Gauthier Destenay.[8]

In die Amtszeit von Bettel fiel die Veröffentlichung geheimer Steuervereinbarung zwischen internationalen Konzernen und Luxemburger Behörden – die sogenannten „Luxemburg-Leaks“.[9]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Xavier Bettel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Xavier Bettel ist DP-Präsident. Tageblatt, 29. Januar 2013, abgerufen am 27. Mai 2013.
  2. Neue Regierung in Luxemburg vereidigt. faz.net, 4. Dezember 2013, abgerufen am 4. Dezember 2013
  3. Chambre des Députés: Xavier Bettel
  4. Internetportal der „Chambre des Députés du Grand-Duché de Luxembourg“
  5. Xavier Bettel - Luxembourg City's new Mayor. Wort.lu, 10. Oktober 2011, abgerufen am 13. Januar 2014
  6. Ein Jahr Bürgermeister Bettel. Wort.lu, 24. November 2012, abgerufen am 13. Januar 2014
  7. Bettel setzt Juncker schachmatt n-tv, 25. Oktober 2013
  8. 10 Dinge, die Sie noch nicht über Bettel wussten. L'Essentiel, 4. Dezember 2013, abgerufen am 27. Januar 2014
  9. Süddeutsche Zeitung, Luxemburgs Premier Xavier Bettel – "Ich kann nicht meine Steuern erhöhen, weil es dem Nachbarland dann besser geht"