Radosław Sikorski

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Radosław Sikorski

Radosław Tomasz Sikorski ([raˈdɔswaf ɕiˈkɔrskʲi], anhören?/i, * 23. Februar 1963 in Bydgoszcz), oft bezeichnet mit der Kurzform Radek Sikorski, ist ein polnischer Politologe, Historiker, Politiker und Journalist. Vom 31. Oktober 2005 bis zum 5. Februar 2007 war er parteiloser Verteidigungsminister der polnischen Regierung. Seit 16. November 2007 ist er polnischer Außenminister und Mitglied der liberal-konservativen Partei Bürgerplattform (Platforma Obywatelska, PO).

Inhaltsverzeichnis

Leben [Bearbeiten]

Sikorski besuchte das Gymnasium in seiner Heimatstadt, wo er in der Solidarność-Zeit ein innerschulisches Streikkomitee leitete. Nach dem Abitur verließ er 1981 Polen und studierte Philosophie und Politikwissenschaft am Pembroke College der Universität Oxford, u. a. bei Leszek Kołakowski. Von 1986 bis 1989 arbeitete er als Auslandskorrespondent für den Spectator und den Observer in Afghanistan, Angola und Jugoslawien.[1] Für eine seiner Fotografien wurde ihm 1987 der World Press Photo-Award verliehen.[2] 1990 bis 1991 war er Polen-Korrespondent des Sunday Telegraph sowie zugleich Polen-Berater des Verlegers Rupert Murdoch. 1992 wurde er stellvertretender Verteidigungsminister im Kabinett von Jan Olszewski. Von 1998 bis 2001 war er stellvertretender Außenminister in der Regierung von Jerzy Buzek. Ab 2002 arbeitete er als Direktor der New Atlantic Initiative (NAI) im einflussreichen American Enterprise Institute in Washington D.C. Bei den Wahlen von 2005 wurde er im Wahlkreis Bydgoszcz in den Polnischen Senat gewählt. Am 31. Oktober 2005 wurde er vom damaligen polnischen Ministerpräsidenten Kazimierz Marcinkiewicz als Verteidigungsminister vorgeschlagen. Er bekleidete dieses Amt (auch im nachfolgenden Kabinett Kaczyński) zwischen Dezember 2005 und Februar 2007.

Seit Herbst 2007 ist Sikorski Mitglied der liberalen PO, die bei den Parlamentswahlen vom 21. Oktober 2007 stärkste Kraft im Sejm wurde. Am 10. November 2007 gab der designierte Premierminister Donald Tusk bekannt, dass Sikorski der künftige Außenminister der neuen polnischen Regierung sein soll.[3] Sikorski bewarb sich in seiner Partei um die Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2010. Er unterlag in der parteiinternen Urabstimmung am 27. März 2010 jedoch Bronisław Komorowski.[4]

Sikorski ist mit der amerikanischen Historikerin und Pulitzer-Preis-Trägerin Anne Applebaum verheiratet, sie haben zwei Kinder.

Veröffentlichungen [Bearbeiten]

  • Dust of the saints: a journey to Herat in time of war. London: Chatto & Windus 1989. ISBN 0-7011-3436-4
  • Das polnische Haus. Die Geschichte meines Landes. Hamburg: Europäische Verlagsanstalt 1999. ISBN 3-434-50463-X (Autobiographie)
  • Full circle: a homecoming to free Poland. New York: Simon & Schuster 1997. ISBN 0-684-81102-2
  • Moscow's Afghan war: Soviet motives and Western interests. Institute for European Defence & Strategic Studies, veröffentlicht von Alliance for the Institute for European Defence & Strategic Studies, 1987, ISBN 0-907967-85-X, 9780907967859
  • Das polnische Haus: Die Geschichte meines Landes. Veröffentlicht von Europ. Verl.-Anst, 1999, ISBN 3-434-50463-X, 9783434504634

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Radosław Sikorski – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten [Bearbeiten]

  1. Polen: Der Abenteurer. ZEIT ONLINE. 19. März 2009. Abgerufen am 19. Juni 2011.
  2. 1987, Radek Sikorski, 1st prize, Spot News. Abgerufen am 19. Juni 2011.
  3. Die Zeit: Sikorski „Der Abenteurer“.
  4. Spiegel-Online vom 28. März 2010