Yuriko Koike

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Yuriko Koike am 8. August 2007 bei einem Besuch im Pentagon

Yuriko Koike (jap. 小池 百合子, Koike Yuriko; * 15. Juli 1952 in Ashiya, Präfektur Hyōgo, Japan) ist Mitglied des Abgeordnetenhauses für den Verhältniswahlblock Tokio und Vorsitzende des Exekutivrates (sōmukai) der Liberaldemokratischen Partei (LDP). Innerparteilich gehört sie seit 2009, als sie die Machimura-Faktion verließ, keiner Faktion an.

Zwischen dem 4. Juli 2007 und dem 27. August 2007 war sie Verteidigungsministerin Japans. Koike war die erste Frau, die dieses Amt bekleidete. Zuvor war sie im dritten Kabinett des ehemaligen Premierministers Junichiro Koizumi Umweltministerin und Staatsministerin für Angelegenheiten von Okinawa und der Nördlichen Territorien gewesen.

2008 kandidiert sie als erste Frau bei der Wahl zum LDP-Vorsitz, an den in der Regel das Amt des Premierministers geknüpft ist. [1]

Biografie[Bearbeiten]

Werdegang[Bearbeiten]

Yuriko Koike besuchte die Kōnan Girls' Junior and Senior High School. Ihr Studium führte sie ab 1971 an die Kwansei-Gakuin-Universität, ab 1972 an die Amerikanische Universität zu Kairo. 1976 schloss sie ihr Soziologiestudium an der Universität Kairo mit einem Bachelor of Arts ab. Danach arbeitete sie hauptsächlich als Dolmetscherin, Journalistin und ausgewiesene Kennerin der arabischen Sprache und Kultur. Nach und nach traten diesem Profil zunächst ehrenamtliche politische Positionen hinzu.

1992 zog sie über die Verhältniswahlliste der Neuen Japan-Partei ins Oberhaus ein. Ein Jahr später wechselte sie ins Unterhaus, wo sie im 2. Wahlkreis der Präfektur Hyōgo ein Direktmandat erringen konnte. Koike wechselte später in die Neue Fortschrittspartei, nach deren Auflösung in die Liberale Partei von Ichirō Ozawa und schließlich in die Konservative Partei, bevor sie 2002 in die LDP eintrat. Sie schloss sich der Mori-Faktion an. Bei den Neuwahlen von 2005, wurde sie als loyale Koizumi-Anhängerin und Befürworterin der Postprivatisierung im 10. Wahlkreis von Tōkyō gegen den „LDP-Rebellen“ Kōki Kobayashi (Neue Partei Japan) aufgestellt und mit deutlichem Vorsprung gewählt. 2009 verlor sie den Wahlkreis an die Demokratin Takako Ebata.

Kurzzeitige Berufung zur Verteidigungsministerin[Bearbeiten]

Anfang Juli 2007 ernannte der damalige Premierminister Shinzō Abe Koike zur Nachfolgerin des ehemaligen Verteidigungsministers Fumio Kyuma, der aufgrund umstrittener Äußerung zu den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki zurücktrat. Koike selbst trat Ende August 2007 selbst zurück, was mit dem Durchsickern geheimer Details bei der Koproduktion eines amerikanisch-japanischen AEGIS-Zerstörers zusammenhing, wofür Koike die Verantwortung übernehmen wollte, was bis dahin niemand zuvor getan habe. Japanische Medien vermuten jedoch eine fehlgeschlagene Personalentscheidung Koikes als Hintergrund des Rücktritts. Vielmehr habe Koike ihren Amtsstellvertreter Takemasa Moriya im tatsächlichen Zusammenhang mit dem Informationsleck ersetzen wollen, sich jedoch nicht gegen den zuständigen Kabinettssekretär Yasuhisa Shiozaki durchsetzen können, der nicht rechtzeitig informiert worden sei. Den durch die öffentliche darauffolgende Auseinandersetzung entstandenen Gesichtsverlust habe Koikes Wiedernennung im Zuge einer anstehenden Kabinettsumstellung durch Premierminister Abe in Frage gestellt.[2] Am 16. August hatte sie sich noch geweigert, zurückzutreten, und Kabinettssekretär Shiozaki kritisiert.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. AFP, 8. September 2008: Koike launches bid to be Japan's first woman PM
  2. Koike decides to leave post, cites responsibility over information leak. Artikel in der Japan News Review vom 25. August 2007. Zugriff am 9. September 2007.
  3. Koike refuses to back down. BerichtVorlage:Webarchiv/Wartung/Nummerierte_Parameter des Asahi Shimbun vom 16. August 2007. Zugriff am 9. September 2007.
Vorgänger Amt Nachfolger
Fumio Kyūma Verteidigungsminister
Juli-August 2007
Masahiko Kōmura