Yvonne De Carlo

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Yvonne de Carlo im Mai 1979 (Foto: Alan Light)

Yvonne De Carlo (* 1. September 1922 in Vancouver als Margaret Yvonne Middleton; † 8. Januar 2007 in Los Angeles) war eine kanadischstämmige US-amerikanische Schauspielerin. Berühmt wurde sie durch die Fernsehserie The Munsters.

Leben und Karriere[Bearbeiten]

Gefördert von ihrer Mutter lernte sie bereits in jungen Jahren tanzen, sang im Chor und studierte Schauspielerei. Mit fünfzehn (1937) besuchte sie zum ersten Mal Hollywood auf der Suche nach einer Rolle, jedoch ohne Erfolg. 1940 startete sie einen erneuten Versuch und ergatterte eine kleine Rolle im Kurzmusical I look at You und dem Film Harvard Here I Come. Es folgten weitere kleine Rollen, bei denen sie im Abspann häufig nicht einmal erwähnt wurde. Während der Kriegsjahre waren Schauspielerinnen mit einem exotischen und somit „unamerikanischen“ Aussehen nicht sehr gefragt. Daher arbeitete sie nebenbei in Clubs oder als Sängerin.

Yvonne DeCarlo.jpg

Ihren Durchbruch hatte Yvonne De Carlo 1945 als tanzende Spionin in dem Western Salome Where She Danced. Obwohl von den Kritikern verrissen, war er an den Kinokassen recht erfolgreich und verschaffte De Carlo einen gewissen Bekanntheitsgrad und somit bessere Rollen. 1947 spielte sie an der Seite von Burt Lancaster in Zelle R 17 (Brute Force) und noch einmal 1949 in Gewagtes Alibi (Criss Cross), wo Tony Curtis seinen ersten Filmauftritt als Tänzer hatte. Regisseur Cecil B. DeMille verpflichtete sie schließlich 1956 zur Mitarbeit in ihrem größten Film. Sie übernahm die Rolle der Sephora, der Frau Moses' (verkörpert durch Charlton Heston) in Die zehn Gebote (The Ten Commandments). De Carlo arbeitete mit vielen damaligen Leinwandgrößen, wie Alec Guinness 1953 in Der Schlüssel zum Paradies (The Captain's Paradise), Clark Gable und Sidney Poitier 1957 in Weint um die Verdammten (Band of Angels), John Wayne und Maureen O'Hara 1963 in MacLintock (McLintock), George Montgomery 1967 in Texas-Desperados (Hostile Guns), George Hamilton 1968 in Die sechs Verdächtigen (The Power) und Rod Steiger 1987 in Dark Paradise (American Gothic). Gastauftritte hatte sie in Fernsehserien wie Bonanza und Die Leute von der Shiloh Ranch (The Virginian/The Men from Shiloh).

Einem großen Publikum wurde Yvonne De Carlo jedoch bekannt als Lily Munster in der Fernsehserie The Munsters von 1964 bis 1966 und den sich daran anschließenden Filmen von 1966 und 1981. Sie hatte diese Rolle angenommen, weil ihr Ehemann beim Dreh von Das war der Wilde Westen lebensgefährlich verletzt worden war, und die Krankenhauskosten ins Unermessliche wuchsen.

1971 sang sie am Broadway in dem Musical Follies und erntete dafür großes Lob.

Ihre letzte große Rolle hatte sie 1991 als Tante Rosa in der Neuverfilmung von Oscar – Vom Regen in die Traufe (Oscar) von und mit Sylvester Stallone.

De Carlo erhielt zwei Sterne auf dem Hollywood Walk of Fame, einen für ihre Leistung im Film (6124 Hollywood Blvd.) und einen für ihre Fernseharbeit (6715 Hollywood Blvd.).

Verheiratet war die Schauspielerin von 1955 bis 1968 mit dem Stuntman Robert Morgan. Aus dieser geschiedenen Ehe stammen zwei Söhne: Bob und Michael Morgan. Michael starb 1997.

Yvonne De Carlo starb am 8. Januar 2007 84-jährig im Motion Picture & Television Altersheim (Los Angeles), in das sie 1998 nach einem Schlaganfall gezogen war.

Wissenswertes[Bearbeiten]

Ihr Künstlername ist eine Kombination aus ihrem zweiten Vornamen und dem Geburtsnamen ihrer Mutter.

1938 war sie Miss Venice Beach.

Als ehemalige Chorsängerin besaß Yvonne De Carlo eine kräftige Stimme (Contraalt) und veröffentlichte 1957 eine LP mit dem Namen Yvonne De Carlo Sings. In einer Episode der Fernsehserie The Munsters spielte sie eine Harfe und sang selbst.

Während ihrer Arbeit an The Munsters besaß Yvonne de Carlo privat eine Jaguar-Limousine, deren Beschläge und Anbauteile thematisch an die Show erinnern sollten – die Radkappen zum Beispiel waren als Spinnweben ausgeführt. Sie gab den Wagen auf, nachdem er wiederholt dem Vandalismus von “Souvenir”-Jägern zum Opfer gefallen war.

In ihrer Autobiografie berichtete die schöne Entertainerin über ihre zahlreichen Liebhaber, darunter Howard Hughes und Billy Wilder.

In einer Neuauflage der Fernsehserie The Munsters, dem Fernsehfilm Eine unheimliche Familie zum Schreien (Here Come the Munsters) von 1995 hatte sie gemeinsam mit ihren damaligen Kollegen Al Lewis, Butch Patrick und Pat Priest einen Cameo-Auftritt.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1941: I Look at You
  • 1941: Harvard, Here I Come!
  • 1941: The Kink of the Campus
  • 1942: Die Narbenhand (This Gun for Hire)
  • 1942: Youth on Parade
  • 1942: Der Weg nach Marokko (Road to Morocco)
  • 1942: Gangsterfalle (Lucky Jordan)
  • 1942: Rhythm Parade
  • 1943: The Crystal Ball
  • 1943: Salute for Three
  • 1943: Mutige Frauen (So Proudly We Hail!)
  • 1943: Wem die Stunde schlägt (For Whom the Bell Tolls)
  • 1943: Let’s Face It
  • 1943: The Deerslayer
  • 1943: True to Life
  • 1944: Stehplatz im Bett (Standing Room Only)
  • 1944: Dr. Wassells Flucht aus Java (The Story of Dr. Wassell)
  • 1944: Fun Time
  • 1944: Kismet
  • 1944: Rainbow Island
  • 1944: Here Come the Waves
  • 1944: Sturzflug ins Glück (Practically Yours)
  • 1944: Bring on the Girls
  • 1945: Salome Where She Danced
  • 1945: Die Herberge zum roten Pferd (Frontier Gal)
  • 1945: Lied des Orients (Song of Sheherazade)
  • 1947: Zelle R 17 (Brute Force)
  • 1947: Die falsche Sklavin (Slave Girl)
  • 1948: Die schwarze Maske (Black Bart)
  • 1948: Casbah – Verbotene Gassen (Casbah)
  • 1948: Rivalen am reißenden Strom (River Lady)
  • 1949: Gewagtes Alibi (Criss Cross)
  • 1949: Rebellen der Steppe (Calamity Jane and Sam Bass)
  • 1949: The Gal Who Took the West
  • 1950: Die Piratenbraut (Buccaneer’s Girl)
  • 1950: Der Wüstenfalke (The Desert Hawk)
  • 1951: Tomahawk – Aufstand der Sioux (Tomahawk)
  • 1951: Hotel Sahara
  • 1951: Silver City (Silver City)
  • 1952: Lights Out (Fernsehserie, eine Folge)
  • 1952: Menschenjagd in San Francisco (The San Francisco Story)
  • 1952: Der rote Engel (Scarlet Angel)
  • 1952: Herrin der Gesetzlosen (Hurricane Smith)
  • 1953: The Ford Television Theatre (Fernsehserie, eine Folge)
  • 1953: Sombrero
  • 1953: Im Schatten des Korsen (Sea Devils)
  • 1953: Der Schlüssel zum Paradies (The Captain’s Paradise)
  • 1953: Brennpunkt Algier (Fort Algiers)
  • 1953: The Backbone of America (Fernsehfilm)
  • 1954: Die Teufelspassage (Border River)
  • 1954: Happy Ever After
  • 1954: Wo der Wind stirbt (Passion)
  • 1955: Ritt in die Hölle (Shotgun)
  • 1955: La Contessa di Castiglione
  • 1955: Frauen um Richard Wagner (Magic Fire)
  • 1956: Screen Directors Playhouse (Fernsehserie, eine Folge)
  • 1956: Insel der Leidenschaft (Flame of the Islands)
  • 1956: Die Meute lauert überall (Raw Edge)
  • 1956: Die zehn Gebote (The Ten Commandments)
  • 1956: König der Hochstapler (Death of a Scoundrel)
  • 1957: Shower of Stars (Fernsehserie, eine Folge)
  • 1957: Schlitz Playhouse of Stars (Fernsehserie, eine Folge)
  • 1957: Weint um die Verdammten (Band of Angels)
  • 1958: Kreuz und Schwert (La spada e la croce)
  • 1958: Playhouse 90 (Fernsehserie, eine Folge)
  • 1959: Timbuktu
  • 1959: Bonanza (Fernsehserie, eine Folge)
  • 1960: Adventures in Paradise (Fernsehserie, eine Folge)
  • 1961: Im wilden Westen (Death Valley Days, Fernsehserie, eine Folge)
  • 1961/1962: Unter heißem Himmel (Follow the Sun, Fernsehserie, zwei Folgen)
  • 1962: Pantomime Quiz (Fernsehserie, eine Folge)
  • 1963: MacLintock (McLintock!)
  • 1963: Amos Burke (Burke’s Law, Fernsehserie, eine Folge)
  • 1964: Staatsaffären (A Global Affair)
  • 1964: Das Gesetz der Gesetzlosen (Law of the Lawless)
  • 1964: Zirkusdirektor Johnny Slate (The Greatest Show on Earth, Fernsehserie, eine Folge)
  • 1964–1966: The Munsters (Fernsehserie, 71 Folgen)
  • 1966: Gespensterparty (Munster, Go Home!)
  • 1967: The Girl from U.N.C.L.E. (Fernsehserie, eine Folge)
  • 1967: Texas-Desperados (Hostile Guns)
  • 1967: Colonel Custer (Custer, Fernsehserie, eine Folge)
  • 1967: Die Wegelagerer (Arizona Bushwhackers)
  • 1968: Die sechs Verdächtigen (The Power)
  • 1963/1969: Die Leute von der Shiloh Ranch (The Virginian, Fernsehserie, zwei Folgen)
  • 1970: The Name of the Game (Fernsehserie; 1 Folge)
  • 1970: Der Delta Faktor (The Delta Factor)
  • 1971: The Seven Minutes
  • 1974: The Girl on the Late, Late Show (Fernsehserie)
  • 1974: The Mark of Zorro (Fernsehserie)
  • 1975: Blazing Stewardesses
  • 1975: Mad Wurst (It Seemed Like a Good Idea at the Time)
  • 1976: Blutspur ins Totenreich (La casa de las sombras)
  • 1976: Won Ton Ton, der Hund der Hollywood rettete (Won Ton Ton, the Dog Who Saved Hollywood)
  • 1977: Roots (Fernsehserie)
  • 1977: Satan’s Cheerleaders
  • 1979: Nocturna: Granddaughter of Dracula
  • 1979: Fuego negro
  • 1979: Guayana – Kult der Verdammten (Guyana: Crime of the Century)
  • 1978/1979: Fantasy Island (Fernsehserie, zwei Folgen)
  • 1980: Psychock (The Silent Scream)
  • 1980: Sam Marlow, Privatdetektiv (The Man with Bogart's Face)
  • 1981: Die Rückkehr der Familie Frankenstein (The Munsters’ Revenge, Fernsehfilm)
  • 1982: Durchgebrannt aus Liebe (Liar’s Moon)
  • 1982: Ich glaub’ mein Straps funkt SOS (Class Reunion)
  • 1983: Zeit der Geier (Vultures)
  • 1985: Flesh and Bullets
  • 1985: Mord ist ihr Hobby (Murder, She Wrote, Fernsehserie, eine Folge)
  • 1986: Greta, die Hundebestie (Play Dead)
  • 1986: Coup mit alten Meistern (A Masterpiece of Murder, Fernsehfilm)
  • 1988: Dark Paradise (American Gothic)
  • 1988: Underground Werewolf (Cellar Dweller)
  • 1990: Mirror, Mirror
  • 1990: Black, der schwarze Blitz (The Black Stallion, Fernsehserie, eine Folge)
  • 1991: Oscar – Vom Regen in die Traufe (Oscar)
  • 1991: Dream On (Fernsehserie; 1 Folge)
  • 1991: Blöd und blöder (The Naked Truth)
  • 1992: Desert Kickboxer
  • 1993: Seasons of the Heart (Sprecherin)
  • 1993: Geschichten aus der Gruft (Tales from the Crypt, Fernsehserie, eine Folge)
  • 1995: Eine Unheimliche Familie zum Schreien (Here Come the Munsters, Fernsehserie, Cameo-Auftritt)
  • 1995: The Barefoot Executive (Fernsehfilm)

Literatur[Bearbeiten]

  • Yvonne De Carlo, Doug Warren: Yvonne: An Autobiography. St Martins Press, 1987, ISBN 0-312-00217-3. (englisch)
  • Peter Kranzpiller: Stars der Kinoszene Band 8: Yvonne de Carlo. EPPE Verlag und Offsetdruck GmbH, 1996, ISBN 3-89089-678-2.

Musik[Bearbeiten]

  • Yvonne De Carlo Sings. Label: Ma Se, Audio CD (23. März 2000).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Yvonne De Carlo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien