Çorum

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Çorum
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Çorum (Türkei)
Red pog.svg
CorumKale1.jpg
Eingang zur Festung von Çorum
Basisdaten
Provinz (il): Çorum
Koordinaten: 40° 33′ N, 34° 57′ OKoordinaten: 40° 33′ 0″ N, 34° 57′ 14″ O
Höhe: 801 m
Einwohner: 278.689[1] (2015)
Telefonvorwahl: (+90) 364
Postleitzahl: 19 000
Kfz-Kennzeichen: 19
Struktur und Verwaltung (Stand: 2016)
Bürgermeister: Muzaffer Külcü (AKP)
Webpräsenz:
Landkreis Çorum
Einwohner: 280.631[2] (2015)
Fläche: 2.277 km²
Bevölkerungsdichte: 123 Einwohner je km²

Çorum (früher dt. auch Tschorum) ist eine türkische Stadt in der anatolischen Schwarzmeer-Region und hat 218.130 Einwohner (Volkszählung 2010; 255.767 im Landkreis). Sie ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Çorum. Çorum liegt am nordöstlichen Rand der gleichnamigen fruchtbaren Ebene östlich des Flüsschens Çorum Çayı etwa 800 m über dem Meeresspiegel.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zeitraum von 5000 bis 3000 v. Chr. wurden erste menschliche Siedlungen im Gebiet von Çorum angelegt. Gemäß den Ausgrabungen in Alacahöyük, Balımsultan köyü, Büyük Güllücek, Boğazkale, Eskiyapar, Hüseyindede und Kuşsaray war diese Region wegen der nahe gelegenen großen Rohstoffvorkommen technisch und kulturell weit entwickelt.

In der Bronzezeit (3000–1000 v. Chr.) entstanden in der Region um Çorum zahlreiche Siedlungen. Um 2000 v. Chr. lebten hier die Hattier. In der Zeit von ca. 1950–1850 v. Chr. existierten in diesem Gebiet Handelskolonien der Assyrer. Die Hethiter herrschten hier von etwa 1650 bis 1200 v. Chr.

In den späteren Jahrhunderten danach teilte Çorum die Geschichte Kappadokiens. So herrschten hier die Phryger, Perser, Makedonen, Römer, Byzantiner und andere Völker. Nach der Schlacht von Manzikert 1071 eroberten die seldschukischen Türken die Region und machten sie zum Teil des Beyliks der Danischmenden. Es folgten mehrfache Machtwechsel zwischen Rum-Seldschuken und Danischmenden. Nach 1243 geriet die Region zeitweilig unter mongolische Oberherrschaft. Ab den 1360er Jahren befand sich Çorum unter der Herrschaft des Emirs Hacı Sadgeldi als Teil des Osmanischen Reiches. 1509 war die Stadt eines der Zentren des Şahkulu-Aufstandes. Auch von den Celâlî-Aufständen Anfang des 17. Jahrhunderts war Çorum betroffen.

Nach Gründung der Türkei 1923 wurde Çorum Provinzhauptstadt. Der Name „Çorum“ ist armenischen Ursprungs und ab dem 16. Jahrhundert in osmanischen Dokumenten nachweisbar.[3] Die Gründung der Stadt lässt sich zeitlich nicht eingrenzen. Sie entwickelte sich rund um die Burg „Çorum Kalesi“, die Evliya Çelebi als seldschukisches Bauwerk beschreibt. Mitte des 16. Jahrhunderts bildeten vier Mahalles (Nachbarschaften) das Innere der Burg.

Nach Abrücken der Türkei von den Mittelmächten wurden 1944/45 auch hier zahlreiche Ausländer interniert.[4]

1980 fand hier das Pogrom von Çorum statt, als türkische Rechtsextremisten etwa 57 Angehörige der alevitischen Minderheit töteten.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zentrum der Stadt Çorum steht auf einer leichten Anhöhe ein 1914 errichtetes Krankenhaus mit zwei Eckrisaliten, das später als Schulgebäude und seit 2003 als Archäologisches Museum genutzt wird.[5] Dieses ist in eine archäologische und eine ethnografische Abteilung gegliedert. Während der letztgenannte Teil die Geschichte der Volkskultur in der Neuzeit darstellt, ist der nach modernen Kriterien gestaltete erste der archäologischen Hinterlassenschaft in der Region Çorum gewidmet: In zahlreichen Vitrinen sind Funde jüngerer Zeit aus den verschiedenen Ausgrabungsstätten in der Umgebung ausgestellt, in denen sich Kulturen Anatoliens widerspiegeln. Im Park vor dem Museum stehen steinerne Objekte aus griechisch-römischer Zeit, darunter Sarkophage und Grabsteine mit Inschriften und bildlichen Darstellungen sowie lateinisch beschriftete Meilensteine römischer Kaiser vornehmlich des 3. Jahrhunderts n. Chr.

Etwa 500 Meter stadteinwärts vom Museum befindet sich nördlich der Cengiz Topel Caddesi die seldschukische oder osmanische Zitadelle von Çorum.

Universität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 2006 gab es in Çorum eine Außenstelle der Gazi Universität. 2006 wurde beschlossen, daraus eine eigenständige Universität zu machen und diese Hethiter-Universität zu nennen (türkisch Hitit Üniversitesi).[6][7]

Klimatabelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Çorum (776 m)
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
35
 
5
-4
 
 
29
 
7
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37
 
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30
12
 
 
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9
 
 
32
 
20
5
 
 
40
 
12
0
 
 
45
 
6
-2
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: Staatliches Meteorologisches Amt der Türkischen Republik, Normalperiode 1981-2010
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Çorum (776 m)
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 4,6 6,6 11,8 17,7 22,2 26,1 29,3 29,9 26,2 19,9 12,3 6,4 Ø 17,8
Min. Temperatur (°C) -4,4 -4,0 -1,0 3,6 6,9 10,1 12,2 12,2 8,9 5,0 0,2 -2,2 Ø 4
Temperatur (°C) -0,2 0,8 5,0 10,5 14,8 18,6 21,3 21,4 17,3 11,8 5,4 1,7 Ø 10,8
Niederschlag (mm) 35,1 28,6 36,8 52,6 60,5 56,3 22,5 15,3 22,7 31,6 40,2 44,6 Σ 446,8
Sonnenstunden (h/d) 2,3 3,2 4,6 5,7 7,1 8,4 9,4 9,3 7,7 5,3 3,5 2,0 Ø 5,7
Regentage (d) 11,1 10,5 11,7 13,0 13,9 11,0 4,5 3,5 4,7 7,8 9,3 11,9 Σ 112,9
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
4,6
-4,4
6,6
-4,0
11,8
-1,0
17,7
3,6
22,2
6,9
26,1
10,1
29,3
12,2
29,9
12,2
26,2
8,9
19,9
5,0
12,3
0,2
6,4
-2,2
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
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d
e
r
s
c
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g
35,1
28,6
36,8
52,6
60,5
56,3
22,5
15,3
22,7
31,6
40,2
44,6
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Cornelius Bischoff (* 1928), Anwalt, war Schüler im Internat des österreichischen St. Georgs-Kollegs in Istanbul.[8] Er erhielt im Juli 2011 die Ehrenbürgerschaftsurkunde für außerordentliche Verdienste um die Stadt Çorum und die gesamte Türkei. Er habe in seinem Leben exzellente Werke in die deutsche Sprache übersetzt und so die freundschaftlichen Beziehungen vertieft.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Çorum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Yerelnet, abgerufen 15. August 2016
  2. Yerelnet, abgerufen 15. August 2016
  3. Bilge Umar: Türkiye'deki Tarihsel Adlar. Istanbul 1993, S. 191
  4. P. Siegfried Pruscinsky CM (Autor) Verbannt nach Anatolien: Aufzeichnungen 1944-1945, Verlag Alt-Mödingen 2015, ISBN 978-3902405081
  5. Webseite des Museums
  6. www.hitit.edu.tr (Homepage)
  7. siehe auch englische Wikipedia
  8. Bericht St.-Georgs-Blatt 10/2015