ÖBB 1044

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ÖBB 1044 / 1144
ÖBB 1044 40 Südbahnhof Wien.jpg
Nummerierung: 1044.01–126
1144.003–126
1044.200–290
1144.200–290 (ex 1044.2)
Anzahl: 215, 01/2021 noch ca. 155 in Betrieb
Hersteller: SGP Graz

BBC, ELIN, Siemens

Baujahr(e): 1976–1995
Ausmusterung: ab 2018
Achsformel: Bo’Bo’
Länge über Puffer: 16.100 mm
Dienstmasse: 84 t
Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h (1044.501 220 km/h)
Stundenleistung: 5.280 kW (Prototypen: 5.400 kW)
Dauerleistung: 5.000 kW (Prototypen: 5.200 kW)
Anfahrzugkraft: 341,5 kN (1044.2: 311,5 kN; Prototypen: 327 kN)
Stundenzugkraft: 223 kN (Prototypen: 215 kN)
Dauerzugkraft: 208,9 kN (Prototypen: 203 kN)
Leistungskennziffer: 62,8 kW/t (Prototypen: 64,2 kW/t)
Stromsystem: 15 kV, 16 23 Hz
Anzahl der Fahrmotoren: 4
Antrieb: BBC-Federantrieb
Bremse: selbsttätige direkte und indirekte Druckluftbremse;
Thyristor-Gleichstr.widerst.bremse
Zugbeeinflussung: 1044.01-126: Indusi I-60; 1144 und 1044.255-290: PZB 90; 1044/1144.255-290 LZB

Die Reihe 1044 der ÖBB ist eine elektrische Universallokomotive, die sowohl für den schweren Schnellzug- als auch Güterzugdienst im Flachland wie auch auf Bergstrecken geeignet ist. Zur Zeit der Indienststellung war sie die stärkste vierachsige Elektrolok der Welt und bis zur Beschaffung der Taurus das Paradestück der ÖBB. Die Lokomotiven wurden zur 1144 mit Wendezugsteuerung umgerüstet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ÖBB 1144 mit REX in Tirol

Der Beschaffung gingen positive Erfahrungen mit der Thyristor-Lokomotive 1043 voran. Zunächst wurden die beiden Prototypen 1044.01 und 1044.02 gebaut, von denen erstere eine Achtbrückenschaltung und letztere eine Vierbrückenschaltung hatte. Die Serienfahrzeuge folgten dem Konstruktionsprinzip der 1044.02, wobei für die Fahrmotoren ein einfacherer Wicklungsaufbau gewählt wurde. Ab 1978 wurden die Serienloks (ab Nr. 1044.03) geliefert und in Dienst gestellt.

Im Jahr 1978 traten Radreifenbrüche auf. In den Wintern 1979/80 und 1980/81 hatten die Lokomotiven mit schweren Problemen mit der Luftansaugung und eindringender Feuchtigkeit zu kämpfen. Alle diese Mängel erforderten Änderungen in der Konstruktion, die letztlich Erfolg zeigten. Bis 1987 wurden insgesamt 126 Lokomotiven (1044.01 bis 1044.126) ausgeliefert.

Um zu verhindern, dass im Winter Flugschnee in die Lok gesaugt wird, wurden ab der 1044.71 neue, höhere Luftansauggitter in verschiedenen Bauformen installiert.

ÖBB 1144 019 mit REX bei Ebensee

Von 1989 bis 1995 wurden weitere 91 Lokomotiven geliefert (1044.200 bis 1044.290), die sich von den früheren Serien durch eine geänderte Konstruktion der Drehgestelle, verbesserte Schalldämmung und geänderte Übersetzung unterschieden.

Während die 1044.02 als Ersatzteilspender diente, wurde die Prototypenlok 1044.01 1987 zu einer Schnellfahrversuchslokomotive umgebaut und erhielt die Nummer 1044.501, sie erreichte in Tests eine Geschwindigkeit von 241,25 km/h. Die Federantriebe wurden dabei durch AEG-Geaflex-Elemente ersetzt. Die Höchstgeschwindigkeit wurde auf 220 km/h festgesetzt. 1996 wurde sie wegen Antriebsschäden abgestellt und später wieder auf Normaldrehgestelle zurückgebaut.[1] 2002 wurde sie ausgemustert und ist nun im Eisenbahnmuseum Strasshof zu besichtigen. Die 1044.40 wurde als „moderne Nostalgielok“ (aber weiterhin im Plandienst) weitgehend im Ursprungszustand in blutorange und mit altem ÖBB-Logo („Pflatsch“) beibehalten, allerdings im Februar 2010 zur 1144.40 umgebaut und umgezeichnet.

Zwischen 2002 und 2005 wurden Lokomotiven der Serie 1044.2 mit kompatibler Vielfach- und Wendezugsteuerung ausgestattet und im Zuge dieser Adaptierung zur Reihe 1144 umgezeichnet. Per August 2006 befanden sich 119 Loks der Reihen 1044.0 und 1044.1 sowie 91 Loks der Reihe 1144 im Stand der ÖBB.

Ab April 2009 wurde auch die erstgelieferte Serie (1044.0 und 1044.1) zur Reihe 1144 umgebaut. Neben dem Einbau der Fernsteuerung erhielten die umgebauten Lokomotiven eine GSM-R-Funkanlage, PZB 90 und neue LED-Scheinwerfer. Nach erfolgter Behebung der Probleme mit der Fernsteuerung (Wendezug-Steuerung) haben die 1144.0/.1 Leistungen der Reihe 1142 größtenteils übernommen. Der Umbau war 2013 abgeschlossen.[2]

Die Loks sind in ganz Österreich und selten in Teilen Süddeutschlands anzutreffen. Einzelne Loks sind an RCC-Germany vermietet und kommen in ihrem derzeitigen Einsatzgebiet sogar bis ins norddeutsche Bremerhaven. Vor der Beschaffung des Taurus wurden alle Schnellzüge nach München mit der Baureihe 1044 bespannt.

Seit Frühling 2018 werden die ältesten Loks der Baureihe 1144.0 (Inbetriebnahmejahr 1978) bei Erreichen der Kilometergrenze, bei der eine Teilausbesserung fällig wäre, abgestellt und als Ersatzteilspender verwendet. Im Herbst 2018 wurden 1144 004 und 005 ausgemustert, sämtlicher als Ersatzteil verwertbarer Komponenten beraubt und im Winter 2020/2021 verschrottet. Mitte 2020 waren bereits rund 20 Maschinen aufgrund einer fälligen Teilausbesserung oder großer Schäden (039 und 107 nach Unfallschaden, 031 und 096 nach Trafoschaden) abgestellt.

Im November und Dezember 2020 wurden zahlreiche weitere Loks außer Betrieb genommen. Gemeinsam mit den meisten der bereits zuvor abgestellten Loks sollen diese (insgesamt etwa 50 Stück) auf eine Fahrleitungsspannung von 25 kV 50 Hertz umgebaut und anschließend in die Türkei überstellt werden. Nicht zuletzt ist die große Abstellungswelle darauf zurückzuführen, dass die Reihe 1144 im Betrieb wesentlich teurer als etwa ein Taurus oder eine ÖBB 1142 ist.

Technische Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tandem 1144 mit einem Güterzug bei Trattenbach

Funkfernsteuerung (Versuche)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lokomotiven 1044.200 bis 219 wurden beim Umbau auf 1144 mit Funkfernsteuerung ausgerüstet. Dies sollte einen Nachschiebebetrieb am Brenner ohne Verbindung mit einem UIC-Kabel zwischen der Lok am Zuganfang und der am Zugende ermöglichen. Da diese Technik aber nie die Zulassung erlangte, sind die dafür vorgesehenen Antennen bereits wieder abgebaut worden.

Linienzugbeeinflussung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die letzte Serie (1044 255–290) wurde ab Werk mit einer Linienzugbeeinflussung ausgerüstet, obwohl diese bei einer maximalen Geschwindigkeit von 160 km/h nicht zwingend erforderlich wäre. Mit diesem Schritt sollte aber die größtmögliche Sicherheit bei maximaler Ausnutzung der infrastrukturseitigen Ausrüstung, auch für die Deutschland-Einsätze, erreicht werden.

Drehgestelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Drehgestelle sind drehzapfenlos mit Flexicoilfedern abgestützt und verfügen über einen elektropneumatischen Achsausgleich. Der Antrieb erfolgt über einen BBC-Federantrieb mit Doppelkonus-Gummielementen.

Lackvarianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1044 001 bis 126 sind mit blutorangem Kasten ausgeliefert worden. Die ersten Loks hatten einen schwarzen Rahmen und an jeder Front eine eigene Tafel für die Loknummer (Spitzname „Taferl-44er“). Später entfielen diese Tafeln. Die letzten Loks erhielten bereits ab Werk einen umbragrauen Rahmen und die Computernummer mit Selbstkontrollziffer. Im Jahr 1987 wurde die 1044 001 zur Schnellfahrlok 1044 501 umgebaut. Im Zuge dessen erhielt sie auch ein neues Design.

Wolfgang Valousek experimentierte weiter an einem neuen Design. Im Jahr 1989 erhielten daher fünf neu gebaute Loks ein weiteres abweichendes Design, das sogenannte „Schachbrett-Design“. Dies waren neben den ersten Loks der neuen Serie (201–203) die beiden Loks 092 und 117, die nach Unfällen verschrottet und zweitbesetzt werden mussten. Die 1144 092 und 1144.117 sind noch heute in diesem Design unterwegs. Ab der 1044 204 wurden die Loks im Valousek-Design ausgeliefert. Der verkehrsrote Lokkasten weist dabei eine hellgraue Bauchbinde und eine umbragraue Einfassung der Stirnfenster auf. Im Rahmen von Unfallausbesserungen oder sonst fälligen Neulackierungen wurden nach und nach alle noch blutorange lackierten Loks sowie die 1044 201–203 (Schachbrett) ebenfalls umlackiert. Lediglich die 1044 040 wurde hiervon ausgenommen, sie wurde zur blutorangen Nostalgielok auserkoren und erhielt sogar wieder einen schwarzen Rahmen. In diesem Aussehen wird sie vor Planzügen eingesetzt.

Unfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lichtenstein – Kollision mit LKW

Am 26. Februar 1980 stieß 1044.38 in Liechtenstein auf EK in KM 11,305 zwischen den Bahnhöfen Feldkirch und Nendeln mit Zug 416 mit einem LKW zusammen. Die Lok hat sich dabei überschlagen. Nach der Überstellung der Lok in die HW Linz wurde sie am 27. April 1981 kassiert. 1044.38 stand somit nur 8 Monate im Dienst.[3]

Neukirchen bei Lambach, Oberösterreich – Kollision zwischen Schnell- und Eilzug
Am 18. September 1987 kollidierte in Neukirchen Lambach an der Westbahn ein Schnellzug mit einem Eilzug. Vier Personen wurden getötet, 77 verletzt. Die beiden Loks, 1044.092 und 1042.652, sind verschrottet worden. Für die ÖBB 1044 ist eine Zweitbesetzung der Ordnungsnummer 092 gebaut worden, die im Jahr 1989 im Schachbrett-Design fertiggestellt worden ist.
Neukirchen bei Lambach, Oberösterreich – Kollision zwischen Schnell- und Eilzug
Am 18. September 1987 kollidierte in Neukirchen Lambach an der Westbahn ein Schnellzug mit einem Eilzug. Vier Personen wurden getötet, 77 verletzt. Die beiden Loks, 1044.092 und 1042.652, sind verschrottet worden. Für die ÖBB 1044 ist eine Zweitbesetzung der Ordnungsnummer 092 gebaut worden, die im Jahr 1989 im Schachbrett-Design fertiggestellt worden ist.
Wolfurt, Vorarlberg – Kollision zwischen Schnell- und Eilzug
Am 29. August 1988 stieß auf der Bahnstrecke St. Margrethen–Lauterach in Wolfurt der Expresszug „Pfänder“ mit einem Eilzug zusammen. Fünf Menschen kamen ums Leben, 46 wurden zum Teil schwer verletzt. Die beiden Loks ÖBB 1044 051 und 096 wurden schwer beschädigt. Die 1044 051 wurde mit Teilen aus der Serie der 1044.200 wieder aufgebaut und seither als 1044.256 bzw. später 1044.200 eingesetzt. Die 1044 096 war ein Totalschaden, für sie wurde eine Zweitbesetzung gebaut.
Bregenz, Vorarlberg – Kollision zweier Expresszüge
Am 30. August 1989 prallten auf der Bahnstrecke St. Margrethen–Lauterach der Expresszug „Montfort“ mit ÖBB 1044 023 und der Eurocity Bavaria mit SBB Re4/4II 11197 südlich von Bregenz zusammen. Ein Fahrgast wurde getötet, 16 Personen teilweise schwer, mehrere weitere leicht verletzt. Die 1044 023 wurde verschrottet und durch eine Zweitbesetzung ersetzt.
Melk, Niederösterreich – Frontalkollision im Bahnhof Melk
Am 13. Februar 1993 passierte ein Güterzug, bespannt mit ÖBB 1010 008, bei der Einfahrt in den Bahnhof Melk ein Vorsicht zeigendes Vorsignal, der Triebfahrzeugführer nahm dieses wahr und betätigte die Wachsamkeitstaste der Indusi. Trotzdem reduzierte er die Geschwindigkeit seines Zuges nicht, da der Zug planmäßig mit 90 km/h fuhr und die Überwachungsgeschwindigkeit der damaligen Indusi-Version ebenfalls nur 90 km/h betrug, erfolgte keine Zwangsbremsung. Erst kurz vor dem Halt zeigenden Ausfahrsignal bemerkte der Triebfahrzeugführer seinen Fehler und leitete eine Schnellbremsung ein. Trotzdem kollidierte der Güterzug mit einem kreuzenden Eilzug, bespannt mit der fast fabriksneuen 1044 241. Bei der Frontalkollision wurden drei Personen getötet und rund 20 weitere Personen verletzt. Die 1044 241 war irreparabel beschädigt. Dem Personal der Hauptwerkstätte in Linz gelang es allerdings, aus dem noch vorhandenen Unfallkasten der 1044 043, diverser Ersatzteile und durch immensen Zeitaufwand, eine Zweitbesetzung für die 1044 241 zu bauen. Diese konnte rund 6 Jahre nach dem fatalen Unglück dem Einsatz übergeben werden.
Braz, Vorarlberg – Kollision mit Mure
Am frühen Abend des 11. August 1995 ging im Klostertal ein schweres Gewitter mit heftigen Regenfällen nieder. Dies führte dazu, dass sich eine Mure vom Berghang löste und sich im Bereich des Masonbaches den Weg ins Tal bahnte. Die Brücke der Arlbergbahn über diesen Bach wurde mitgerissen, als sich der IC 566 näherte. Der Lokführer konnte trotz eingeleiteter Notbremsung den Zug nicht mehr rechtzeitig anhalten. Die führende 1044 047 sowie die ersten drei Reisewagen stürzten ins Bachbett. Vier Menschen starben. Die Lok wurde nach dem Ausbau wiederverwendbarer Teile an Ort und Stelle verschrottet. (Artikel)
Mühldorf, Kärnten – Zusammenstoß zweier Güterzüge
Am 7. September 1999 kollidierten auf der Tauernbahn im Bahnhof Mühldorf-Möllbrücke zwei Güterzüge (1044 022 bzw. 1044 072). Ein Lokomotivführer starb, der zweite kam mit leichten Verletzungen davon. Die 1044 022 musste kassiert werden.
Mallnitz, Kärnten – Autoverladezug kollidiert mit Güterzug
Am 7. Juli 2000 stieß im Bahnhof Mallnitz auf der Tauernbahn in den Morgenstunden ein Autoverladezug der Tauernschleuse mit einem Güterzug zusammen. Der Lokomotivführer der Tauernschleuse und drei Lastwagenlenker wurden leicht verletzt. Die beteiligte 1044 076 wurde daraufhin verschrottet.
Wampersdorf, Niederösterreich – Bremsversagen eines Güterzugs
Am 26. Februar 2002 prallte auf der Pottendorfer Linie in Wampersdorf ein aus 28 Wagen bestehender Güterzug SopronEbenfurthWien Zvbf, bespannt mit der ÖBB 1142 685, auf eine mit 21 Lastwagen beladenen Rollende Landstraße (RoLa), bespannt mit ÖBB 1044 213, zusammen. Der Begleitliegewagen der RoLa wurde völlig zerstört. Von den 21 Lkw-Fahrern wurden 6 getötet und 15 teils schwer verletzt. Ursache des Unfalls war Bremsversagen. Bereits auf der Fahrt von Sopron nach Ebenfurth zeigte der Zug eine schlechte Bremswirkung, weil die letzten beiden Wagen nicht an der Druckluftbremse angeschlossen waren. Weil in Ebenfurth nach dem Richtungswechsel die Bremsprobe nicht korrekt durchgeführt wurde, bemerkte man den geschlossenen Bremshahn vom nun zweiten zum dritten Wagen nicht. Die 1044 213 wurde beim Unfall vor allem an beiden Fronten beschädigt. Im Zuge der Unfallreparatur in der Hauptwerkstätte in Linz erfolgte der Umbau zur 1144 213.[4]
Brenner, Tirol – Entrollte Lokomotiven am Brenner
Am 10. Februar 2014 entrollten im RoLa-Terminal Brennersee zwei unbesetzte Lokomotiven Baureihe 189 von Lokomotion und Rail Traction Company und prallten in den Begleitwagen und die Schiebelokomotive 1144 eines RoLa-Zugs. Die 1144 281 stürzte eine Böschung hinunter und schrammte dem Bahnhofsgebäude entlang. Glücklicherweise war die Fahrstraße für die Schiebelokomotive in ein Stumpfgleis und nicht auf das Streckengleis mit 23 ‰ Gefälle eingestellt. Die Lok wurde wieder hergerichtet und hat seither auf einer Seite keine Konsole für das dritte Schlusslicht mehr.[5]
Allentsteig, Niederösterreich – REX mit Sattelzug kollidiert
Am 25. September 2015 kollidierte der Regional-Express REX 2150 WienGmünd auf einer Eisenbahnkreuzung kurz vor dem Bahnhof Allentsteig der Franz-Josefs-Bahn mit einem Sattelauflieger, der eine 18 t schwere Holzerntemaschine geladen hatte und an der überhöhten Eisenbahnkreuzung aufgesessen war. Der Triebfahrzeugführer verstarb noch an der Unfallstelle, während der Fahrer des Sattelschleppers noch vor dem Unfall aus dem Führerhaus steigen konnte.[6] Die Unfalllok der Reihe 1144 (1144 286) wurde in der Hauptwerkstätte Linz repariert.
Beschädigte Hilfslokomotive 1144 282 im Polleroswandtunnel
Auf der Semmeringbahn ver­unfallter Tragwagen mit Container im Polleroswandtunnel
Breitenstein, Niederösterreich – Zurückrollender Güterzug kollidiert mit Hilfslok
Am 1. Dezember 2015 kam es auf der Semmeringbahn vor dem Bahnhof Semmering zu einer Zugtrennung eines bergauf fahrenden Holzzugs, der 205 Tonnen schwerer als erlaubt war. Ein nachfolgender, ebenfalls Richtung Semmering fahrender Containerzug, wurde am vorherigen Selbstblocksignal angehalten. Die ÖBB 1144 282, die auf dem Weg von Mürzzuschlag nach Gloggnitz war, wurde vom Bahnhof Breitenstein als Nebenfahrt in den besetzten Gleisabschnitt eingelassen um den Containerzug zurück nach Breitenstein zu ziehen. Obwohl die Lokomotive noch gar nicht am Zugschluss angelangt war, löste der Triebfahrzeugführer des Containerzuges im Halbschlaf die Bremse, worauf sich der Zug in Bewegung setzte und im Polleroswandtunnel mit der Nebenfahrt kollidierte. 14 Containertragwagen entgleisten, die Lok sowie die Gleis-, Oberleitungs- und Signalanlagen im Tunnel erlitten schwere Beschädigungen. Der Sachschaden betrug um die drei Millionen Euro. Der Lokführer der Nebenfahrt wurde schwer verletzt. Die Semmeringbahn musste für rund zwei Wochen gesperrt werden.[7][8]
Meidling, Wien – Verschubfahrt kollidiert mit Railjet
Am 15. April 2017 fuhr eine Verschubfahrt, bestehend aus der 1144 106 und einem Doppelstock-Wendezug, in die Flanke eines Railjet von Wien nach Lienz. Zuvor hatte der Triebfahrzeugführer der Verschubfahrt ein Verschubsignal missachtet. Die letzten 4 Wagen entgleisten und kippten fast komplett um. Dabei wurden 16 Personen verletzt.[9]
Triebfahrzeuge der Reihen 5022 und 1144 nach der Kollision in Haiding
Haiding, Oberösterreich – Entrollter Personenzug mit geräumten Zug gestoppt
Am 30. Oktober 2017 entrollte im Bahnhof Neumarkt-Kallham an der Bahnstrecke Wels–Passau ein leerer Regionalzug in Richtung Wels. Der Fahrdienstleiter bemerkte den Vorfall, worauf Feuerwehren die Bahnübergänge sicherten. Mit einem weiteren Personenzug der Reihe 5022, der zuvor im Bahnhof Haiding geräumt wurde, konnte nach 20 Kilometer Geisterfahrt der entlaufene Zug gestoppt werden. Den entstandenen Sachschaden schätzten die ÖBB auf mehrere hunderttausend Euro. Die beteiligte 1144 259 ist wieder repariert worden.[10]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: ÖBB 1044 – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Helmut Petrovitsch: Umbau auf Geaflex-Antrieb. In: eisenbahn-magazin. Nr. 6, 2015, ISSN 0342-1902, S. 9.
  2. Helmut Petrovitsch: ÖBB-Allrounder wird 40. In: eisenbahn-magazin. Nr. 6, 2015, ISSN 0342-1902, S. 15.
  3. Wolfgang Moll: bahnbilder.warumdenn.net – Eisenbahnbilder aus Österreich. Abgerufen am 12. Januar 2021.
  4. Alfred Horn: Der Zusammenstoss in Wampersdorf. In: Eisenbahn Österreich. Nr. 4/2002. Minirex, ISSN 1421-2900, S. 173.
  5. Helmut Petrovitsch: Unfall mit entrollten Lokomotiven am Brenner. In: Eisenbahn Österreich. Nr. 3/2014. Minirex, ISSN 1421-2900, S. 130.
  6. LKW gegen Zug auf der Franz-Josef-Bahn in der KG Thaua. Website der Freiwilligen Feuerwehr Göpfritz/Wild, abgerufen am 13. Februar 2016.
  7. Kuriose Zugkollision am Semmering. In: Schweizer Eisenbahn-Revue. Nr. 1/2016. Minirex, ISSN 1022-7113, S. 28–29.
  8. Güterzugunfall am Semmering: Prozess endet mit Diversion. In: Kurier (Online-Ausgabe) vom 26. Juli 2017
  9. Zwischenuntersuchungsbericht Auf: bmvit.gv.at 19. November 2018
  10. Hoher Schaden durch Geisterzug. Auf: ooe.orf.at, 1. November 2017.