Gosauseen

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Gosauseen (Oberösterreich)
Gosauseen
Gosauseen
Die drei Gosauseen

Die Gosausseen sind drei zum Salzkammergut gehörende Seen im Gosautal in Oberösterreich, Österreich.

  • Vorderer Gosausee
  • Gosaulacke
  • Hinterer Gosausee
Hinterer Gosausee, Gosaulacke und Vorderer Gosausee, Blick nach Südosten

Vorderer und Hinterer Gosausee haben praktisch keine Verbindung zueinander. Beide Seen werden hauptsächlich durch Quellen, die von den Gletschern des Dachsteins kommen, unterhalb der Wasseroberfläche gespeist.

Geographie und Landschaft[Bearbeiten]

Die Gosauseen liegen in einem schmalen V- oder Kerbtal nordöstlich des Gebirgsstocks des Gosaukamms, der mit Gipfeln wie Donnerkogel, Däumling oder Bischofsmütze zahlreiche Klettergipfel aufweist. Im Südosten erhebt sich das Dachsteinmassiv, von dessen Gletschern die Seen hauptsächlich gespeist werden.

Das markante Tal ist ein Grabenbruch, der sich bis zum Reisgang am Hochkesselkopf zieht und die Grenze zwischen dem Sedimentkalk des Dachsteins und dem Riffkalk des Gosaukamms markiert. Es ist hauptsächlich bewaldet, nur an den Seen befinden sich einige Almwiesen, großteils aber fallen die Ufer recht steil ins Wasser ab.

Alle drei Seen sind Naturschutzgebiet.

Der Vordere Gosausee[Bearbeiten]

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Vorderer Gosausee
Vorderer Gosausee mit Dachstein 2006
Vorderer Gosausee mit Dachstein 2006
Geographische Lage Gosau, Oberösterreich; Dachsteinmassiv, Salzkammergut
Zuflüsse unterirdisch
Abfluss unterirdisch zum Gosaubach, Hallstätter See, Traun
Orte am Ufer Vordergosaualm
Daten
Koordinaten 47° 31′ 43″ N, 13° 30′ 23″ O47.52873513.506317933
Höhe über Meeresspiegel 933 m ü. A.
Fläche 52 haf5
Länge 1,8 kmf6
Breite 500 mf7
Volumen 24.700.000 m³f8
Maximale Tiefe 69 mf10
Mittlere Tiefe 35 mf11

Besonderheiten

endorheisches Gewässer

Der vordere Gosausee ist ein natürlicher Bergsee, der ein Gletscherrückzugsee der letzten Eiszeit ist. Er wird von unterirdischen Quellen im hinteren Seebereich gespeist. Auch die natürlichen Abflüsse erfolgen großteils unterirdisch zu den Brunnbächen in der Gosau.

Der Blick vom Seeausfluss in Richtung Dachstein ist eines der berühmtesten Bergmotive Österreichs. Speziell bei Windstille und dadurch spiegelndem See aber auch bei Abendrot bietet das fast symmetrische Bild auf die Gletscher des Dachsteins mit der Einrahmung durch den Gosaukamm einen wunderschönen Anblick.

Der natürliche Wasserspiegel des Vordere Gosausees war ursprünglich einige Meter niedriger und der See war auf der linken Seite (Blickrichtung Dachstein) nicht zu begehen. Der Weg zu den Almen an der Gosaulacke und dem Hinteren Gosausee führte rechts unterhalb der Abstürze des Gosaukamms vorbei. Der See wurde 1907 im Zuge der ersten Bauarbeiten an der Kraftwerkskette Gosau mit einer durch den Fels des Lärchkogels gesprengten Arbeitsstraße auf der linken Seite versehen, die bis zum Hinteren Gosausee geführt wurde. Die Stern & Hafferl Verkehrsgesellschaft plante damals, 5 Kraftwerke mit dem Wasser des Gosautals zu betreiben. Mit den Kraftwerken Steeg (Speichersee Gosau Vordertal), Gosauschmied (Speichersee Gosau Hintertal) und Gosau (Speichersee Vorderer Gosausee) wurden 3 dieser Bauvorhaben auch realisiert. Die Kraftwerke Gosaulacke und Hinterer Gosausee wurden nicht umgesetzt, nachdem bei Färbeversuchen festgestellt wurde, dass das Becken des Hinteren Gosausees nicht dicht ist und weitestgehend in den Waldbachursprung entwässert. Der Vordere Gosausee wurde im Zuge der Arbeiten an der Kraftwerkskette für die optimale Ausnutzung der Energiegewinnung 1913 um etwa 12 m zusätzlich aufgestaut und erhielt dadurch sein heutiges Bild.

Der See ist bei Tauchern wegen seines klaren Wassers sehr beliebt.

Alljährlich im Mai findet auf dem rund 4,5 km langen ebenen Rundwanderweg um den See ein 2er Staffellauf statt.

Am Ostufer des Sees an den steilen Abstürzen des Lärchkogels ist der „Laserer-Alpin-Klettersteig“ situiert[1].

Im See sind mehrere Fischarten vorhanden, die Pfrille (Elritze) war heimisch, Regenbogenforelle, Barsch, Hecht sind eingesetzt. Ein weiterer heimischer Fisch war der Schwarzreiter, eine kleine Saiblingsart, der vor 50 Jahren nach dem Einsetzen der Forellen ausgestorben ist.[2]

Am Seeanfang, der über die Landesstraße von Gosau aus zugänglich und mit großen Parkplätzen großzügig versehen ist, befindet sich mit der Gosaukammbahn zur Gablonzer Hütte ein Einstiegspunkt zum Skigebiet Dachstein-West mit vielen Wanderrouten auch im Sommer. Vom Vorderen Gosausee starten Bergsteiger auch die Besteigung des Hohen Dachsteins über die Adamekhütte am Fuß des großen Gosaugletschers.

Die Gosaulacke[Bearbeiten]

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Gosaulacke
Die nur im Frühling mit Wasser gefüllte Gosaulacke zwischen Hinterem und Vorderem Gosausee
Die nur im Frühling mit Wasser gefüllte Gosaulacke zwischen Hinterem und Vorderem Gosausee
Zuflüsse unterirdisch, bei Hochwasser Überlauf aus dem hinteren Gosausee
Abfluss keiner, bei Hochwasser Überlauf zum vorderen Gosausee
Daten
Koordinaten 47° 31′ 0″ N, 13° 31′ 41″ O47.51654113.528064969
Höhe über Meeresspiegel 969 m ü. A.
Fläche 4,5 hadep1f5
Länge 350 mf6
Breite 170 mf7

Besonderheiten

episodisches Gewässer

Die Gosaulacke ist ein episodisches Kleingewässer von geringer Tiefe, das von der Launigg-Karstquelle und dem kleinen Brandsee her einen nur sehr kleinen dauerhaften Zufluss erfährt. Allein bei der Schneeschmelze oder nach schweren Regenfällen kann die Gosaulacke durch den überlaufenden hinteren Gosausee gefüllt werden, sie läuft dann ihrerseits in den vorderen Gosausee über. In Trockenperioden dagegen verschwindet der See. Die Wasserqualität schwankt zwischen exzellent klarem und Trübwasser.

Am Ausfluss der Gosaulacke befinden sich die Niedere Holzmeisteralm, ein Jagdhaus und eine Jagdhütte.

Der Hintere Gosausee[Bearbeiten]

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Hinterer Gosausee
Hinterer Gosausee
Hinterer Gosausee
Zuflüsse unterirdisch
Abfluss unterirdisch ca. 6 km zum Waldbachursprung und über den Mühlbach in den Hallstätter See. Nur perennierend bei Hochwasser Überlauf zum vorderen Gosausee
Daten
Koordinaten 47° 30′ 9″ N, 13° 32′ 58″ O47.50244613.5493181154
Höhe über Meeresspiegel 1154 m ü. A.
Fläche 31 haf5
Länge 800 mf6
Breite 600 mf7
Maximale Tiefe 36 mf10

Besonderheiten

endorheisches Gewässer

Der Hintere Gosausee fließt großteils über ein Höhlensystem in den Waldbachursprung, die Riesenquelle des Waldbachs; und über den Mühlbach in den Hallstätter See. Außerdem zu Quellen des Gosaubachs im Gosautal, weit unterhalb des vorderen Sees, ab.[3] Nur bei Hochwasser bzw. bei der Schneeschmelze im Frühling wird neben der Karst-Riesenquelle Launigg (!547.5157005513.535500547.515713.53551160) u. a. ein Bachbett als Überlauf aktiv, und füllt die Gosaulacke auf.

Am hinteren Ende des Sees befinden sich die im Sommer bewirtschaftete Hohe Holzmeisteralm und eine Jagdhütte.

Wanderwege[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Gosauseen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.bergsteigen.com/klettersteig/oberoesterreich/dachsteingebirge/laserer-alpin-klettersteig
  2. hallstatt.net
  3. Andreas Scheidleder, et al.: Pilotprojekt „Karstwasser Dachstein“. Band 2: Karsthydrologie und Kontaminationsrisiko von Quellen. Monographien, Band 108. Umweltbundesamt, Wien 1998. ISBN 3-85457-456-8 PDF, S. 10 (3,2 MB)