Semmering-Pass

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Semmering-Pass
Blick auf den Semmering

Blick auf den Semmering

Himmelsrichtung West Ost
Passhöhe 984 m ü. A.
Bundesland Steiermark Niederösterreich
Wasserscheide Fröschnitzbach → Mürz → Mur → Donau Heidbach → Auebach (Schwarza) → Schwarza → Leitha → Donau
Talorte Spital am Semmering Schottwien
Ausbau Landesstraße / Semmering Schnellstraße S6 (Tunnel) / Semmeringbahn (Tunnel)
Karte
Semmering-Pass (Österreich)
Semmering-Pass
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Koordinaten 47° 37′ 59″ N, 15° 49′ 48″ OKoordinaten: 47° 37′ 59″ N, 15° 49′ 48″ O
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Semmeringpass, 20. August 1825, Kaiser Franz und Karoline, Lith. um 1830, J.F.Kaiser, Graz

Der Semmering-Pass oder kurz Semmering ist ein 984 m ü. A. hoher Gebirgspass zwischen der Raxalpe im Norden und dem Wechselgebirge im Süden. Unmittelbar über dem Pass liegt im Süden der Hirschenkogel und im Norden der Pinkenkogel (1292 m ü. A.). Der Semmering bildet die natürliche Grenze zwischen Niederösterreich und der Steiermark.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Semmeringgebiet stellt ein geologisches Fenster dar, in dem ältere Gesteine der Zentralalpen über jüngere hinausragen – ähnlich wie beim Tauernfenster. Flächenmäßig überdeckt dieses Semmeringfenster allerdings nur etwa 200 km².

Im Semmeringgebiet liegen Reste mehrerer kleiner Bergwerke, in denen vom 16. Jahrhundert bis ins 19. Jahrhundert Eisenerz, Kupfer und andere Erze sowie Kohle gefördert wurden.[1]

Namensgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet um den Semmering war wohl in den unruhigen Zeiten der Völkerwanderungen zu großen Teilen entvölkert worden, ein Schicksal, welches es sich mit vielen Gebieten in den östlichen Alpen teilte. Ab etwa dem 6. Jahrhundert konnten so slawische Stämme einwandern, die auch dem Semmering seinen Namen gaben – „Semmerick“, was mutmaßlich so viel wie „der Unwirtliche“ bedeutet. Es gibt aber auch andere Namenserklärungen, die von anderen slawischen oder gar deutschen Wurzeln sprechen, so die ebenfalls slawische Bezeichnungen „Smrk“ (Fichte) oder „Cemerinik“ (Berg bei der Schneerose).

Als etwa im 10. Jahrhundert die deutsche Besiedlung den Semmering einnahm, übernahmen die deutschen Kolonisten – wie anderenorts auch – die alten slawischen Flurbezeichnungen, wobei bekannt ist, dass unter den deutschen Kolonisten auch lange Zeit die deutsche Bezeichnung „Cerewald“ (Zirbenwald) für den Semmering in Gebrauch war. In der Arthus-Reise des Minnesängers Ulrich von Liechtenstein berichtete dieser von seinen Abenteuern, die ihm bei der Überquerung des „Semernic“ widerfuhren.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Saumweg über den Semmering wurde erst 1160 im Auftrag von Markgraf Ottokar III. angelegt. Bis dahin lief der Verkehr zwischen dem Wiener Becken und dem Süden über das Pittental, entlang der alten Römerstraße über den Wechsel. Dieser Saumweg wurde um 1735 unter Karl VI. durch die erste Semmeringstraße ersetzt. Damals entwickelte sich Schottwien am Beginn der eigentlichen Bergfahrt zur wichtigen Etappenstation für Fuhrwerke, da man hier zusätzliche Pferde vorspannen musste um die steile Straße zu bewältigen. Besonders Beherbergungsbetriebe und das Transportnebengewerbe (wie Schmiede, Wagner und Sattler) blühten auf.

Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde eine neue Trasse geplant, um die gefährlichen Steigungen der alten Straße zu entschärfen, über diese Trasse wurde dann in den Jahren 1839 bis 1841 eine zweite Straßenverbindung gebaut.

Ab 1842 führten dann Bahnstrecken von Bruck an der Mur nach Mürzzuschlag und von Wien nach Gloggnitz, deren Lücke über den Semmering 1854 durch die von Carl Ritter von Ghega erbaute Semmeringbahn geschlossen wurde.

Von 1956 bis 1958 wurde die Semmeringstraße ein drittes Mal neu trassiert und dem gewachsenen Verkehrsaufkommen angepasst.[3]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Semmering ist neben dem Wechselpass die wichtigste Verbindung zwischen den Bundesländern Niederösterreich und Steiermark. Überquert werden kann er auf der Landesstraße oder auf der Semmering Schnellstraße S6 sowie mit der Semmeringbahn. Auf der Passhöhe ist der gleichnamige Luftkurort Semmering. Der Wallfahrtsort Maria Schutz liegt unweit des Semmerings auf der östlichen Seite in Niederösterreich, ebenso der Ort Schottwien, westlich des Passes sind Spital am Semmering und Mürzzuschlag die Talorte.

Satellitenaufnahme des Trassenverlaufs der Semmeringbahn

Eine Ergänzung der Semmeringbahn, die als weltweit erste Hochgebirgsbahn als UNESCO-Weltkulturerbe geschützt ist, verfolgt das Vorhaben Semmering-Basistunnel. Das Projekt soll die Fahrzeit von Wien nach Graz wesentlich verkürzen, ist jedoch wegen befürchteter Störungen des Grundwasserhaushalts umstritten.

Im Oktober 2004 wurde der Semmeringtunnel für den Autoverkehr eröffnet. Dies erspart Zeit und entlastet den Kurort Semmering vom Verkehr. Er ist aber auch kritisch zu betrachten, da er dem Ort die wichtige Einnahmequelle des Pendlerverkehrs entzieht. Andererseits muss erwähnt werden, dass ohne den Durchzugsverkehr über den Pass die Lebensqualität gesteigert werden konnte und eine Neugestaltung der Passhöhe angedacht wird.

Skigebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Direkt am Pass befindet sich das Skigebiet Hirschenkogel, westlich vom Semmering bei Spital das Stuhleck, die beide besonders von Tages- und Wochenendausflüglern besucht werden. Bei Maria Schutz befand sich ein weiteres kleines Skigebiet mit einer nicht präparierten, sehr steilen und schweren Piste am Sonnwendstein.

Historische Landkarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Semmering – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Weblinks zur Bahn am Semmering-Pass:

  • Fotoalbum: SEMMERINGBAHN – Eisenbahn, fotografiert in der „Semmering-Landschaft“ (www.eisenbahn-in-oesterreich.at)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael Hackenberg: Bergbau im Semmeringgebiet. Archiv für Lagerstättenforschung der Geologischen Bundesanstalt. Band 24 . Wien 2003. ISSN 0253-097X Seiten 5–97. (PDF; 12,7 MB)
  2. Steffan Bruns: Alpenpässe – vom Saumpfad zum Basistunnel, Bd. 4
  3. Geschichte des Semmerings auf //www.semmering.or.at/ (Memento vom 18. April 2010 im Internet Archive)