Shermin Langhoff

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Shermin Langhoff 2010

Shermin Langhoff (* 1969 als Şermin Özel in Bursa, Türkei), ist eine deutsche Theaterregisseurin, -leiterin und aktuelle -intendantin des Maxim-Gorki-Theaters.

Leben[Bearbeiten]

Langhoff wurde kurz nach ihrer Geburt zu den Großeltern nach Edremit gebracht. 1978 kam sie mit neun Jahren zu ihrer Mutter nach Deutschland, die als Gastarbeiterin bei AEG in Nürnberg arbeitete.[1] Nach ihrer Schulzeit am Hans-Sachs-Gymnasium absolvierte sie eine Lehre als Verlagskauffrau. Beruflich wandte sie sich zunächst der Filmbranche zu und absolvierte ein Volontariat in der Film- und Fernsehproduktion des NDR. Anschließend arbeitete sie als Aufnahme- und Produktionsleiterin, dann als Produzentin und Regieassistentin.[2]

Seit 1996 ist sie mit dem Theaterregisseur Lukas Langhoff verheiratet, mit dem sie seit 1998 eine Tochter hat.

Langhoff war Leiterin des Ballhaus Naunynstraße in Berlin-Kreuzberg. 2012 wurde sie zur Intendantin des Maxim Gorki Theaters in Berlin berufen als Nachfolgerin von Armin Petras, der im Sommer 2013 an das Württembergische Staatstheater nach Stuttgart wechselte.

Arbeit[Bearbeiten]

Sie rief das Filmfestival Türkei/Deutschland in Nürnberg ins Leben und versammelte dort türkischstämmige Künstler aus ganz Deutschland. 2003 gründete Langhoff das deutsch-türkische Kulturbüro „KulturSprünge“ in Berlin, das 2004 das Filmfest Europe in Motion veranstaltete. Im selben Jahr bearbeitete sie im Hebbel am Ufer[1] für das Theaterprojekt „X-Wohnungen - Migration“. Mit Fatih Akın arbeitete sie in Gegen die Wand und Crossing The Bridge – The Sound of Istanbul zusammen.

Sie wurde Kuratorin am HAU und entdeckte und förderte in einer „Akademie der Autodidakten“ viele Talente der zweiten türkischen Einwanderergeneration für Film und Theater. 2006 entstand Langhoffs Projekt Beyond Belonging. Migration, zu dem u.a. Ayşe Polat und Feridun Zaimoğlu Theaterproduktionen beisteuerten. 2007 kuratierte sie die zweite Ausgabe des Projekts Beyond Belonging. Autoput Avrupa mit Stücken und Inszenierungen u.a. von Nurkan Erpulat und Rimini Protokoll. 2008 kuratierte sie in eben diesem Rahmen das Format Ceza & Friends, eine Open-Mike-Session mit dem Rapper Ceza.

Von 2008 bis 2013 war sie künstlerische Leiterin im Ballhaus Naunynstraße, das nach seinem Umbau mit Dogland – junges postmigrantisches Theaterfestival wiedereröffnete. 2013 wechselte sie als Co-Intendantin ans Berliner Maxim-Gorki-Theater.[3][4]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Jana Simon: Shermin macht Theater. Sie wuchs als Gastarbeiterkind auf, heute leitet sie eine Staatsbühne: Shermin Langhoff lässt Stücke über junge Schläger und muslimische Jungfrauen aufführen. Ist ihr Gorki-Theater in Berlin ein "Multikulti-Stadl" oder die aufregendste Bühne der Republik?, in: Die Zeit, Nummer 39, 18. September 2014, ISSN 0044-2070, S. 15-17.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Mely Kiyak: Revolüsyon! In: Die Zeit, 24. Februar 2011
  2. Shermin Langhoff - Kairos-Preisträgerin 2011, Alfred Toepfer Stiftung, 2011, abgerufen am 24. Februar 2011
  3. http://www.rbb-online.de/nachrichten/kultur/2012_08/shermin_langhoff_ausgezeichnet.html
  4. http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/regioline_nt/berlinbrandenburg_nt/article108444897/Berliner-Toleranzpreis-fuer-Theatermacherin-Shermin-Langhoff.html
  5. Moses-Mendelssohn-Preis für Shermin Langhoff