1010

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Staatsoberhäupter · Nekrolog

1010
Hypothetische Karte von Thorfinn Karlsefnis Expedition nach Vinland
Thorfinn Karlsefni
begibt sich um 1010 auf eine
Expedition nach Vinland.
Statue der Gudridur Thorbjarnardottir auf Island
An Bord befindet sich
unter anderem seine Frau
Gudridur Thorbjarnardottir.
1010 in anderen Kalendern
Armenischer Kalender 458/459 (Jahreswechsel Juli)
Äthiopischer Kalender 1002/03
Buddhistische Zeitrechnung 1553/54 (südlicher Buddhismus); 1552/53 (Alternativberechnung nach Buddhas Parinirvana)
Chinesischer Kalender 61. (62.) Zyklus, Jahr des Metall-Hundes 庚戌 (am Beginn des Jahres Erde-Hahn 己酉)
Chula Sakarat (Siam, Myanmar) / Dai-Kalender (Vietnam) 372/373 (Jahreswechsel April)
Iranischer Kalender 388/389
Islamischer Kalender 400/401 (Jahreswechsel 14./15. August)
Jüdischer Kalender 4770/71 (10./11. September)
Koptischer Kalender 726/727
Malayalam-Kalender 185/186
Seleukidische Ära Babylon: 1320/21 (Jahreswechsel April)

Syrien: 1321/22 (Jahreswechsel Oktober)

Spanische Ära 1048
Vikram Sambat (Nepalesischer Kalender) 1066/67 (Jahreswechsel April)
Andauernde Ereignisse
Byzantinisch-Bulgarische Kriege (seit 977/1002)

Ereignisse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik und Weltgeschehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ostfränkisch-deutsches Reich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der römisch-deutsche König Heinrich II. versammelt in der Mark Lausitz ein Heer für einen Feldzug gegen Polen unter Herzog Bolesław I Chrobry. Wegen einer Erkrankung muss er jedoch unverrichteter Dinge wieder abziehen. Das Heer verwüstet daraufhin die Ländereien des Lausitzer Markgrafen Gero, der für diese Übergriffe nicht entschädigt wird.

Süditalien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Basileios Mesardonites, der byzantinische Gouverneur des Katepanats Italien beginnt im März mit der Belagerung der von langobardischen Aufständischen unter der Führung des Apuliers Meles und seines Schwagers Dattus gehaltenen Stadt Bari.

al-Andalus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dinar Hishams II.

Sulaiman al-Mustain, Kalif von Córdoba, versucht Toledo zu erobern, wohin sich sein Vorgänger Muhammad II. al-Mahdi Ende des Vorjahres geflüchtet hat. Er erleidet jedoch eine Niederlage, Córdoba wird von den Katalanen geplündert, und Muhammad II. wird neuerlich Kalif. Wenig später wird er allerdings durch einen Putsch von Sklaventruppen unter al-Wahdid gestürzt und getötet. Hischam II. wird zum zweiten Mal Kalif, nachdem er im Jahr 997 die Macht an den Kämmerer Almansor übertragen musste und danach unter wechselnden Herrschern die Zeit in Gefangenschaft verbracht hat. Er steht nun allerdings unter dem beherrschenden Einfluss von al-Wahdid. Gleichzeitig kommt es zu Kämpfen mit Berbertruppen, die nach wie vor Sulaiman al-Mustain unterstützen.

Das Taifa-Reich Dénia

Der ehemalige Sklave Mudschahid beginnt mit der Eroberung des Gebiets um Dénia und der Balearen und etabliert damit das Taifa-Königreich Dénia innerhalb des Kalifats von Córdoba.

Weitere Ereignisse auf der iberischen Halbinsel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ermengol II. folgt seinem Vater Ermengol I. nach dessen Tod am 2. Juli als Graf von Urgell. Anfänglich steht er unter der Vormundschaft seines Onkels Raimund Borrell, Graf von Barcelona. Dieser führt einen Feldzug gegen das geschwächte Kalifat.

Nordafrika[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zerstörungswelle christlicher Kirchen unter al-Hākim bi-amr Allāh fällt unter anderem das Kloster Deir al-Qazir bei Kairo zum Opfer. Arsenios, der melkitische Patriarch von Alexandria, wird im Juli hingerichtet.

Asien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Nordtor der Zitadelle Đại La heute

Kaiser Lý Thái Tổ, Begründer der vietnamesischen Lý-Dynastie wählt die im Jahre 866 von der chinesischen Tang-Dynastie errichtete Zitadelle namens Đại La am Westufer im Delta des Roten Flusses zu seiner Residenzstadt und nennt sie Thăng Long (aufsteigender Drache). Das gilt als Gründungstag von Hanoi. Die Architektur der in den folgenden Jahren auf den Trümmern der chinesischen Festung und auf trockengelegtem Schwemmland errichtete kaiserliche Residenz wird an chinesische Vorbilder angelehnt. So werden in der quadratische angelegten inneren Königsstadt (Hoàng Thành) die wichtigsten Gebäude entlang einer Nord-Süd-Achse angeordnet, in der Mitte die Thronhalle, die Ministerien und Verwaltungsgebäude. Nördlich liegt die Purpurne Verbotene Stadt (Tử Cấm Thành) mit kunstvollen Palästen und Gartenanlagen, in der die königliche Familie residiert. Dieser innere Bereich wird von der ebenfalls quadratischen Äußeren Stadt (Kinh Thành) mit den Vierteln des einfachen Volkes, der Händler und Handwerker umschlossen.

Amerika[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thorfinn Karlsefni errichtet für drei Jahre in Vinland am Sankt-Lorenz-Golf die Siedlung Hóp. Teilnehmerinnen der Expedition sind unter anderem seine Frau Guðríður Þorbjarnardóttir und Freydis Eriksdóttir, die Halbschwester Leif Erikssons. In dieser Zeit wird auch Thorfinns Sohn Snorri Þorfinnsson geboren, der damit als erstes Kind europäischer Abstammung gilt, das in Amerika auf die Welt kam.

Urkundliche Ersterwähnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Detail aus der Urkunde der ersten Erwähnung von Ubingun
  • 16. April: Der heutige Münchener Stadtteil Aubing wird als Ubingun erstmals urkundlich erwähnt. Nach dieser Urkunde gibt König Heinrich II. dem Kloster Polling Besitz in acht Dörfern zurück, die dem Kloster laut Urkunde „offenbar“ früher gehörten. Wahrscheinlich bezieht sich dies auf eine Enteignung des Klosters durch den früheren bayerischen Herzog Arnulf I. zur Finanzierung seines Heeres während der Ungarneinfälle. Neben Aubing betrifft die Rückgabe die Orte Polling, Weilheim, Rieden, Landstetten, Aschering und Wangen, alle westlich und nördlich des Starnberger Sees, sowie ein Pfaffenhofen, vermutlich Oberpfaffenhofen.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur
  • Der persische Dichter Firdausi vollendet das Heldenepos Schāhnāme, das persische Nationalepos.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christentum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Swetizchoweli-Kathedrale in Mzcheta
Bernward von Hildesheim (Denkmal am Dom, 1893)
  • Ein Steinblock vom südwestlichen Treppenturm mit der Jahreszahl 1010 legt die Vermutung nahe, dass Bischof Bernward in diesem Jahr den Grundstein für die St. Michaelis-Kirche in Hildesheim legt.

Islam[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Natur und Umwelt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geboren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geburtsdatum gesichert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 12. Mai: Song Renzong, Kaiser der Song-Dynastie in China († 1063)

Genaues Geburtsdatum unbekannt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eustach I., Graf von Boulogne und Stammvater des Hauses Boulogne († 1049)
  • Michael IV., Kaiser des Byzantinischen Reichs († 1041)

Geboren um 1010[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Adalbero, Bischof von Würzburg († 1090)
  • Adalbero III., Bischof von Metz († 1072)
  • Amatus, Bischof von Capaccio, dann Chronist und Mönch im Benediktinerkloster Monte Cassino († nach 1078)
  • Anno II., Erzbischof von Köln († 1075)
  • Benno, Bischof von Meißen und katholischer Heiliger († 1106)
  • Gebhard, Erzbischof von Salzburg († 1088)
  • Sieghard VII., Graf im Chiemgau († 1044)
  • Wallada bint al-Mustakfi, umayyadische Prinzessin und Poetin in Andalusien (gest. 1091)

Gestorben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Todesdatum gesichert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 3. Mai: Ansfried, Graf in Löwen und Bischof von Utrecht (* um 940)
  • 2. Juni: Ermengol I., Graf von Urgell

Genaues Todesdatum unbekannt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gestorben um 1010[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Edla, Frau von König Olaf Skötkonung von Schweden (* um 980)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: 1010 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien