8 Mile (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel 8 Mile
Originaltitel 8 Mile
8 Mile (Film) Logo.png
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2002
Länge 106 Minuten
Altersfreigabe FSK/JMK 12
Stab
Regie Curtis Hanson
Drehbuch Scott Silver
Produktion Carol Fenelon,
Brian Grazer
Musik Eminem
Kamera Rodrigo Prieto
Schnitt Craig Kitson,
Jay Rabinowitz
Besetzung
Synchronisation
8 Mile Road Exit in der Nähe von Detroit

8 Mile, auch bekannt als 8 Mile – Jeder Augenblick ist eine neue Chance,[1] ist ein US-amerikanischer, Oscar- und Emmy-prämierter Spielfilm aus dem Jahr 2002. Er entstand unter der Regie von Curtis Hanson. In der Hauptrolle spielt der Rapper Eminem in seiner ersten Kino-Rolle den jungen Rapper Jimmy Smith Jr. alias „Rabbit“.

Filmtitel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eight Mile Road ist eine Straße, die die zu über 80 % von Schwarzen bewohnte Automobilstadt Detroit von den zu über 80 % von Weißen bewohnten Vororten im Norden der Stadt trennt. Der Begriff 8 Mile wird so zum Synonym für soziale und kulturelle Barrieren, die nur schwer zu überwinden sind.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den 23-jährigen Jimmy „B-Rabbit“ Smith Jr. ist die einzige bestehende Möglichkeit, aus seinem tristen Alltag aus Langeweile und Gewalt auszubrechen, seine Selbstverwirklichung im Hip-Hop. Er hat mit ein paar Freunden die Crew „Three One Three“ gegründet. Geboren in der Vorstadthölle Detroits, lebt er mit seiner Mutter und der kleinen Schwester in einem Wohnwagen auf der „schwarzen“ Seite von 8 Mile, wo er versucht, Geld für ein Demotape zu sparen. Als Hobby-Rapper verspottet, hat er doch nur ein Ziel: den Gewinn des Battle-Raps im Club seines Freundes Future. Er blamiert sich beim ersten Versuch, da ihm schier die Worte fehlen, und verliert gegen Lil’ Tic, einen schwarzen Rapper. In seinem Job als Metallpresser in einer Fabrik läuft es auch nicht gut. Außerdem verlässt er seine Freundin, weil sie vorgibt, schwanger zu sein. Erst als er die attraktive Alex kennenlernt, scheint sein Leben wieder in geordneteren Bahnen zu verlaufen. Nun bietet sich ihm auch eine neue Chance beim Battle, die Rabbit dieses Mal nutzen kann, um einen Vertrag bei einem Hip-Hop-Unternehmen zu erhalten.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Parallelen zu Eminems eigener Biographie sind offensichtlich, jedoch war unter den Rezensenten und in der Musikpresse umstritten, inwieweit der Film als autobiographisch gelten kann. Eminem selbst betonte, dass die Handlung nach seiner Geschichte spielte, es handle sich um seinen Aufstieg zum „Rap-Star“.

Auch Eminems langjähriger Freund Proof spielt im Film als Lil’ Tic mit. Darauf wird auch in dem Rap-Battle zwischen B-Rabbit und Lil’ Tic angespielt, in dem Lil’ Tic "I’ll punish Rabbit or obsolete Future" sagt, wobei er das "I’ll" eher verschluckt. Also P(unish) R(abbit) O(r) O(bsolete) F(uture) = Proof.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„8 Mile ist nun wirklich nicht das, was man erwartet, oder ich von diesem Film erwartet habe. Es ist nicht die Lebensgeschichte des Rappers Eminem, sondern nur ein kurzer Ausschnitt aus dem Leben eines jungen Mannes, in dem dessen Herkunft und ersten Schritte als Rapper gezeigt werden. Die Stimmung des Filmes ist in den Fights meiner Ansicht nach eher mit Rocky zu vergleichen als mit anderen Filmen, die sich offenkundig mit dem Thema ‚Rap‘ und dem ursprünglichen Umfeld dieser Musik befassen. […] Ein guter Film, nicht nur für Eminem-Fans, sondern auch für seine Gegner, oder vielleicht sogar gerade für die?“

Alexander „Heinz“ Jachmann: zelluloid.de[2]

Curtis Hanson predigt in 8 Mile keinen immer widergekäuten ideologiebefrachteten Individualismus à la ‚Jeder kann, wenn er nur will‘. Er predigt keinen Einzelaufstieg, auch wenn Eminem in gewisser Weise dafür stehen mag. Er dokumentiert weitgehend eine Welt, und zwar in Sympathie zu ihr, die uns verschlossen scheint und die doch zu dieser einen Welt dazugehört. Sie ist nicht ein Produkt ‚von anderen‘, mit denen wir nichts zu tun haben. Sie ist nicht vom Himmel gefallen oder aus der Hölle hochgestiegen, wie uns einige Ideologen des aufgestiegenen Teils der Einwohner der USA weismachen wollen. Da sehe ich das Verdienst dieses Films. Dass Hanson gleichzeitig Kompromisse macht und machen musste, mag man ihm ankreiden. Aber wer kann gegen Hollywood schon an?“

Ulrich Behrens: filmzentrale.com[3]

„‚Juhu, jetzt fängt der nächste Musiker an, sich einzubilden er könne schauspielern!‘ So oder so ähnlich waren meine Gedanken, als ich erfahren habe, dass nun auch Eminem sich als Hauptdarsteller eines Films versucht. Doch das änderte sich schnell, als ich das erste Mal den Trailer geseh'n habe, denn der sah echt nicht schlecht aus, und die Tatsache, dass L.A. Confidential-Regisseur Curtis Hanson hier Regie führt, hatte mir doch ein wenig Hoffnung gegeben. Zurecht, denn 8 Mile ist nicht nur ein Pseudowerbefilm für Rapper Eminem, sondern ein wirklich gutes Drama. Die Story kennt man aus anderen Filmen, doch das, was den Film hier ausmacht, sind die äußerst gelungenen Charaktere und auch die Art, wie das Ganze inszeniert wurde!“

Daniel Licha: filmfacts.de[4]

„Was mir sehr gefallen hat, ist die Tatsache, dass 8 Mile kein reiner Rapfilm ist. Primär wird hier das Leben von Jimmy erzählt, in dem Musik nun mal eine sehr wichtige Rolle spielt. Trotzdem vermittelt der Film einen Eindruck von den Wurzeln des Hip Hop, dem Leben der Menschen, denen Rap das Wichtigste ist. Man bekommt eine Ahnung und einen Hauch von Verständnis davon, was hinter dem ganzen ‚Mother fucking‘ wirklich steckt: z. B. ein Weg, mit Wut und Aggression umzugehen. Curtis Hansons Bemühen um Authentizität scheint geglückt. Wie nah dieser Film allerdings wirklich an die Realität kommt, können wohl nur Menschen beurteilen, die wirklich in solchen Vororten aufgewachsen sind.“

Anne „Amestera“ Meyers: MovieGod.de[5]

„Rabbit alias Eminem versucht mit Hilfe der neuen Subkultur Rap das zu erarbeiten, was der früheren Subkultur der Hippies suspekt gewesen war: Ein geregeltes Einkommen, Stolz auf sich selbst, Ansehen und Anerkennung in der Gesellschaft und eine Familie. Rabbit wird in dem Film 8 Mile als ein harter junger Mann dargestellt, der keine Drogen nimmt, sondern sich seine Art von Rausch mit seiner bloßen Stimme und seinem bloßen Körper verschafft, um endlich in der Wirklichkeit des Lebens bestehen zu können, anstatt in die Tristesse der Langeweile und der Gewalt fliehen zu müssen.“

Johannes Seibel: Die Tagespost[6]

„Wundervoll, dass 8 Mile nicht in Standards verfällt und den Zuschauer mit einem 0815-Happy-End zurücklässt. Der Held scheitert nicht, erringt aber auch keinen Fame in der großen Masse, er nimmt etwas für sich ganz alleine mit … etwas, dass er von Anfang an suchte. Die Katharsis ist vollzogen, der Weg vorgezeichnet – was daraus wird, weiß nur Rabbit allein!“

– insidemovie.de[7]

Synchronsprecher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Synchronisation entstand nach einem Dialogbuch von Oliver Rohrbeck unter seiner Dialogregie im Auftrag der Berliner Synchron in Berlin.[8]

Figur Originalsprecher Deutscher Sprecher[8]
Jimmy „B-Rabbit“ Smith Eminem Julien Haggége
Alex Brittany Murphy Ghadah Al-Akel
Stephanie Smith Kim Basinger Evelyn Maron
Big „O“ Waverly W. Alford II Tobias Meister
Cheddar Bob Evan Jones Dennis Schmidt-Foß
Clarence „Papa Doc“ Anthony Mackie David Nathan
David „Future“ Porter Mekhi Phifer Charles Rettinghaus
DJ Iz De'Angelo Wilson Rainer Fritzsche
Greg Buehl Michael Shannon Tom Vogt
Janeane Taryn Manning Ilona Brokowski
Lil' Tic Proof Originalton
Lily Smith Chloe Greenfield Selma Sarstedt
Manny Paul Bates (I) Tom Deininger
Sol George Omar Benson Miller Olaf Reichmann
Wink Eugene Byrd Dietmar Wunder
Mike Xzibit Originalton

Soundtrack[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: 8 Mile (Soundtrack)

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 8 Mile (2002) - Premierendaten. Imdb.de. 1. Mai 2009. Abgerufen am 27. Juni 2010.
  2. Alexander „Heinz“ Jachmann: 8 Mile. zelluloid.de. 2. Januar 2003. Abgerufen am 27. Juni 2010.
  3. Ulrich Behrens: 8 Mile. filmzentrale.com. Abgerufen am 27. Juni 2010.
  4. Daniel Licha: 8 Mile. filmfacts.de. Abgerufen am 27. Juni 2010.
  5. Anne „Amestera“ Meyers: 8 Mile. MovieGod.de. 27. Dezember 2002. Abgerufen am 27. Juni 2010.
  6. Johannes Seibel: Flower power ist doch längst vorbei. In: Die Tagespost, die-tagespost.de, 9. August 2007. Abgerufen am 27. Juni 2010. 
  7. 8 Mile (2002). insidemovie.de. 5. April 2010. Abgerufen am 27. Juni 2010.
  8. a b 8 Mile. In: synchronkartei.de. Deutsche Synchronkartei, abgerufen am 29. September 2012.