Abtei St. Bonifaz (München)

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Abteikirche St. Bonifaz
Innenraum vor 1944
Innenraum Ostern 2012
Der Eingangsbereich zum Kloster

Die Abtei St. Bonifaz ist eine Benediktinerabtei in München und gehört der Bayerischen Benediktinerkongregation an.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kloster wurde 1835 vom bayerischen König Ludwig I. gegründet, der durch die Einrichtung neuer Klöster die Tradition des geistlichen Lebens neu beleben wollte. 1850 konnte das Kloster, entworfen vom Architekten Georg Friedrich Ziebland, feierlich eingeweiht werden. Der Eingang der Kirche diente für Leo von Klenze als Vorbild für den Entwurf der Kathedrale St. Dionysius Areopagita in Athen.

Im Zweiten Weltkrieg, am 25. April 1944 und am 7. Januar 1945, wurde das in unmittelbarer Nähe südlich des Königsplatzes gelegene Kloster schwer beschädigt und später nur teilweise wieder aufgebaut. Auf dem Gelände von St. Bonifaz wurde in den 1990er Jahren außerdem die Katholische Hochschulgemeinde der TU München untergebracht.

St. Bonifaz liegt in der Stadt, was für ein Benediktinerkloster eher ungewöhnlich ist. Zur materiellen Versorgung der Mönche kaufte Ludwig I. das 1803 säkularisierte Kloster Andechs einschließlich der zugehörigen landwirtschaftlichen Flächen und schenkte es der Abtei; Kloster Andechs ist heute ein von St. Bonifaz abhängiges Priorat.

Arbeitsgebiete der Mönche sind die Seelsorge in der Pfarrei, wissenschaftliche Arbeit und Bildungsarbeit und die Betreuung von Obdachlosen. Die Stiftsbibliothek mit Sammelschwerpunkt Mönchtum und Theologie ist eine der größten wissenschaftlichen Privatbibliotheken in Bayern.[1] Auf dem Klostergelände wurde 2001 das „Haneberghaus“ eröffnet, das der Obdachlosenhilfe dient.[2] Abt ist Johannes Eckert, der am 23. Juli 2003 von den Mönchen des Konvents zum Nachfolger des langjährigen Abts Odilo Lechner gewählt worden ist.

In der Basilika St. Bonifaz stehen die Sarkophage von Ludwig I. und seiner Ehefrau, Therese von Sachsen-Hildburghausen.

Ein 1988 ausgeschriebener Wettbewerb ermöglichte die künstlerische Ausgestaltung der Basilika in den neunziger Jahren. Die Kunstwerke für die Abteikirche schufen Peter Burkart, Friedrich Koller und Christine Stadler.[3]

Äbte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Mitglieder des Konvents[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bemerkenswert ist die Orgel von St. Bonifaz, die in den Jahren 1976/77 von der Orgelbaufirma Manufacture d’Orgues Muhleisen (Straßburg) erbaut wurde. Das Instrument hat 51 Register. Der Klang ist außerordentlich schön, begünstigt dadurch, dass die Orgel auf dem Boden der Kirche steht. Die Disposition orientiert sich an französisch-symphonischen Orgel; eine Besonderheit sind die beiden Zungenregister Vox humana 8′ (Nr. 13) und Cromorne 8′ (Nr. 40), deren Mensuren nach Andreas Silbermann angelegt sind.[4]

I Grand Orgue C–a3

1. Harfenprinzipal 16′
2. Prinzipal 8′
3. Koppelflöte 8′
4. Großquinte 513
5. Prinzipal 4′
6. Spitzflöte 4′
7. Großterz 315
8. Oktave 2′
9. Kornett V (ab c1) 8′
10. Mixtur IV 113
11. Zymbel III 23
12. Trompete 8′
13. Vox humana 8′
Tremulant
II Récit C–a3
14. Bourdon 16′
15. Prinzipal 8′
16. Flute harmonique 8′
17. Gemshorn 8′
18. Vox coelestis (ab c1) 8′
19. Prinzipal 4′
20. Hohlflöte 4′
21. Nazard 223
22. Traversflöte 2′
23. Terz 135
24. Superoktave 1′
25. Mixtur III-IV 2′
26. Fagott 16′
27. Trompette harmonique 8′
28. Oboe 8′
29. Clairon 4′
Tremulant
III Positif C–a3
30. Gedeckt 8′
31. Quintviola 8′
32. Prinzipal 4′
33. Rohrflöte 4′
34. Nazard 223
35. Terz 135
36. Schwiegel 2′
37. Quinte 113
38. None 49
39. Zimbel III 1′
40. Cromorne 8′
Tremulant
Pédale C–f1
41. Prinzipal 16′
42. Subbaß 16′
43. Quinte 1023
44. Oktavbaß 8′
45. Rohrgedackt 8′
46. Choralbaß 4′
47. Nachthorn 2′
48. Mixtur IV 4′
49. Bombarde 16′
50. Trompete 8′
51. Clairon 4′

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Brigitta Klemenz (Hrsg.): Lebendige Steine. St. Bonifaz in München, 150 Jahre Benediktinerabtei und Pfarrei; eine Ausstellung der Benediktinerabtei St. Bonifaz München und Andechs und des Bayerischen Hauptstaatsarchivs zum 150. Jubiläum der Gründung durch König Ludwig I.; München, 17. November 2000 bis 14. Januar 2001. Archiv der Abtei St. Bonifaz, München 2000, ISBN 3-921635-60-8 (Ausstellungskataloge der Staatlichen Archive Bayerns; 42).
  • Odilo Lechner: Bilder als Weggeleit – Betrachtungen zur Bildwelt der Basilika St. Bonifaz in München, Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg im Allgäu 2014, ISBN 978-3-89870-886-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Abtei St. Bonifaz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bibliothek
  2. Zehn Jahre Haneberghaus: Keiner geht verloren
  3. Odilo Lechner: Bilder als Weggeleit – Betrachtungen zur Bildwelt der Basilika St. Bonifaz in München, Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg im Allgäu 2014, ISBN 978-3-89870-886-9.
  4. Näheres auf der Website der Kirchengemeinde

Koordinaten: 48° 8′ 38″ N, 11° 33′ 50″ O