Opfenbach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Opfenbach
Opfenbach
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Opfenbach hervorgehoben
Koordinaten: 47° 38′ N, 9° 50′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Lindau (Bodensee)
Höhe: 599 m ü. NHN
Fläche: 16,77 km2
Einwohner: 2289 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 136 Einwohner je km2
Postleitzahl: 88145
Vorwahl: 08385
Kfz-Kennzeichen: LI
Gemeindeschlüssel: 09 7 76 122
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bodenseestraße 19
88145 Opfenbach
Webpräsenz: www.opfenbach.de
Bürgermeister: Matthias Bentz (CSU/Fr.Wsch.-Unabh.Bürgerliste)
Lage der Gemeinde Opfenbach im Landkreis Lindau (Bodensee)
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Über dieses Bild
Opfenbach von Norden

Opfenbach (westallgäuerisch Opfebach) ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Lindau (Bodensee).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Opfenbach liegt in der Region Allgäu, genauer im Westallgäu, etwa 15 km entfernt von Lindau (Bodensee). Ein Ortsteil von Opfenbach ist das bekannte Wigratzbad. Andere Ortsteile sind Mellatz, Beuren, Heimen, Litzis, Göritz, Mywiler und Ruhlands. Es existiert nur die Gemarkung Opfenbach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Opfenbach und Mellatz fanden sich Reste von römischen burgi, turmartigen Gebäude, die zur Verstärkung der Grenzbefestigung zwischen den Kastellen im Abstand von etwa 1,5 bis 2 Kilometer, mit einer fast quadratischen Grundfläche von zehn bis zwölf Metern Seitenlänge errichtet wurden.[2]

Opfenbach war Teil der österreichischen Herrschaft Bregenz-Hohenegg. Während des Dreißigjährigen Kriegs brannten 1632 die Schweden Kirche und Pfarrhof nieder und in den folgenden Jahren wütete die Pest im Dorf. Seit den Friedensverträgen von Brünn und Pressburg 1805 gehört der Ort zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1970: 1879 Einwohner
  • 1987: 1952 Einwohner
  • 1991: 2154 Einwohner
  • 1995: 2145 Einwohner
  • 2000: 2196 Einwohner
  • 2005: 2209 Einwohner
  • 2010: 2312 Einwohner
  • 2015: 2278 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit 2008 Matthias Bentz (CSU/Freie Wählerschaft/Unabhängige Bürger Opfenbach).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Opfenbacher Wappen zeigt in Silber über grünem Querbach den Rumpf eines goldgehörnten roten Einhorns.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der amtlichen Statistik gab es 1998 weder im produzierenden Gewerbe noch im Bereich Handel und Verkehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort Opfenbach, in sonstigen Wirtschaftsbereichen 110 Personen. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 711. Keinen Betrieb gab es im verarbeitenden Gewerbe, im Bauhauptgewerbe zwei Betriebe. Im Jahr 1999 bestanden zudem 62 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von insgesamt 1010 ha, davon waren 1001 ha Dauergrünfläche. Die Firma Sito International produzierte in Opfenbach die Topf-Reiniger für Schleckers Marke „AS Home“.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Haltepunkt Opfenbach lag an der Bahnstrecke München–Lindau. Die Züge fahren inzwischen ohne Halt durch.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2012 bestanden folgende Einrichtungen:

  • Kindertageseinrichtung: 85 Plätze von 87 Kindern genutzt (einer unter drei Jahre, 53 von drei bis unter sechs Jahren, 33 von sechs bis unter elf Jahren)
  • Volksschulen: eine Volksschule mit vier Lehrern und 95 Schülern
  • Priesterseminar in Wigratzbad (siehe Priesterbruderschaft St. Petrus)

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsteil Mywiler besteht auf einem 1,5 ha großen Gelände eine kombinierte Swingolf- und Fußballgolfanlage mit 18 Bahnen.

Gebetsstätte [Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsteil Wigratzbad gibt es eine katholische Gebetsstätte mit Exerzitienhaus. Nach einer Privatoffenbarung Antonie Rädlers in einer kleinen Kapelle („Gnadenkapelle“) entwickelte sich die Gebetsstätte nach und nach, bis hin zum Bau der Sühnekirche in moderner roter Stahlarchitektur (Architekt Gottfried Böhm). In Wigratzbad wird die Gottesmutter unter dem Attribut Unserer Lieben Frau vom Siege verehrt; die Sühnekirche ist den heiligsten Herzen Jesu und Mariens geweiht. Die sterblichen Überreste Antonie Rädlers und des langjährigen Pilgerseelsorgers Pater Johannes Schmid CP, der im Ruf der Heiligkeit steht, ruhen in einer eigenen Krypta.

In Wigratzbad befindet sich neben dem Priesterseminar auch der Sitz des deutschen Distrikts der Priesterbruderschaft St. Petrus. Außerdem hat der Sender K-TV hier seinen Sitz.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der belarussische Mathematiker, Physiker, Chemiker und Raketenwissenschaftler Barys Kit hielt sich nach seiner Flucht aus der Sowjetunion 1944 in Opfenbach auf.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Veronika Fink: Aus den Aufzeichnungen der Opfenbacher Volksschullehrerin und Chronistin 1945–1948. In: Amtsblatt der Gemeinde Opfenbach Nr. 16–24, 2015.
  • Eugen Kleiner: Geschichtliches über Beuren, Gemeinde Opfenbach. In: Westallgäuer Heimatblätter, Bd. 13, 1976, S. 27–28.
  • Eugen Kleiner: Aus der Geschichte der Gemeinde Opfenbach. In: 200 Jahre Musikkapelle Opfenbach, 26.–29. Juli 1985.
  • Ulrich Kuhn: Opfenbach im Krieg – Der Alltag in einer Allgäuer Landgemeinde während des Zweiten Weltkrieges.
  • Josef Lau: Heimatgeschichte von Opfenbach. 1932.
  • Hugo Schnell: Opfenbach/Allgäu – Orts- und Pfarrgeschichte, Kirchenführer, Verlag Schnell & Steiner, München, 1976.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Opfenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 13. September 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Die Römer an Bodensee und Allgäu. S. 13–16, hier S. 14. In: Werner Dobras: Chronologie des Landkreises Lindau. Verlag W. Eppe, 1985. ISBN 3890890040
  3. Boris Kit auf der Website der Weißrussischen Archive