Achijawa

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Achijawa (in der neueren Fachliteratur meist Aḫḫijawa oder Aḫḫiyawa) ist die Bezeichnung für ein Gebiet, ein Volk oder ein Königreich in hethitischen Keilschrifttexten des 15. bis 13. Jahrhunderts v. Chr. Bisher sind knapp 30 hethitische Dokumente entdeckt worden, in denen der Name Aḫḫijawa oder Aḫḫija vorkommt.[1] Aus diesen Dokumenten geht hervor, dass Aḫḫijawa westlich von Hatti lag. Es war lange Zeit heftig umstritten, ob mit Aḫḫijawa ein Gebiet in Kleinasien, der Ägäis oder auf dem griechischen Festland gemeint ist. In Kleinasien wurden sowohl Nordwest- als auch West- und Süd-Kleinasien als Gebiet für Aḫḫijawa diskutiert. In der Forschung wurde und wird es oft mit den Achäern, eine von drei Bezeichnungen für Griechen bei Homer, in Verbindung gebracht. Demnach handelte es sich bei Aḫḫijawa möglicherweise um ein mächtiges mykenisches Reich. Die Gleichsetzung mit dem bzw. mit einem Teil des mykenischen Griechenland ist zwar nach wie vor nicht ganz unumstritten; mittlerweile stimmt ihr die große Mehrheit der Forschung aber zu. Gegen sie spricht sich aktuell noch vor allem der Altorientalist Gerd Steiner aus.[2]

Forschungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lokalisierung Aḫḫijawas und eine Verbindung mit den Griechen ist seit den 1920ern umstritten. Die Bezeichnung Aḫḫijawa ist auf knapp dreißig [3] Keilschrifttafeln in hethitischer Sprache erhalten. Die meisten davon kamen während der von Hugo Winckler von 1905 bis 1908 und 1911 bis 1912 geleiteten Ausgrabungen der hethitischen Hauptstadt Ḫattuša bei Boğazköy ans Licht. Insgesamt wurden bei den Erforschungen der Hauptstadt bisher viele tausend Tontafeln bzw. deren Fragmente entdeckt, davon allein 2500 bereits im Jahr 1906, während Wincklers ersten langen Grabungskampagne.[4] Erstmals in der Literatur erwähnt wurde Aḫḫijawa 1923 im "Index of Hittite Names" der British School of Archaeology in Jerusalem, Supplementary Papers 1, 3 von Leo Ary Mayer und John Garstang, die es aber mit dem kilikischen Anchiale verbanden.[5]

1924[6] veröffentlichte der Schweizer Altorientalist Emil Forrer, der seit 1917 freien Zugang zu den in Berlin aufbewahrten Keilschrifttafeln aus Boğazköy hatte, erstmals die Theorie, dass Aḫḫijawa mit Achäern, eine Bezeichnung von Griechen bei Homer und ursprünglich eine Benennung der Bevölkerung eines Teils Mittelgriechenlands, bzw. einer unbekannten älteren Form von Achaia zu verbinden sei und es sich bei den Leuten aus Aḫḫijawa um Griechen handele.[7] Er nahm eine alte Form Achaiw(i)a an. Ferner sah er in einigen Personennamen hethitisierte Formen von griechischen Namen. Forrer glaubte an ein großes mykenisches Reich, das sich von Griechenland bis nach Kleinasien erstreckte und auch Teile Pamphyliens beherrschte. Da die meisten Dokumente, auf die Forrer Bezug nahm, noch nicht veröffentlicht waren, hielt sich die Diskussion zunächst sehr in Grenzen; seine Theorie wurde anfangs sogar positiv aufgenommen.[8][9] Dies änderte sich ab Ende der 1920er, als die Texte, auf die Forrer Bezug nahm, veröffentlicht und übersetzt waren. Es entwickelte sich eine sehr heftige, teils ungemein scharf geführte Debatte um die „Aḫḫijawa-Frage“, die auch persönlichen Angriffe enthielt. Auf Forrers Seite stand vor allem der Indogermanist Paul Kretschmer, entschiedene Gegner waren die Altorientalisten Johannes Friedrich, Albrecht Goetze, der Mitte der 1920er zunächst selbst Aḫḫijawa mit Griechen verband und der hoch angesehene Indogermanist und Altphilologe Ferdinand Sommer, zu dem Goetze und Friedrich guten Kontakt pflegten und der erst 1932 aktiv in die Debatte eingriff. Sommer versuchte sämtliche 13 Punkte, die nach Forrer für die Gleichsetzung sprachen zu widerlegen und legte andere Thesen dazu vor. Ein wichtiger Kritikpunkt an Forrer waren starke philologische Probleme gegen die Herleitung Aḫḫijawa von Achaia oder Achaiwia, eine Form, die sehr unwahrscheinlich sei.[10] Forrers Gegner hielten Aḫḫijawa für ein Reich in Anatolien, mit zumeist indigener Bevölkerung, das Sommer eher in Kilikien, Goetze dagegen in Nordwest-Kleinasien, im Bereich der Troas lokalisierte. Eine eher vermittelnde Haltung versuchte der Althistoriker Fritz Schachermeyr einzunehmen, der Teile der Kritik Sommers und Goetzes für überzogen, die Gleichsetzung Aḫḫijawa mit Griechen für nicht beweisbar aber wahrscheinlich hielt.[11] Als er beiden Seiten vorwarf, ihre Argumente auf zu vielen Hypothesen aufzubauen, geriet Schachermeyr zwischen die Fronten. Auch nach Jahren war der Streit nicht entschieden. Zumeist war in der Folgezeit die Haltung verbreitet, dass die Aḫḫijawafrage ohne neuen Erkenntnisse nicht abschließend zu beantworten sei, wobei Althistoriker und Archäologen einer Gleichsetzung mit mykenischen Griechen eher zugeneigt, Hethitologen eher skeptisch bis ablehnend gegenüberstanden. 1994 veröffentlichte der Geoarchäologe Eberhard Zangger eine Theorie, nach der Aḫḫijawa – wie bereits von Götze angenommen – in Nordwestanatolien lag. Zangger geht von einer bedeutenden Handelsmacht aus, die vor allem im 13. Jahrhundert – zusammen mit verbündeten luwischen Staaten in Westanatolien – einen wichtigen Machtfaktor darstellte. Der Troianische Krieg sei ein Krieg von Mykenern gegen Aḫḫijawa gewesen und Aḫḫijawa habe auch gegen das Hethiterreich opponiert und sei ein wichtiger Faktor bei der Seevölkerbewegung gewesen.[12]

Durch Neuinterpretationen einiger relevanter Texte in den 1970ern und 1980er, archäologischer Forschungsergebnisse sowie insbesondere der Auffindung bzw. Übersetzung neuer Schriftzeugnisse in den 1980er und 1990er Jahren, nicht zuletzt auch durch die sicherere geopolitische Situation in Süd- und Westkleinasien, schlug das Pendel immer mehr zugunsten einer Gleichsetzung von Aḫḫijawa mit dem Mykenischen Griechenland aus. So gilt durch die Auswertung des Staatsvertrags zwischen Tudḫalija IV. und Kurunta auf einer in den 1980ern entdeckten Bronzetafel als gesichert, dass die Lukka-Länder in Südwestkleinasien lagen,[13] westlich von Tarḫuntašša, dem sich östlich Kizzuwatna anschloss. Da zudem durch die Übersetzung der Karabel-Inschrift durch John David Hawkins belegt ist, dass das Gebiet des Arzawa-Nachfolgestaats Mira in Westanatolien bis zur Ägäisküste reichte,[14] bleibt für ein Reich Aḫḫijawa mit Zentrum in West- oder Südanatolien kein Platz mehr.[15] Weil die Lokalisierung der Lukka-Länder im Südwesten Kleinasiens (ungefähr der antiken Landschaft Lykien entsprechend) mittlerweile als gesichert gilt, ist auch eine Lage Aḫḫijawa in Nordwestanatolien und/oder Thrakien sehr unwahrscheinlich, denn einige Texte legen nahe, dass Aḫḫijawa nicht weit von den Lukka-Ländern gelegen haben muss (konsequenterweise lokalisierten u. a. Goetze und Zangger sie auch im nordwestlichen Kleinasien).

Heute geht die vorherrschende Forschungsmeinung davon aus, dass Emil Forrer mit seiner Theorie zumindest insofern recht hatte, dass Aḫḫijawa mit einem bedeutenden mykenischen Reich gleichzusetzen ist, dessen Zentrum westlich von Kleinasien lag. Auch von Hethitologen und Philologen wird, trotz immer noch ungeklärter Probleme bei der etymologischen Verbindung von Aḫḫija(wa) mit Achai(wi)a,[16] die Gleichsetzung mittlerweile bejaht oder für sehr wahrscheinlich gehalten. Sie ist allerdings immer noch nicht unstrittig; vor allem der Altorientalist Gerd Steiner argumentiert seit den 1960ern[17] konsequent[18] gegen die Gleichsetzung[19].

Der Streit, ob Aḫḫijawa mit den Achäern, also mykenischen Griechen, verbunden werden kann, ist daher immer noch nicht ganz entschieden. Zwar stimmt die große Mehrheit der Forschung dieser Theorie mittlerweile zu, jedoch gibt es immer noch kritische Stimmen. Der Schwerpunkt der Debatte bzgl. der Aḫḫijawafrage hat sich seit einiger Zeit dahingehend verlagert, dass mittlerweile vor allem das Zentrum bzw. die Hauptstadt Aḫḫijawas innerhalb des mykenischen Kulturkreises diskutiert wird.

Quellenlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hethitische Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den hethitischen Textzeugnissen hatte Aḫḫijawa wechselhafte Beziehungen zum Hethiterreich. Der älteste bisher gefundene Text, der Aḫḫija erwähnt, das in der Forschung gewöhnlich mit Aḫḫijawa gleichgesetzt wird, stammt aus der Regierungszeit des hethitischen Großkönigs Arnuwanda I. (ca. 1400–1375 v. Chr.). Er beschreibt Ereignisse, die bereits in der Regierungszeit eines seiner Vorgänger, wahrscheinlich seines Vaters Tudhalija I. (ca. 1430–1400 v. Chr.), stattfanden. Somit war Aḫḫija(wa) bereits spätestens gegen Ende des 15. Jahrhunderts v. Chr. im Blickfeld der Hethiter. Aḫḫija griff unter der Führung eines gewissen Attariššija das Gebiet von Madduwatta, einen Vasall der Hethiter in Westkleinasien an, der daraufhin floh. Der hethitische Großkönig zog daher gegen Aḫḫija zu Felde, schlug Aḫḫija und setzte Madduwatta wieder ein. Bei der Schlacht gelang es dem hethitischen Großkönig, 100 Streitwagen von Aḫḫija zu erbeuten und mehrere tausend Krieger gefangen zu nehmen. Madduwatta erwies sich aber später als undankbar, verbündete sich sogar mit seinem ehemaligen Feind Aḫḫija, und überfiel mit ihm u. a. Alašija (Zypern) das zum Interessengebiet der Hethiter zählte.

Muršili II. zog um 1315 v. Chr. gegen die Stadt Milawanda, deren Gleichsetzung mit Milet durch neuere Forschungsergebnisse „immer wahrscheinlicher“ wird.[20] Aus ungefähr dieser Zeit stammt eine mächtige Brandschicht im stark mykenisch geprägten Milet, die das Ende von Milet V markiert. Grund für den Zug gegen Millawanda war, dass Aḫḫijawa zu den Verbündeten Arzawas gehörte, mit dem Muršili Krieg führte. Der (letzte) arzawische König Uḫḫaziti floh nach Siegen der Hethiter schließlich aus der arzawischen Hauptstadt Apaša (wahrscheinlich mit dem später griechischen Ephesos zu identifizieren) über das Meer nach Aḫḫijawa. Ausführliche Schilderungen dieser Ereignisse finden sich in den Annalen Mursilis II. (CTH 61). Für das 13. Jahrhundert v. Chr. sind für die Aḫḫijawa-Frage die Korrespondenzen Muwattalis II. (1290–1272) und Ḫattušilis III. (ca. 1265–1238/35) von großer Bedeutung, nämlich der Manapa-Tarḫunta-Brief (CTH 191; KUB 19.5) und der Tawagalawa-Brief (CTH 181; KUB 14.3). In beiden Briefen spielt Piyamaradu, ein Rebell arzawischer Herkunft, eine wichtige Rolle. Dieser griff über viele Jahre hinweg immer wieder Gebiete in Westkleinasien an, meist hethitische Vasallen und scheint zumeist von Millawanda aus operiert zu haben, wo Atpa Statthalter war, der auch eine Tochter von Piyamaradu heiratete. An Angriffen auf Wiluša Lazpa (Lesbos) war Atpa möglicherweise selbst aktiv beteiligt. Da Millawanda zu jener Zeit wieder fest unter der Herrschaft von Aḫḫijawa stand, ist davon auszugehen dass auch der König von Aḫḫijawa die Aktivitäten des Piyamaradu zumindest deckte. Der hethitische Herrscher Hattušili III. war jedoch um gute Beziehungen zu Aḫḫijawa bemüht und bat dessen König, den er als gleichberechtigt anerkannte, die Aufständischen nicht weiter zu unterstützen und auszuliefern. Nach seinem letzten Raubzug in den Lukka-Ländern (Südwestkleinasien) hatte sich Piyamaradu auf der Flucht vor dem hethitischen Großkönig nach Millawanda begeben und entzog sich einer Auslieferung durch Flucht über die Inseln in den Kernbereich von Aḫḫijawa. Der König Aḫḫijawas wird im Tawagalawa-Brief als Bruder angeredet, was nur bedeutenden Herrschern, wie dem ägyptischen Pharao oder dem König Babyloniens zukam. Erstaunlicherweise wird aber nicht nur der König selbst, sondern auch dessen Bruder Tawagalawa, offenbar ein hoher Repräsentant Aḫḫijawas, vom hethitischen Großkönig als Bruder tituliert. Eine fragmentierte, unklar zu lesende Stelle des Tawagalawa-Brief kann dahingehend interpretiert werden, das Tawagalawa selbst zuvor König von Aḫḫijawa war und auf einem Fragment (KUB 23.93), das wahrscheinlich zum Tawagalawa-Brief gehört, werden möglicherweise Tawagalawa und sein Bruder in einem Atemzug als Brüder des hethitischen Großkönigs bezeichnet, woraus geschlossen wurde, dass es zu jener Zeit ein Doppelkönigtum in Aḫḫijawa gegeben haben könnte.[21] Tawagalawa ist nach mittlerweile fast einhelliger Forschungsmeinung[22] die hethitische Schreibweise einer alten Form des griechischen Namens Etokles. Bereits Forrer hat 1924 diese Verbindung vertreten und eine alte Form Etewoklewes angenommen, die inzwischen tatsächlich in Linear B-Dokumenten für die mykenische Zeit nachgewiesen ist.[23] Es fallen gewisse Parallelen zur griechischen Mythologie auf, nach der sich im böotischen Theben die beiden Oidipus-Söhne Eteokles und Polyneikes das Königtum teilten und abwechselnd regieren sollten. Jedoch ist äußerste Vorsicht dabei geboten, die Mythologie für historische Vorgänge heranzuziehen. Keinesfalls kann die Sage von Eteokles und Polyneikes „als Beweis herangezogen werden“, dass die Deutung der kritischen Stellen im Tawagalawa-Brief richtig ist, zumal ungewiss ist, ob zwischen dem mythischen Eteokles und dem historische Tawagalawa überhaupt eine Verbindung besteht und worin ein eventueller historischer Kern der Sage besteht.[24]

Zur Zeit Tudḫalijas IV. (ca. 1236–1215 v. Chr.) wurde der Herrscher von Aḫḫijawa in der Einleitung das Šaušgamuwa-Vertrag (CTH 105) aus einer Liste der gleichgestellten Großkönige nachträglich gestrichen. Möglicherweise war der Grund dafür, dass Aḫḫijawa nun als Feind angesehen wurde. Dafür spricht die Politik Tudḫallijas IV., der versuchte, den Handel zwischen Aḫḫijawa und Assyrien zu unterbinden: Der Vasall in Amurru verpflichtete sich in dem Vertrag zu verhindern, dass Schiffe von Aḫḫijawa in seine Häfen einliefen und Kontakt mit assyrischen Händlern aufnähmen, die den Boden Amurrus nicht betreten sollten. Eine andere Erklärung für die Streichung ist, dass Aḫḫijawa zu jener Zeit schon geschwächt war, jedenfalls in Kleinasien keine Rolle mehr spielte. Dafür spricht, dass nach dem sogenannten Millawata-Brief (CTH 182) die Stadt Millawata (wahrscheinlich identisch mit Millawanda) nicht mehr unter Kontrolle von Aḫḫijawa war. Der Brief stammt ebenfalls aus der Zeit Tudḫallias IV.

Das spätbronzezeitliche Griechenland in ägyptischen Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Verbindung mit Aḫḫijawa und/oder den Achäern werden gerne die Ekweš (auch Aqaiwascha transkribiert) gebracht, die als Söldner auf Seiten der Libyer im Libyerkrieg im 5. Jahr (ca. 1209/08 v. Chr) des Pharaos Merenptah gegen die Ägypter kämpfen. Sie werden damit den Seevölkern zugerechnet, zu denen u. a. auch Leute aus den Lukka-Ländern gehören, die ebenfalls auf Seiten der Libyer kämpfen. Die Gleichsetzung der Ekweš mit Achaiern, also mykenischen Griechen bzw. Aḫḫijawa ist jedoch strittig und problematisch, da sie im Totentempel des Merenptah beschnitten dargestellt sind.[25] Die Beschneidung war aber in Griechenland unüblich und wurde in der klassischen Antike sogar als anstößig angesehen.[26]

Zu den Ortsnamenlisten im Totentempel des ägyptischen Pharaos Amenophis (ca. 1390/88–1353/51 v. Chr.)[27] gehört auch eine Liste mit ägäischen Ortsnamen, zuweilen auch „ägäische Liste“ genannt,[28] die auf der linken Seite oben Keftiu (Kreta), das damals bereits unter mykenischer Herrschaft war, nennt, darunter einige Ortsnamen Kretas. Auf der rechten Seite werden Orte und Regionen von Tanaja aufgelistet, das entweder die Peloponnes (inklusive Kythera) meint oder das gesamte griechische Festland. Als "Oberzentrum" erscheint zunächst Mukana = Mykene. Während die Forschung mittlerweile auch fast alle anderen Orte auf dem Peloponnes – bzw. nahe bei – verortet (Nauplia, Kythera, wahrscheinlich Messenien (mi-ḏ3-n3-j) und möglicherweise Elis (waileia oder weleia)), wird di-qa-ja-s meist mit Theben identifiziert, jedoch kommt auch Tegea auf dem Peloponnes[29] in Frage. Ob es sich bei Tanaja, das wahrscheinlich mit den Danaern, einer Bezeichnung von Griechen bei Homer verbunden werden kann, um eine politische oder geographische Angabe handelt, und wie es im Verhältnis zu Aḫḫijawa steht – z. B. ein konkurrierendes Reich oder nur eine andere Bezeichnung – lässt sich derzeit nicht beurteilen.[30]

Archäologische Befunde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die mykenische Kultur, die im 17. Jahrhundert v. Chr. erstmals in der Argolis und in Lakonien auftritt und sich bald auf die gesamte Peloponnes und andere Teile des südlichen griechischen Festlands ausbreitet, war einerseits stark von der minoischen Kultur Kretas beeinflusst, andererseits stand sie auch in Tradition zur festländischen mittelhelladischen Kultur. Im 15. Jahrhundert v. Chr. eroberten mykenische Griechen offenbar nicht nur Kreta, sondern auch minoische Gebiete auf den Kykladen, auf Rhodos (z. B. Ialysos), dem Dodekanes und im südlichen Westkleinasien, wie Milet und eventuell Iasos. Aus dieser Zeit bis zum 12. Jahrhundert v. Chr. stammen viele Funde mykenischer Keramik in Westkleinasien, von Troja im Norden, bis nach Lykien im Süden.[31] In den meisten Fällen bezeugen mykenische Waren allerdings nur Handelskontakte. Milet war jedoch, wie vor allem die Ergebnisse der Ausgrabungen der bronzezeitlichen Schichten durch Barbara und Wolf-Dietrich Niemeier in den 1990ern und 2000ern zeigen, ab dem frühen 2. Jahrtausend v. Chr. zunächst eine stark minoisch, ab dem fortgeschrittenen 15. Jahrhundert v. Chr. eine stark mykenisch geprägte Siedlung. Töpferöfen, in denen mykenische Keramik hergestellt wurde, größere Mengen mykenischer Gebrauchskeramik und andere typisch mykenische Funde belegen, dass hier auch mykenische Griechen gelebt haben. Zudem ist der Anteil an eindeutig einheimischen, westanatolischen Funden relativ gering. Milet V wurde im späten 14. Jahrhundert v. Chr. zerstört, wovon eine Brandschicht zeugt, was gut zu dem Feldzug des Muršili II. gegen Millawanda passen würde, wobei eine Zerstörung von Millawanda nicht ausdrücklich in den Annalen erwähnt ist. Milet VI (ca. 1315 bis 1100 v. Chr.) war zunächst ebenfalls eine stark mykenisch geprägte Stadt, ab dem 13. Jahrhundert v. Chr. nehmen aber anatolische Elemente sehr stark zu. So steht die nach neueren Erkenntnissen erst um 1200 v. Chr. errichtete Wehrmauer typologisch hethitischen Stadtmauern, wie der Ḫattušas, sehr viel näher als mykenischen Wehrmauern des griechischen Festlands.[32] Zudem sind hethitische Schwerter als Grabbeigaben in der Nekropole von Milet ab dem späten 13. Jahrhundert v. Chr. belegt und ein im mykenischen Stil bemaltes Gefäßfragment aus jener Zeit zeigt eine hethitische Hörnerkrone.[33] Diese Befunden legen den Schluss nahe, dass Milet ab dem späten 13. Jahrhundert v. Chr. unter starken hethitischen Einfluss geriet. Dies passt gut zum Millawata-Brief aus dem letzten Drittel des 13. Jahrhunderts v. Chr., nachdem Millawata nun unter hethitischer Oberhoheit stand,[34] sofern man Milet mit Millawata (bzw. Millawanda) gleichsetzt,[35] wie die mittlerweile deutlich herrschende Forschungsmeinung. Starke mykenische Elemente wurden auch im nahegelegenen Teichioussa nachgewiesen. Im knapp 40 km südöstlich von Milet gelegenen Iasos sind die Befunde zwar nicht so eindeutig wie in Milet, da die bronzezeitlichen und früheisenzeitlichen Schichten bisher wenig erforscht sind. Sie deuten aber an, dass auch Iasos zunächst eine minoisch und ab dem späten 15. Jahrhundert v. Chr. eine mykenisch geprägte Siedlung war.[36] Ferner wurden bei Müsgebi (in der Nähe des späteren Halikarnassos) 48 Kammergräber entdeckt, die vor allem mykenische Funde enthielten. Die Nekropole und die Art der Beigaben zeigen aber auch Eigenarten, die auf dem griechischen Festland nicht anzutreffen sind und mit westanatolischen Elementen verbunden werden können.[37] Eine zugehörige Siedlung wurde bisher erst wenig erforscht, lässt aber möglicherweise auf eine anatolisch-mykenische Mischbevölkerung schließen. In der Umgebung von Ephesos wurden Gräber mit kostbaren mykenischen Beigaben entdeckt, ferner mykenische Keramik und Terracotta-Statuetten unter dem späteren Artemision, die auf einen auch durch Mykener genutzten Kultplatz schließen lassen; außerdem erbrachten Probegrabungen am Ayasoluk neben stark überwiegender westanatolischer Funde auch mykenische Keramik.[38] Diese Befunde deuten auf starke Handelsbeziehungen und möglicherweise auch einen gewissen griechischen Bevölkerungsanteil im spätbronzezeitlichen Ephesos hin, was zu hethitischen Quellen passen würde, nach denen Aḫḫijawa Beziehungen zu Arzawa und möglicherweise auch zum Nachfolgestaat Mira hatte.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die archäologischen Befunde einer Gleichsetzung von Aḫḫijawa mit einem mykenischen Reich nicht widersprechen. Der Stützpunkt Millawanda kann sehr wahrscheinlich mit Milet gleichgesetzt werden; das wahrscheinlich mykenisch beherrschte Gebiet, das sich von Milet bis Iasos bzw. eventuell bis zur Halbinsel von Halikarnassos erstreckte, steht nicht im Widerspruch zu den Angaben bzgl. Aḫḫijawa in hethitischen Quellen. Zudem sind zumindest Handelsbeziehungen der mykenischen Kultur mit verschiedenen Orten von Nordwest- bis Südwestanatolien nachgewiesen. Sollte Aḫḫijawa nicht in Zusammenhang mit der mykenischen Kultur stehen, wäre es verwunderlich, dass diese in hethitischen Quellen nicht erwähnt wird.[39]


Lokalisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lange stand die Frage im Vordergrund, ob Aḫḫijawa ein mykenisches Reich meint oder ein anatolisches. Letzteres versuchte man in Kilikien, in Westkleinasien, der Troas oder dem den Dardanellen gegenüberliegende Thrakien zu lokalisieren (s. oben, Forschungsgeschichte). Da inzwischen die große Mehrheit der Althistoriker, Archäologen und Altorientalisten davon ausgeht, dass ein mykenisches Reich gemeint ist, hat sich seit einiger Zeit der Schwerpunkt der Aḫḫijawa-Frage auf die Lokalisierung des Zentrums Aḫḫijawa im ägäischen Raum verlagert.

Hierbei gibt es zwei prinzipielle Ansichten. Die deutlich häufigere setzt ein mykenisches Großreich voraus, das sich vom griechischen Festland über die Kykladen und Kreta bis zur Südostägäis und einem Küstenstreifen des westkleinasiatischen Festlandes (mit Milet) erstreckte. Strittig ist, ob Mykene oder Theben die Hauptstadt war. Für Mykene spricht, dass dort mit Abstand am meisten kostbare Importe, vor allem aus Ägypten und dem vorderen Orient gefunden wurden. Zudem lagen wichtige Produktionsstätten in der Nähe von Mykene, in der Argolis, so Berbati, wo ein Großteil der im 14. und der ersten beiden Drittel des 13. Jahrhunderts v. Chr. sehr einheitlichen Mykenische Keramik hergestellt wurde. Außerdem wird darauf verwiesen, dass Mykene in der Mythologie eine große Rolle spielt, insbesondere in den Werken Homers, in denen Agamemnon – bei Homer der König von Mykene – das Heer der Griechen gegen Troja anführte. Argumente für Theben sind u. a. der Fund zahlreiche kostbare mesopotamischer Rollsiegel, die möglicherweise ein Geschenk des assyrischen Herrschers Tukulti-Ninurta I. waren.[40] Demnach könnte dieser versucht heben, Theben als Verbündeten zu gewinnen. Zudem wird ein Mann aus Milet auf zwei verschiedenen Linear B-Dokumenten (Fq 177 + Fq 198) aus Theben erwähnt, der hohes Ansehen genoss und offenbar ehemals ein hohes Amt in Milet bekleidete, was auf Verbindungen Thebens zum kleinasiatischen Milet hinweisen könnte.[41] Ferner nehmen auch die Sagen um Theben eine bedeutende Rolle in der griechischen Mythologie ein. Im Schiffskatalog der Ilias werden an erster Stelle die Kontingente und Städte Ostböotiens genannt und die gesamte Griechenflotte startet von Aulis, dem Hafen Thebens aus in Richtung Troja. Allerdings ist die Datierung des Schiffskatalogs in der Fachwelt sehr umstritten.[42]

Die These eines mykenischen Großreichs mit Zentrum auf griechischen Festland kann durch Linear-B-Dokumente nicht verifiziert werden. Nach diesen zu urteilen gab es offenbar kleinere autonome mykenische Staaten, die jeweils von einem mächtigen Palastzentrum kontrolliert und wirtschaftlich zentral organisiert wurden (siehe auch Palastwirtschaft). Jedenfalls scheint das mykenische Pylos nur einen Großteil Messeniens und der Palast von Theben Ostböotien und einen Teil Euböas kontrolliert zu haben. Ein übergeordneter Herrscher, dem diese Staaten untergeordnet waren, ist in den Texten nicht fassbar. In manchen Regionen – der sogenannten Peripherie der mykenischen Palastzeit – wie Elis, dem Westen Achaias, dem westlichen Mittelgriechenland und wahrscheinlich auch Thessalien, bestanden sogar weiterhin viele, von lokalen Fürsten beherrschte Höhensiedlungen, die nur ein kleines Gebiet kontrollierten.[43] Eine Oberhoheit Mykenes, Thebens oder gar Orchomenos'[44] über das gesamte mykenische Griechenland, wie früher angenommen wurde, ist durch die Linear-B-Dokumente nicht belegt. Allerdings ist zu beachten, dass die Texte 1. nur Inventar- und Warenwirtschaftslisten darstellen, die für die Verwaltung des jeweiligen Staats wichtig waren, 2. Korrespondenzen oder Verträge mit anderen Staaten bisher nicht ans Licht kamen, 3. Die meisten Linear-B-Dokumente aus dem frühen 12. Jahrhundert v. Chr. und aus den letzten Monaten vor der Zerstörung der Paläste stammen. Einschneidende geopolitische Veränderungen für die Jahre davor sind in dieser Kriseneit keineswegs unwahrscheinlich.

Eine Mindermeinung geht davon aus, dass hinter Aḫḫijawa ein ostägäisches Reich steckt, das einige östliche Ägäisinseln, inklusive des Dodekanes, mykenische Stützpunkte in Westkleinasien, wie Milet und vielleicht Iasos, sowie eventuell Teile Kretas umfasste.[45] Argumente für diese Annahme sind, dass ein solches Reich und dessen Zentrum dem Reich der Hethiter viel näher gewesen sei, als Theben oder Mykene; ferner die Annahme, dass sich im 12. Jahrhundert v. Chr. einige östliche Inseln und Milet eine kulturelle Koine bildeten. Der östliche Ägäisraum blieb auch von den Zerstörungen und Umwälzungen, die sich auf dem Griechischen Festland um 1200 v. Chr. ereigneten, weitgehend verschont. Gegen diese Theorie spricht, dass weder auf Rhodos, wo Mountjoy und Benzi das Zentrum Aḫḫijawas annehmen, noch in Milet oder anderen in Frage kommenden Orten bisher ein mykenischer Palast nachgewiesen werden konnte.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gary M. Beckman, Trevor R. Bryce, Eric H. Cline: The Ahhiyawa Texts (= Writings from the Ancient World 28). Atlanta 2011. ISBN 978-1-58983-268-8
  • Emil Forrer: Vorhomerische Griechen in den Keilschrifttexten von Boghazköi. In: Mitteilungen der Deutschen Orient-Gesellschaft zu Berlin. Bd 63 (1924), S. 1–24. online
  • Hans G. Güterbock: Hittites and Akhaeans. A New Look. Proceedings of the American Philosophical Society 128 Nr. 2, 1984, S. 114–128.
  • Susanne Heinhold-Krahmer: Albrecht Goetze und die Aḫḫiyawa-Frage.Studi micenei ed egeo-anatolici (SMEA) 49, 2007, S. 363–376. online-Version (als PDF).
  • Jorrit M. Kelder: Mycenaeans in Western Anatolia. In: J. P. Stronk, M. D. de Weerd (Hrsg.): TALANTA. Proceedings of the Dutch Archeological and Historical Society XXXVI–XXXVII (2004–2005). 2006, S. 49–86. online bei Academia.edu
  • Jorrit M. Kelder: Ahhiyawa and the World of the Great Kings. A Re-Evaluation of Mycenaean political structures. TALANTA 55, 2012, S. 41–52.
  • Joachim Latacz: Troja und Homer. Der Weg zur Lösung eines alten Rätsels. Koehler & Amelang, Leipzig 2010 (6., erweiterte und aktualisierte Auflage). ISBN 978-3-7338-0332-2
  • Gustav Adolf Lehmann: Die politisch-historischen Beziehungen der Ägäis-Welt des 15.–13. Jh. v. Chr. zu Ägypten und Vorderasien. In: Joachim Latacz (Hrsg.): Zweihundert Jahre Homer-Forschung. Colloquium Rauricum 2. Teubner, Stuttgart 1991, S. 105–126. ISBN 3-519-07412-5
  • Wolf-Dietrich Niemeier: Hattusa und Ahhijawa im Konflikt um Millawanda/Milet. in: Die Hethiter und ihr Reich. Das Volk der 1000 Götter. Theiss, Stuttgart 2002. ISBN 3-8062-1676-2
  • Wolf-Dietrich Niemeier: Griechenland und Kleinasien in der späten Bronzezeit. Der historische Hintergrund der homerischen Epen. In: Michael Meier-Brügger (Hrsg.): Homer, gedeutet durch ein großes Lexikon. Akten des Hamburger Kolloquiums vom 6.-8. Oktober 2010 zum Abschluss des Lexikons des frühgriechischen Epos (= Abhandlungen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Neue Folge Band 21). De Gruyter, 2012, S. 141–180.
  • Robert Oberheid: Emil O. Forrer und die Anfänge der Hethitologie. Eine wissenschaftshistorische Biografie. de Gruyter, Berlin 2007 ISBN 978-3-11-019434-0
  • Ferdinand Sommer: Die Aḫḫijava-Urkunden. Abhandlungen der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Phil.- hist. Abt. N.F.6, München 1932.
  • Gert Steiner: Die Aḫḫijawa-Frage heute. Saeculum 15, 1964, S. 365–392.
  • Eberhard Zangger: Ein neuer Kampf um Troia. Archäologie in der Krise. Droemer Knauer, München 1994. ISBN 3-426-77233-7

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Susanne Heinhold-Krahmer: Zu diplomatischen Kontakten zwischen dem Hethiterreich und dem Land Aḫḫiyawa. in: Eva Alram-Stern, Georg Nightingale (Hrsg.): Keimelion. Elitenbildung und elitärer Konsum von der mykenischen Palastzeit bis zur homerischen Epoche. Akten des Internationalen Kongresses vom 3. bis 5. Februar 2005 in Salzburg. (= Österreichische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse. Denkschriften Bd. 350), Wien 2007, S. 195 Anm. 458 zählt maximal 28 Belege
  2. Gary M. Beckman, Trevor Bryce, Eric H. Cline: The Ahhiyawa Texts. Society of Biblical Literature, Atlanta 2011, S. 3 f.
  3. Susanne Heinhold-Krahmer: Zu diplomatischen Kontakten zwischen dem Hethiterreich und dem Land Aḫḫiyawa. in: Eva Alram-Stern, Georg Nightingale (Hrsg.): Keimelion. Elitenbildung und elitärer Konsum von der mykenischen Palastzeit bis zur homerischen Epoche. Akten des Internationalen Kongresses vom 3. bis 5. Februar 2005 in Salzburg. (= Österreichische Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-historische Klasse. Denkschriften Bd. 350), Wien 2007, S. 195 Anm. 458 zählt maximal 28 Belege
  4. Jörg Klinger: Die Hethiter. C. H. Beck, München 2007, S. 12.
  5. Heinhold-Krahmer 2007, S. 363, Anm. 5.
  6. Emil O. Forrer: Vorhomerische Griechen in den Keilschrifttexten von Boghazköi. Mitteilungen der Deutschen Orient-Gesellschaft zu Berlin 63 (1924), S. 1–24; ders.: Die Griechen in den Boghazköi-Texten, Orientalische Literaturzeitung 27 (1924) 113ff.
  7. Dies und das Folgende, wenn nicht anders angegeben, gemäß Güterbock 1984; Heinhold-Krahmer 2007; Beckmann et al. 2011; Forrer, Vorhomerische Griechen in den Keilschrifttexten von Boghazköi.
  8. Steiner 1964, S. 365.
  9. Robert Oberheid: Emil O. Forrer und die Anfänge der Hethitologie. Eine wissenschaftshistorische Biografie, Walter de Gruyter, Berlin 2007, S. 107.
  10. Bis heute bereitet die Gleichsetzung Probleme, vgl. u. a. Ivo Hajnal: Namen und Etymologien – als Beweisstücke nur bedingt tauglich. In: Christoph Ulf, Robert Rollinger (Hrsg.): Lag Troia in Kilikien? Der aktuelle Streit um Homers Ilias. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2011, S. 250 ff.
  11. Fritz Schachermeyr: Hethiter und Achäer. Mitteilungen der Altorientalischen Gesellschaft 9.1-2, 1935; Schachermeyr tendierte in wesentlich späteren Publikationen noch stärker für eine Gleichsetzung.
  12. Eberhard Zangger: Ein neuer Kampf um Troia. Archäologie in der Krise. Droemer Knauer, München 1994.
  13. s. dazu vor allem Frank Starke: Troia im Kontext des historisch-politischen und sprachlichen Umfeldes Kleinasiens im 2. Jahrtausend. in: Studia Troica. 7, 1997, S. 447–48; zum Staatsvertrag mit einer Übersetzung und Interpretation: Heinrich Otten: Die Bronzetafel aus Boğazköy. Ein Staatsvertrag Tuthalijas IV. Studien zu den Boğazköy-Texten. Beiheft 1. Harrassowitz, Wiesbaden 1988.
  14. John David Hawkins: Tarkasnawa, King of Mira, Boğazköy sealings and Karabel Anatolian Studies Bd 48, 1998, S. 1–31.
  15. Beckmann et al. 2011, S. 3 f.; vgl. auch Wolf-Dietrich Niemeier: The Mycenaeans in Western Asia Minor and the problem of the origins of the Sea Peoples. In: Seymour Gitin, Amihai Mazar – Ephraim Stern: Mediterranean peoples in transition, thirteenth to early tenth centuries BCE, in honor of Trude Dothan. Jerusalem 1998, S. 17–65, bes. S. 20ff.
  16. siehe u. a. Ivo Hajnal: Namen und Etymologien – als Beweisstücke nur bedingt tauglich. In: Christoph Ulf, Robert Rollinger (Hrsg.): Lag Troia in Kilikien? Der aktuelle Streit um Homers Ilias. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2011, S. 250 ff.
  17. Gert Steiner: Die Aḫḫijawa-Frage heute. Saeculum 15, 1964, S. 365–392.
  18. Beckmann et al. 2011, S. 4: „Steiner (…) who remains almost the lone voice of dissent“
  19. Gert Steiner: The Case of Wiluša and Ahhiyawa. Bibliotheca Orientalis 64, Nr. 5–6, 2007, S. 590–612.
  20. Niemeier 2012, S. 156
  21. Zu dieser Problematik speziell: Metin Alparslan: Einige Überlegungen zur Ahhiyawa-Frage. In: A. Süel (Hrsg.): Acts of the Vth Congress of Hittitology. Corum September 02 – 08, 2002. Buasım Takihi, Ankara 2005, S. 33–41, besonders S. 34–38, mit wieterführenden Belegen.
  22. Niemeier 2012, S. 153, Anm. 124.
  23. Niemeier 2012, S. 153.
  24. Metin Alparslan: Einige Überlegungen zur Ahhiyawa-Frage. In: A. Süel (Hrsg.): Acts of the Vth Congress of Hittitology. Corum September 02 – 08, 2002. Buasım Takihi, Ankara 2005, S. 33–41, besonders S. 38 Anm.
  25. Lehmann 1991, S. 112.
  26. Lukas Thommen: Antike Körpergeschichte. vdf Hochschulverlag, Zürich 2007, S. 66.
  27. Zu den Ortsnamenlisten siehe vor allem: Elmar Edel, Manfred Görg: Die Ortsnamenlisten im nördlichen Säulenhof des Totentempels Amenophis III. Hanstein, Bonn 2005, ISBN 978-3-447-05219-1.
  28. John Bennet: The Geography of the Mycenaean Kingdoms. In: Yves Duhoux, Anna Morpurgo Davies (Hrsg.): A Companion to Linear B. Mycenaean Greek Texts and their World. Band 2, Peeters, Louvain 2011, S. 159.
  29. John Bennet: The Geography of the Mycenaean Kingdoms. In: Yves Duhoux, Anna Morpurgo Davies (Hrsg.): A Companion to Linear B. Mycenaean Greek Texts and their World. Band 2, Peeters, Louvain 2011, S. 160.
  30. Vgl. dazu bereits Lehmann 1991!
  31. Eine Übersicht zu den mykenischen Funden im Westen Kleinasiens bietet Jorrit M. Kelder: Mycenaeans in Western Anatolia. In: J. P. Stronk, M. D. de Weerd (Hrsg.): TALANTA. Proceedings of the Dutch Archeological and Historical Society XXXVI–XXXVII (2004–2005). 2006, S. 49–86, dem das weitere, wenn nicht anders belegt, folgt.
  32. Niemeier 2012, S. 167.
  33. Niemeier 2012, S. 167.
  34. Alexander Herda: Karkiša-Karien und die sogenannte Ionische Migration. In: Frank Rumscheid (Hrsg.): Die Karer und die Anderen. Internationales Kolloquium an der Freien Universität Berlin, Oktober 2005. Habelt, Bonn 2009, ISBN 978-3-7749-3632-4, S. 69 ff. geht unter Vorbehalten von einer karischen Eroberung Milets um 1200/1180 v. Chr. aus, für die jedoch zeitgenössische Belege fehlen. Er betont jedoch auch, dass auch nach dem späten 13. Jahrhundert trotz des damals stark zunehmenden hethitisch-westanatilischen Einflusses noch lange Zeit weiter mykenische Traditionen fortleben.
  35. Niemeier 2012, S. 167.
  36. Jorrit M. Kelder: Mycenaeans in Western Anatolia. In: Jan P. Stronk, Maarten D. de Weerd (Hrsg.): TALANTA. Proceedings of the Dutch Archeological and Historical Society XXXVI–XXXVII (2004–2005). 2006, S. 61 f.
  37. Einschränkend zu u. a. Kelder 2006 bzgl. stark mykenischen Charakters Müsgebis: Jana Mokrišová: Minonisation, Mykenaeanisation, and Mobility. A View from Southwest Anatolia. In: Evi Gorogianni, Peter Pavuk, Luca Girella (Hrsg.): Beyond Thalassocracies: Understanding Processes of Minoanisation and Mycenaeanisation in the Aegean. Oxbow Books, Oxford 2016, Kap. 3
  38. Michael Kerschner: Die Ionische Kolonisation im Lichte neuer archäologischer Forschungen in Ephesos. In: Eckart Olshausen, Holger Sonnabend (Hrsg.): „Troianer sind wir gewesen“ – Migrationen in der antiken Welt. Stuttgarter Kolloquium zur Historischen Geographie des Altertums, 8, 2002. Franz Steiner, Stuttgart 2006, S. 366–369.
  39. Beckmann et al. 2011, S. 3 f.; Wolf-Dietrich Niemeier: The Mycenaeans in Western Asia Minor and the problem of the origins of the Sea Peoples. In: Seymour Gitin, Amihai Mazar – Ephraim Stern: Mediterranean peoples in transition, thirteenth to early tenth centuries BCE, in honor of Trude Dothan. Jerusalem 1998, S. 17–65, bes. S. 20ff.
  40. Zu dem Siegelfund, der aus einer Sammlung bestand, die auch zypriotische, einen hethitischen und mykenische Siegel enthielt: Edith Porada: The Cylinder Seals Found at Thebes in Boeotia. Archiv für Orientforschung Band 28, 1981/82, S. 1–70.
  41. Klaus Tausend: Bemerkungen zur Identifikation der Ahhijawa. In: Gustav Adolf Lehmann, Dorit Engster, Alexander Nuss (Hrsg.): Von der bronzezeitlichen Geschichte zur modernen Antikenrezeption, Syngramma Bd. 1, Universitätsverlag Göttingen 2012, S. 153 f.
  42. Ein Überblick zum Streit um das Alter des Schiffskatalogs und der unterschiedlichen Positionen mit einer vermittelnden Meinung: Birgitta Eder: Noch einmal: Der homerische Schiffskatalog. in: Christoph Ulf (Hrsg.): Der neue Streit um Troia. Eine Bilanz. C.H.Beck, München 2003, S. 287–308. Online-Version
  43. Zur politischen Struktur der verschiedenen Regionen während der sogenannten mykenischen Palastzeit und der Frage, wo Palastzentren entstanden und wo nicht, siehe unter anderem Birgitta Eder: Überlegungen zur politischen Geographie der mykenischen Welt, oder: Argumente für die Überregionale Bedeutung Mykenes in der spätbronzezeitlichen Ägäis. In: Geographia Antiqua. XVIII, 2009, S. 5–46. Online.
  44. Forrer 1924 verband den Namen Tawagalawa mit dem Eteokles von Orchomenos, da er in einem anderen Dokument auch den Namen von dessen Vater Andreus belegt sah
  45. Z. B. Penelope A. Mountjoy: The East Aegean-West Anatolian Interface in the Late Bronze Age, Mycenaeans and the Kingdom of Ahhiyawa. Anatolian Studies 48, 1998, S. 33–67; Mario Benzi: Anatolia and the Eastern Aegean at the Time of the Trojan War Text. In: Franco Montanari, Paolo Ascheri (Hrsg.): Omero Tremilia anno dopo. Rom 2002, S. 343–409, bes. S. 367 ff.; zumindest angedeutet bereits bei Gustav Adolf Lehmann: Die 'politischen-historischen' Beziehungen der Agäis-Welt des 15.–13. Jhs. v. Chr. zu Vorderasien und Ägypten: einige Hinweise. In: Joachim Latacz (Hrsg.): Zweihundert Jahre Homerforschung. (= Colloquium Rauricum. Band 2). Teubner, Stuttgart 1991, S. 105 bis 126.