Air Glaciers

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Air Glaciers
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Alouette III der Air Glaciers
IATA-Code:
ICAO-Code: AGV
Rufzeichen: AIR GLACIERS
Gründung: 1965
Sitz: Sitten, SchweizSchweiz Schweiz
Heimatflughafen:

Flughafen Sion

Unternehmensform: Aktiengesellschaft
Leitung: Bruno Bagnoud
Mitarbeiterzahl: 153 (2010)
Flottenstärke: 20 Helikopter
Flugzeuge
Ziele:
Website: www.air-glaciers.ch
SA-315 B Lama der Air Glaciers bei der Berghütte Becs de Bosson, 2983 m, Kanton Wallis, Schweiz

Die Air-Glaciers SA ist die zweitgrösste Helikopterunternehmung in der Schweiz mit Hauptsitz in Sitten. Das Unternehmen verfügt über weitere Stützpunkte in Genf, La Chaux-de-Fonds, Lausanne, Collombey, Leysin, Saanen, Gampel und Lauterbrunnen. Die Air-Glaciers führt Rettungs-, Transport-, Rund-, Schulungs- sowie Taxiflüge durch.

Geschichte [1][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1963 muss der junge Bergführer Bruno Bagnoud machtlos zusehen, wie ein Freund während eines Kurses abstürzt. Der herbeigerufene Hermann Geiger kann wegen der Schwäche seiner Maschine nicht landen. Nach dem Kurs geht Bruno Bagnoud zu Hermann Geiger und bittet um Erklärung. Hermann Geiger gesteht, dass es einen turbinengetriebenen Helikopter mit sehr viel besserer Leistung gäbe, die Alouette III. Aber sie koste 1,5 Millionen Franken, und die Bell nur 300'000! Von diesem Moment an liess Bruno Bagnoud der Gedanke nicht mehr los, dass eine schnelle Rettung im Gebirge am finanziellen Aspekt nicht mehr scheitern sollte. Sofort setzt Bruno Bagnoud alles in Gang, um die für den Kauf einer Alouette III nötigen Mittel aufzutreiben. Eine Regionalbank stellt 600'000 Schweizer Franken zur Verfügung und Sud Aviation, die die "Lerche" bauen, ergreifen die Chance, um ihrem bald grössten Schweizer Abnehmer für diese Maschine eine Zahlung in Raten zu offerieren.
  • Im August 1965 nimmt Bruno Bagnoud eine erste Alouette III, mit der Kennzeichnung HB-SCB, und eine Pilatus Porter in Empfang. Hermann Geiger und Fernand Martignoni verlassen den Aeroclub und gesellen sich zu ihm. Es ist die Geburt von Air-Glaciers.
  • Hermann Geiger kommt bei einem Absturz am Flughafen von Sitten ums Leben. Pilot der Gletscher, Adler von Sion, guter Samariter, fliegender Bernhardiner - Hermann Giger war ein Pionier der Bergrettung. Er entwickelte die Landetechnik für Schneefelder und setzte am 10. Mai 1952 am Steuer einer 125 PS-Piper mit einfahrbaren Skis zum ersten Mal auf dem Kanderfirn auf. Er war es, der die Alouette III in der Schweiz einführte und für Versorgungs- und Rettungsflüge das Flugzeug durch den Helikopter ablöste.
  • Von 1965 bis 1967 beschränkte sich die Arbeit auf einen Zeitraum von etwa sechs Monaten im Sommer und Herbst. Es mussten also neue Einsatzbereiche gefunden werden, in Ländern mit sommerlichem Klima. Danke einem Vertrag für eine Mission der Vereinten Nationen erblickte die kleine Schwester der Alouette III HB-XCB, die Alouette III HB-XCM am 10. Oktober 1967 das Licht der Welt und stieg sogleich in die Lüfte, in Gesellschaft einer neuen Pilatus Porter HB-FCM, Flugziel Kayes in Mali. Dank dieser Mission konnte die Air-Glaciers die Gesellschaft konsolidieren, den Luftfahrzeugpark erweitern und vor allem in aller Ruhe die Flugtätigkeit im Gebirge sich entwickeln lassen. Mit zwei Alouette III und zwei Pilatus Porter Maschinen hatte die Air-Glaciers nunmehr eine ordentliche Basisflotte, mit der Sie die neue Nachfrage nach Leistungen für Transporte und Tourismus befriedigen konnten. Dank seiner Vielseitigkeit, und weil er dank seiner Fähigkeit zum Schwebeflug keine Infrastruktur am Boden braucht, hat der Helikopter das Flächenflugzeug für den Gebirgsflug sehr schnell überholt.
  • 1969 wurde ein Wartungszentrum Aérospitale eingerichtet, um die Generalrevision der Rumpfzellen der Helikopter vom Typ Alouette II und III sowie der Lama 316B zu ermöglichen.
  • Anfang der 70er Jahre Einführung der Air-Glaciers Rettungskarte
  • 1971 Kauf der ersten SA315B Lama HB-XDG
  • 1973 Eröffnung der Basis in Lauterbrunnen
  • 1974 Absturz der ersten Alouette III HB-XCB in Italien; Rekonstruktion 1987
  • 1979 Eröffnung der Basis in Leysin, bis 1981; Neueröffnung 2007
  • 1981 Eröffnung der Basis in Collombey
  • 1982 Eröffnung der Basis in Gampel.
  • Tod von Fernand Martignoni bei einem Auftrag zur Tollwutbekämpfung. Der Helikopter sollte Impfköder für Füchse ausbringen, die aus Hühnerköpfen bestehen, an denen ein Plastiksäckchen mit dem kostbaren Impfstoff angebracht ist.
  • 1983 Erster Flug von Sitten nach Korsika
  • 1984 Eröffnung der Basis Saanen / Gstaad.
  • Im Jahr 1986 stirbt der Sohn von Bruno Bagnoud, François-Xavier Bagnoud bei der Rallye Paris-Dakar. Nach ihm wird später der Maison FXB (François-Xavier Bagnoud) du sauvetage benannt.
  • Am 1. Juli 1995 eröffnet auf Initiative des Direktors der Gesellschaft Air-Glaciers, Herrn Bruno Bagnoud, die Maison FXB du sauvetage offiziell ihre Räume am Flughafen von Sitten. Die Maison FXB du sauvetage richtet sich nicht nur an Liebhaber des Bergsports, sondern an alle Menschen in seelischer oder physischer Not. Zwar ist ihr oberster Auftrag die Rettung, doch sie setzt sich ausserdem für die Unfallpräventation und für die Ausbildung von Fachleuten im Walliser Tourismus ein. Das Team der Maison FXB du sauvetage setzt sich aus fünf spezialisierten Rettern zusammen, die als Bergführer, Canyonführer, Sicherheitschef Pistendienst und als Rettungssanitäter IVR ausgebildet und Patentiert sind. Sieben Zusatzkräfte, zwei Ärzte, ergänzen das Personaltableau in Zeiten hohen Arbeitsaufkommens.
  • 1998 Einrichtung eines Ambulanzdienstes in Siders.
  • 2001: Ein brandneuer Helikopter vom Typ Ecureuil B3, die HB-ZCZ gesellt sich als Zuwachs zur Flotte der Air-Glaciers.
  • 2009 Eröffnung der Basis in La Chaux-de-Fonds.

Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Stand Juli 2015 besteht die Flotte der Air Glaciers[2] aus:

Helikopter

Flugzeuge

Basisdaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach eigenen Angaben war die Air-Glaciers seit 1965 über 40'000 Mal bei Bergunfällen, Pisten- und Strassenrettungen, Evakuierungen und weiteren medizinischen Notfällen im Einsatz.

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Am 28. Februar 1999 kommen drei Personen ums Leben bei einem Helikopterabsturz zwischen Stalden und Sankt Niklaus im Wallis.
  • Am 26. September 2000 sterben 8 Personen bei der Kollision zweier Air Glaciers Helikopter über Beuson im Wallis.[3]
  • Am 14. Juli 2015 verunglückte eine Eurocopter AS 350 Ecureuil B3 auf dem Weg vom Sphinx-Observatorium (Jungfraujoch) zur Air Glaciers Basis in Lauterbrunnen auf 2700 Meter auf dem Guggigletscher. Der Helikopter war mit einer Unterlast unterwegs. Der Pilot kam beim Unfall ums Leben.[4]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Air Glaciers – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Buch Fünfzig Jahre Air-Glaciers.
  2. Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: @1@2Vorlage:Toter Link/www.bazl.admin.chFlotte der Air Glaciers. BAZL, 25. Juni 2013
  3. Die schwersten Helikopterunglücke der letzten 20 Jahre. In: Neue Zürcher Zeitung
  4. So sieht es an der Absturzstelle aus. In: Berner Zeitung, abgerufen am 15. Juli 2015