Albach (Fernwald)

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Albach
Gemeinde Fernwald
Koordinaten: 50° 33′ 20″ N, 8° 47′ 40″ O
Höhe: 226 (216–241) m ü. NHN
Fläche: 4,49 km²[1]
Einwohner: 1282 (31. Dez. 2018)[2]
Bevölkerungsdichte: 286 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 35463
Vorwahl: 06404
Albach

Albach ist ein Ortsteil der Gemeinde Fernwald im mittelhessischen Landkreis Gießen.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt östlich der Bundesautobahn 5 und zwischen den Gießener und Licher Wäldern. Durch Albach führt die Landesstraße 3129. Die Bundesstraße 457 (Gießen-Nidda) liegt südlich des Ortes. Albach liegt etwa 10 km östlich von Gießen und 60 km nördlich von Frankfurt am Main. Nahegelegene Ortschaften sind Fernwald-Steinbach, die Stadt Lich sowie Oppenrod (Gem. Buseck) und Burkhardsfelden (Gem. Reiskirchen).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Albacher Kirche von 1774

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Albach im Jahre 1239.[3] Damals gab es zwei Ortsteile, nämlich Oberalbach und Niederalbach. Sie lagen unterhalb des Hofgutes, welches von den Vertretern der Familie von Albach bewohnt wurde. Die von Albach tauchen in Urkunden als Edelknechte auf. Später fanden sich Albacher Höfe im Besitz der Familien von Trohe und von Buseck und Albach war Teil des Busecker Tales.

Die Evangelische Kirche Albach wurde 1774 erbaut. In ihr befindet sich eine Orgel aus dem Jahre 1863. Bereits 1271 wird eine Kirche für Nieder-Albach erwähnt[4] und 1332 eine Kirche für Ober-Albach.[5]

Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen schloss sich die Gemeinde Albach am 31. Dezember 1971 freiwillig mit den Gemeinden Annerod und Steinbach zur Gemeinde Fernwald zusammen.[6]

Historische Namensformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In erhaltenen Urkunden wurde Albach unter den folgenden Ortsnamen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung):[1]

  • Alpach, de (1239) [Urkundenbuch des Klosters Arnsburg 3, Nr. 28]
  • Allepach, in (1248/1249) [Baur, Güterverzeichnis Mainz, S. 564]
  • Albach, in (1271) [Urkundenbuch der Stadt Wetzlar 2, Nr. 93]
  • Albbach superiori, in (1280) [Urkundenbuch des Klosters Arnsburg 3, Nr. 180: Korrigiert nach Reichardt, Siedlungsnamen, S. 17]
  • Niedern Alpach (1295) [XVI, Baur, Hessische Urkunden 1 (Starkenburg und Oberhessen), Nr. 292]
  • Abern Alpach (1387) [Urkundenbuch des Klosters Arnsburg 3, Nr. 1081]
  • Ober-Albach

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Albach lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[1][7]

Gerichte seit 1803[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das „Hofgericht Gießen“ als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit war für Albach das „Patrimonialgericht der Freiherren zu Buseck“ in Großen-Buseck zuständig. Das Hofgericht war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt.

Mit der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurde diese Funktion beibehalten, während die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Land- bzw. Stadtgerichte übergingen. Aber erst ab 1827 wurde die Patrimonialgerichtsbarkeit durch das „Landgericht Gießen“ im Namen der Freiherren ausgeübt. Erst infolge der Märzrevolution 1848 wurden mit dem „Gesetz über die Verhältnisse der Standesherren und adeligen Gerichtsherren“ vom 15. April 1848 die standesherrlichen Sonderrechte endgültig aufgehoben.[10]

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes am 1. Oktober 1879 wurden die bisherigen Land- und Stadtgerichte im Großherzogtum Hessen aufgehoben und durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt, ebenso verfuhr man mit den als Obergerichten fungierenden Hofgerichten, deren Funktion nun die neu errichteten Landgerichte übernahmen. Die Bezirke des Stadt- und des Landgerichts Gießen wurden zusammengelegt und bildeten nun zusammen mit den vorher zum Landgericht Grünberg gehörigen Orten Allertshausen und Climbach den Bezirk des neu geschaffenen Amtsgerichts Gießen, welches seitdem zum Bezirk des als Obergericht neu errichteten Landgerichts Gießen gehört.[11] Zwischen dem 1. Januar 1977 und 1. August 1979 trug das Gericht den Namen „Amtsgericht Lahn-Gießen“ der mit der Auflösung der Stadt Lahn wieder in „Amtsgericht Gießen“ umbenannt wurde. In der Bundesrepublik Deutschland sind die übergeordneten Instanzen des Amtsgerichts Gießen, das Landgericht Gießen, das Oberlandesgericht Frankfurt am Main sowie der Bundesgerichtshof als letzte Instanz.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1577: 33 Hausgesesse
• 1630: 7 zweispänige, 7 einspännige Ackerleute, 14 Einläuftige, 5 Witwen, 16 Vormundschaften.
• 1742: ein Geistlicher/ Beamter, 42 Untertanen, 8 Junge Mannschaften, 2 Beisassen/ Juden
Albach: Einwohnerzahlen von 1669 bis 1967
Jahr  Einwohner
1669
  
124
1804
  
266
1834
  
303
1840
  
318
1846
  
343
1852
  
329
1858
  
323
1864
  
326
1871
  
358
1875
  
363
1885
  
368
1895
  
369
1905
  
361
1910
  
378
1925
  
354
1939
  
379
1946
  
524
1950
  
513
1956
  
509
1961
  
496
1967
  
560
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1830: 284 evangelische, ein römisch-katholisch Einwohner
• 1895: 367 evangelisch Einwohner
• 1961: 455 evangelische, 40 römisch-katholische Einwohner

Erwerbstätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1961: Erwerbspersonen: 113  Land- und Forstwirtschaft, 101  Produzierendes Gewerbe, 21  Handel, Verkehr und Nachrichtenübermittlung, 13  Dienstleistungen und Sonstiges.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Albach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g Ober-Albach, Landkreis Gießen. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 8. November 2016). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. Zahlen, Daten, Fakten im Internetauftritt der Gemeinde Fernwald, abgerufen am 10. Februar 2019.
  3. Ludwig Baur, Urkundenbuch des Klosters Arnsburg in der Wetterau, Darmstadt 1851 Regest Nr. 28
  4. Hanno Müller: Ober- und Nieder-Albach, in Koch, S. 12
  5. Koch, S. 19
  6. Gerstenmeier, K.-H. (1977): Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen. S. 292
  7. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  8. Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 172, 260 (online bei HathiTrust’s digital library).
  9. Wilhelm von der Nahmer: Handbuch des Rheinischen Particular-Rechts: Entwickelung der Territorial- und Verfassungsverhältnisse der deutschen Staaten an beiden Ufern des Rheins : vom ersten Beginnen der französischen Revolution bis in die neueste Zeit. Band 3. Sauerländer, Frankfurt am Main 1832, S. 6 (online bei Google Books).
  10. Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt 1848, S. 237–241
  11. Großherzog von Hessen und bei Rhein: Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1879 Nr. 15, S. 197–211 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 17,8 MB]).