Albano Carrisi

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Albano Carrisi (2007)

Albano Carrisi (* 20. Mai 1943 in Cellino San Marco, Brindisi) ist ein italienischer Sänger und Winzer. Sein Künstlername ist Al Bano. Er wurde als Teil des Musikduos Al Bano & Romina Power bekannt.

Die Anfänge[Bearbeiten]

Carrisi stammte aus einer süditalienischen Bauernfamilie. Er brach mit 17 Jahren die Schule ab und entschied sich, nach Mailand zu gehen, wo er zunächst Arbeit als Hilfsarbeiter, dann als Kellner und später als Metallarbeiter fand. Während er in einem Restaurant arbeitete, das von Persönlichkeiten aus dem Showbusiness viel besucht wurde, lernte er über ein Demo-Tape Adriano Celentano kennen. Er nahm seine erste Platte La Strada auf, ein Cover von Gene Pitney aus dem Jahre 1965, und begann, sich als Sänger im Rahmenprogramm der Auftritte von Celentano in Szene zu setzen, ohne dabei jedoch seine Arbeit aufzugeben.

Im Herbst 1965 nahm er an der Vor-Veranstaltung für das Sanremo-Festival teil. Er gewann zwar nicht, wurde aber von Voce del Padrone unter Vertrag genommen, die ihn beim Festival delle Rose 1966 im Duett mit Pino Donaggio auftreten ließen. Er debütierte auch im Fernsehen bei Settevoci, einer Varieté- und Musik-Show, moderiert von Pippo Baudo, wo er es schaffte, vier Wochen in Folge die „Applaus-Abstimmung“ zu gewinnen. Die Ermittlung des Siegers erfolgte durch ein Gerät, das die Stärke des Applauses des Publikums im Saal ermittelte. In einer der ausgestrahlten Sendungen stellte er Io di notte vor, eine seiner Kompositionen, angereichert mit Blues, die das Interesse der italienischen Schlagersängerin Milva weckte. Daraus machte sie später ihre eigene Version.

Die ersten Erfolge[Bearbeiten]

Al Bano & Romina Power 1976

1967 gelang ihm sein erster großer Erfolg: Das Lied Nel sole, Finalist in dem von der staatlichen Medienanstalt RAI veranstalteten Wettbewerb Sommerhit des Jahres, erreicht die erste Position in den Verkaufscharts der Singles. Seine Stimme, ausgestattet mit einer enormen Klangbreite, brachte ihn ins Rampenlicht und verschaffte ihm große Anerkennung von Publikum und Presse, die schon von einem zweiten Claudio Villa sprachen. Nel sole wurde auch der Titel eines Films, in dem Al Bano als Hauptdarsteller auftritt, ebenso wie die junge Kollegin Romina Power. Zwischen den beiden entstand eine Liebesbeziehung, die später trotz des Einspruchs beider Familien in einer Hochzeit mündete.

Es erschienen die Singles L’oro del mondo und Il ragazzo che sorride, letzteres mit einem Text von Mikis Theodorakis, der von den tragischen Ereignissen des Amtsantritts des Colonnelli-Regime in Griechenland um 1967 inspiriert war. 1968 nahm er zum ersten Mal beim Sanremo-Festival mit La siepe teil, das den Sonderpreis der Jury erhielt. 1969 gewann er die Sommerhit-Competition mit dem Lied Pensando a te. Bis 1970 spielte er in weiteren sechs Filmen mit.

Die Blütephase von 1970–1991[Bearbeiten]

Romina Power mit Al Bano beim Grand Prix Eurovision de la Chanson 1976

Am 26. Juli 1970 heiratete er Romina Power, die Tochter des Schauspielers Tyrone Power. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor: Cristel, geboren 1985, Romina Jr., geboren 1987, Yari, geboren 1973 und die älteste Tochter Ylenia Carrisi, geboren 1970. Die beiden wurden auch beruflich ein Paar; 1969 nahm er mit ihr Cori di Acqua di mare und 1970 Storia di due innamorati auf.

1975 veröffentlichten sie Dialogo (I), und 1976 nahmen sie mit We’ll Live It All Again am Grand Prix Eurovision de la Chanson teil. Mit dem Vertragsabschluss beim kleinen Plattenlabel Baby-Records begann Anfang der 1980er die erfolgreichste Zeit ihrer Karriere. Sie produzierten im Münchner Union-Studio ihre größten Hits Sharazan, Felicità und Tu, soltanto tu. 1982 erreichten sie mit Felicità den zweiten Rang beim Sanremo-Festival. Sie gewannen das Festival 1984 mit Ci sarà und 1985 traten sie erneut beim Grand Prix mit Magic oh magic auf. 1996 kehrt Al Bano mit dem Lied È la mia vita zu seiner Karriere als Solokünstler zurück. Danach folgten mit Verso il sole 1997 und Ancora in volo 1999 weitere Veröffentlichungen ohne Romina.

Privatleben[Bearbeiten]

1999 ließ sich das Ehepaar scheiden. Mit seiner neuen Lebensgefährtin, der Fernsehmoderatorin Loredana Lecciso, mit der er von 2001 bis November 2005 zusammenlebte, hat er zwei Kinder. Er bezeichnet sich als praktizierenden Katholiken.[1] Die Beziehung mit Lecciso brachte ihn oft ins Fernsehen und in die Klatschspalten – auch oftmals gegen seinen Willen. Es ging sogar so weit, dass er einen Berichterstatter der Sendung La vita in diretta mit einem Faustschlag niederschlug.

Er nahm an der dritten Staffel der Reality-Show von Raidue, L’isola dei famosi (Insel der Berühmten), teil, aber während er auf Samanà war, erklärte seine Lebensgefährtin, ihn verlassen zu wollen und dabei die beiden Kinder mitzunehmen. Er verließ daraufhin in der Folge vom 19. Oktober 2005 freiwillig die Show.

Er erbte von Vater Don Carmelo die Winzerei Azienda Vinicola Tenute Al Bano Carrisi mit Sitz in Cellino San Marco. Er nutzte seine Kenntnisse in den Bereichen Marketing und Winzerei, um daraus ein bekanntes Markenzeichen zu machen. Der bekannteste Wein ist der Don Carmelo, benannt in Erinnerung an seinen Vater. Das Unternehmen läuft auch als Pizzeria und Landhotel. In den letzten Jahren war er sehr oft auf seinem Weingut, und so schloss er sich dem Projekt von Massimo Ferrarese an, Präsident des Dachverbandes der Industrie in Brindisi, der durch Sponsoring die Basketballmannschaft Brindisis wieder nach oben befördern möchte. Die Winzerei von Al Bano wirbt seit 2005 auf den Trikots des Zweitligisten.

Das Verschwinden der Tochter Ylenia[Bearbeiten]

1994 verschwand Ylenia, die älteste Tochter von Carrisi und Power. Die Eltern gaben eine Vermisstenanzeige auf; diverse Medien aus Italien und den USA berichteten wochenlang darüber. Noch vor der Trennung und späteren Scheidung veröffentlichte das Paar das Album Emozionale mit vielen Anspielungen auf das rätselhafte Verschwinden ihrer Tochter. Besonders die Single Dammi un segno (Gib mir ein Zeichen) gibt Einblicke in das Gefühlschaos der Eltern.

2005 konfrontierte man Carrisi in einer Livesendung im italienischen Fernsehen mit Informationen, die die bekannte spanische Journalistin Lydia Lozano erfahren haben wollte. Demnach sei Tochter Ylenia noch am Leben und habe sich in Santo Domingo (Dominikanische Republik) niedergelassen. Sie wünsche keinen Kontakt zu ihrer Familie. Carrisi stritt dies in der Sendung wutentbrannt ab und verließ das Studio vor laufenden Kameras, den Tränen nahe. Dennoch ließ diese Geschichte den Eltern keine Ruhe, was zu einem ergebnislosen Treffen (so zumindest die offizielle Version) mit Lozano führte. Während Power glaubt, dass die Tochter noch lebt, ist Carrisi der Meinung, Ylenia habe Suizid verübt. Bis heute ist ihr Verbleib ungeklärt. Im Dezember 2014 wurde sie auf Betreiben ihres Vaters von einem italienischen Gericht für tot erklärt.[2]

Plagiatsprozess[Bearbeiten]

1999 gewann Al Bano einen Plagiatsprozess gegen Michael Jackson, weil dieser weite Passagen aus Al Banos Lied I cigni di Balaka (Album L'amore e' sempre amore caro) für den Hit Will You Be There (Dangerous, 1993) benutzt hatte.[3][4]

Diskografie[Bearbeiten]

Alben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[5][6][7][8][9] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT ItalienItalien IT
1970 Pensando a te 11
(1 Wo.)
1997 Il concerto classico 1
(24 Wo.)
AT: Doppelplatin
1998 Il nuovo concerto / Ancora in volo (IT) 3
(19 Wo.)
35
(2 Wo.)
AT; Platin
Charteintritt in Italien erst im März 1999
1999 Volare 1
(17 Wo.)
AT: Platin
1999 Grazie 3
(11 Wo.)
AT: Gold
2001 Canto al sole 2
(14 Wo.)
85
(1 Wo.)
AT: Gold
2002 Carrisi canta Caruso 4
(16 Wo.)
AT: Platin
2004 La mia Italia 86
(1 Wo.)
11
(15 Wo.)
2005 Le radici del cielo 63
(7 Wo.)
2006 Il mio Sanremo 26
(8 Wo.)
2006 Amare e bella 49
(3 Wo.)
2007 Cercami nel cuore della gente 65
(4 Wo.)
2009 L’amore è sempre amore 16
(5 Wo.)
31
(1 Wo.)
Charteintritt in Österreich erst im April 2010
2011 Amanda è libera 87
(2 Wo.)

weitere Alben

  • 1967: Al Bano
  • 1968: Il ragazzo che sorride
  • 1969: Si tu no estás …
  • 1970: A cavallo di 2 stili
  • 1971: Al Bano
  • 1972: 1972
  • 1973: Su cara su sonrisa
  • 1984: Al Bano
  • 1989: Personale di Al Bano
  • 1996: Nel sole
  • 2008: Todos sus grandes èxitos en español
  • 2010: The Great Italian Songbook
  • 2012: Essential
  • 2012: Canta Italia

Kompilationen[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[5][6][7][8] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT ItalienItalien IT
2002 Le più belle canzoni 59
(4 Wo.)
2004 Buon natale – An Italian Christmas
with Al Bano Carrisi
30
(2 Wo.)
55
(1 Wo.)
2005 Le più belle canzoni di Al Bano 85
(2 Wo.)
2011 The Best Of 66
(3 Wo.)

weitere Kompilationen

  • 1969: Si tú no estás …
  • 1974: Portrait of Al Bano Vol. 16
  • 1976: La voz de … Al Bano (2 LPs)
  • 1982: Ritratto di … Al Bano
  • 1987: Caro caro amore
  • 1996: The Best of Al Bano
  • 1999: Grazie (Meine schönsten Lieder – Meine größten Erfolge)
  • 2001: Le più belle canzoni
  • 2003: I grandi successi di
  • 2006: Felicità
  • 2006: Collezione italiana (2 CDs)
  • 2007: Tutto Al Bano – Ancora in volo (2 CDs)
  • 2007: The Best Platinum Collection
  • 2007: Solo grandi successi
  • 2009: La mia opera (CD + DVD)
  • 2009: The Platinum Collection (3 CDs)
  • 2013: The Best of Al Bano
  • 2013: Al Bano (3 CDs)

Singles[Bearbeiten]

Jahr Titel Charts[10] Anmerkungen
ItalienItalien IT
1967 Nel sole
Al Bano
1
(22 Wo.)
1967 L’oro del mondo
Al Bano
13
(3 Wo.)
1968 La siepe
Il ragazzo che sorride
12
(8 Wo.)
1968 Il ragazzo che sorride
Il ragazzo che sorride
7
(14 Wo.)
1969 Mattino
Il ragazzo che sorride
3
(12 Wo.)
1969 Pensando a te
Pensando a te
2
(22 Wo.)
1969 Mezzanotte d’amore
1972
6
(11 Wo.)
1970 Quel poco che ho
Il ragazzo che sorride
6
(16 Wo.)
1970 Il suo volto il suo sorriso
A cavallo di 2 stili
17
(7 Wo.)
1971 13 storia d’oggi
1972
6
(10 Wo.)
1971 E il sole dorme tra le
braccia della notte
1972
19
(5 Wo.)
2011 Amanda è libera
Amanda è libera
38
(2 Wo.)

weitere Singles

  • 1965: La strada
  • 1966: Quando in cielo il sole chiude gli occhi
  • 1967: Io di notte
  • 1967: Tu che l’amavi
  • 1967: La donna di un amico mio
  • 1968: Musica
  • 1969: Lettera per te
  • 1969: Bianco natale
  • 1970: Peniseri “P 33”
  • 1970: Core ’ngrato
  • 1970: Ave Maria
  • 1971: La casa dell’amore
  • 1971: O sole mio
  • 1971: La mañana
  • 1971: ‘Na sera’ e maggio
  • 1971: Mamma Rosa
  • 1971: Historia de hoy
  • 1972: Taca, Taca, Banda! (mit Power, Taryn und Kocis)
  • 1972: Addio alla madre
  • 1972: Nel mondo pulito dei fiori
  • 1973: La canzone di Maria
  • 1973: Storia di noi due
  • 1974: Con mis Blue Jeans
  • 1974: Angelo di strada
  • 1974: In controluce
  • 1975: Evasione o realtà
  • 1975: Il piano degli ulivi
  • 1976: Venise a Paris
  • 1985: Magic Oh Magic
  • 1990: Un’ altro natale
  • 1996: E’la mia vita
  • 1997: Verso il sole
  • 1997: Dormi
  • 1998: Va pensiero
  • 1999: Volare
  • 1999: Funiculì funiculà
  • 2000: Piazza grande (A modo mio)
  • 2001: E’ come musica
  • 2004: Nel sole
  • 2004: La mia Italia
  • 2006: Telenorba
  • 2006: Sei la mia luce
  • 2006: Mai mai mai

Quellen[Bearbeiten]

  1. Boycott Italian Superstar Vocalist Al Bano Carrisi, Queers United, 4. Februar 2009
  2. Tochter von Al Bano & Romina Power für tot erklärt, Kurier, 17. Dezember 2014
  3. Michael Jackson klaut bei Al Bano, Spiegel, 12. Mai 1999
  4. Gericht: Hit "Will you be there" des Popstars ist ein Plagiat, Rhein-Zeitung, 12. Mai 1999
  5. a b Chartquellen: SinglesAlben
  6. a b M&D-Chartarchiv. Musica e dischi, abgerufen am 4. Juli 2015 (italienisch, kostenpflichtiger Abonnement-Zugang).
  7. a b  Guido Racca & Chartitalia: Top 100 FIMI Album. Lulu, 2013, S. 67.
  8. a b  Guido Racca & Chartitalia: Top 100 FIMI Album. Lulu, 2013, S. 85.
  9. Gold-/Platin-Datenbank AT
  10.  Guido Racca & Chartitalia: Top 100 FIMI Singoli. Lulu, 2013, S. 63.

Weblinks[Bearbeiten]