Alfershausen

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Alfershausen
Koordinaten: 49° 6′ 26″ N, 11° 11′ 12″ O
Höhe: 429 (428–443) m ü. NHN
Einwohner: 398 (2. Jan. 2018)[1]
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 91177
Vorwahl: 09173
Karte
Kirche in Alfershausen

Alfershausen ist ein Gemeindeteil des Marktes Thalmässing im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern).

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kirchdorf liegt im nördlichen Grenzbereich des Naturparks Altmühltal, im Tal des Baches Thalach, zwischen den Ausläufern der südlichen Frankenalb und der Europäischen Wasserscheide.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

788 wurde ein Alfershausen (später Altolfeshusen) zum ersten Mal in einer Schenkungsurkunde des Klosters Fulda erwähnt. Ob es sich bei dieser Erwähnung um dieses Alfershausen handelte, ist jedoch unsicher.

Sicher urkundlich erwähnt wurde Alfershausen im Jahr 1068. Bischof Gundekar II. errichtete eine Kapelle an der Domkirche zu Eichstätt. Am 2. April 1068 schenkte eine Edle Richlinde dieser Kapelle einen Hof in Alfershausen zu deren Dotierung. Die Ortschaft ist jedoch zweifellos älter. Das Gebiet um Alfershausen war schon zur Hallstattzeit besiedelt.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde es 1631–1648 stark zerstört. Zum Wiederaufbau trugen hauptsächlich österreichische Exulanten bei. Das hatte und hat Auswirkungen auf den dort gesprochenen mittelfränkischen Dialekt (zum Beispiel enk statt euch oder fönef statt fünf).

Ab 1742 begann der Wiederaufbau der evangelischen Kirche St. Martin, wobei Reste des zerstörten Turmes verwendet wurden. Der Chorraum des alten Turmes ist heute ein Teil der Sakristei. Im Jahr 2017 wird die Kirche außen und innen einschließlich Geläute grunderneuert.

Zum Ende des Zweiten Weltkrieges am 23. April 1945 fanden zwischen den Amerikanern und der Waffen-SS Kämpfe um Alfershausen statt. Zwei der drei deutschen Panzer vom Typ Panther wurden am Bahnhof von den US-Truppen abgeschossen und brannten aus. 15 SS-Angehörige kamen ums Leben und wurden auf dem örtlichen Friedhof bestattet.

Am 1. Mai 1978 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde in den Markt Thalmässing eingegliedert.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1910: 374 Einwohner[4]
  • 1933: 382
  • 1939: 350[5]
  • 1961: 470[3]
  • 1970: 398[3]
  • 1987: 368[6]
  • 2013: 402
  • 2014: 400[7]
  • 2018: 398

Dialekt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Alfershausen wird ein mittelfränkischer Dialekt mit Einschlägen aus dem Oberpfälzischen und Österreichischen gesprochen. Das ist auf die geografische Lage und die Ansiedlung von österreichischen Protestanten (Exulanten) nach dem Dreißigjährigen Krieg zurückzuführen.

Sehenswürdigkeiten und Lokalitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kolbenhoflinde
Gasthaus zum Goldenen Ochsen
Martinskirche

evangelisch-lutherisch, erbaut 1742 im Markgrafenstil

Kolbenhoflinde

Die„Tausendjährige“ Linde am Kolbenhof. Das Naturdenkmal steht exponiert an der Straße des Weilers

Alte Linde am Kolbenhof

Dieser gleichfalls bemerkenswerte Baum steht im Hofraum hinter einem Wirtschaftsgebäude bei der Trafostation.[8]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mühlbuckfest (Juli)
  • Ochsenfest (August)
  • Kirchweih (September)

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Staatsstraße 2225 führt nach Tiefenbach bzw. nach Thalmässing, die Staatsstraße St 2389 nach Aberzhausen. Gemeindeverbindungsstraßen verlaufen nach Rabenreuth und nach Stetten zur Kreisstraße RH 40.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alfershausen hat eine eigene Wasserversorgung. Die Quelle befindet sich am Hang des südlichen Frankenjuras oberhalb der Ortschaft Ohlangen. Der Hochbehälter als Wasserreserve liegt oberhalb der Ortschaft Rabenreuth. Die beiden Anwesen des Kolbenhofes werden durch den „Zweckverband zur Wasserversorgung der Laibstadt-Schloßberg-Gruppe“ aus dem Heidecker Gemeindegebiet mit frischem Wasser versorgt. Einen Verwaltungsrat des Zweckverbandes stellt der Kolbenhof.
  • Im Jahr 2010 fand erstmals die Alfershausener Gewerbeschau statt. Die örtlichen Unternehmen präsentierten sich dabei der Öffentlichkeit.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jürgen Diestelmann (1928–2014), evangelisch-lutherischer Theologe, Pfarrer in Alfershausen von 1968 bis 1975.
  • Tobias Nißler (1853–1907), Landwirt, Bürgermeister in Alfershausen, Mitglied des Deutschen Reichstags von 1898 bis 1907

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Alfershausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thalmässing
  2. Alfershausen im BayernAtlas
  3. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 733.
  4. http://www.ulischubert.de/geografie/gem1900/gem1900.htm?mittelfranken/hilpoltstein.htm
  5. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. bay_hilpoltstein.html. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, DNB 94240937X, S. 349 (Digitalisat).
  7. http://www.thalmaessing.de/de/markt-thalmaessing/gemeindeteile/alfershausen.html (Memento vom 4. April 2014 im Internet Archive)
  8. „Linde bei Alfershausen“ im Baumregister bei www.baumkunde.de