Alpine Skiweltmeisterschaft 1962

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Die 17. Alpine Skiweltmeisterschaft fand vom 10. bis 18. Februar 1962 in Chamonix in Frankreich statt.

Wegen Verweigerung der Visa für die Sportler aus der DDR (Grund: Bau der Berliner Mauer im Jahr 1961) bestand die Gefahr, dass diese Weltmeisterschaft gar nicht als solche anerkannt werden würde. So beschloss am 5. Februar die FIS in Bern, dass die Rennen in Chamonix stattfinden werden, jedoch ohne den offiziellen Titel einer Weltmeisterschaft; der österreichische und der sowjetische Delegierte sprachen sich gegen die Durchführung aus; es gab sogar Gerüchte, dass die Rennen nach Bad Gastein verlegt werden sollten. Frankreich protestierte dagegen, dass die Veranstaltung nicht als Welt-Championat gelten soll, argumentierte damit, dass man es ja nicht gewesen sei, der eine Mauer errichtet habe.[1] Offensichtlich am 15. Februar änderte das Exekutivkomitee der FIS bei seinen Sitzungen in Chamonix und Zakopane (Austragungsort der Nordischen Ski-Weltmeisterschaften) die getroffenen Entscheidungen von Bern und beschloss, dass die Chamonix-Sieger Weltmeister sind. Zwar war dafür noch die Bestätigung durch einen außerordentlichen FIS-Kongress (wahrscheinlich Ende September in Wien) erforderlich, doch galt das nur mehr als Formsache.[2]

Wegen Lawinenabgängen und damit verbundenen Problemen (Stromausfälle, teilweise von der Außenwelt abgeschlossen) kam es zu Änderungen im Ablauf der Bewerbe; sowohl die Damen- als auch Herren-Abfahrt wurden erst am letzten Wettkampftag, dem 18. Februar, gefahren, die der Damen auf der sogenannten roten, jene der Herren auf der grünen.[3]

Männer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abfahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler Zeit
1 AUT Karl Schranz 2:24,33 min
2 FRA Émile Viollat 2:24,82 min
3 AUT Egon Zimmermann 2:25,13 min
4 SUI Willi Forrer 2:25,62 min
5 AUT Gerhard Nenning 2:25,96 min
6 FRA Guy Périllat 2:26,46 min

Datum: 18. Februar
Piste: „Verte des Houches“[4]
Länge: 3343 m, Höhenunterschied: 870 m (Start 1871 m, Ziel 1001 m)

Weiters: 10. Hias Leitner (AUT) 2:28,18[5]

51 Läufer kamen ins Ziel.

Riesenslalom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler Zeit
1 AUT Egon Zimmermann 1:38,97 min
2 AUT Karl Schranz 1:39,12 min
3 AUT Martin Burger 1:39,42 min
4 FRA Adrien Duvillard 1:39,69 min
5 USA Wallace Werner 1:40,13 min
6 ITA Carlo Senoner 1:40,25 min

Datum: 15. Februar
Länge: 2200 m, Höhenunterschied: 470 m
Tore: 49 Weitere Ränge: 7. Léo Lacroix (FRA) 1:40.66, 8. Gerhard Nenning (AUT) 1:41.24, 9. Felice de Nicolo (ITA) 1:42.25, 10. Ludwig Leitner (GER) 1:42.53 - Disqualifikation Guy Périllat (FRA)[6]

Slalom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler Zeit
1 FRA Charles Bozon 2:21,67 min
2 FRA Guy Périllat 2:23,07 min
3 AUT Gerhard Nenning 2:24,20 min
4 AUT Karl Schranz 2:24,23 min
5 FRG Ludwig Leitner 2:25,36 min
6 AUT Ernst Falch 2:26,17 min

Datum: 12. Februar, 10:30 (1. Lauf), 13:30 Uhr (2. Lauf)
Länge: 562 m, Höhenunterschied: 202 m
Tore: 74 (1. Lauf) / 69 (2. Lauf)

Weiters: 7. Carlo Senoner (ITA) 148,0, 8. Bill Kidd (USA) 149,27, 9. Willi Bogner (GER) 150,77, 20. Josef Stiegler 161,04[7]

Am 10. Februar trugen 64 Läufer einen Qualifikationslauf aus. Von den 30 Läufern im Finale kamen 22 ins Ziel.

Kombination[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler Punkte
1 AUT Karl Schranz 11,04
2 AUT Gerhard Nenning 33,21
3 FRG Ludwig Leitner 64,70
4 ITA Carlo Senoner 78,55
5 USA Jimmy Heuga 108,15
6 FRG Willy Bogner 143,70

Am Start waren 40 Läufer, 13 von ihnen klassierten sich. Die Positionen wurden nach einem Punktesystem aus den Ergebnissen der Abfahrt, des Riesenslaloms und des Slaloms ermittelt.

Frauen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abfahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler Zeit
1 AUT Christl Haas 2:09,08 min
2 ITA Pia Riva 2:12,31 min
3 USA Barbara Ferries 2:13,76 min
4 FRG Barbara Henneberger 2:13,86 min
5 CAN Nancy Greene 2:14,00 min
6 BEL Patrizia Durois du Bliquy 2:14,16 min

Datum: 18. Februar
Piste: „Piste Rouge“
Länge: 2500 m, Höhenunterschied: 500 m
Tore: 16

Am Start waren 44 Läuferinnen, 40 von ihnen kamen ins Ziel.

Riesenslalom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler Zeit
1 AUT Marianne Jahn 1:41,53 min
2 AUT Erika Netzer 1:41,60 min
3 USA Joan Hannah 1:41,72 min
4 FRA Marielle Goitschel 1:41,88 min
5 USA Barbara Ferries 1:42,10 min
6 USA Jean Saubert 1:42,20 min

Datum: 11. Februar
Piste: „Chemin de Mont“
Länge: 2100 m, Höhenunterschied: 370 m
Tore: 50 Weiters: 7. Lilo Michel (SUI) 1:42,92, 8. Christine Goitschel (FRA) 1:43.15, 9. Traudl Hecher (AUT) 1:43.23, 10. Madeleine Bochatay (FRA) 1:44,11, 11. Heidi Biebl (GER) 1:44,33, 12. Christl Haas (AUT) 1:44,41[8] Am Start waren 50 Läuferinnen, 42 von ihnen kamen ins Ziel.

Slalom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler Punkte
1 AUT Marianne Jahn 1:34,84 min
2 FRA Marielle Goitschel 1:36,30 min
3 AUT Erika Netzer 1:38,12 min
4 NOR Astrid Sandvik 1:43,61 min
5 FRG Barbara Henneberger 1:43,93 min
6 FRA Annemarie Leduc 1:44,20 min

Datum: 14. Februar
Höhenunterschied: 150 m
Tore: 50 Weiters: 7. Linda Meyers (USA) 105,41, 8. Sieglinde Bräuer (AUT) 10,.84, 9. Lilo Michel (SUI) 109,55, 12. Traudl Hecher (AUT) und Thérès Léduc (FRA) 111,49[9] 30 Läuferinnen kamen ins Ziel.

Kombination[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler Punkte
1 FRA Marielle Goitschel 41,13
2 AUT Marianne Jahn 44,78
3 AUT Erika Netzer 48,33
4 FRG Barbara Henneberger 89,36
5 USA Linda Meyers 121,03
6 AUT Traudl Hecher 122,06

Am Start waren 50 Läuferinnen, 22 von ihnen klassierten sich. Die Positionen wurden nach einem Punktesystem aus den Ergebnissen der Abfahrt, des Riesenslaloms und des Slaloms ermittelt.

Medaillenspiegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Gold Silber Bronze Gesamt
1 OsterreichÖsterreich Österreich 6 4 5 15
2 FrankreichFrankreich Frankreich 2 3 5
3 ItalienItalien Italien 1 1
4 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 2 2
5 Deutschland BRBR Deutschland BR Deutschland 1 1

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kein Weltchampionat, sondern „Welt-Skirennen“. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 6. Februar 1962, S. 12.
  2. Die Sieger von Chamonix sind Weltmeister. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 16. Februar 1962, S. 16.
  3. Serenade für zwei Skier und Pistole. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 17. Februar 1962, S. 12.
  4. http://www.chamonixworldcup.com/la-course_la-piste.php
  5. Die Schutzengel flogen mit. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 20. Februar 1962, S. 12.
  6. 1. Zimmermann, 2. Schranz, 3. Burger - Ergebnisbox. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 16. Februar 1962, S. 16.
  7. Französischer Triumph im Slalom. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 13. Februar 1962, S. 12.
  8. Triumph auf der steilsten Strecke. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 12. Februar 1962, S. 12.
  9. Marianne Jahn siegt zum zweitenmal. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 15. Februar 1962, S. 12.