Österreichischer Skiverband

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Österreichischer Skiverband
Logo des ÖSV
Gründungsdatum/-jahr 4. November 1905
Präsident Peter Schröcksnadel
Vereine (ca.) 1200
Mitglieder (ca.) 140.000
Homepage http://www.oesv.at

Der Österreichische Skiverband (ÖSV) wurde (am selben Tag wie der DSV) am 4. November 1905 gegründet und besteht aus den Referaten Ski Alpin, Langlauf, Sprunglauf, Biathlon, Nordische Kombination, Snowboard, Freestyle-Skiing, Speed Ski, Telemark, Skicross, Firngleiten/Short Carving, Grasski und Behindertensport. Seit 1990 ist Peter Schröcksnadel ÖSV-Präsident. Vizepräsidenten sind der Tiroler Alfons Schranz (auch Präsident der Vierschanzen-Tournee), der Kärntner Anton Leikam (als Toni Leikam bekannt und zugleich Präsident der ASKÖ Kärnten), der Niederösterreicher Kurt Steinkogler und die Salzburger Roswitha Stadlober und Michael Walchhofer. Die Funktionsperiode des Präsidiums endet 2017.

Ehrenpräsident war Karl Heinz Klee seit 1974.

Seit unzähligen Jahren ist Dr. Klaus Leistner der Verbands-Generalsekretär, der auch als Art Chefredakteur für die offiziellen Verbandszeitschriften fungiert.

Der Verband hat seinen Sitz in Innsbruck. Ihm unterstehen die Landesskiverbände der neun Bundesländer, wobei sich die Bezeichnungen teilweise unterscheiden. So nennen sich jene von Oberösterreich "LSV OÖ", von Niederösterreich "LSV NÖ", von Kärnten "LSVK", und "SLSV" steht für den Salzburger Landesskiverband; kürzer machen es der "STSV" (Steirischer Skiverband), der "TSV" (Tiroler Skiverband), der "VSV" (Vorarlberger Skiverband") und der "BSV" (Burgenländischer Skiverband). Mit Ausnahme des "VSV" mit Sitz in Hohenems, des "BSV" in Oberwart und des "STSV" in Haus im Ennstal, residieren alle andere in den jeweiligen Landeshauptstädten. Bei vier Landesverbänden sind ehemalige Weltcup-Skiläufer die Präsidenten: beim "VSV": Patrick Ortlieb; TSV: Mag. Werner Magreiter; "SLSV": Bartl Gensbichler, "LSVK": Mag. Raimund Berger.

Sportdirektor (offizielle Bezeichnung: Refererat Hochleistungssport) ist Hans Pum. Weitere Funktonen: Konsulentin für Damensport: Mag.a Petra Kronberger, Sportlicher Leiter für Snowboard: Mag. Christian Galler, Sportlicher Leiter für den Behindertensport: Michael Knaus. Der vormalige Herren-Cheftrainer Mag. Toni Giger leitet die Abteilung "Entwicklung und Forschung".

Am 27. September 1971 wurde im "Haus des Sports" in Wien der Österreichische Skipool gegründet; die drei Gründer waren die Republik Österreich, die Bundeskammer der gewerblichen Wirtschaft und der ÖSV.[1]

Die Tochtergesellschaft des ÖSV, die Austria Skiteam Handels und Beteiligungs GmbH, verfügt über fünf weitere Tochterunternehmen:

  • Austria Ski Nordic Veranstaltungs GmbH (100 %ige Tochter)
  • Austria Ski WM und Großveranstaltungs GmbH (100 %)
  • Austria Ski Veranstaltungs GmbH (100 %)
  • Bergisel Betriebs GmbH (100 %)
  • Gesport Gesellschaft für Sportmedizin (76 %)

Im Jahr 2003 verfügte der ÖSV über ein Budget von 36,34 Millionen Euro.

Bei den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin holte alleine der ÖSV 22 Medaillen für Österreich (von 23 insgesamt; diese weiter ging an den Rodelverband) und wurde dadurch erfolgreichster Verband. Innerhalb des Österreichischen Olympischen Komitees stellte der ÖSV bis auf wenige Ausnahmen immer die größte Medaillenzahl bei Olympischen Winterspielen.

Referate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ski Alpin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 12. Jänner 2008 wurde Elisabeth Görgl mit ihrem ersten Sieg im Riesenslalom von Maribor zur 100. ÖSV-Aktiven (Damen und Herren), die einen Sieg im Alpinen Skiweltcup feiern konnte. Der Sieg von Marlies Schild, am 17. Dezember 2013 beim Slalom in Courchevel, war für den ÖSV der 800. Einzelsieg in der alpinen Weltcup-Geschichte.

Die erfolgreichsten österreichischen Sportler aller Zeiten im Alpinen Skiweltcup sind Hermann Maier mit 54 Siegen bei den Herren und Annemarie Moser-Pröll mit 62 Siegen bei den Damen; beide sind, gerechnet an Rennsiegen, die zweiterfolgreichsten Sportler der Weltcupgeschichte. Franz Klammer, Hermann Maier und Marlies Schild sind in den unten angeführten Disziplinen auch international die erfolgreichsten Athleten. Marcel Hirscher und Annemarie Moser-Pröll konnten mit jeweils sechs Gesamtweltcupsiegen die große Kristallkugel bisher am häufigsten gewinnen und halten damit auch international jeweils den Rekord.

Aktueller Cheftrainer bei den Herren ist Andreas Puelacher, der 2014 Mathias Berthold ablöste.[2] Beim Damenteam hat Jürgen Kriechbaum 2013 die sportliche Leitung von Herbert Mandl übernommen.[3]

Die erfolgreichsten ÖSV-Sportler in den einzelnen Disziplinen sind:

Abfahrt

  • Franz Klammer 25 Siege; einmal Olympia- und zugleich Weltmeisterschafts-Gold, einmal Weltmeisterschaftssilber; fünf Disziplinen-Weltcup-Siege
  • Annemarie Moser-Pröll 36 Siege; einmal Olympia- und zugleich Weltmeisterschaftsgold und weiters zweimal Weltmeisterschaftsgold und einmal Olympia- und zugleich Weltmeisterschaftssilber, einmal Weltmeisterschafts-Bronze; sieben Disziplinen-Weltcup-Siege

Super-G

  • Hermann Maier 24 Siege; einmal Olympia-Gold, einmal Olympia-Silber; je einmal Weltmeisterschafts-Gold, -Silber und -Bronze; fünf Disziplinen-Weltcup-Siege
  • Renate Götschl 17 Siege; je einmal Weltmeisterschafts-Silber und -Bronze; drei Disziplinen-Weltcup-Siege

Riesenslalom

  • Marcel Hirscher 21 Siege; einmal Weltmeisterschafts-Gold und zweimal -Silber; vier Disziplinen-Weltcup-Siege
  • Annemarie Moser-Pröll 16 Siege; einmal Olympia- und zugleich Weltmeisterschafts-Silber, einmal Weltmeisterschafts-Bronze; drei Disziplinen-Weltcup-Siege

Slalom

  • Marcel Hirscher 20 Siege; zweimal Weltmeisterschafts-Gold und einmal Olympia-Silber; drei Disziplinen-Weltcup-Siege
  • Marlies Schild 35 Siege; einmal Weltmeisterschafts-Gold; je zweimal Olympia- und Weltmeisterschafts-Silber; einmal Olympia-Bronze; vier Disziplinen-Weltcup-Siege

Kombination

  • Benjamin Raich 7 Siege; einmal Weltmeisterschafts-Gold und einmal -Silber, einmal Olympia-Bronze; drei Disziplinen-Weltcup-Siege
  • Annemarie Moser-Pröll 7 Siege; zweimal Weltmeisterschafts-Gold; zwei Disziplinen-Weltcup-Siege

Ski Nordisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sepp Bradl: am 15. März 1936 als erster Springer über einhundert Meter (mit 101,5 m in Planica); erster Weltmeister mit Gold 1939 in Zakopane, welches er allerdings als Angehöriger des Deutschen Reiches gewann.

Otto Leodolter war der erste österreichische Sportler, der bei den Olympischen Winterspielen 1960 beim Springen von der Normalschanze eine Medaille gewann.

Zu erwähnen sind weiters Baldur Preiml als Gründer des „Wunderteams“ Mitte der 1970er-Jahre und Karl Schnabl (erstes Olympia-Gold und somit auch erstes offizielles WM-Gold für den ÖSV). Max Golser bis 1984 und danach Paul Ganzenhuber waren in den 1980er-Jahren die Chef-Coaches.

Die erfolgreichsten österreichischen Sportler im Skisprung-Weltcup sind Gregor Schlierenzauer mit 53 Siegen, Andreas Felder mit 25 Siegen und Thomas Morgenstern mit 23 Siegen. Den österreichischen Weitenrekord hält seit 12. Februar 2011 Gregor Schlierenzauer mit 243,5 Metern. Im Weltcup der Nordischen Kombination ist Felix Gottwald mit 23 Siegen der Erfolgreichste.

Thomas Morgenstern holte am 3. Februar 2008 beim Skisprung-Weltcup in Sapporo den 150. Sieg eines ÖSV-Springers.

Trainer ist Heinz Kuttin, der 2014 Alexander Pointner ersetzte. [4] Für das Referat "Sprunglauf/Nordische Kombination" ist Mag. (fh) Ernst Vettori als Sportlicher Leiter verantwortlich, für den Langlauf/Biathlon ist es Markus Gandler, für Ski-Cross Frau Sabine Wittner.

Skispringen

  • Gregor Schlierenzauer 53 Siege und weitere 16 im Team.

Olympia: ein Mannschaftsgold und -silber, zwei Einzelbronze. Weltmeisterschaften: (inkl. Skifliegen): zweimal Einzel- und acht Mannschaftsgold, viermal Einzel- und zweimal Team-Silber. Zweifacher Vierschanzen-Tournee-Sieger. Zweifacher Gesamt- und dreifacher Skiflug-Weltcup-Sieger und weitere 35 Einzel- und 15 Team-Podiums.

  • Andreas Felder 25 Siege (inkl. 2 mit dem Team).

Olympia: einmal Team-Silber: Weltmeisterschaften (inkl. Skifliegen): zweimal Einzel- und einmal Team-Gold; einmal Einzel- und zweimal Team-Silber; einmal Team-Bronze. Weltcup: noch weitere zwei Siege im Team und außerdem (inkl. Skifliegen) weitere 24 Podest-Platzierungen; einmal Weltcup-Gesamtsieger

  • Thomas Morgenstern 23 Siege und weitere 16 im Team.

Olympia: einmal Einzel- und dreimal Teamgold, einmal Teamsilber. Weltmeisterschaften: (inkl. Skifliegen): einmal Einzel- und sieben Teamgold, einmal Einzel und einmal Mixed-Teamsilber, einmal Einzelbronze. Einmal Vierschanzen-Tournee-Sieger. Weltcup: 16 Teamsiege und außerdem 53 Einzel- und 15 Team-Podiums; zweimal Gesamt-Weltcup-Sieger

Damen Skispringen

  • Daniela Iraschko-Stolz 45 Siege (im Ladies COC), 12 Siege im Weltcup; eine Weltmeisterschafts-Goldmedaille, einmal Olympia-Silber; eine Mixed-Weltmeisterschafts-Silber, eine Weltmeisterschafts-Einzel-Bronze

Nordische Kombination

Einer der ersten, der bei Weltmeisterschaften einen Top-Platz erreichte, war Willi Köstinger 1962 in Zakopane mit Rang 6. Eine "Wiederbelebung" gab es in den 1980er-Jahren durch Klaus Sulzenbacher, der bei den Olympischen Winterspielern 1984 in Sarajewo sich auf dem 9. Platz klassieren und sich immer mehr in der Weltspitze etablieren konnte und als der "Grundstein" ("Cornerstone") für die weiteren ÖSV-Größen in dieser Disziplin bezeichnet wird.

Olympia: einmal Einzel und zweimal Team-Gold; einmal Einzel-Silber; zweimal Einzel- und einmal Team-Bronze. Weltmeisterschaften: dreimal Team-Gold; je einmal Einzel- und Team-Silber; viermal Einzel- und zweimal Team-Bronze. Weltcup: 44 weitere Einzel- und vier Team-Podiums; je ein Gesamt- und Sprint-Weltcup-Sieg

  • Klaus Sulzenbacher 14 Siege.

Olympia: einmal Einzelsilber; einmal Einzel- und zweimal Staffel-Bronze. Weltmeisterschaften: einmal Team-Gold und einmal Einzel-Silber; Weltcup: 17 weitere Podiumsplatzierungen. Einmal Gesamt-Weltcup-Sieg

  • Mario Stecher: Olympia: je zweimal Team-Gold und -Bronze. Weltmeisterschaften: zweimal Team-Gold; zweimal Einzel- und einmal Team-Silber; einmal Team-Bronze. Weltcup: 12 Einzel- und ein Team-Sieg sowie weitere 31 Einzel- und 5 Team-Podiums. 13-facher österreichischer Meister und fünffacher Vizemeister

Biathlon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alfred Eder: der erste österreichische Medaillengewinner bei einer Weltmeisterschaft (Bronze 1983)

Dominik Landertinger: WM: einmal Gold, zweimal Silber, einmal Bronze Olympia: zweimal Silber, einmal Bronze Weltcup: einmal Erster im Massenstart-Weltcup sowie 2 Einzelrenn- und 3 Staffelsiege sowie weitere 12 Einzel- und 12 Staffel-Podiums

Christoph Sumann: Olympia: zweimal Silber, einmal Bronze WM: je zweimal Silber und Bronze Weltcup: einmal Zweiter im Gesamtweltcup und ein Sieg im Einzelweltcup; 6 Einzelrenn- und 5 Staffelsiege sowie weitere 11 Einzel- und 12 Staffel-Podiums

Reinhard Gösweiner ist seit April 2014 wieder der Trainer (er löste Remo Klug ab); Gösweiner ist auch für den Damen- und Nachwuchsbereich zuständig

Snowboard[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Trainer (2016/17) ist Christian Galler zu erwähnen.

Sportlerinnen/Sportler:
Julia Dujmovits: Olympia: einmal Gold. Weltmeisterschaften: zweimal Silber. Weltcup: drei Rennsiege sowie sechsmal Rang 2 und siebenmal Rang 3

Marion Kreiner: Olympia: einmal Bronze. Weltmeisterschaften: je einmal Gold, Silber und Bronze. Weltcup: Zwei PGS-Gesamtsiege sowie 5 Rennsiege sowie achtmal Rang 2 und elfmal Rang 3

Claudia Riegler: Weltmeisterschaften: je einmal Gold, Silber und Bronze. Weltcup: 5 Rennsiege und fünf zweite und dreizehn dritte Plätze

Anna Gasser: Weltmeisterschaften: einmal Gold Big Air und je einmal Silber Slopestyle und Big Air. Weltcup: je ein Gesamtsieg Freestyle und Big Air

Martin Freinademetz: er gilt gewiss auch als einer der ersten, der für den ÖSV Erfolge erzielt hat; so wurde er am 3. und 4. März 1995 in Davos sowohl Weltmeister im Slalom als auch Riesenslalom - damals war Snowboard noch nicht im FIS-Programm

Siegfried Grabner: Olympia: einmal Bronze. Weltmeisterschaften: je einmal Gold und Bronze. Dreimal ISF-Weltmeister. Weltcup: 14 Rennsiege sowie 14 zweite und sechs dritte Plätze

Benjamin Karl: Olympia: je eine Silber- und Bronzemedaille. Weltmeisterschaften: viermal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze. Weltcup: je drei Gesamt- und Parallel-Siege sowie 15 Rennsiege und elfmal Rang zwei und viermal Rang 3

Andreas Prommegger: Weltmeisterschaften: 2 Goldmedaillen: Weltcup: ein Disziplinensieg in der Parallel-Wertung; 15 Rennsiege, zwölfmal Rang 2; elfmal Rang 3

Daniela Ulbing: Weltmeisterschaften: 1 Goldmedaille; Weltcup: ein Disziplinensieg in der Parallel-Slalom-Wertung

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freudentag für Skisport. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 28. September 1971, S. 15, links unten.
  2. „Reformiertes Konzept“ sport.orf.at.
  3. Kriechbaum neuer Damen-Chef sport.orf.at, 21. März 2013.
  4. „Ära von Erfolgscoach Pointner zu Ende“ sport.orf.at