Olympische Winterspiele 1964/Ski Alpin

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Ski Alpin bei den
IX. Olympischen Winterspielen
Olympic rings without rims.svg
Alpine skiing pictogram.svg
Information
Austragungsort OsterreichÖsterreich Innsbruck / Axams
Wettkampfstätte Patscherkofel, Axamer Lizum
Nationen 31
Athleten 174 (55 Frauen, 119 Männer)
Datum 30. Januar – 8. Februar 1964
Entscheidungen 6
Squaw Valley 1960

Bei den IX. Olympischen Spielen 1964 in Innsbruck wurden sechs Wettbewerbe im Alpinen Skisport ausgetragen. Wettkampforte waren der Patscherkofel und die Axamer Lizum. Die drei Erstplatzierten in der Abfahrt, im Riesenslalom und im Slalom erhielten nebst den Olympiamedaillen auch Weltmeisterschaftsmedaillen, da diese Wettbewerbe gleichzeitig als 18. Alpine Skiweltmeisterschaft gewertet wurden. In der Alpinen Kombination wurden nur WM-Medaillen verliehen.

Olympische Bilanz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Medaillenspiegel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Gold Silber Bronze Gesamt
1 FrankreichFrankreich Frankreich 3 3 6
2 OsterreichÖsterreich Österreich 3 2 2 7
3 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 2 2 4
4 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft Deutschland 1 1

Medaillengewinner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Männer
Konkurrenz Gold Silber Bronze
Abfahrt OsterreichÖsterreich Egon Zimmermann FrankreichFrankreich Léo Lacroix Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft Wolfgang Bartels
Riesenslalom FrankreichFrankreich François Bonlieu OsterreichÖsterreich Karl Schranz OsterreichÖsterreich Josef Stiegler
Slalom OsterreichÖsterreich Josef Stiegler Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Billy Kidd Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Jimmy Heuga
Frauen
Konkurrenz Gold Silber Bronze
Abfahrt OsterreichÖsterreich Christl Haas OsterreichÖsterreich Edith Zimmermann OsterreichÖsterreich Traudl Hecher
Riesenslalom FrankreichFrankreich Marielle Goitschel FrankreichFrankreich Christine Goitschel
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Jean Saubert
Slalom FrankreichFrankreich Christine Goitschel FrankreichFrankreich Marielle Goitschel Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Jean Saubert

Vorschau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor allem im alpinen Herrenrennsport sei „diesmal nichts so sicher wie die Unsicherheit“. Mit dieser Feststellung leitete der Sport Zürich in seiner Ausgabe vom 29. Januar 1964 seine Vorschau ein. Vor allem der bisherige Winter mit wenig großen internationalen Kraftproben, die zudem meistens unter Verhältnissen von sich gingen, die die Grenzen der Regularität gestreift hätten, habe dies mit aller Deutlichkeit gezeigt. Außerdem seien alle Olympiagewinner von 1960 zurückgetreten.[1]

Als großer Favorit (vor allem für den Riesenslalom) wurde Egon Zimmermann II aufgrund seiner Überlegenheit am Lauberhorn bezeichnet. Dass man Karl Schranz doch nicht denselben Kredit geben könne, liege darin, dass in eine Abfahrt viele Zufälligkeiten hineinspielen könnten – und es sei tatsächlich so, dass es am Patscherkofel das erste „richtige Abfahrtsrennen“ in diesem Winter geben werde (nach den Absagen der Klassiker in Wengen und Kitzbühel). Die beiden Abfahrten in Madonna di Campiglio hätten eine Streckenlänge von 2.600 m gehabt, nun müsse das Stehvermögen für weitere 550 m reichen. Dieser bevorstehende erste große Zusammenprall der besten Abfahrer, bei dem es auch gleich um Medaillen gehe, könnte Überraschungen Tür und Tor öffnen. Im Slalom werde Titelhalter Charles Bozon (suspendiert und verletzt) nicht antreten, gute Chancen hätten Guy Périllat und ein letztes Mal François Bonlieu, auch Ludwig Leitner und Pepi Stiegler. Der Gesamteindruck würde für Vorteile für die Gastgeber in ihrem Duell gegen Frankreich sprechen, wobei nach den Eindrücken in der jüngsten Vergangenheit zumindest Schweizer (Josef Minsch, Dumeng Giovanoli, Willy Favre), Deutsche (Wolfgang Bartels, Ludwig Leitner) mit sehr guten Aussichten eingreifen könnten, vielleicht auch noch Bud Werner.[1]

Bei den Damen seien die Favoritenstellungen weit ausgeprägter. Einzig Heidi Biebl trete als Olympiasiegerin 1960 an, doch sie habe seit den Weltmeisterschaften 1962 in Christl Haas eine kaum zu schlagende Rivalin erhalten, wenn eine Goldmedaillengewinnerin so gut wie feststehe, so sei es diese. Im Slalom und auch Riesenslalom müsse stark mit Jean Saubert gerechnet werden. Ebenso gute Chancen, sich in den letztgenannten Disziplinen an die Spitze zu setzen, habe Marielle Goitschel, im Slalom sei aber auch auf Traudl Hecher, die sich in diesem Winter in Topform befindet, zu setzen. Die Aussichten für die Schweizer Läuferinnen würden noch nie so schlecht wie diesmal gegeben sein. Therese Obrecht sei immer noch leicht verletzt angereist, ins erste Dutzend könnten vielleicht Ruth Adolf und Fernande Bochatay kommen.[1]

Reglement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den alpinen Skilauf erlaubten die Bestimmungen 8 Läufer und 6 Läuferinnen. Da der ÖSV aber 12 Herren und 8 Damen in seinem Kader hatte, nahm Sportwart Dr. Sepp Sulzberger dementsprechende Punkteberechnungen auf Grund von als Qualifikationen angesehenen Rennen vor, denn die bloßen FIS-Punktelisten nahmen auf Vorjahrsverletzungen nicht Rücksicht.[2]

Männer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abfahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler Zeit (min)
1 OsterreichÖsterreich AUT Egon Zimmermann 2:18,16
2 FrankreichFrankreich FRA Léo Lacroix 2:18,90
3 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Wolfgang Bartels 2:19,48
4 SchweizSchweiz SUI Josef Minsch 2:19,54
5 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Ludwig Leitner 2:19,67
6 FrankreichFrankreich FRA Guy Périllat 2:19,79
7 OsterreichÖsterreich AUT Gerhard Nenning 2:19,98
8 SchweizSchweiz SUI Willy Favre 2:20,23
9 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Willy Bogner 2:20,72
10 OsterreichÖsterreich AUT Heinrich Messner 2:20,74
11 OsterreichÖsterreich AUT Karl Schranz 2:20,98
12 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Fritz Wagnerberger 2:21,03
13 SchweizSchweiz SUI Dumeng Giovanoli 2:21,16
18 SchweizSchweiz SUI Georg Grünenfelder 2:22,69
48 Liechtenstein 1937Liechtenstein LIE Hans-Walter Schädler 2:35,84
52 Liechtenstein 1937Liechtenstein LIE August Wolfinger 2:37,25
53 Liechtenstein 1937Liechtenstein LIE Josef Gassner 2:37,38

Datum: 30. Januar, 12:00 Uhr
Piste: „Patscherkofel“
Start: 1952 m, Ziel: 1085 m
Höhendifferenz: 867 m, Streckenlänge: 3120 m
Tore: 14

84 Teilnehmer, davon 77 in der Wertung.

Zimmermann war bereits im «Nonstoptraining» Bestzeit gefahren (2:21,0 min); Lacroix war in 2:22,6 min Zweiter vor Killy, Werner, Messner, Kidd. Schranz gewesen. Die Franzosen mussten den Weltmeisterschafts-Zweiten Émile Viollat ersetzen, der am 27. Januar bei einem Trainingssturz (er war mit der Schulter an einer Torstange hängengeblieben) einen Schlüsselbeinbruch erlitten hatte. Für ihn wurde Pierre Stamos einberufen.[3]

Rund 50.000 Zuschauer waren anwesend. Billy Kidd startete um 12:01 Uhr als Erster. Jean-Claude Killy (Nr. 9) stürzte bald nach dem Start und war in 2:32,96 weit abgehängt. Zu den Verlierern zählte auch Karl Schranz: Er fühlte sich nicht topfit, und er fand von Beginn an nicht die richtige Spur. Zimmermann (Nr. 7) holte seinen Vorsprung im oberen Streckenteil heraus, als er bereits 0,8 sec. vor Lacroix lag, verlor diesen aber im untersten, als „Velodrom“ bezeichnetem Abschnitt fast ganz. Er hatte sich ein völlig neues Skimodell angeschnallt, einen Metallski mit fünf Rillen (bisher hatten Touristen- und auch Rennmodelle eine Längsrille, höchstens zwei). Als Mannschaft beeindruckte Deutschland am meisten, wobei Willy Bogner statt Eberhard Riedel in das Team berufen worden war. Dumeng Giovanoli war als Geheimfavorit gehandelt worden, blieb aber hinter den Erwartungen. Demgegenüber holten Guy Périllat, Kidd, Nenning und Messner ein ihrem Niveau entsprechendes Ergebnis. Es gab einen schweren Unfall: Der für Indien startende Pole Jeremy Bujakowski, der nach einem Sturz im oberen Teil mit dem Kopf gegen einen Baum gestoßen und bewusstlos liegen geblieben war, musste in die Innsbrucker Universitätsklinik gebracht werden, wo eine mittelschwere Gehirnerschütterung festgestellt wurde.[4][5][6][7]

Riesenslalom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler Zeit (min)
1 FrankreichFrankreich FRA François Bonlieu 1:46,71
2 OsterreichÖsterreich AUT Karl Schranz 1:47,09
3 OsterreichÖsterreich AUT Josef Stiegler 1:48,05
4 SchweizSchweiz SUI Willy Favre 1:48,69
5 FrankreichFrankreich FRA Jean-Claude Killy 1:48,92
6 OsterreichÖsterreich AUT Gerhard Nenning 1:49,68
7 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA Billy Kidd 1:49,97
8 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Ludwig Leitner 1:50,04
9 SchweizSchweiz SUI Josef Minsch 1:50,61
10 FrankreichFrankreich FRA Guy Périllat 1:50,75
14 SchweizSchweiz SUI Beat von Allmen 1:54,04
15 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Eberhard Riedel 1:54,17
19 SchweizSchweiz SUI Edmund Bruggmann 1:55,30
40 Liechtenstein 1937Liechtenstein LIE Hans-Walter Schädler 2:05,08
46 Liechtenstein 1937Liechtenstein LIE August Wolfinger 2:10,64
47 Liechtenstein 1937Liechtenstein LIE Josef Gassner -

Datum: 2. Februar, 12:30 Uhr
Piste: „Birgitzköpfl“, Axamer Lizum
Start: 2100 m, Ziel: 1570 m
Höhendifferenz: 530 m, Streckenlänge: 1250 m
Tore: 75

96 Teilnehmer, davon 80 in der Wertung. Ausgeschieden u. a.: Wolfgang Bartels (EUA), Willy Bogner (EUA), Jimmy Heuga (USA), Wallace Werner (USA), Egon Zimmermann (AUT).

Die ursprünglich angegebene Streckenlänge von 1.250 m wurde am 31. Januar auf 1.500 m korrigiert. Zunächst unterbot Bonlieu Stieglers Zeit um 1,34 Sekunden. Wolfgang Bartels gab nach einem Sturz im oberen Teil auf. Nach ihm lag Gerhard Nenning gut im Rennen, vergab aber seine Chancen im Zielbereich. Heugas 1:48,76 hätten Rang 5 bedeutet, doch er hatte einen Torfehler begangen. Obwohl er vor dem Ziel fast stürzte, bewahrte Willy Favre vorerst seine Anwartschaft auf eine Medaille. Abfahrtssieger Egon Zimmermann (Nr. 12) wurde vorerst mit bester Zwischenzeit gemessen, doch hatte er zu viel riskiert, fädelte bei Tor Nr. 15 ein und gab drei Tore weiter nach einem Rutscher auf. Karl Schranz fuhr ein Tor verkehrt an. Edmund Bruggmann, der einige Wochen zuvor in Hindelang den Riesenslalom gewonnen hatte, kam trotz Sturz auf Platz 19.[8][9] (Nebst James Heuga wurde u. a. auch Willy Bogner (Zwanzigster) disqualifiziert.[10])

Slalom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler Zeit (min)
1 OsterreichÖsterreich AUT Josef Stiegler 2:11,13
2 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA Billy Kidd 2:11,27
3 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA Jimmy Heuga 2:11,52
4 FrankreichFrankreich FRA Michel Arpin 2:12,91
5 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Ludwig Leitner 2:12,94
6 SchweizSchweiz SUI Adolf Mathis 2:12,99
7 OsterreichÖsterreich AUT Gerhard Nenning 2:13,20
8 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA Wallace Werner 2:13,46
9 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Wolfgang Bartels 2:15,92
10 SchweizSchweiz SUI Stefan Kälin 2:16,04
13 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Ernst Scherzer 2:18,10
14 SchweizSchweiz SUI Willy Favre 2:18,22
18 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Eberhard Riedel 2:18,85
21 OsterreichÖsterreich AUT Mathias Leitner 2:19,64
24 OsterreichÖsterreich AUT Karl Schranz 2:21,58
36 Liechtenstein 1937Liechtenstein LIE Hans-Walter Schädler 2:32,00

Qualifikationsslalom 7. Februar, 11:00 Uhr
Piste: „Birgitzköpfl“, Axamer Lizum
Start: 1730 m, Ziel: 1600 m
Höhendifferenz: 130 m, Streckenlänge: 350 m

Spezialslalom 8. Februar, 12:00 Uhr
Piste: „Birgitzköpfl“, Axamer Lizum
Start: 1770 m, Ziel: 1570 m
Höhendifferenz: 200 m, Streckenlänge: 470 m
1. Lauf: 78 Tore, Kurssetzer Ernst Oberaigner (AUT)
2. Lauf: 71 Tore, Kurssetzer Hermann Nogler (ITA)

95 Teilnehmer, davon 50 im Hauptbewerb und 39 in der Wertung. Ausgeschieden u. a.: François Bonlieu (FRA), Charles Ferries (USA), Bengt-Erik Grahn (SWE), Jean-Claude Killy (FRA), Josef Minsch (SUI).

Von den Österreichern sollte neben Schranz, Nenning und Matthias Leitner auch Stiegler starten. Laut Aussage von Sportwart Sepp Sulzberger käme Zimmermann nach seinem Riesenslalom-Ausfall nicht in Frage.[11] Am 4. Februar wurde bekannt, dass über höhere Intervention eine geheim gehaltene Ausscheidung zwischen Zimmermann und Stiegler auf der Damen-Riesenslalomstrecke in der Lizum stattgefunden hatte, die Zimmermann gewonnen hatte. Es gab weitere Interventionen (das Ausscheidungsrennen war ohne Wissen der Mannschaftsbetreuer durchgeführt worden) und am 5. Februar wurde doch Stiegler nominiert. Den Kurs hatte Hans-Peter Lanig ausgesteckt, denn es gab auch für die deutsche Slalom-Mannschaft eine Ausscheidung.[12][13][14][15]

Am 7. Februar fanden in der Lizum zwei Qualifikationsläufe statt, zu denen sich bei 5.000 Zuschauer eingefunden hatten. Im ersten Lauf qualifizierten sich die besten 25 für das eigentliche Rennen am 8. Februar, in einem zweiten Lauf fuhren alle Langsameren und Gestürzten um weitere 25 Startplätze. Matthias Leitner wurde in seinem Lauf behindert und durfte nochmals starten: Im Mittelteil waren drei Läufer in einem Knäuel verstrickt (darunter der iranische Prinz Karim Aga Khan). Leitner stieg zwar mit einem Ski über dieses Hindernis hinweg, doch dann ging beim zweiten Ski die Bindung auf. Im zweiten Lauf konnten sich u. a. noch Jean-Claude Killy und Eberhard Riedel qualifizieren.[16][17][18][19]

Nach dem ersten Durchgang des eigentlichen Rennens lag Stiegler klar vor Schranz und Nenning in Führung. Im zweiten Lauf versuchte Schranz, der unmittelbar hinter Stiegler ins Rennen ging, doch noch die Goldmedaille zu erringen, kam aber zu Sturz, womit er auch seine gute Chance auf Kombinationsgold vergab. Silber und Bronze für die beiden US-Läufer Kidd und Heuga stellten eine Überraschung dar. Bei Ludwig Leitners eher vorsichtigen Fahrt war zu erkennen, dass er Kombinationsgold anvisierte.[20]

Frauen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abfahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportlerin Zeit (min)
1 OsterreichÖsterreich AUT Christl Haas 1:55,39
2 OsterreichÖsterreich AUT Edith Zimmermann 1:56,42
3 OsterreichÖsterreich AUT Traudl Hecher 1:56,66
4 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Heidi Biebl 1:57,87
5 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Barbara Henneberger 1:58,03
6 FrankreichFrankreich FRA Madeleine Bochatay 1:59,11
7 Kanada 1957Kanada CAN Nancy Greene 1:59,23
8 FrankreichFrankreich FRA Christine Terraillon 1:59,66
9 FrankreichFrankreich FRA Annie Famose 1:59,86
10 FrankreichFrankreich FRA Marielle Goitschel 2:00,77
12 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Burgl Färbinger 2:01,23
17 SchweizSchweiz SUI Heidi Obrecht 2:02,23
19 SchweizSchweiz SUI Theres Obrecht 2:02,41
20 SchweizSchweiz SUI Ruth Adolf 2:02,59
22 OsterreichÖsterreich AUT Edda Kainz 2:02,69
23 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Heidi Mittermaier 2:03,05

Datum: 6. Februar, 13:00 Uhr
Piste: „Hoadl“, Axamer Lizum
Start: 2310 m, Ziel: 1605 m
Höhendifferenz: 705 m, Streckenlänge: 2510 m
Tore: 24

43 Teilnehmerinnen, alle in der Wertung.

Im abschließenden Non-Stop-Training war Edith Zimmermann Schnellste vor Annie Famose und Pia Riva gewesen. Die Zeiten des vorolympischen Rennens im Jahr 1963 waren wegen der veränderten Strecke nicht zu vergleichen.[21][22]

In der Nacht auf den Renntag hatte es acht Zentimeter Neuschnee gegeben, der aus der Bahn geräumt werden musste. Auch die Temperaturen hatten stark angezogen, es blies ein eiskalter Nordwind. Es kam auf die richtige Wachswahl an und noch vor dem Rennen ordnete Österreichs Trainer Gamon Tests auf der Riesenslalomstrecke an. Die Startreihenfolge brachte es mit sich, dass immer wieder eine der Österreicherinnen die Führung übernahm. Die Überlegenheit des Siegertrios gegenüber den übrigen Fahrerinnen war enorm. Haas hatte schon im oberen Streckenteil 0,8 Sekunden Vorsprung herausgefahren. Zimmermann war in der technisch schwierigsten Passage, dem Gufel-Steilhang, die Schnellste. Hier verlor anderseits Hecher einiges an ihrer Zeit. Die Bedingungen waren gleichmäßig.[23][24][25]

Riesenslalom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportlerin Zeit (min)
1 FrankreichFrankreich FRA Marielle Goitschel 1:52,24
2 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA Jean Saubert 1:53,11
FrankreichFrankreich FRA Christine Goitschel
4 OsterreichÖsterreich AUT Christl Haas 1:53,86
5 FrankreichFrankreich FRA Annie Famose 1:53,89
6 OsterreichÖsterreich AUT Edith Zimmermann 1:54,21
7 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Barbara Henneberger 1:54,26
8 OsterreichÖsterreich AUT Traudl Hecher 1:54,55
9 SchweizSchweiz SUI Fernande Bochatay 1:54,59
ItalienItalien ITA Pia Riva
11 SchweizSchweiz SUI Theres Obrecht 1:54,91
12 SchweizSchweiz SUI Ruth Adolf 1:55,83
13 OsterreichÖsterreich AUT Marianne Jahn 1:55,95
15 SchweizSchweiz SUI Françoise Gay 1:57,21
18 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Burgl Färbinger 1:58,84
22 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Heidi Mittermaier 2:00,77

Datum: 3. Februar, 12:30 Uhr
Piste: „Birgitzköpfl“, Axamer Lizum
Start: 2050 m, Ziel: 1550 m
Höhendifferenz: 500 m, Streckenlänge: 1250 m
Tore: 59

46 Teilnehmerinnen, davon 42 in der Wertung. Ausgeschieden u. a.: Heidi Biebl (EUA), Madeleine Bochatay (FRA).

Bei frühlingshaftem Wetter erreichte der Zuschauerstrom zwar nicht das gleiche Ausmaß wie bei den Herrenrennen, doch war die in einer breiten Waldschneise gelegene Schattenpartie von etwa 400 m Länge, auf die nach einer Richtungsänderung um fast 90 Grad die verhältnismäßig flache, der Sonnenbestrahlung ausgesetzte Zieleinfahrt folgte, schon zwei Stunden vor dem Start ziemlich stark bevölkert. Es herrschte aber längs der Rennstrecke eine nicht sonderlich zuversichtliche Stimmung. Was sich im Slalom angedeutet hatte, bewies der Riesenslalom: Die Goitschel-Schwestern und Saubert repräsentierten eine eigene Klasse in den alpinen Damenbewerben. Noch ausgeprägter als im Slalom kam diesmal der Vorsprung der beiden Goitschel-Schwestern und der Amerikanerin Saubert in Bezug auf «Skiführung, Körperbeherrschung, Souplesse und technische Fertigkeit» im Vergleich zu den andern zum Ausdruck. Einen Scherz hatten sich Marielle Goitschel und Jean-Claude Killy am Vorabend erlaubt, als sie ihre angebliche Verlobung bekanntgaben. Entsprechend fielen die Schlagzeilen der Zeitungen aus.[26][27][28][29]

Slalom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportlerin Zeit (min)
1 FrankreichFrankreich FRA Christine Goitschel 1:29,86
2 FrankreichFrankreich FRA Marielle Goitschel 1:30,77
3 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA Jean Saubert 1:31,36
4 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Heidi Biebl 1:34,04
5 OsterreichÖsterreich AUT Edith Zimmermann 1:34,27
6 OsterreichÖsterreich AUT Christl Haas 1:35,11
7 NorwegenNorwegen NOR Liv Jagge-Christiansen 1:36,38
8 BelgienBelgien BEL Patricia du Roy de Blicquy 1:37,01
9 ItalienItalien ITA Pia Riva 1:37,20
10 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Barbara Henneberger 1:37,55
Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Heidi Mittermaier
13 SchweizSchweiz SUI Françoise Gay 1:39,00
14 SchweizSchweiz SUI Heidi Obrecht 1:39,33
25 SchweizSchweiz SUI Theres Obrecht 1:54,09

Datum: 1. Februar, 12:00 Uhr
Piste: „Birgitzköpfl“, Axamer Lizum
Start: 1730 m, Ziel: 1600 m
Höhendifferenz: 130 m, Streckenlänge: 350 m
1. Lauf: 51 Tore, Kurssetzer: Suter (SUI)
2. Lauf: 56 Tore, Kurssetzer: Hermann Gamon (AUT)

46 Teilnehmerinnen, davon 28 in der Wertung. Ausgeschieden u. a.: Fernande Bochatay (SUI), Giustina Demetz (ITA), Annie Famose (FRA), Burgl Färbinger (EUA), Barbara Ferries (USA), Divina Galica (GBR), Gina Hathorn beide (GBR), Traudl Hecher (AUT), Marianne Jahn (AUT), Astrid Sandvik (NOR).

In einer Vorschau hatte Émile Allais die Meinung vertreten, dass vor allem wegen der Steilheit des Hanges der Slalom zu schwer sein werde. Am meisten wurden Marielle Goitschel und Jean Saubert für die Medaillen genannt, wobei diese mit den Nummern 1 und 8 einen Vorteil hätten. Es kam leicht anders, denn die um ein Jahr ältere Christine gewann mit Nr. 14, wobei Marielle, die eine Medaille bereits so gut wie sicher hatte, im zweiten Lauf nicht bis zur letzten Konsequenz forciert hatte. Weltmeisterin Marianne Jahn stürzte recht früh. Auffallend auch die Zeitdifferenz (2,68 sec.) zwischen Saubert und der Viertplatzierten Biebl, die mit einem Meniskusschaden im rechten Knie, der bei einem kleinen Waldlauf am Morgen akut geworden war, angetreten war.[30][31][32][33]

Weltmeisterschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kombination (Männer)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler Punkte
1 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Ludwig Leitner 33,99
2 OsterreichÖsterreich AUT Gerhard Nenning 34,37
3 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA Billy Kidd 36,45
4 SchweizSchweiz SUI Willy Favre 48,82
5 FrankreichFrankreich FRA Guy Périllat 51,56
6 OsterreichÖsterreich AUT Karl Schranz 54,75

Für den Kombinationsbewerb wurden keine Olympiamedaillen vergeben, sondern nur WM-Medaillen. Die Positionen wurden nach einem Punktesystem aus den Ergebnissen der Abfahrt, des Riesenslaloms und des Slaloms ermittelt.

Vor dem abschließenden Slalom war Schranz nach zwei Bewerben mit 15,33 Punkten knapp vor Bonlieu (16,22), Favre (21,59), Nenning (26,10) und Ludwig Leitner (26,73) voran gelegen.[34]

Kombination (Frauen)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportlerin Punkte
1 FrankreichFrankreich FRA Marielle Goitschel 34,82
2 OsterreichÖsterreich AUT Christl Haas 40,11
3 OsterreichÖsterreich AUT Edith Zimmermann 43,13
4 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten USA Jean Saubert 58,76
5 Deutschland Mannschaft GesamtdeutschGesamtdeutsche Mannschaft EUA Barbara Henneberger 70,40
6 ItalienItalien ITA Pia Riva 92,50

Für den Kombinationsbewerb wurden keine Olympiamedaillen vergeben, sondern nur WM-Medaillen. Die Positionen wurden nach einem Punktesystem aus den Ergebnissen der Abfahrt, des Riesenslaloms und des Slaloms ermittelt.

Christine Goitschel war nach Slalom und Riesenslalom voran gelegen, u. zw. mit 4,96 Punkten, ihre Schwester Marielle folgte mit 5,64; die weitere Reihung hatte Saubert (14,16), Edith Zimmermann (37,27) und Haas (40,11) gelautet. Auf den Rängen 7 und 8 waren Henneberger (55,74) und Biebl (75,13) klassiert. Doch der französische Ski-Coach Honoré Bonnet stellte Christine Goitschel für die Abfahrt nicht auf, sondern Christine Terraillon, weil diese „in dieser Saison die besseren Resultate erzielt hatte“.[35][36]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Sport Zürich, 29. Januar 1964.
  2. „Ein konsequenter Richter – ÖSV-Sportwart Dr. Sepp Sulzberger entschied mit Rechenschieber“ in »Tiroler Tageszeitung« Nr. 23 vom 29. Januar 1964, Seite 29
  3. Viollat mit Schlüsselbeinbruch. In: Sport Zürich, 27. Januar 1964.
  4. «Zimmermann vergoldete den Patscherkofel», «21 Läufer blieben unter dem Vorjahrsrekord», «Inder verunglückte». Kleine Zeitung Graz, 31. Januar 1964, S. 12, 13, 14.
  5. «3 Österreicher unter den ersten Zehn». Kurier Wien, 31. Januar 1964, S. 7 und 8.
  6. «H. Bonnet enttäuscht: Für ihn zählt nur ein Sieg. Schranz nicht nervös – darum schlecht gefahren». Kronen-Zeitung, 31. Januar 1964, S. 19.
  7. «Sieger Egon Zimmermann vor zweiter Goldmedaille?» Kronen-Zeitung Wien, 31. Januar 1964.
  8. «Schranz siegte nur auf der Hälfte». Kurier Wien, 3. Februar 1964, S. 7 und 8.
  9. «Bonlieu nützte seine Chance» und «Riesentorlauf: Bonlieu vor Schranz und Stiegler». Kleine Zeitung Graz, 4. Februar 1964, S. 16 und 17.
  10. „Acht Disqualifikationen im Riesentorlauf . Fünftplacierter Heuga auch ausgeschieden“ in »Tiroler Tageszeitung« Nr. 27 vom 3. Februar 1964, Seite 5
  11. «Föhn gefährdet Slalom. Zimmermann fährt nicht. Rodelbahn unter Wasser». Kurier Wien, 4. Februar 1964, S. 9.
  12. «Intrigen um Slalom-Start» und Glosse «Psychose» von Heribert Meisel. Kurier Wien, 5. Februar 1964, S. 10.
  13. «Empörung in Tirol: Egon statt Stiegler im Slalom». Kronen-Zeitung, 5. Februar 1964.
  14. «Slalom-Skandal: Trainer und Coach treten zurück». Kronen-Zeitung, 6. Februar 1964.
  15. «Nun doch Pepi Stiegler!». Kurier Wien, 6. Februar 1964, S. 10.
  16. «Bartels mit Herzklopfen». Kurier Wien, 8. Februar 1964, S. 9 und 10.
  17. «Alle vier Österreicher im Slalom qualifiziert». Kleine Zeitung Graz, 8. Februar 1964, S. 15.
  18. «Hias Leitner prallte auf Aga Khan. Vier Unbekannte im Slalom-Finale». Kronen-Zeitung, 8. Februar 1964, S. 19.
  19. „Gestürzter Chilene löste in der Lizum Menschenlawine aus, als H. Leitner zum Slalom-Qualifikationslauf antrat“ in »Tiroler Tageszeitung« Nr. 32 vom 8. Februar 1964, Olympiaseite II
  20. «Gold für Pepi Stiegler, aber die Amerikaner Kidd und Heuga dichtauf» in «Sport Zürich» Nr. 19 vom 10. Februar 1964, S. 7
  21. «Bangen: Heute letzte Schlacht - Die Entscheidung im Kanonenrohr». Kurier Wien, 6. Februar 1964, S. 10.
  22. «Letzte Chance für Christl Haas, Hecher & Co.» Kleine Zeitung Graz, 6. Februar 1964, S. 14.
  23. «40.000 feierten Österreichs Skitriumph» und «So kämpften Österreichs Damen – Die genaue Analyse des Kampfes». Kurier Wien, 7. Februar 1964, S. 7 und 8.
  24. «Die Revanche ist geglückt: Christl vor Edith und Traudl» sowie «Heidi Biebl, die „ewige Vierte“. Hut ab vor Fliegengewicht Edith» Kronen-Zeitung, 7. Februar 1964, S. 19.
  25. «Totaler rot-weiß-roter Triumph» und «Gold, Silber, Bronze für Österreichs Damen». Kleine Zeitung Graz, 7. Februar 1964, S. 12, 13 und 15.
  26. Rot-weiß-rot auf Halbmast und Zuerst Verlobung, dann Gold für Marielle Goitschel. In: Kleine Zeitung Graz. 4. Februar 1964, S. 14, 15, 17.
  27. Marielle im Zielraum: Heute abend Verlobung! In: Kronen-Zeitung. 4. Februar 1964, S. 3.
  28. Rationellster Slalomstil: Marielle, Christine, Jean. In: Kronen-Zeitung. 4. Februar 1964.
  29. Die Verlobungsmeldung war nur ein Spaß… In: Kleine Zeitung Graz. 6. Februar 1964, S. 13.
  30. «Dieser Damen-Slalom ist viel zu schwierig» Kronen-Zeitung, 1. Februar 1964, S. 15.
  31. «Christine und Marielle – Stars im Skizirkus Lizum» Kronen-Zeitung, 2. Februar 1964, S. 3.
  32. «Ohne Jahn geht es nicht! Die Goitschels unter sich». Kronen-Zeitung, 2. Februar 1964, S. 22.
  33. «Biebl: Start mit Meniskusschaden!» Kronen-Zeitung, 2. Februar 1964, S. 23.
  34. „Acht Disqualifikationen im Riesentorlauf . Fünftplacierter Heuga auch ausgeschieden“ in »Tiroler Tageszeitung« Nr. 27 vom 3. Februar 1964, Seite 5
  35. »Kombi: Christine und Marielle Goitschel führen«; «Kronen-Zeitung» vom 4. Februar 1964, unten
  36. »Christine nicht dabei«; «Kronen-Zeitung» vom 5. Februar 1964, Spalte 1