Olympische Winterspiele 1948/Ski Alpin

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Olympische Ringe
Olympische Winterspiele 1948
(Medaillenspiegel Ski Alpin)
Platz Mannschaft G S B Total
1 SchweizSchweiz SUI 2 2 2 6
2 Frankreich 1946Vierte Französische Republik FRA 2 1 2 5
3 OsterreichÖsterreich AUT 1 2 3 6
4 Vereinigte Staaten 48Vereinigte Staaten USA 1 1 0 2

Bei den V. Olympischen Winterspielen 1948 in St. Moritz wurden sechs Wettbewerbe im Alpinen Skisport ausgetragen. Die Rennen fanden im Gebiet Corviglia statt. Die drei Erstplatzierten in der Abfahrt, im Slalom und in der Kombination erhielten nebst den Olympiamedaillen auch Weltmeisterschaftsmedaillen, da diese Wettbewerbe auch als 10. Alpine Skiweltmeisterschaft zählten.

Männer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abfahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler Zeit
1 FRA Henri Oreiller 2:55,0 min
2 AUT Franz Gabl 2:59,1 min
3 SUI Karl Molitor 3:00,3 min
SUI Ralph Olinger 3:00,3 min
5 AUT Egon Schöpf 3:01,2 min
6 ITA Silvio Alverà 3:02,4 min
ITA Carlo Gartner 3:02,4 min
8 SUI Fernand Grosjean 3:03,1 min
9 AUT Hans Nogler 3:03,2 min
- - - -
11 SUI Adolf Odermatt 3:06,4 min
14 AUT Engelbert Haider 3:08,2 min
15 AUT Eberhard Kneissl 3:08,3 min
18 SUI Romedi Spada 3:09,2 min
22 SUI Edy Reinalter 3:11,0 min
55 LIE Franz Beck 3:38,3 min
73 LIE Max Gassner 3:53,0 min
79 LIE Leopold Schädler 4:00,0 min
90 LIE Theodor Sele 4:24,1 min
99 LIE Constantin von Liechtenstein 5:04,1 min

Datum: 2. Februar, 10:00 Uhr
Start: 2700 m, Ziel: 1870 m
Höhendifferenz: 830 m, Streckenlänge: 3371 m

111 Fahrer aus 25 Ländern waren am Start, 102 von ihnen erreichten das Ziel. Der Lauf zählte ebenfalls für die alpine Kombination.

Der Schweizer Karl Molitor, sechsmaliger und damit noch heute Rekordsieger der Lauberhornabfahrt, gehörte zu den großen Favoriten in der Männer-Abfahrt. Er fuhr unter absoluter Kontrolle ein technisch sicheres Rennen und kam mit neuer Bestzeit ins Ziel. Kurz darauf startete der Franzose Henri Oreiller. Dieser meisterte die Schwierigkeiten des Steilhanges ohne wesentliches Abbremsen und führte bereits in der Zwischenzeit mit fünf Sekunden, die er bis ins Ziel nicht mehr hergab. Dem Österreicher Franz Gabl gelang es noch auf den zweiten Platz vorzustoßen und Ralph Olinger holte zeitgleich mit Molitor eine zweite Bronzemedaille für die Schweiz.
Aus österreichischer Sicht waren die Favoriten Mall, Haider und Nogler, während Gabl und Schöpf weniger Beachtung fanden.
Couttet als einer der großen Favorits für die Kombination, der als besserer Slalomläufer bekannt war, klassierte sich auf Rang 13.[1]
Als Mall mit nur 2 Sekunden hinter Couttet ins Ziel kam, waren sich Experten einig, dass Couttet geschlagen werden wird. Und schon Alverà, bereits bei der Zwischenzeit um 4 Sekunden voran, war der Erste, der sich vor Couttet platzierte. Dann kam die Info, dass Colò schwer gestürzt war und aufgegeben hatte. Molitor war kaum im Ziel, alle jubelten, da wurde diese Freude gedämpft, denn Oreiller war bei der Zwischenzeit in 1:43 um 4 Sekunden schneller. Teammäßig war Österreich in einer Rangliste nach Rangpunkten mit 64 Punkten knapp vor der Schweiz (65), Frankreich kam in einer derartigen Wertung auf 127 Punkte.

Slalom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler Zeit
1 SUI Edy Reinalter 2:10,3 min
2 FRA James Couttet 2:10,8 min
3 FRA Henri Oreiller 2:12,8 min
4 ITA Silvio Alverà 2:13,2 min
5 SWE Olle Dalman 2:13,6 min
6 AUT Egon Schöpf 2:14,2 min
- - - -
8 SUI Karl Molitor 2:16,2 min
12 AUT Edi Mall 2:18,3 min
13 SUI Georges Schneider 2:18,4 min
17 AUT Engelbert Haider 2:22,8 min

Datum: 5. Februar, 9:00 Uhr
Start: 2090 m, Ziel: 1870 m
Höhendifferenz: 220 m
Tore: 47 (1. Lauf)

76 Fahrer waren am Start, 66 von ihnen erreichten das Ziel.

Ausgeschieden u. a.: Christian Pravda, Hans Hinterholzer beide (AUT)

Die Bestzeit im ersten Lauf erzielte Silvio Alverà, knapp gefolgt vom Franzosen James Couttet. Nachdem Karl Molitor mit knapp drei Sekunden Rückstand unter den Erwartungen blieb, hofften die Schweizer auf Edi Reinalter, der die drittbeste Laufzeit erzielte. Der zweifache Olympia-Sieger Henri Oreiller war ebenfalls nahe an der Spitze, das übrige Feld war bereits im ersten Lauf deutlich abgeschlagen. Oreiller vermochte Alverà im zweiten Lauf noch zu überholen und gewann letztlich Bronze. Nachdem Couttet mit einem Lauf von 63,3 Sek. die Spitze übernommen hatte, stellte der St. Moritzer Edi Reinalter die Laufbestzeit von 62,6 Sek. auf und gewann eine weitere Goldmedaille für die Schweiz. - Der Österreicher Hans Hinterholzer stürzte, überschlug sich und flog in die Zuschauer (Quelle: siehe BITTE Fußnote zum Damenslalom)

Der Spezialslalom, der sich binnen weniger Jahre zu einem unvergleichlichen Präzisionssport entwickelt hatte, wurde mit technisch einwandfreien Geräten durchgeführt, was für die damaligen Verhältnisse ein großer Fortschritt war. Marc Hodler und Slalom-Organisator-Spezialist Ernst Gertsch aus Wengen hatten die Anlage in monatelanger Arbeit geplant und mit ihren zuverlässigen Gehilfen in die Praxis umgesetzt. Der ungeheure Aufwand, die gewissenhafte Arbeit und die mathematische Präzision aller Installationen wurden für die Schweiz durch zwei schöne Erfolge mit Herren-Gold und Damen-Silber belohnt.
Der Herrenslalom mit 47 von Marc Hodler gesteckten Toren auf der Corviglia begann mit 5 Minuten Verspätung, wobei Bernhard Perren der erste und Emile Allais der dritte und letzte Vorfahrer waren. Erster Konkurrent war Edi Mall, der seine gute Leistung vom Kombinationsslalom bestätigte. Schon Desiré Lacroix war schneller, Alverà fuhr noch deutlich schneller. Oreiller war im Stil nicht so überzeugend wie am Vortag. Nach Dalman kam Couttet, der aber um eine Zehntel hinter Alverà blieb. Molitor war vorerst genauso schnell wie Couttet, verlor aber danach. Nach Haider, der als Ersatz für Gabl aufgestellt worden war, kam Reinalter, der sich mit 67,7 sec. alle Chancen wahrte. Karl Gamma musste nach einem Ausrutscher zurücksteigen, Šponar (ČSR) ließ ein Tor aus, Hanson konnte einen Kantenfehler vor dem Ziel nur mit knapper Not korrigieren. Ein schwerer Sturz brachte Chierroni aus dem Kreis der Favoriten, die Norweger Jack Nielsen und Eriksen stürzten knapp vor dem Ziel. Georges Schneider fuhr sehr draufgängerisch, verlor aber durch zu harte Schwünge einige Sekunden. Penz gab nach mehreren Missgeschicken auf. Egon Schöpf bewies, dass seine Nichtberücksichtigung in der Kombination ein Fehler war. Österreichs letzte Hoffnung, Pravda, verscherzte seine Chancen ebenfalls durch einen Sturz. So gab es den Zwischenstand Alverà vor Couttet, Reinalter und Oreiller.
Zweiter Durchgang: Mall fuhr auf Biegen und Brechen, erreichte eine gute Zeit, Lacroix stürzte vor dem Ziel, Alverà wahrte seine Chance mit einem unerhört schnellen und beherrschten Lauf. Aber Oreiller übertrumpfte ihn noch. Es war unglaublich, wie die Leistungen gesteigert wurden. Dalman (er hatte eine Fußverletzung) konnte eine neue Laufbestzeit erzielen. Couttet musste 65,2 fahren, um Oreiller zu überholen. Molitor konnte sich zwar verbessern, doch er kam nicht mehr nach vorne. Letztlich fuhr Reinalter in geduckter Stellung, angefeuert von den heimischen Zuschauern, elegant durch die Tore.
Nähere Spezifizierung der Durchgangszeiten bzw. weitere (wichtige) Platzierungen:
Gold: Reinalter 67.7/62,6; Silber: Couttet 67,5/63,3; Bronze: Oreiller 68,0/64,8; Rang 7: Jack Reddish (USA) 135,5; Rang 9: Brchl 136,6; Rang 10: Sixten Isberg (SWE) 137,2; Rang 11: ex aequo Hansson & Mall 137,3; Rang 13: Georges Schneider; Rang 14: Colò 139,0.

ANMERKUNG: Couttet war sich nach dem Sieg im Kombinationsslalom auch hier siegessicher, wurde aber von Reinalter überrascht (Quelle: "Sport Zürich").

Kombination[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportler Punkte
1 FRA Henri Oreiller 3,27
2 SUI Karl Molitor 6,44
3 FRA James Couttet 6,95
4 AUT Edi Mall 8,54
5 ITA Silvio Alverà 8,71
6 SWE Hans Hansson 9,31
- - - -
8 AUT Hans Nogler 9,96
10 SUI Edy Reinalter 12,01
11 AUT Eberhard Kneissl 12,36
13 AUT Engelbert Haider 13,26
15 SUI Adolf Odermatt 15,64
16 SUI Fernand Grosjean 16,61
47 LIE Franz Beck 48,37
50 LIE Leopold Schädler 54,48
58 LIE Theodor Sele 72,78
62 LIE Max Gassner 76,56

Abfahrt: 2. Februar, 10:00 Uhr
Slalom: 4. Februar, 9:00 Uhr

79 Fahrer waren am Start, 67 von ihnen erreichten das Ziel. Der Wettbewerb setzte sich aus der Abfahrt, die gemeinsam mit den Spezialisten ausgetragen wurde, und einem separaten Kombinations-Slalom zusammen.

Beim Kombinationsslalom der Männer hieß die große Frage, ob es Karl Molitor gelingen würde, seine fünf Sekunden Rückstand auf den Abfahrtssieger Henri Oreiller wettzumachen. Ihm gelang jedoch keine Ausnahmeleistung und so konnte Oreiller mit zwei sicheren Fahrten seine zweite Goldmedaille gewinnen. Der Franzose James Couttet, Schnellster im Kombinationsslalom, kam in der alpinen Kombination noch auf den dritten Platz.
Der Österreicher Edi Mall konnte sich noch mit Rang 2 im Kombinationsslalom auf Rang 4 in der Endwertung nach vorne schieben; Vittorio Chierroni (ITA) wurde Dritter. Die Platzierungen der übrigen Österreicher im Kombinationsslalom: Rang 12 Kneissl, Rang 13 Nogler und Rang 15 Haider.[2]

Mit 45 Toren bestückt, für 9 h auf der Corviglia angesetzt, aber wegen technischer Schwierigkeiten (die vielen elektrischen Anlagen waren durch die Temperaturkapriolen in Mitleidenschaft gezogen worden und funktionierten vorerst nicht) eine halbe Stunde später begonnen. Couttet fuhr bereits im 1. Lauf in 68,7 sec. Bestzeit. Hans Nogler war der erste Starter gewesen, es waren Grosjean, S. Alverà, Molitor, Oreiller, Hansson, Odermatt und Couttet gefolgt. Edi Mall fuhr nach Antonín Šponar (ČSR, 73,1) in 69,5 die zweitbeste Zeit, und der ihm folgende Chierroni in 70,8 die drittbeste. So war auch letztlich das Endklassement mit Couttet 134,9 vor Mall 136,0 und Chierroni 138,1.
Der zweite Lauf war nicht umgesteckt worden. Hans Nogler mit Sturz in 74,8 (Rang 14), auch Enttäuschung durch Grosjean mit zwei Stürzen (77,7/Rang 25). Alverà vermochte sich zu steigern (69,6/Rang 11). Wohl konnte Molitor eine gute Zeit (68,5/Rang 6) erreichen, aber schon der Nächste, Oreiller - er war zwar um 1,5 sec. langsamer (in der Gesamtzeit gerade um 0,2 sec. schneller als Molitor, damit Rang 5), was gleichzeitig aber deutlich für Gold reichte. Couttet erreichte 66,2 sec., war somit um 7,4 sec. schneller als Oreiller, aber 12,7 sec. aus der Abfahrt (auf Molitor auch 7,3 sec.) reichten nur für Bronze. Mall verfehlte mit 66,5 Couttets Zeit knapp (in Summe auf Rang 2 mit 1,1 sec. zurück). Den 3. Rang im Kombislalom belegte Chierroni (138,1) und Edy Reinalter fuhr dann die absolut beste Zeit des Tages in 65,8 (was zum Aufsehen mahnte), katapultierte sich noch auf Rang 4 – nur sein viel zu vorsichtiger erster Lauf hatte einen weiteren guten Platz der Schweiz verhindert. Molitor erklärte danach, dass er nach dem Sturz von Grosjean im 1. Lauf den Eindruck erhalten hatte, dass die Strecke in sehr schlechtem Zustand sei, daher ließen alle Schweizer etwas Vorsicht walten und gaben erst im 2. Lauf ihr Bestes. In einer Nachbetrachtung wurde bei den Österreichern Mall als der überragende Mann bezeichnet, Nogler und Kneissl hätten gute Klasse verraten, während Haider etwas enttäuscht habe. Bei den Nordländern ruhte nach dem Ausfall von Dahlman (zwei schwere Stürze in der Abfahrt) die Verantwortung auf Hans Hansson (der auch der Beste werden sollte), während Ake Nilsson bereits in der Abfahrt zu viel verloren hatte. Die Norweger waren der schweren Abfahrtsstrecke nicht gewachsen, spielten auch im Slalom eine untergeordnete Rolle. Ansprechende Resultate gab es von Šponar und Brchl sowie von Jack Reddish. Bei den Schweizern erwies sich Molitor nach wie als die Nummer eins; Reinalter hatte in der Abfahrt zu langsame Skier gehabt – er wechselte nun nach dem ersten Slalomdurchgang seine Ski. Statt des verletzten Stäger war Adolf Odermatt ins Team berufen worden, der sich tapfer hielt. Grosjean schien die harte Slalompiste nicht zu liegen.


Frauen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die österreichischen Damen berichteten, dass es als Preise Lebensmittel (Wurst, Schokolade etc.) gegeben habe. Dies sei für sie schon "wie ein schönes Märchen" gewesen, denn im besetzten Österreich bekam man Nahrungsmittel nur rationiert über Bezugsscheine (Quelle: ORF-Interviews).
Beim Abfahrtstraining am 31. Januar stürzte die Österreicherin Dagmar Rom schwer und erlitt einen Bänderriss, sodass für sie das Saison-Aus gegeben war.[3]

Abfahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportlerin Zeit
1 SUI Hedy Schlunegger 2:28,3 min
2 AUT Trude Jochum-Beiser 2:29,1 min
3 AUT Resi Hammerer 2:30,2 min
4 ITA Celina Seghi 2:31,1 min
5 SUI Lina Mittner 2:31,2 min
6 FRA Suzanne Thiollière 2:31,4 min
- - - -
9 SUI Rosmarie Bleuer 2:33,3 min
11 SUI Antoinette Meyer 2:35,4 min
14 SUI Irène Molitor 2:37,2 min
16 AUT Annelore Zückert 2:38,4 min
17 AUT Anneliese Schuh-Proxauf 2:39,0 min
19 AUT Erika Mahringer 2:39,3 min
24 SUI Olivia Ausoni 2:45,1 min
26 AUT Sophie Nogler 2:47,0 min

Datum: 2. Februar, 14:30 Uhr
Start: 2394 m, Ziel: 1870 m
Höhendifferenz: 524 m, Streckenlänge: 2135 m

Schou-Nilsen war in 2:32,8 Siebte, Lucienne Schmitt-Couttet auf 10 in 2:35,4, Fraser auf 13 in 2:37,2 und May Nilsson auf 18 in 2:39,2
37 Fahrerinnen waren am Start, alle erreichten das Ziel. Die Frauen-Abfahrt erfolgte unmittelbar nach dem Rennen der Männer auf der gleichen Strecke. 15 Pflichttore verhinderten jedoch überhöhte Geschwindigkeiten und größere Schwierigkeiten, so dass es sich eigentlich um einen Riesenslalom handelte.

Als erste Favoritin konnte sich die Österreicherin Trude Beiser mit Startnummer 5 an die Spitze setzen. Gleich hinter ihr fuhr die als Aussenseiterin angetretene Schweizerin Hedy Schlunegger. Diese stürzte am Eingang zum Kanonenrohr, konnte die Fahrt jedoch mit geringem Zeitverlust fortfahren und erreichte das Ziel in neuer Bestzeit. Weder Resi Hammerer, noch Celina Seghi oder Laila Schou Nilsen, kamen im Anschluss an ihre Zeit heran und damit sicherte Schlunegger der Schweiz den ersten großen alpinen Erfolg.
Durch Stürze vergaben jedoch zwei aussichtsreiche Kandidatinnen für die Kombination, Georgette Thiollière (FRA) und May Nilsson (SWE), ihre Chancen. (Quellenhinweis: siehe bitte Abfahrt Herren)

Schluneggers Sieg war deshalb überraschend, da sie 1947 kaum Rennen bestritt (sie arbeitete im elterlichen Café); sie sagte, sie habe in den beiden Olympiakursen im Dezember und jetzt vor den Spielen regelmäßig unter gleichen Verhältnissen wie ihre Kameradinnen trainieren können, womit sie ihr Selbstvertrauen wieder gewonnen habe, denn das habe ihr gefehlt, wenn sie sich mangels Trainings nicht sicher gefühlt habe. Sie habe am Start geglaubt, dass sie siegen könne. Ihr Zeitverlust beim Sturz wurde mit 8 Sekunden gestoppt! Vielleicht hatten die Österreicherinnen etwas zu viel gebremst, denn das Herrenteam hatte sich am Kanonenrohr versammelt und zum vorsichtigen Fahren gemahnt. Seghi, die sich keine Siegeschancen ausgerechnet hatte, genügte es, nicht mehr als knappe 3 Sekunden auf Schlunegger verloren zu haben, denn im Slalom, ihrer Domäne, sollte sie den Spieß umdrehen können.[4]

Slalom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportlerin Zeit
1 USA Gretchen Fraser 1:57,2 min
2 SUI Antoinette Meyer 1:57,7 min
3 AUT Erika Mahringer 1:58,0 min
4 FRA Georgette Thiollière 1:58,8 min
5 SUI Renée Clerc 2:05,8 min
6 AUT Anneliese Schuh-Proxauf 2:06,7 min
7 AUT Resi Hammerer 2:08,6 min
- - - -
13 SUI Rosmarie Bleuer 2:10,6 min
17 SUI Olivia Ausoni 2:18,6 min

Datum: 5. Februar, 10:00 Uhr
Start: 2050 m, Ziel: 1870 m
Höhendifferenz: 180 m
Tore: 35 (1. Lauf)

28 Fahrerinnen waren am Start, 24 von ihnen erreichten das Ziel.

Nach dem ersten Lauf der Frauen führte auf der eisharten Piste, die große Anforderungen an die Läuferinnen stellte[5], zur allgemeinen Überraschung die US-Amerikanerin Gretchen Fraser, knapp vor Erika Mahringer aus Österreich, die ebenfalls eine Laufzeit unter einer Minute erreichte. Eine Sekunde Rückstand hatten die Schweizerin Antoinette Meyer und Georgette Thiollière aus Frankreich. Die übrigen Fahrerinnen wurden deutlich distanziert. Die Entscheidung fiel dann bereits zu Beginn des zweiten Laufs, als Fraser mit einer technisch sauberen Fahrt eine Laufzeit von 57,5 Sek. erzielte. Diese Zeit wurde nur noch durch Antoinette Meyer mit 57,0 Sek. unterboten, was der Schweizerin den zweiten Rang vor Erika Mahringer, die beinahe gestürzt wäre, einbrachte, den Gesamtsieg der Amerikanerin aber nicht gefährdete.

Wie auch beim Kombinationsslalom, starteten die Damen auf der Suvretta auf verkürzter Strecke (35 Tore), während das Herren-Rennen noch weiter im Gang war. Gretchen Fraser, die bis zu ihrem Auftreten im Kombinationsbewerb nicht zu den Favoritinnen gezählt hatte, zeigte sich erneut von ihrer besten Seite, die Siegerin des Kombinationsslaloms Mahringer blieb, nachdem sie bei einem Tor etwas gezögert hatte, um eine Zehntel hinter Fraser. Beide Thiollière-Schwestern kämpften unglücklich und verloren aus Mangel an Übersicht wertvolle Sekunden. May Nilsson musste ihre forsche Fahrweise mit einem schweren Sturz bezahlen. Seghi hatte ihre Ruhe und Sicherheit vollständig verloren, stürzte, war danach ganz erledigt. Es war unglaublich, wie sich die Italienerin innerhalb weniger Tage zu ihrem Nachteil verändert hatte. Zu vorsichtige Fahren von Gignoux und Nekvapilová, Schuh-Proxauf mit Sturz zurückgefallen, Bleuer zu vorsichtig. Antoinette Mayer fand das richtige Rezept für die harte Unterlage, auch Renée Clerk zeigte sich von der besten Seite. Als einzige Französin konnte sich Schmidt-Couttet durchsetzen, die sich hinter Fraser, Mahringer und vor Mayer auf Rang 3 klassierte. Die letzte Schweizerin Ausoni hatte vielversprechend begonnen, blieb aber an einer Stange hängen und konnte sich erst nach langen Sekunden befreien.
Im 2. Lauf der Damen, der noch vor jenem der Herren gefahren wurde, hätte Mahringer (nach Frasers vorgelegter Zeit) 57,4 sec. erreichen müssen, um diese zu egalisieren, sie ging auch aufs Ganze, geriet aber Mitte des Rennens leicht ins Schwimmen. Hammerer verbesserte sich unwesentlich, Mead fuhr einen ansprechenden Lauf, S. Thiollière musste nach zu viel Risiko und Sturz die Waffen strecken, während Georgette mehr Glück hatte. May Nilsson und Seghi konnten sich rehabilitieren, doch kamen sie ob ihrer Rückstände für vordere Plätze nicht mehr in Frage. Schuh-Proxauf gelang eine Zeit unter 60 Sekunden. Bleuer wirkte wieder etwas zögernd. Mayer konnte mit Laufbestzeit noch Silber erringen, Schmidt-Couttet hatte aber noch die Gold-Chance, doch geriet sie in den letzten Toren in Rücklage und musste ihre Ambitionen begraben.
Spezifizierungen und weitere (wichtige) Platzierungen:
Gold: Fraser 59,7/57,5; Silber: Mayer 60,7/57,0; Bronze: Mahringer 59,7/58,2; Rang 9: Brynhild Grasmoen (USA) 129,6; Rang 10: May Nilsson 129,7; Rang 14: Seghi & Schou-Nilsen; Rang 16: Nekvapilová; Rang 17: Schmidt-Couttet; Rang 18: Ausoni.[6]

Kombination[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Platz Land Sportlerin Punkte
1 AUT Trude Jochum-Beiser 6,58
2 USA Gretchen Fraser 6,95
3 AUT Erika Mahringer 7,04
4 ITA Celina Seghi 7,46
5 FRA Françoise Gignoux 8,14
6 SUI Rosmarie Bleuer 8,80
7 AUT Anneliese Schuh-Proxauf 9,76
8 SUI Hedy Schlunegger 10,20
- - - -
12 AUT Resi Hammerer 11,87
14 SUI Lina Mittner 12,54
26 SUI Olivia Ausoni 38,02

Abfahrt: 2. Februar, 14:30 Uhr
Slalom: 4. Februar, 10:00 Uhr

28 Fahrerinnen waren am Start, 27 von ihnen erreichten das Ziel. Der Wettbewerb setzte sich aus der Abfahrt, die gemeinsam mit den Spezialistinnen ausgetragen wurde, und einem separaten Kombinations-Slalom zusammen.

Im Gegensatz zu den Herren waren der von Hedy Schlunegger in der Abfahrt erzielte Vorsprung und ihr Können im Slalom zu gering, als dass ein Kombinationssieg möglich erschien. Nachdem die große Favoritin im Slalom, die Italienerin Celina Seghi, unter ihren üblichen Leistung blieb und Vierte wurde, holte die Österreicherin Trude Beiser mit siebtbester Slalomzeit die Goldmedaille. Ihre Teamkollegin Erika Mahringer gewann den Kombinationsslalom und damit Bronze in der Kombination. Der zweite Platz ging unerwartet an die US-Amerikanerin Gretchen Fraser, dies dank Rang 2 im Slalom. Den dritten Rang in diesem Kombinationsslalom belegte Schuh-Proxauf.[7]

Während die weniger starken kombinierten Herren noch fuhren, starteten auf der verkürzten Suvretta schon die Damen mit Lina Mittner als Erster, die in einem ausgeglichenen Lauf 63,3 sec. erreichte. Seghi startete schnell, stürzte aber. Auch Hammerer wirkte unsicher, fiel für die Kombination zurück. Beiser wirkte unerhört sicher, 61,8 waren eine neue Marke. Schlunegger fuhr vorsichtiger, doch knapp vor dem Ziel blieb sie an einer Torstange hängen – nur 71,4 sec, und damit eine weitere schweizerische Hoffnung vernichtet. Nach Françoise Gignoux (63.8) und Bleuer (65,5) lieferte Fraser eine Überraschung, sie egalisierte Beisers Zeit. Auf Nekvapilová (65,9) und Schuh-Proxauf (62,9) folgte May Nilsson, die ihr Formtief nicht ablegen konnte (65,3) – doch Mahringer übertrumpfte in 58,4 alle anderen. G. Miller-Thiollière und auch Mead (beide in der Abfahrt gestürzt) bewiesen ihr Slalomkönnen mit 63,9 bzw. 63,8 sec.
Und während immer noch einige Schwächere bei den Herren mit dem ersten Lauf beschäftigt waren, starteten die Damen zum 2. Lauf auf der unveränderten Suvretta. Der eisige Wind hatte zur Folge, dass die Unterlage sehr hart wurde. Wiederum begann Mittner als Erste, sie stürzte, Zeit 76,3 (damit letztlich Rang 17 im Kombi-Slalomklassement). Seghi zeigte nun ihr wahres Können, mit 61,5 sec. (Endrang 7) sicherte sie sich ein Mitspracherecht um die Medaillen. Hammerer stürzte an derselben Stelle wie Mittner, damit auch die Hoffnungen begraben (70,9; Rang 18). Beiser wusste um ihren großen Gesamtvorsprung, ließ Vorsicht walten, angesichts ihrer 68,7 (letztlich Rang 8) war für alle im Ziel klar, dass dies die Goldmedaille bedeutet. Schlunegger verbesserte sich, zeigte einen flüssigen Parcours (67,1 – am Ende Gesamtrang 16). Auch S. Thilollière und Gignoux vermochten zu überzeugen (62,0/Rang 10 bzw. 65,2/Rang 5). Rosmarie Bleuer erwies sich als beste Schweizerin (63,8/Rang 6, schneller als Seghi). Schmitt-Couttet glänzend disponiert (68,4/Rang 11). Fraser erneut die größte Überraschung, sie gelangte sogar mit 59,2 unter die 60-Sekunden-Grenze (das war gesamt der 2. Rang in 121,0 Sekunden). Nekvapilová in 62,9 schneller als im 1. Lauf, wurde Vierte, hatte aber für die Kombination keine Chance (Rang 9 mit 10,98 Punkten). Mahringer, nun 59,7 und insgesamt um 2,9 sec. schneller als Fraser, damit waren die Würfel gefallen. Schuh-Proxauf wurde in 124,3 Slalomdritte. Enttäuschung bei den Schweizerinnen, bei denen Olivia Ausoni im Slalom Rang 27 in 172,9 (104,4/68,5) belegte.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Österreichische Erfolge in der Abfahrt. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 3. Februar 1948, S. 4.
  2. «Schlechte Ratschläge für die Männer». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 5. Februar 1948, S. 4.
  3. Dagmar Rom außer Gefecht. In: Arbeiter-Zeitung. Wien 1. Februar 1948, S. 5.
  4. «Hedy Schlunegger Abfahrtssiegerin» mit Untertiteln «Grossartiges Herren-Abfahrtsrennen» und «Hedy Schlunegger (Schweiz] gewinnt bei den Damen die goldene Medaille»; «Sport Zürich», Nr. 16 vom 4.2.1948, Seiten 1 bis 3
  5. «Das "Gretchen aus Amerika"». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 6. Februar 1948, S. 4.
  6. «Edi Reinalter gewinnt Goldmedaille im Spezialslalom...Antoinette Mayer die Silberne»; «Sport Zürich», Nr. 18 vom 6.2.1948, Seite 2
  7. «Zwei österreichische Siege!». In: Arbeiter-Zeitung. Wien 5. Februar 1948, S. 4.
  8. «Spannender Kombinations-Slalom»; «Sport Zürich», Nr. 17 vom 5.2.1948, Seiten 1 und 2