Alraft

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Alraft
Stadt Waldeck
Koordinaten: 51° 14′ 32″ N, 8° 58′ 11″ O
Höhe: 294 m ü. NHN
Fläche: 1,39 km²[1]
Einwohner: 170 (30. Jun. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 122 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Oktober 1971
Postleitzahl: 34513
Vorwahl: 05634

Alraft ist einer der kleinsten Stadtteile der Stadt Waldeck im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die älteste gesicherte schriftliche Erwähnung von Alraft erfolgte unter dem Namen in Alrepe im Jahr 1126 in einer Urkunde der Reichsabtei Corvey.[2] Aus dem Jahr 1206 ist ein Aufzählung der zahlreichen Güter des Klosters Ober-Werbe erhalten. Es ist davon auszugehen, dass die Entstehung Alrafts mit dem nicht weit entfernten Kloster in Verbindung zu bringen ist. Das Kloster hatte hier seine Außenhöfe liegen. Eine ehemalige Wassermühle an der Werbe, die „Klippmühle“, erinnert heute noch an die Nutzung der Wasserkraft in vergangenen Zeiten.

Neben den Klöstern Corvey, Hasungen, Berich und Werbe erscheinen nach 1300 die Herren von Itter und deren Lehnsleute mit Besitzungen in Alraft, den sie an die Klöster Haina und Werbe abtreten. Nachdem im 16. Jahrhundert die Herrschaft Itter endgültig an Hessen gelangt war, wird bei der zwischen den Landgrafen von Hessen und den Grafen von Waldeck 1590 festgelegten waldeckisch-itterschen Grenze unter anderem die Alrafter Mühle der Grafschaft zugesprochen.[2]

Gebietsreform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten zum 1. Oktober 1971 die bis dahin selbständigen Gemeinden Alraft, Höringhausen, Netze und Nieder-Werbe sowie die beiden Städte Sachsenhausen und Waldeck auf freiwilliger Basis zur neuen Stadt Waldeck.[3][4] Als Verwaltungssitz wurde der Stadtteil Sachsenhausen bestimmt. Für alle eingegliederten, ehemals eigenständigen, Gemeinden von Waldeck wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.[5]

Territorialgeschichte und Verwaltung im Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Alraft lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[2][6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Alraft 165 Einwohner. Darunter waren keine Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 27 Einwohner unter 18 Jahren, 57 zwischen 18 und 49, 48 zwischen 50 und 64 und 33 Einwohner waren älter.[7] Die Einwohner lebten in 75 Haushalten. Davon waren 27 Singlehaushalte, 21 Paare ohne Kinder und 21 Paare mit Kindern, sowie 6 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 15 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 54 Haushaltungen leben keine Senioren/-innen.[7]

Einwohnerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1738: 12 Häuser[2]
  • 1770: 13 Häuser, 84 Einwohner[2]
Alraft: Einwohnerzahlen von 1770 bis 2020
Jahr  Einwohner
1770
  
84
1800
  
?
1834
  
124
1840
  
139
1846
  
130
1852
  
140
1858
  
144
1864
  
148
1871
  
135
1875
  
140
1885
  
133
1895
  
143
1905
  
140
1910
  
143
1925
  
136
1939
  
125
1946
  
201
1950
  
174
1956
  
144
1961
  
143
1967
  
155
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
165
2015
  
163
2020
  
170
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [2]; Stadt Waldeck:[8][1]; Zensus 2011[7]

Religionszugehörigkeit

• 1895: 143 evangelische (= 100 %) Einwohner[2]
• 1961: 131 evangelische (= 91,61 %), 12 katholische (= 8,39 %) Einwohner[2]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bau- und Kunstdenkmäler Kassel N.F. 4, S. 40f.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Stadtteil Alraft. In: Webauftritt der Stadt Waldeck, abgerufen im April 2021.
  2. a b c d e f g h Alraft, Landkreis Waldeck-Frankenberg. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 10. April 2019). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  3. Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschlüsse und Eingliederungen von Gemeinden vom 17. September 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 39, S. 1603, Punkt 1320; Abs. 8. (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 9,2 MB]).
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 408, 409.
  5. Hauptsatzung. (PDF; 33 kB) § 6. In: Webauftritt. Stadt Waldeck, abgerufen im Dezember 2020.
  6. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  7. a b c Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 52 und 108;.
  8. Alraft. In: Webauftritt. Stadt Waldeck, archiviert vom Original; abgerufen im Februar 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Alraft – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien