Altes Gronauer Schloss

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Altes Gronauer Schloss
Fundamentreste des in Stein erbauten Königshauses

Fundamentreste des in Stein erbauten Königshauses

Entstehungszeit: um 720
Burgentyp: Höhenburg, Spornlage
Erhaltungszustand: Ruine
Bauweise: Steingebäude,
Ort: Krofdorf-Gleiberg
Geographische Lage 50° 41′ 33,4″ N, 8° 39′ 34,2″ OKoordinaten: 50° 41′ 33,4″ N, 8° 39′ 34,2″ O
Höhe: 206 m ü. NHN
Altes Gronauer Schloss (Hessen)
Altes Gronauer Schloss

Das Alte Gronauer Schloss ist eine Burgruine im nördlichen Krofdorfer Forst (Gemarkung Krofdorf-Gleiberg, Gemeinde Wettenberg), nahe der Ortschaft Salzböden (Stadtteil von Lollar), im Landkreis Gießen in Mittelhessen.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Reste der einstigen Höhenburg befinden sich auf dem so genannten „Schloßberg“, einem Grauwacken-Sporn rund 20 Meter über dem Fluss Salzböde, der direkt unterhalb der Burg von einer wichtigen Furt durchquert wurde.

Rund ein bis zwei Kilometer entfernt befand sich damals ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Hier vereinigte sich die von Wetzlar kommende oberhessischen Süd-Nordstraße, die südwestlich des Dünsbergs den Herborner „Rennweg“ aufnahm, mit der Wetterauer Weinstraße, ein im Sommer abkürzender Nord-Süd-Weg, der die Lahn unterhalb von Gießen an der „Wolfsfurt“ von Selters (heute Wüstung) überschritt. Dagegen bildete der „Rennweg“ zusammen mit der unweit nach Amöneburg abzweigenden Kirchberger „Langen Hessen“ einen West-Ost-Zug.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hinweistafel

Erbaut wurde die frühkarolingische Straßenfeste vermutlich um 720 n. Chr. durch den Hausmeier Karl Martell. In den frühen Sachsenfeldzügen Karls des Großen ab 772 n. Chr. wurde die Anlage offensichtlich modernisiert. Ihre Funktion war vermutlich die einer Etappenstation oder Schutzburg für die vorbeiführenden Fernwege.

Vermutlich wegen der Erbauung der Burg Gleiberg wurde die alte Burg aufgegeben und verfiel.

Im April 1936 wurden für das Landesamt und auf Kosten des Archäologischen Institutes des Deutschen Reiches (Berlin) die Planaufnahmen und Ausgrabungen auf dem Gelände begonnen.

Die längliche etwa 1,6 ha umfassende Anlage ist im Gelände noch zu erkennen; das sogenannte Königshaus, vermutlich das einzige in Stein gebaute Gebäude der Anlage wurde in seinen Grundmauern ergraben und 1949 oberirdisch nachgebildet. Es besaß nach Osten eine Apsis, nach Süden einen rechteckigen Bergfried.

Anlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das nachgelegte feste Gebäude mit Apsis

Von der ehemaligen Burganlage sind noch Reste der Umfassungsmauer und eines Gebäudes mit Turm, das "Königshaus", zu sehen. Das zur Anlage gehörende Battingsfeld ist heute noch als gerodete Waldfläche südlich des Königshauses gut zu erkennen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Willi Görich: Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte. Band 1. Marburg, S. 25–41.
  • Jürgen Leib, Harald Uhlig: Gießener Geographischer Exkursionsführer. Band II. S. 185–204.
  • Jürgen Leib: Krofdorf-Gleiberg zwischen Tradition und Fortschritt. Heimatbuch zur 1200-Jahrfeier der Gemeinde Krofdorf-Gleiberg. Gießen 1974.
  • Schlösser, Burgen, alte Mauern. Herausgegeben vom Hessendienst der Staatskanzlei, Wiesbaden 1990, ISBN 3-89214-017-0, S. 239.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gronauer Schloß – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien