Lollar

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Lollar
Lollar
Deutschlandkarte, Position der Stadt Lollar hervorgehoben
Koordinaten: 50° 39′ N, 8° 42′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Gießen
Höhe: 166 m ü. NHN
Fläche: 21,9 km²
Einwohner: 9876 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 451 Einwohner je km²
Postleitzahl: 35457
Vorwahl: 06406
Kfz-Kennzeichen: GI
Gemeindeschlüssel: 06 5 31 013
Stadtgliederung: 4 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Holzmühler Weg 76
35457 Lollar
Webpräsenz: www.lollar.de
Bürgermeister: Bernd Wieczorek (parteilos)
Lage der Stadt Lollar im Landkreis Gießen
Niederdorfelden Biebertal Wettenberg Lollar Staufenberg (Hessen) Allendorf (Lumda) Rabenau (Hessen) Heuchelheim (Hessen) Gießen Buseck Grünberg (Hessen) Fernwald Linden (Hessen) Langgöns Pohlheim Reiskirchen Lich Hungen Laubach Wetteraukreis Vogelsbergkreis Landkreis Limburg-Weilburg Landkreis Limburg-Weilburg Landkreis Marburg-Biedenkopf Lahn-Dill-KreisKarte
Über dieses Bild

Lollar ist eine Stadt im Landkreis Gießen in Hessen. In der mittelhessischen Kleinstadt leben knapp 10.000 Einwohner.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Lollar befindet sich im Landkreis Gießen ca. 8 km nördlich der Universitäts- und Kreisstadt Gießen und ca. 20 km südlich der Universitätsstadt Marburg im Marburg-Giessener-Lahntal östlich des Krofdorf-Königsberger Forstes.

Durch Lollar fließt die Lumda, ein kleiner Fluss, der in der Nähe in die Lahn mündet.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lohra (MR) Fronhausen (MR)
Wettenberg (GI) Nachbargemeinden Staufenberg (GI)
Gießen (GI)

MR = Landkreis Marburg-Biedenkopf - GI = Landkreis Gießen

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Lollar gehören neben der Kernstadt Lollar noch die drei Stadtteile Odenhausen, Ruttershausen und Salzböden, sowie Hofgut und Schloss Friedelhausen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lollar wurde urkundlich erstmals 1242 erwähnt, es geht aber auf eine vorfränkische Siedlung zurück. Zwischen 1570 und 1821 besaß die heutige Stadt ein Gericht. Die Stadtrechte erhielt sie am 4. September 1974.[2]

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Endsilbe des Ortsnamens „-lar“ verweist auf eine Siedlung keltischen oder sogar vorkeltischen (alteuropäischen) Ursprungs (vergleiche auch Mainzlar, Wetzlar, Dorlar, Aßlar, Fritzlar). Der Name wurde aus „Lom-lar“ zusammengezogen, „Lom(da)“ ist die alte Bezeichnung des durch Lollar fließenden Flüsschens Lumda.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen wurden am 31. Dezember 1971 auf freiwilliger Basis die Gemeinden Odenhausen, Ruttershausen und Salzböden in die Gemeinde Lollar eingegliedert.[3] Am 1. Juli 1974 kam ein Teilgebiet der Stadt Staufenberg mit damals knapp 100 Einwohnern hinzu.[2]

Ersterwähnungen der Ortsteile

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch den Zusammenschluss 1972 mit seinen Ortsteilen erreichte die heutige Stadt eine Größe von 8.000 Einwohnern. Heute hat Lollar inklusive der Ortsteile rund 10.000 Einwohner.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen

Am 3. März 1967 wurde der Gemeinde Lollar ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: Schild geteilt. Unten über einem roten, mit einem silbernen 1-Kreuzer-Stück belegten Schild fußoval eine goldene Brücke. Oben in Blau ein silberner, rotbezungter Pferdekopf, rechtsgewendet.[4]

Die Brücke über die Lumda spielte eine zentrale Rolle in der Entwicklung von Lollar. 1711 wurde ein Brückenzoll genehmigt. Der Betrag von einem Kreuzer (s. „1 KR“ auf dem Wappen) wurde für jedes Pferd bei der Überquerung fällig.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[5] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[6][7]

Sitzverteilung in der Stadtverordnetenversammlung 2016
    
Von 31 Sitzen entfallen auf:
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 42,9 13 39,9 12 37,0 14 40,5 15
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 28,5 9 24,0 7 27,8 10 28,0 10
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 16,5 5 18,1 6 11,1 4 9,3 3
FWG Freie Wählergemeinschaft 13,1 4 16,1 6 18,1 7
FDP Freie Demokratische Partei 12,1 4 5,0 2 8,1 3 4,0 2
Gesamt 100,0 31 100,0 31 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 44,6 41,5 42,6 51,2

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der parteilose Bewerber Dr. Bernd Wieczorek setzte sich am 26. September 2004 im zweiten Wahlgang mit 51,1 % der Stimmen gegen Burkhard Weinbach durch. Die Wahlbeteiligung betrug 50,7 %. Amtsinhaber Gerd Bocks kandidierte nicht mehr. Bei der Wahl am 12. September 2010 wurde Dr. Bernd Wieczorek, ohne Gegenkandidat, mit 88,2 % der Stimmen für eine 2. Amtszeit wiedergewählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 34,1 %.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An die Anfänge der Industrialisierung erinnert das Eisengießerdenkmal

1854 wurde die Hedwigshütte durch Justus Kilian gegründet. Bereits 1861 wurde diese von Buderus (Wetzlar), erworben. Durch diese wirtschaftliche Entwicklung wurde Lollar zum industriellen Schwerpunkt zwischen Gießen und Marburg.

Heute werden in dem Werk durch die Bosch Thermotechnik GmbH vornehmlich Heizkessel, Gas- und Öl-Gebläsebrenner sowie Regelungstechnik für Heizsysteme produziert. Das Werk hat ca. 1000 Beschäftigte und ist somit der größte Arbeitgeber der Stadt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Lollar hindurch (Gießener Straße, Marburger Straße) verläuft die L3475. Die früher durch Lollar führende Bundesstraße 3 wurde als B 3a errichtet und verläuft heute östlich von Lollar. Südlich von Lollar kreuzen sich die Autobahnen A 480 und A 485 mit der B 3a am Gießener Nordkreuz. Lollar hat dadurch einen guten Anschluss an diese Autobahnen und die gut ausgebaute B3a. Ein weiterer direkter Anschluss aus Richtung Norden ist über die Anschlussstelle der B3a Staufenberg-Nord/Lollar-Nord vorhanden.

Bedeutung für den Tourismus hat der Lahntalradweg.

Bahnhof Lollar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Bahnhof Lollar

Der Bahnhof Lollar liegt an der Main-Weser-Bahn. Dort zweigen die Lumdatalbahn zum Bahnhof Londorf und bis 1983 die Bahnstrecke Lollar – Wetzlar ab. Nördlich der Kernstadt in Nähe des Ortsteils Odenhausen liegt der Bahnhaltepunkt Friedelhausen.

Hessenpark, Kapelle aus Lollar.JPG
Lollar - Keulerbrunne (1).jpg
Die Kapelle aus Lollar an ihrem heutigen Standort im Hessenpark (oben) und der Keulerbachbrunnen am Originalstandort (unten)

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Gichtturm , ein von Buderus erbauter Industrieturm der weithin sichtbar das Stadtbild prägt und die Buderusvilla . Beide befinden sich auf einem Industriegelände, einem schmalen Streifen zwischen Lahn und Eisenbahn. [8]
  • Bekannt ist der Ort für die Kapelle aus Lollar, eine der ältesten erhaltenen Kirchen in Hessen. Sie wurde in den 1970er Jahren abgebaut und befindet sich heute in einem Freilichtmuseum, dem Hessenpark. Anstelle der Kirche steht nun der Keulerbachbrunnen. [8]
  • Die als Kolonie bezeichnete Arbeitersiedlung - die älteste seiner Art in Hessen[8]
  • Das Eisengießerdenkmal am Rande der Kolonie (Marburger Straße)[8]
  • der Schmaadleckerbrunnen vor der alten Apotheke, einem Gebäude im Jugendstil[8]
  • Der Blick vom Altenberg auf den Ortsteil Salzböden (einschl. Salzböde- und Lahntal)
  • Die romanische Kirche im Ortsteil Odenhausen
  • Die Wehrkirche im Ortsteil Salzböden
  • Das Schloss Friedelhausen westl. dem Ortsteil Odenhausen
  • Ein regional bekanntes Waldschwimmbad mit Blick in das Lahntal [9]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde Lollar geborene Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die in der Gemeinde Lollar gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Reinhold Huttarsch, Michael Müller: Lollar beiderseits der Lahn. Verlag Stadt Lollar, Lollar, 1984. ISBN 3-9801030-0-5

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 365.
  3. Gerstenmeier, K.-H. (1977): Hessen. Gemeinden und Landkreise nach der Gebietsreform. Eine Dokumentation. Melsungen. S. 305
  4. Genehmigung eines Wappens durch den Hessischen Minister des Innern vom 3. März 1967 (StAnz. S. 353) Seite 1 der tif-Datei 3,16 MB
  5. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016
  6. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  7. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  8. a b c d e Sehenswürdigkeiten auf www.lollar.de
  9. Das Waldschwimmbad bei www.lollar.de

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lollar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Kapelle aus Lollar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien