Erbil

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Dieser Artikel behandelt die irakisch-kurdische Stadt Erbil, das gleichnamige Gouvernement siehe unter Erbil (Gouvernement) und für den Namen Erbil (Name).
Erbil
Lage
Erbil (Irak)
Erbil
Erbil
Koordinaten 36° 11′ N, 44° 1′ O36.18861111111144.010833333333415Koordinaten: 36° 11′ N, 44° 1′ O
Staat Irak
Autonome Region Kurdistan
Gouvernement Erbil
Basisdaten
Höhe 415 m
Einwohner 1.400.000 (2014)[1]
Vorwahl 40 (Stadt), 964 (Land)
Postleitzahl 44001
Bürgermeister Nihad Latif Kodscha
Die Zitadelle von Erbil
Die Zitadelle von Erbil

Erbil, amtlich Arbil (arabisch ‏أربيل‎, DMG Arbīl, aramäisch  ܐܪܒܝܠ  Arbela) oder Hewler (kurdischھەولێرHewlêr), ist die Hauptstadt und zugleich auch der Sitz der Regierung der Autonomen Region Kurdistan im Irak. Zudem ist Erbil die Hauptstadt des gleichnamigen Gouvernements Erbil und Wirtschafts- und Handelszentrum Kurdistans.

Die Zitadelle von Erbil gilt als die älteste kontinuierlich bewohnte Siedlung der Welt; im Juni 2014 wurde ihr von der UNESCO der Status eines Weltkulturerbes verliehen.[2][3]

Begünstigt durch die stabile Sicherheitslage und als Standort des Regionalparlaments wurden in Erbil einige Auslandsvertretungen eröffnet. Länder, die in Erbil eine diplomatische Vertretung haben, sind unter anderem die USA, Russland, Iran, Großbritannien, Frankreich, Südkorea, Deutschland und China.[4][5] Im November 2007 eröffnete die UNO ein Büro in Erbil. Bürgermeister ist Nihad Latif Kodscha, der 23 Jahre in Deutschland im Exil lebte.

Etymologie[Bearbeiten]

Aufgrund ihres immensen Alters wurde die Stadt schon frühzeitig in der Menschheitsgeschichte erwähnt. Schon im dritten Jahrtausend vor Christus erwähnten die Sumerer die Stadt als Urbilum bzw Urbelum.[6] Dieser Begriff leitet sich wahrscheinlich vom hurritischen Wort Arbilum ab.[7][8] In der Ur-III-Zeit hieß der Ort ebenfalls Urbilum, bis in die Altbabylonische Zeit Urbel, die Assyrer nannten ihn Arbail (heute aramäisch  ܐܪܒܝܠ  Arbela)[9]. Andere Forscher führen den Namen auf das Akkadische arba’ū ilū (Vier Götter) zurück.

Im alten Persien wurde die Stadt Arbairā genannt.[10] Im antiken Griechenland Arbelles.[11]

Der heutige kurdische Name Hewlêr ist wohl eine weitere Veränderung des Wortes Arbel um verschiedene phonetische Metathesen.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Bevölkerung von Erbil ist in den letzten Jahren stark gewachsen. 2007 betrug laut OCHA die Einwohnerzahl der Stadt Erbil 808.600, die Einwohnerzahl des Distrikts Erbil 1.115.890 und die Einwohnerzahl des Gouvernements Erbil 1.542.421.[12] 2013 ging die Joint Analysis Unit (JAU) der UNAMI (United Nations Assistance Mission for Iraq) von einer Bevölkerung von 1.530.722 für das Gouvernement Erbil aus.[13] Für 2014 geht die REACH-Initiative von UNOSAT, ACTED (Agency for Technical Cooperation and Development) und IMPACT von einer Bevölkerung von 1,4 Millionen für Erbil aus, und zwar noch ohne die Flüchtlinge, die nach der Eroberung Mossuls durch ISIS die Stadt erreichten.[1]

Schätzungen neueren Datums gehen von bis zu 2 Millionen Einwohnern im Gouvernement aus, exakte und zuverlässige Zahlen existieren jedoch nicht. Die Mehrheit stellen die Kurden; zu den Minderheiten zählen Chaldo-Assyrer, Araber und Turkmenen. Außerdem leben, bedingt durch den Bauboom, zahlreiche Arbeiter türkischer Firmen in der Stadt. Die Einwohner sind überwiegend Muslime. Über 40.000 christliche Chaldo-Assyrer leben hauptsächlich im Vorort Ankawa.

Geschichte[Bearbeiten]

Antike[Bearbeiten]

Erbil zählt zu den ältesten durchgehend besiedelten Städten der Welt. Das Alter der Stadt wird auf mehr als 8000 Jahre geschätzt.[14] Bereits unter Aššur-reš-iši I. war die Stadt das Ziel assyrischer Feldzüge. Die Stadt war lange Zeit ein religiöses Zentrum für die Göttin Ischtar.

Als Erbil unter medischer Herrschaft war, siedelte Kyaxares I. Stämme der Sagartier aus dem Zagros hier an. Als die Achämeniden die Meder ablösten, führte der Meder Phraortes einen Aufstand gegen Dareios I. an. Dareios I. besiegte die Aufständischen 521 v. Chr. und ließ dies auf der Behistun-Inschrift verewigen. 331 unterlag der persische Großkönig Dareios III. in der Schlacht von Gaugamela unweit von Arbela dem makedonischen König Alexander dem Großen. Die Schlacht wurde auch als Schlacht von Arbela bekannt, angeblich, weil den Makedonen Gaugamela als zu unbedeutend erschien (Strabo, Geographika 16, 3). Nach der Niederlage der Perser gegen Alexander den Großen wurde Erbil Teil des Seleukidenreiches. In klassischer Zeit war die Stadt unter ihrem aramäischen Namen Arbela bekannt. Die Griechen nahmen an, dass Arbela von Arbelus, dem Sohn des Athmoneus gegründet worden war (Strabo, Geographika 16, 3). Erbil war Hauptstadt des Fürstentums Adiabene. Mit dem Sieg von 141 v. Chr. wurde Mithridates I. von Parthien zum Herrscher Mesopotamiens. Mehrfach wechselte die Stadt zwischen Parthern und Seleukiden. 88 v. Chr. eroberte Tigranes Erbil und besetzte Adiabene. Als die Römer Armenien bedrohten, bot er den Parthern als Gegenleistung für ihre Hilfe gegen Rom Adiabene an.

Später entwickelte sich Erbil zu Hauptstadt eines mehr oder weniger autonomen Vasallenstaates der Parther. Der erste bekannte König der lokalen Dynastie war Izates, der um 30 n. Chr. herrschte. Sein Nachfolger konvertierte zum Judentum.

Im Jahr 195 besetzte Septimius Severus Adiabene und erhielt den Titel Parthicus Adiabenicus. Vologaeses V. eroberte Adiabene zurück und bestrafte König Narses wegen der unterlassenen Hilfe bei einem Feldzug im Osten des Reiches. Erbil wurde wie das gesamte Gebiet in den römisch-parthischen Kriegen oft umkämpft. 216 eroberte Caracalla die Stadt. Die Römer plünderten königliche parthische Gräber.

Büste des Septimius Severus

Nach der Revolte des Ardaschir I. im Jahr 222 gegen die Parther und der Etablierung des Sassanidischen Reiches wurde Erbil für 400 Jahre Teil des neuen Reiches. Erbil wurde von einem Gouverneur (Mittelpersisch: Mowbed) regiert. Einer dieser Gouverneure war der Kronprinz Chosrau II. Erbil war Sitz eines Metropoliten der Kirche des Ostens. Die Diözese hieß auf aramäisch Ḥdhayab. In Erbil lebten viele aramäisch sprechende Christen. Die Christianisierung des nördlichen Mesopotamien ging oft von Erbil aus.

Mittelalter[Bearbeiten]

Während des Mittelalters wurde Erbil zu einer wichtigen Station auf der Handelsstraße zwischen Mosul und Bagdad. Nachdem die Sassaniden durch die Araber besiegt worden waren, wurde das Gebiet muslimisch. Jahrhunderte später eroberte Imad ad-Din Zengi 1131 die Stadt. Von 1145 bis 1233 war Erbil Hauptstadt der Begteginiden oder Atabegs von Erbil. Einer dieser lokalen Herrscher, Muzaffar ad-Din Gökböri, hinterließ viele soziale Einrichtungen wie Waisenhäuser. Nach 1233 fiel die Stadt an die Abbasiden. 1235 plünderten die Mongolen Erbil. 1397 fiel Timur in die Stadt ein und zerstörte sie. Der Anteil der Christen nahm immer mehr ab, und Erbil wurde mehr und mehr eine muslimische Stadt. Ab dem 16. Jahrhundert regierten die Osmanen über Erbil, und sie wurde Teil des Vilayets von Mosul. 1731 belagerte Nadir Schah, der spätere Herrscher Persiens, die Stadt und konnte sie nach langem Widerstand einnehmen. Trotzdem blieb die Stadt bis zum Ersten Weltkrieg Teil des Osmanischen Reiches.

Blick auf Häuserfassaden auf der Zitadelle in der Stadtmitte

Erbil besteht aus einer Unterstadt in der Ebene am Fluss und der Kernstadt auf dem Siedlungshügel, in dessen Mitte ein osmanisches Fort thront.

Neuzeit[Bearbeiten]

Erbil wurde im ersten Golfkrieg leicht beschädigt. Nach dem Rückzug des irakischen Militärs und der Verwaltung 1992 wurde das erste freie kurdische Parlament in Erbil gewählt. Es gab bis 1996 gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen der Kurdischen Demokratischen Partei (KDP) und der Patriotischen Union Kurdistans (PUK). Seit 1996 wird Erbil von der KDP verwaltet.

Seit dem Irakkrieg 2003 gab es in Erbil und im kurdisch verwalteten Nordirak nur einzelne Anschläge. Der mit 109 Toten schwerste ereignete sich am 1. Februar 2004. Im Mai 2005 starben bei einem Anschlag 45 Menschen.

Am 4. Juni 2005 trat erstmals das kurdische Regionalparlament zusammen, am 12. Juni 2005 wurde Masud Barzani zum Präsidenten der Autonomen Region Kurdistan im Irak ernannt.

Im August 2014 kam es zwischen der autonomen Region Kurdistan und dem Islamischen Staat (IS) zu einer ersten Konfrontation. Bei dieser Konfrontation kam es zu Kämpfen zwischen den kurdischen Peschmerga-Truppen und den Milizen des Islamischen Staats um die Stadt. Als die Terroristen des IS mit einer Blitzoffensive 40 km vor Erbil versuchten vorzurücken, schalteten sich die Vereinigten Staaten unmittelbar danach ein. Durch Luftangriffe seitens der Vereinigten Staaten konnte der Vormarsch auf die Stadt zeitnah und effektiv gestoppt werden. Seither werden die Kurden mit Luftangriffen auf Artilleriestellungen des IS unterstützt. Im weiteren Verlauf schlossen sich mehrere Staaten unter der Führung der USA zu einer Anti-IS-Allianz zusammen, um den Kurden weitere Unterstützung aus der Luft geben zu können.[15][16][17]

Am 19. November 2014 sprengte sich ein Selbstmordattentäter vor dem im Zentrum liegenden Gebäude der Bezirksregierung in die Luft. Bei dem Anschlag starben fünf Menschen. Bereits im Vorjahr kam es zu einem Anschlag mit Todesopfern.[18]

Klima[Bearbeiten]

Die Stadt besitzt ein trockenes subtropisches Klima. In den Sommermonaten zwischen Juni und September steigt die durchschnittliche maximale Temperatur auf bis 42 Grad Celsius, begleitet von starker Sonnenstrahlung: Regen ist während dieser Zeit des Jahres äußerst unwahrscheinlich.

Im Winter, zwischen Dezember und Februar, beträgt die maximale Temperatur durchschnittlich 12 bis 14 Grad Celsius. Die minimale Temperatur im Januar liegt bei etwa zwei Grad Celsius im Mittel, aber auch Werte unter null Grad Celsius sind nicht selten in dieser Jahreszeit. Die jährliche Niederschlagsmenge von durchschnittlich etwa 540 Millimeter fällt fast ausschließlich im Zeitraum von November bis April.

Erbil
Klimadiagramm
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Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: Climate-Data.org
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Erbil
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 12 14 18 24 32 38 42 42 38 31 21 14 Ø 27,2
Min. Temperatur (°C) 2 4 7 11 17 21 25 24 20 15 9 4 Ø 13,3
Temperatur (°C) 7 9 12 18 24 30 33 33 29 23 15 9 Ø 20,2
Niederschlag (mm) 111 97 89 69 26 0 0 0 0 12 56 80 Σ 540
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Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Devan-Hotel in Erbil

Die wirtschaftliche Stellung Erbils im Irak war über Jahrzehnte unbedeutend. Gründe waren die Politik Saddam Husseins, die Operationen und Massaker der irakischen Armee, sowie die Folgen der Aufstände nach dem zweiten Golfkrieg und des anschließenden Bürgerkriegs zwischen den kurdischen Fraktionen. Dies änderte sich schlagartig mit dem Dritten Golfkrieg: Da in den anderen Teilen des Irak Terroranschläge von Baathisten und Islamisten an der Tagesordnung sind, weichen immer mehr Unternehmen nach Erbil aus. Dies hat zu einer regen wirtschaftlichen Aktivität in Erbil sowie zu einer starken Zunahme der Bevölkerungszahlen (2003: ca. 700.000; 2010 über 1 Million; 2014 ca. 1.400.000) geführt. Im November 2009 wurde feierlich von Premierminister Barham Salih, die neue Majidi Mall eröffnet, erstmals sind auch internationale Unternehmen vertreten.

Gemüsestand im Bazar Erbils

Erbil hat Funktionen übernommen, die früher Amman in Jordanien hatte, z.B. als Messestandort und als Ort für große Konferenzen. Seit Februar 2010 gibt es ein deutsches Wirtschaftsbüro, das deutschen Firmen hilft.[19]

Luftverkehr[Bearbeiten]

Am Flughafen Erbil bestehen Linienflugverbindungen zu Zielen in Europa und dem Nahen Osten. Im Jahr 2012 nutzten 947.600 Passagiere[20] den Flughafen.

Internationaler Flughafen Erbil

Großprojekte[Bearbeiten]

Grüner Gürtel[Bearbeiten]

Der Grüne Gürtel in Erbil ist ein Teilprojekt des Erbil Master Plans, dessen Umsetzung seit 2007 geplant wurde[21][22] und seit 2012 genehmigt ist.[23] Er ist eine natürliche Grünanlage, das mit einem Umfang von 80km rund um die Stadt angelegt werden soll. Er soll hauptsächlich aus Agrarfeldern und wiederaufgeforsteten Wäldern bestehen.

Hauptziel des Projektes ist es, Auswirkungen von Sandstürmen zu minimieren und die schleichende Desertifikation zu verlangsamen und im besten Falle vollständig zu beenden. Als weiteres Ziel soll u.a. die Zersiedelung Erbils beendet und das Städtewachstum in geordnete Bahnen gelenkt werden, um die sonst hohen infrastrukturelle Kosten zu vermeiden. Zudem soll der regionale Landwirtschaftssektor konkurrenzfähig und lokal angebaute Lebensmittel stärker vermarktet werden. Es soll der Tourismus-Sektor ausgebaut werden indem hier potentiellen Investoren Reize gesetzt werden. Des Weiteren soll der Grüne Gürtel der städtischen Bevölkerung als Erholungsgebiet dienen und auch langfristig positiv auf das Klima der Stadt wirken.[24]

Downtown Erbil[Bearbeiten]

Im Jahre 2013 verkündete Emaar Properties, das größte Immobilienunternehmen der Vereinigten Arabischen Emirate, den Bau und die Planung von Downtown Erbil nach dem Vorbild von Downtown Dubai.[25] Emaar Properties ist bekannt für Großprojekte der Oberklasse, wie beispielsweise Downtown Dubai und Burj Khalifa. Downtown Erbil ist, mit 3 Milliarden US-Dollar an Kosten, das bisher teuerste Großprojekt in der ganzen Region Kurdistan.[26] Die zukünftige Innenstadt, mit einer Fläche von 541.000 m², soll für Wohnungen, Hotels und ein Einkaufszentrum genutzt werden.

Erbil-Medienzentrum[Bearbeiten]

Ein weiteres Großprojekt ist der Bau eines 1,6 Milliarden US-Dollar teuren Medienzentrums nach dem Vorbild der Dubai Media City (voraussichtliche Fertigstellung: 2009).[27]

Gulan-Straße[Bearbeiten]

Weiterhin werden breite Ringstraßen angelegt, die die weitere Stadtentwicklung anregen sollen. Den Schwerpunkt der heutigen Stadtentwicklung bildet die Gulan Street, noch vor fünf Jahren eine Landstraße und Umgehungsstraße um Erbil. Sie führt von der Hauptstraße Erbil–Mossul über etwa 6 Kilometer zur Hauptstraße Erbil–Schaqlawa und ist mittlerweile von diversen Villenvierteln, Einkaufszentren und Hochhäusern geprägt. Die inzwischen vierte Ringstraße ist nach Qazi Mohammed benannt, dem ersten Präsidenten der Republik Mahabad; die Umgebung dieser Straße ist bereits zu weiten Teilen zur Bebauung freigegeben.

Erbil Masterplan[Bearbeiten]

Der irakische Staat hatte bis Anfang 2009 keine Gesetzesgrundlage zur Schaffung rechtlicher Rahmenbedingungen für eine geordnete Stadtplanung, etwa für die Erstellung von Flächennutzungsplänen oder Bebauungsplänen. Aufgrund der herausragenden Bedeutung von Erbil für die kurdische Region beschloss die Verwaltung einen Entwicklungs- und Flächennutzungsplan, der bis auf das Jahr 2034 ausgelegt ist. Ein neues Einkaufszentrum namens Nistiman-Mall befindet sich noch im Bau. Es soll als Ersatz für das heruntergekommene Scheikalah-Marktviertel dem ehemalige Stadtzentrum dienen. Das alte Stadtzentrum wird zu Gunsten von Grünanlagen größtenteils abgerissen werden. Die alte Zitadelle wurde bereits evakuiert und in ein Freilichtmuseum umgewandelt. Diese erste Phase des Entwicklungsplans soll bis 2014 abgeschlossen sein.

Zum Masterplan gehören unter anderem[28][29]:

Bildung[Bearbeiten]

Restaurierte Häuserfassaden an der Südseite der Zitadelle

In Erbil gibt es viele internationale Bildungseinrichtungen, darunter befinden sich US-amerikanische, britische und französische Schulen und Universitäten. Die älteste Universität der Stadt und zugleich auch der Autonomen Region Kurdistan ist die Salahaddin University. Sie wurde 1968 in Sulaimaniyya gegründet und trug den Namen University of Sulaimani. 1981 wurde diese vom irakischen Regime, aufgrund des massiven kurdischen Widerstandes der Stadt gegen Saddam Hussein, nach Erbil verlegt und in Salahaddin University umbenannt. Sie hat seit 1981 ihren Sitz in Erbil und ist die meistbesuchte Hochschule der Kurdistan Region. Neben der Salahaddin Universität gibt es weitere Hochschulen in Erbil, darunter die 2006 gegründete University of Kurdistan Hewlêr, deren Schwerpunkt in den Gesundheitswissenschaften liegt, und die Hawler Medical University.[30]

Im September 2010 wurde in Erbil eine deutsche Schule mit zunächst fünf Klassen sowie einem Kindergarten und Vorschule eröffnet.[31][32]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die bekannteste Sehenswürdigkeit der Stadt ist die Zitadelle von Erbil, die von UNESCO im Jahr 2014 den Status eines Weltkulturerbes erhielt. Sie ist über 8.000 Jahre alt und gilt als die älteste durchgehend bewohnte Siedlung der Welt. In dieser Siedlung lebten zuvor Assyrer, Akkadier, Babylonier und Griechen. [33] Am südlichen Eingang der Zitadelle befindet sich der stadtbekannte, traditionelle Qaysari Bazar. Dieser Bazar wurde im vierzehnten Jahrhundert gegründet, als die Stadt anfing sich zu vergrößern. Auf dem Bazar werden seither Souvenirs, Goldschmuck, Textilien und selbstgemachte Lebensmittel gehandelt.[34]

Bekannte Künstler und Schriftsteller der Stadt[Bearbeiten]

  • Ibn Challikan (1211–1282)
  • Abdulla Paschew, Dichter (* 1946)
  • Muhammad al-Chatib Erbili
  • Dawan Koye
  • Aram Hawleri
  • Daschti (1909–1957)
  • Safwat Dscharah, Schauspieler und Regisseur (1935–2010)
  • Muhammed Aref, Künstler (1937–2009)
  • Rasul Bezar Gardi, Sänger
  • Mischko, Singer
  • Fuad Ahmed Tabib, Sänger
  • Homer Dizayee, Sänger

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b IDP FACTSHEET: ERBIL CITY ReliefWeb - United Nations humanitarian information portal. Abgerufen am 22. August 2014.
  2. Malte Herwig über einen neuen Irak - der in der kurdischen Stadt Erbil beginnt, Süddeutsche Zeitung Magazin. Abgerufen am 3. Februar 2014.
  3. Sites in Iraq, Japan, the Netherlands and Saudi Arabia inscribed on World Heritage List. Pressemitteilung der UNESCO vom 21. Juni 2014, abgerufen am 30. August 2014 (englisch)
  4. Deutschland reicht dem Irak die Hand Pressemitteilung des Auswärtigen Amtes
  5. Frank-Walter Steinmeier macht die Kurden stolz - Die Welt, 18. Februar 2009
  6.  William J. Hamblin: Warfare in the Ancient Near East to 1600 BC. Routledge, 2006, ISBN 0-415-25589-9, S. 111 (online).
  7.  Geoffrey Khan: A grammar of neo-Aramaic: the dialect of the Jews of Arbel, Part 1, Volume 47. BRILL, 1999, ISBN 978-90-04-11510-1, S. 2 (online).
  8. I. Gershevitc, The Cambridge History of Iran, Volume 2, Cambridge University Press, 1985 – 964 pages, s p. 37
  9. H. F. Russell: Shalmaneser’s campaign to Urartu in 856 B.C. and the historical geography of Eastern Anatolia according to the Assyrian sources. In: Anatolian Studies 34, 1984, S. 171–201.
  10. Iranica: Arbela. Iranicaonline.org, abgerufen am 21. Mai 2012.
  11. The Concise Dictionary of World Place-Names" (3.Ed),Oxford University, 2014, ISBN 9780191751394.
  12. Erbil Governorate Profile July 2009. Abgerufen am 28. Oktober 2010 (PDF, englisch).
  13. Erbil Governorate Profile 2013. Abgerufen am 31. Juli 2015 (PDF, englisch).
  14. Czech archaeologists uncover Stone Age tools in Erbil (Hewlêr), Iraq. Radio Prague, 17. März 2010, abgerufen am 8. Dezember 2010.
  15. Blitzoffensive nahe Arbil Stuttgarter Zeitung. Abgerufen am 22. November 2014.
  16. Obama ordnet Luftangriffe gegen Extremisten im Nordirak an Tagesspiegel. Abgerufen am 22. November 2014.
  17. Blitzvormarsch der Dschihadisten ließ USA angreifen Zeit Online. Abgerufen am 22. November 2014.
  18. REUTERS: Suicide car bomb kills five in Iraqi Kurdish capital. Abgerufen am 19. November 2014.
  19. Warten auf Normalität, Artikel auf welt.de von Birgit Svensson vom 2. Mai 2010 (Printausgabe Seite 86)
  20. Press Notice 2013 Results. Erbil International Airport, abgerufen am 23. Januar 2013 (englisch).
  21. http://www.investingroup.org/files/kurdistan%20review%20-%20special%20edition.pdf
  22. http://www.kurdishglobe.net/article/2266B42598B8589C6F9A69F674566393/-Green-belt-to-aid-Erbil-s-natural-barriers-to-sand-storms.html
  23. https://hawlergov.org/en/article.php?id=1356505452
  24. http://www.investingroup.org/files/kurdistan%20review%20-%20special%20edition.pdf
  25. Webseite des EMAAR-Unternehmens
  26. Emaar launches $3bn "Erbil Downtown" project
  27. The future of Arbil Bazaar is in Nishtiman market. Abgerufen am 2. Oktober 2007., Media mogul. Archiviert vom Original am 21. Dezember 2007, abgerufen am 2. Oktober 2007.
  28. http://momt.krg.org/pdf-files/masterplan-hawler.jpg
  29. http://www.investingroup.org/interview/92/
  30. Universities in the Kurdistan Region, Offizielle Internetseite der Kurdistan Regierung. Abgerufen am 25. Januar 2015.
  31. Eine Deutsche Schule im Irak, Mitteilung des Auswärtigen Amtes, gesehen 22. September 2010
  32. Ulrich Leidholdt: Eröffnung der ersten deutschen Schule im Irak. Deutschlandfunk, 16. September 2010, abgerufen am 22. September 2010 (MP3).
  33. Revitalization Project of Erbil Citadel. UNESCO. Abgerufen am 25. Januar 2015.
  34. Qaysari Bazaar. Erbil Lifestyle. Abgerufen am 25. Januar 2015.