Astrup (Wardenburg)
Astrup Gemeinde Wardenburg | |
|---|---|
| Koordinaten: | 53° 3′ N, 8° 14′ O |
| Höhe: | 7 m ü. NN |
| Einwohner: | 255 (31. Dez. 2024)[1] |
| Postleitzahl: | 26203 |
| Vorwahl: | 04407 |
Die Hunte bei Astrup mit Einsetzstelle für Kanus | |
Astrup ist eine Ortschaft der Gemeinde Wardenburg im Landkreis Oldenburg im nordwestlichen Niedersachsen mit ausgeprägtem dörflichen und ländlichen Charakter.
Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Geographische Lage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Astrup liegt auf einem Geestzipfel. Im Norden und Osten bilden das Griesenmoor und die Hunte eine natürliche Grenze. Im Westen reicht Astrup bis an den Staatsforst Tüdick.
Etwa zwei Kilometer nördlich von Astrup liegt der Hauptort Wardenburg. Rund fünf Kilometer östlich befindet sich Sandkrug, das bereits zur Gemeinde Hatten gehört. Etwa drei Kilometer südlich liegen die Ortsteile Höven und Westerburg.
Geologie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Landschaft ist durch die Hunteniederung und Geeststandorte geprägt. Vorherrschende Waldart ist der Eichen-Birkenwald auf Dünenstandorten. Weitere Bodenbereiche stammen aus der Weichselkaltzeit und zeichnen sich durch Fein-, Mittel- und Grobsande aus (fluviatile Ablagerungen). Der Grundwasserspiegel liegt häufig bei weniger als 5 m und wird nur durch Sande überdeckt.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Entstehung des Dorfes bis zum Dreißigjährigen Krieges
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Astrup geht auf den Namen Adestorpe zurück.[2] Vermutlich im 8. Jahrhundert ließen sich hier erste Siedler nieder. Ausschlaggebend für die Besiedlung waren vermutlich die fruchtbaren Eschflächen und die Weideflächen an der Hunte. Aufgrund seiner abgeschiedenen Lage blieb Astrup lange Zeit von überregionalen Verkehrswegen weitgehend unberührt. Die historischen Handelswege zwischen Oldenburg, dem Münsterland, Bremen und Wildeshausen führten am Ort vorbei. Die Hunte bildete bis ins 20. Jahrhundert eine natürliche Verkehrsbarriere, da sie vielerorts nur bei niedrigem Wasserstand über Furten überquert werden konnte.
Trotz seiner abgeschiedenen Lage blieb Astrup von kriegerischen Auseinandersetzungen nicht verschont. Im 15. und 16. Jahrhundert kam es wiederholt zu Konflikten zwischen den Grafen von Oldenburg, dem Bischof von Münster und dem Grafen von Hoya, von denen auch die umliegenden Ortschaften betroffen waren. Im Jahr 1454 wurde Astrup von münsterschen Truppen niedergebrannt und verwüstet.[3] Auch während einer Münsterschen Fehde von 1538 wurde der Ort in Mitleidenschaft gezogen. Beim Rückzug der Oldenburger zog das Heer von Münster durch Astrup und setzte dort Höfe und Felder in Brand.
Zu Zeiten des Dreißigjährigen Krieges verweilte im Jahre 1623 das Heer vom Graf von Tilly in Wardenburg, seine Soldaten durchstreiften und plünderten unter anderem auch Astrup.
Neuzeit ab dem 18. Jahrhundert
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Der Bevölkerungsanstieg ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts führte dazu, dass die Gemeinheiten verteilt wurden. Im Jahr 1803 waren im Dorf 17 Gebäude erfasst.[4] In Astrup führte eine Allmende 1824 dazu, dass die neun Brinksitzer ihren Lebensunterhalt vor Ort sichern konnten und nicht mehr auf die Hollandgängerei angewiesen waren.
Im Jahr 1840 richtete Schulmeister Kühnemann in Astrup eine Schule ein. Sie war die kleinste Schulstelle der Gemeinde Wardenburg, an ihr fand zunächst nur im Sommer Unterricht statt. Zuvor besuchten die Schulkinder aus Astrup die Schule im benachbarten Höven. Im Jahr 1855 besuchten 36 Kinder die Astruper Schule.[5]
Mit der Fertigstellung der Chaussee von Astrup nach Sandkrug beendete die Gemeinde Wardenburg 1909 ihr langjähriges Vorhaben die Verkehrsstraßen in die Nachbargemeinden auszubauen.[6]
Seit 1937 besteht namentlich der Ortsteil Hohensand mit einer Fläche von 6,7 ha, der in erster Linie als Einfamilienhaussiedlung ausgelegt ist.
In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs sprengten Wehrmachtssoldaten die Astruper Huntebrücke, wodurch die Verbindung über die Hunte unterbrochen und die Lebensmittelversorgung aus Richtung Sandkrug erheblich erschwert wurde.[7]
Im Jahr 1962 wurden die Dorfschulen von Astrup und Westerburg zur Gemeinschaftsschule Hohenfelde zusammengelegt, die bis heute besteht.[8]
Im Rahmen des Weserdurchbruchs von 1981 brach am 13. März 1981 der Deich an der Hunte bei Astrup auf einer Länge von 60 Metern. Dadurch stand der Kernort Wardenburg bis zu 8,55 Meter über Normalnull unter Wasser. Es entstanden Sachschäden in Höhe von mehreren Millionen D-Mark, Todesopfer sind nicht bekannt.[9][10] Der Deichbruch führte dazu, dass der Huntedeich auf hiesiger Seite erhöht und befestigt wurde.
Die einzige Wirtschaft, der Astruper Krug, wurde 1992 geschlossen.
Einwohnerentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Daten bis 1895 sind durch Volkszählungen erhoben worden.
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1762 | 204¹ |
| 1785 | 193¹ |
| 1793 | 237¹ |
| 1895 | 115 |
| 27. Mai 1970 | 243 |
| 31. Dezember 1980 | 223 |
| 31. Dezember 1990 | 182 |
| 31. Dezember 2000 | 230 |
| 31. Dezember 2005 | 238 |
¹ Einschließlich ehemaliger Ortsteil Höven
Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Vereine etc.
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der einzige Verein ist der Bürgerverein Astrup/Hohensand, der im Jahre 1976 gegründet wurde. Eine Volkstanzgruppe existierte bis 1980.
Bauwerke
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- Astruper Schafstall
Naturdenkmäler
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Über 50 % der Ortsfläche sind als Landschaftsschutzgebiete oder Waldgebiete ausgewiesen, darunter
- Griesenmoor als Naturdenkmal
- Landschaftsschutzgebiet Hunte
Regelmäßige Veranstaltungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Maifeiertag mit Maibaumsetzen
- Tag der offenen Tür am Astruper Schafstall zu Christi Himmelfahrt/Vatertag
- Erntedankfest
Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Astrup ist mit der Landesstraße 870 und der Kreisstraße 149 sowie 242 an das überörtliche Verkehrsnetz angeschlossen.
Eine bedeutende Änderung im Ortsbild ergab sich durch den Bau der Bundesautobahn 29 und den beiden Autobahnraststätten Huntetal West und Ost ab 1980. Die Autobahn teilt seitdem die Ortschaft in zwei Teile.
Der nächstgelegene Bahnhof ist der Bahnhof in Sandkrug, der etwa vier Kilometer von Astrup entfernt liegt. Der Oldenburger Hauptbahnhof ist der nächstgelegene Bahnhof mit überregionaler Bedeutung, von Astrup aus jedoch nicht direkt mit dem öffentlichen Nahverkehr erreichbar.
Gewerbe/Landwirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Astrup war ursprünglich ein reines Bauerndorf mit Acker- und Weideflächen. Seit 1992 ist in Astrup ein 23 ha großes Gewerbegebiet ausgewiesen (Gewerbegebiet Astrup) und ein weiteres ist in Planung (Gewerbegebiet Rothenschlatt). Die Landwirtschaft geht seitdem immer mehr zurück. Gab es 1970 noch zwölf Vollerwerbsbetriebe, waren es 1995 nur noch drei.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Einwohnerzahlen – Gemeinde Wardenburg. Abgerufen am 2. November 2025.
- ↑ Heinrich Künnemann: Astrup. In: Wardenburger Bürgerverein e.V. (Hrsg.): Im Spiegel der Zeit - 700 Jahre Wardenburg. 1. Auflage. 1970, S. 54–55.
- ↑ Wolfgang Stelljes: Wardenburg - Ein Lesebuch zur Geschichte einer Gemeinde im Oldenburger Land. 1. Auflage. Isensee Verlag, Oldenburg 1995, ISBN 3-89598-304-7, S. 50.
- ↑ Wolfgang Stelljes: Wardenburg - Ein Lesebuch zur Geschichte einer Gemeinde im Oldenburger Land. 1. Auflage. Isensee Verlag, Oldenburg 1995, ISBN 3-89598-304-7, S. 124.
- ↑ Wolfgang Stelljes: Wardenburg - Ein Lesebuch zur Geschichte einer Gemeinde im Oldenburger Land. 1. Auflage. Isensee Verlag, Oldenburg 1995, ISBN 3-89598-304-7, S. 140.
- ↑ Julia Tag, Christoph Matros: Chronik der Kirchengemeinde Wardenburg (1901 bis 1950). 1. Auflage. Evangelische Kirchengemeinde Wardenburg, Oldenburg 2016, S. 12.
- ↑ Ruth Geisler: Ein guter Freund und Helfer. In: Seniorenvertretung in der Gemeinde Wardenburg (Hrsg.): Wie es damals war... Wardenburger Seniorinnen und Senioren erinnern sich. 1. Auflage. Pro BUSINESS, Berlin 2016, ISBN 978-3-86460-359-4, S. 63–65.
- ↑ Wolfgang Stelljes: Wardenburg - Ein Lesebuch zur Geschichte einer Gemeinde im Oldenburger Land. 1. Auflage. Isensee Verlag, Oldenburg 1995, ISBN 3-89598-304-7, S. 374.
- ↑ Wolfgang Stelljes: Wardenburg - Ein Lesebuch zur Geschichte einer Gemeinde im Oldenburger Land. 1. Auflage. Isensee Verlag, Oldenburg 1995, ISBN 3-89598-304-7, S. 391–393.
- ↑ Anke Brockmeyer: Vor 40 Jahren: Land unter in Wardenburg. In: NWZonline.de. 12. März 2021, abgerufen am 8. September 2026.