Hundsmühlen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Hundsmühlen ist eine rund 3.000 Einwohner zählende Ortschaft in der Gemeinde Wardenburg im Landkreis Oldenburg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Querkanal bei Hundmühlen

Hundsmühlen liegt in einer Geestlandschaft im Kreuzungsbereich von Hunte und Lethe. Im Osten liegt jenseits der Hunte eine Marschebene, im Norden ist Hundsmühlen begrenzt durch den Küstenkanal. Im Westen und Süden grenzte Hundsmühlen ursprünglich an ausgedehnte Moore, welche jedoch bis um 1930 trockengelegt wurden.

Verkehr und Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hauptverkehrsadern Hundsmühlens sind die in Nord-Süd-Richtung durch den Ort führende Hunoldstraße sowie die in diese Straße einmündende Diedrich-Dannemann-Straße. Die Hunoldstraße führt im Norden über den Küstenkanal nach Oldenburg (Stadtteil Eversten) und geht im Süden in die nach Tungeln führende Hundsmühler Landstraße über. Die Diedrich-Dannemann-Straße ist benannt nach einem Wardenburger Bürgermeister (1906–1933) und Abgeordneten im Reichstag und im Oldenburgischen Landtag (DVP / DNVP), der zuletzt in Hundsmühlen gewohnt hat, und führt parallel zum Küstenkanal nach Südmoslesfehn. Eine wichtige Nebenstraße ist die Achternmeerer Straße, welche durch das ehemalige Moor nach Achternmeer führt.

Halbstündlich wird die Stadtbuslinie 314 der Verkehr und Wasser GmbH über die Haltestelle Kanalbrücke hinaus über den Hundsmühler Krug/Wöbken entlang der Hunoldstraße zur Endhaltestelle Am Vogelbusch geführt, die vor dem Ortseingang des Nachbarortes Tungeln liegt. Die letzte Fahrt der 314 wird ab Lappan um 23.45 h über Hundsmühlen hinaus zum Wardenburger Marktplatz verlängert; am Sonntag übernimmt die 314 auch im Tagesverlauf mehrmals die Route der Weser-Ems-Bus-Linie nach Wardenburg, wobei sie bis Am Vogelbusch der regulären Fahrtroute über Marschweg, Sodenstich und Hundsmühler Straße folgt. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2008 wird diese Linie vorrangig von Solo-Erdgasbussen der VWG-Tochtergesellschaft Nordbus sichergestellt.

Eine Besonderheit in Hundsmühlen ist die Tatsache, dass ein Teil des Ortes telefonisch über die Oldenburger Vorwahl erreichbar ist, postalisch jedoch über die Wardenburger Postleitzahl.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliges Herrenhaus in der Achternmeerer Straße
Matthäuskirche Hunoldstraße Ecke Nordkamp

Der Ortsname leitet sich von Hunoldes Molen ab, einer Wassermühle, die im 14. Jahrhundert an der am Ort vorbeifließenden Lethe stand. Die Mühle war damals Eigentum der Ritter von Everse (heute: Eversten). Als Johannes von Everse seine Tochter Almode in das Kloster Blankenburg gab, sicherte er den dort ansässigen Schwestern des Predigerordens vertraglich einen jährlich zu zahlenden Geldbetrag oder eine entsprechende Menge Weizen aus der Mühle zu.[1] Im August 2010 feierte der Ort sein 700-jähriges Bestehen, ausgehend von der im Jahre 1310 unterzeichneten Urkunde. 1754 wurde die Wassermühle aufgrund ihres schlechten Zustandes aufgegeben und wegen Besitzstreitigkeiten weiter stromaufwärts, südwestlich von Wardenburg, neu gebaut.[2] Das alte Wappen der ursprünglichen Mühle ist dort angebracht worden und bis heute zu sehen.[3][4]

Hundsmühlen gewann in der Folgezeit durch die Torfstecherei im Wittemoor – zwischen Hundsmühlen, Südmoslesfehn und Achternmeer – an wirtschaftlicher Bedeutung, vor allem nachdem Herzog Peter Friedrich Ludwig das Gut erworben hatte und dort die Entwässerung und den Torfabbau planmäßig betreiben ließ.[5] 1935 wurde Hundsmühlen zu einer geschlossenen Ortschaft der Gemeinde Wardenburg erklärt. Zu dieser Zeit wurde auch der Küstenkanal zwischen Hunte und Ems fertiggestellt. Im Zuge des Flüchtlingsstroms nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs Hundsmühlen, ebenso wie das ganze Oldenburger Land, sehr schnell an. Der Bau von Wohngebieten auf ehemaligem Ackerland (Maisanbau) dauert zurzeit noch an.

Lokale Sehenswürdigkeiten und Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Wachstum nach dem Zweiten Weltkrieg erwachte auch das öffentliche Leben im damals noch ländlich geprägten Hundsmühlen. 1952 gründete sich der Ortsverein Hundsmühlen.

1949 wurde die Grundschule Hundsmühlen errichtet, welche 1973 um eine Turnhalle und 1988 um einen Neubau erweitert wurde. Sie umfasst heute 216 (Schuljahr 2008/09[6]) Schüler aus Hundsmühlen und dem Nachbarort Tungeln. 1948 wurde der Hundsmühler Turnverein gegründet[7]. Er ist mit etwa 1.100 Mitgliedern[8] einer der größten Sportvereine im Landkreis Oldenburg. Gemeinsam mit dem SV Moslesfehn und dem SV Tungeln besitzt er an der Diedrich-Dannemann-Straße eine große Sporthalle. Darüber hinaus befindet sich in unmittelbarer Nähe, ebenfalls in der Diedrich-Dannemann-Straße in Hundsmühlen, der Judo-Club Achternmeer-Hundsmühlen e.V. Dieser Verein mit mehr als 1400 Mitgliedern verfügt über ein Budo- und Gesundheitszentrum sowie über ein eigenes Fitness-Studio.

Ein im Stil des Klassizismus errichtetes Herrenhaus stellt das im 19. Jahrhundert erbaute Gut Hundsmühlen am südlichen Ortsausgang dar. Dieses Gebäude beherbergte bis 1999 die Kinder- und Jugendbibliothek und war bis vor kurzem ein Bildungszentrum der LEB (Ländliche Erwachsenenbildung Niedersachsen).

Ein beliebtes Veranstaltungszentrum in Hundsmühlen ist das Dorfgemeinschaftshaus gegenüber dem Gut Hundsmühlen, in welchem alljährlich im August/September das Ortsfest stattfindet. Im Rest des Jahres steht das Gebäude als mietbarer Festsaal zur Verfügung.

Im Jahre 1999 wurde Hundsmühlen um die modern konstruierte Matthäuskirche erweitert. Diese Kirche stellt erst das dritte evangelische Gotteshaus der Gemeinde Wardenburg dar und wird deshalb von Einwohnern der gesamten Gemeinde besucht.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ortsverein Hundsmühlen (Hrsg.): Hundsmühlen 1310-2010. Schardt, Oldenburg 2010, S. 12–13
  2. Ortsverein Hundsmühlen (Hrsg.): Hundsmühlen 1310-2010. Schardt, Oldenburg 2010, S. 23
  3. ebd., S. 7
  4. Die Wassermühle in Wardenburg. Auf: www.niedersaechsische-muehlenstrasse.de, abgerufen am 9. Mai 2012
  5. Ortsverein Hundsmühlen (Hrsg.): Hundsmühlen 1310-2010. Schardt, Oldenburg 2010, S. 23
  6. Angabe auf der Schulhomepage.
  7. Hundsmühler Turnverein e.V. Abgerufen am 10.12.2016.
  8. Hundsmühler SpOrtzeitung Ausgabe 37 – Herbst/Winter 2016/2017, S. 7 (pdf).

Koordinaten: 53° 6′ N, 8° 11′ O