Bahnhof Berlin-Schöneberg

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Berlin-Schöneberg
Kreuzungsbahnhof Schöneberg: oben Ringbahnhalle, unten Vorortbahnsteig
Kreuzungsbahnhof Schöneberg: oben Ringbahnhalle, unten Vorortbahnsteig
Daten
Lage im Netz Kreuzungsbahnhof
Bauform Turmbahnhof
Bahnsteiggleise 2 (oben)
2 (unten)
Abkürzung BSGR (oben)
BSGV (unten)
IBNR 8089474
Kategorie 4
Eröffnung 1. März 1933
Webadresse s-bahn-berlin.de
Profil auf Bahnhof.de Schoeneberg
Architektonische Daten
Architekt Fritz Klingholz
(Empfangsgebäude Ebersstraße)
Ch. Schwenneke, E. Zimmermann
Anlage von 1932/33
Lage
Stadt/Gemeinde Berlin
Ort/Ortsteil Schöneberg
Land Berlin
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 28′ 46″ N, 13° 21′ 6″ OKoordinaten: 52° 28′ 46″ N, 13° 21′ 6″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Berlin
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Der Bahnhof Berlin-Schöneberg ist ein Berliner S-Bahnhof im gleichnamigen Ortsteil Schöneberg. Er befindet sich am Kreuzungspunkt der Ringbahn mit der Wannseebahn. In seiner heutigen Form als Turmbahnhof entstand er 1932/1933. Die Bahnhofsanlage aus jener Zeit steht ebenso unter Denkmalschutz wie der Zugang von der Ebersstraße zum Ringbahnsteig, der von einem Vorgängerbau des Bahnhofs aus den Jahren 1897/98 stammt. Auch ein angrenzendes Bahnbeamtenwohnhaus (Werdauer Weg 2) ist denkmalgeschützt.

Der erste Schöneberger Bahnhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beamtenwohnhaus des ersten Schöneberger Bahnhofs von 1871

Ende 1871 ging der erste Bahnhof Schöneberg in Betrieb. Er war Endpunkt des ersten Bauabschnitts der Berliner Ringbahn, die vom Bahnhof Moabit im Norden der Stadt über Gesundbrunnen, Rixdorf nach Schöneberg führte. Der Bahnhof lag an der Potsdamer Bahn etwas südwestlich des heutigen Bahnhofs Schöneberg. Er war so angelegt worden, dass Güterzüge von der Potsdamer Strecke problemlos auf die Ringbahn übergehen konnten. Eine Verbindung zum Potsdamer Bahnhof war ursprünglich nicht vorgesehen. Allerdings wurde sie bald für die ab 1. Januar 1872 verkehrenden Personenzüge auf der Ringbahn nötig, die im Potsdamer Bahnhof begannen bzw. endeten und in Schöneberg die Fahrtrichtung wechseln mussten.[1]

Im Jahr 1877 wurde die Berliner Ringbahn komplettiert und der Ring geschlossen. Das Umsetzen der Personenzüge im Bahnhof Schöneberg war nicht mehr nötig. Ab 1881 wurden die Personenzüge über die Südringspitzkehre zum Potsdamer Bahnhof geführt. An dieser entstand etwa in Höhe des heutigen Bahnhofs Julius-Leber-Brücke eine Zwischenstation, die ebenfalls den Namen Schöneberg, später Kolonnenstraße erhielt. Sie war bis zur Schließung der Südringspitzkehre 1944 in Betrieb.

Aus der Zeit des ersten Schöneberger Bahnhofs ist ein denkmalgeschütztes Bahnbeamtenwohnhaus am Werdauer Weg erhalten.

Militärbahnhof Schöneberg 1875[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Militärbahnhof Schöneberg, 1902

Ebenfalls auf Schöneberger Gebiet lag der am 15. Oktober 1875 errichtete Militärbahnhof der Königlich Preußischen Militär-Eisenbahn. Er befand sich zu dieser Zeit östlich vom Übungsplatz des II. Eisenbahnregiments und etwa 500 Meter nördlich von deren Kaserne, etwa in dem Winkel, der heute von der General-Pape-Straße und der Kolonnenstraße gebildet wird. Er wurde 1890 umgebaut und vergrößert und vermutlich 1919, nach anderen Angaben 1945, wieder abgebrochen.

Heutiger Bahnhof Schöneberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Empfangsgebäude der Ringbahn in der Ebersstraße
Eingang zum Bahnhof von der Dominicusstraße
Vorortbahnsteig mit Zug der Baureihe 275 der BVG unter der Ringbahnhalle, 1986
Innenansicht der Ringbahnhalle

Bereits seit 1. Mai 1897 existierte an der Ringbahn westlich des Schnittpunkts mit der Wannseebahn die Station Ebersstraße. Eine Umsteigemöglichkeit zur nahegelegenen Wannseebahn bestand hier nicht.

Das nach einem Entwurf von Fritz Klingholz ausgeführte Empfangsgebäude entstand auf einem 20 Meter breiten Grundstück, das seitlich von der umliegenden Bebauung und nach hinten von der Futtermauer der Ringbahntrasse begrenzt wurde. Zwischen dem Grundstück und den zu beiden Seiten fünfstöckigen Gebäuden liegt ein Abstand von je sechs Metern. Das Gebäude nimmt die gesamte Breite in Anspruch. Es ist zur Straße etwas zurückgesetzt, damit ein Vorplatz angelegt werden konnte. Nach hinten besteht Abstand zum Bahnkörper, um die Beleuchtung der Empfangshalle zu verbessern. Rechterhand der Halle befanden sich die Fahrkartenschalter und Toiletten für die Bahnbeamten. Linkerhand waren Diensträume vorgesehen. Die Wohnung des Bahnhofsvorstehers im Obergeschoss legte sich zu drei Seiten um die über beide Geschosse gehende Empfangshalle. Die Fassade des symmetrisch gehaltenen Baus ist verklinkert und lehnt sich optisch an mittelalterliche Torbauten an. Das geziegelte Dach wurde ursprünglich von einem Uhrturm gekrönt.[2]

Die Situation änderte sich mit der Elektrifizierung der Wannseebahn in den Jahren 1932/1933. Die Wannseebahn wies als einzige Vorortstrecke keine Umsteigemöglichkeit zur Ringbahn auf. Als Lösung für dieses Problem wurde der Bahnhof Ebersstraße mit Ausnahme seines Klinkerportikus abgerissen und stattdessen ein Turmbahnhof errichtet. Für die Ringbahn, die hier etwas höher liegt, wurde eine verglaste Halle errichtet. Der neue Bahnsteig der Ringbahn entstand etwas östlich des alten. Der Bahnhof wurde mit Abschluss der Elektrifizierungsarbeiten an der Wannseebahn als nunmehriger Bahnhof Schöneberg eröffnet, während die alte Station Schöneberg im Jahr zuvor schon in Kolonnenstraße umbenannt war.

Den Zweiten Weltkrieg überstand die Anlage weitestgehend unbeschadet, auch der planmäßige Verkehr konnte bald nach der Kapitulation wieder aufgenommen werden. Infolge des Reichsbahnerstreiks von 1980 wurden sowohl die Ring- als auch die Wannseebahn stillgelegt. Erst nach der Übernahme der West-Berliner S-Bahn durch die BVG konnte die Wannseebahn am 1. Februar 1985 wiedereröffnet werden. Der Betrieb auf der Ringbahn folgte dem erst vier Jahre nach der Wende am 17. Dezember 1993.

Zwischen September 2010 und Frühjahr 2012 wurde die Brücke für die Gütergleise der Ringbahn am Bahnhof Schöneberg erneuert. Im Gegensatz zum vorherigen Überbau kam eine stützenlose Stahlfachwerkbrücke zum Einsatz. Die zurzeit stillgelegten Gütergleise zwischen Tempelhof und Halensee sollen ab 2013 instandgesetzt werden.

Am Ringbahnsteig erfolgt die Zugabfertigung durch den Triebfahrzeugführer mittels Führerraum-Monitor (ZAT-FM).[3] Der Vorortbahnsteig ist als eine von 20 sogenannten Stammbahnhöfen der Berliner S-Bahn mit einer örtlichen Aufsicht besetzt.[4]

Zum Bahnhof Schöneberg bestehen zwei Zugänge, einerseits von der Ebersstraße zum Ringbahnsteig sowie barrierefrei von der Dominicusstraße zur Wannseebahn mit barrierefreiem Übergang zur Ringbahn.

Anbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der S-Bahnhof ist Kreuzungspunkt der Ringbahn mit der Wannseebahn und als solcher Umsteigepunkte zwischen den S-Bahn-Linien S1, S41, S42 und S46. Er wird auf der Ringbahn durch die Linien S41, S42 und S46 sowie auf der Wannseebahn durch die Linie S1 bedient. Es bestehen darüber hinaus Umsteigemöglichkeiten zu den Omnibuslinien der Berliner Verkehrsbetriebe.

Linie Verlauf Takt in der HVZ
Berlin S1.svg Oranienburg – Lehnitz – Borgsdorf – Birkenwerder – Hohen Neuendorf – Frohnau – Hermsdorf – Waidmannslust – Wittenau (Wilhelmsruher Damm) – Wilhelmsruh – Schönholz – Wollankstraße – Bornholmer Straße – Gesundbrunnen – Humboldthain – Nordbahnhof – Oranienburger Straße – Friedrichstraße – Brandenburger Tor – Potsdamer Platz – Anhalter Bahnhof – Yorckstraße (Großgörschenstraße) – Julius-Leber-Brücke – Schöneberg – Friedenau – Feuerbachstraße – Rathaus Steglitz – Botanischer Garten – Lichterfelde West – Sundgauer Straße – Zehlendorf – Mexikoplatz – Schlachtensee – Nikolassee – Wannsee 10 min (Frohnau-Oranienburg: 20 min)
Berlin S41.svg
Berlin S42.svg
Gesundbrunnen – Schönhauser Allee – Prenzlauer Allee – Greifswalder Straße – Landsberger Allee – Storkower Straße – Frankfurter Allee – Ostkreuz – Treptower Park – Sonnenallee – Neukölln – Hermannstraße – Tempelhof – Südkreuz – Schöneberg – Innsbrucker Platz – Bundesplatz – Heidelberger Platz – Hohenzollerndamm – Halensee – Westkreuz – Messe Nord/ICC – Westend – Jungfernheide – Beusselstraße – Westhafen – Wedding – Gesundbrunnen 5 min
Berlin S46.svg Westend – Messe Nord/ICC – Westkreuz – Halensee – Hohenzollerndamm – Heidelberger Platz – Bundesplatz – Innsbrucker Platz – Schöneberg – Südkreuz – Tempelhof – Hermannstraße – Neukölln – Köllnische Heide – Baumschulenweg – Schöneweide – Betriebsbahnhof Schöneweide – Adlershof – Grünau – Eichwalde – Zeuthen – Wildau – Königs Wusterhausen 20 min

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • H. Gottfeldt: Umsteigebahnhof Schöneberg in Berlin. In: Deutsche Bauzeitung, Jahrgang 67 (1933), S. 484–488.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Berlin-Schöneberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Berlin und seine Eisenbahnen 1846–1896. Herausgegeben vom Ministerium für öffentliche Arbeiten, Julius Springer Verlag, Berlin 1896, Nachdruck Verlag Ästhetik und Kommunikation, Berlin 1982, I. Band, S. 307–308.
  2. Alexander Rüdell: Neuere Eisenbahnhochbauten. In: Zentralblatt der Bauverwaltung. Nr. 63, 7. August 1909, S. 418–419 (zlb.de [abgerufen am 19. Juni 2018]).
  3. Kurzmeldungen – S-Bahn. In: Berliner Verkehrsblätter. September 2014, S. 179.
  4. Drucksache 17/15669. (PDF) Abgeordnetenhaus Berlin, 19. März 2015, abgerufen am 11. Juli 2015.