Bahnhof Berlin-Schöneweide

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Berlin-Schöneweide
Links Regionalbahnsteig, rechts S-Bahnsteige
Links Regionalbahnsteig, rechts S-Bahnsteige
Daten
Lage im Netz Trennungsbahnhof
Bauform Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise

2 (Fernbahn)
4 (S-Bahn)

Abkürzung

BSW
BSWP (Fernbahn)
BSWV (S-Bahn)

IBNR 8010041
Kategorie

3

Eröffnung

24. Mai 1868

Webadresse

s-bahn-berlin.de

Profil auf Bahnhof.de Berlin-Schoeneweide_Pbf
Lage
Stadt/Gemeinde

Berlin

Ort/Ortsteil

Niederschöneweide

Land Berlin
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 27′ 18″ N, 13° 30′ 34″ OKoordinaten: 52° 27′ 18″ N, 13° 30′ 34″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe im Raum Berlin
i16i16i18

Der Bahnhof Berlin-Schöneweide ist ein Regional- und S-Bahnhof im Ortsteil Niederschöneweide im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick. Er befindet sich an der Bahnstrecke Berlin–Görlitz (Görlitzer Bahn). Der Bahnhof zählte zu den drei nennenswerten Fernbahnhöfen Ost-Berlins. Zu ihm gehörte auch ein heute stillgelegter Rangierbahnhof. Im bahnamtlichen Betriebsstellenverzeichnis wird der S-Bahnhof unter dem Kürzel BSW und der Regionalbahnhof unter dem Kürzel BSWP geführt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof, zunächst nur ein Haltepunkt an den Ausläufern der Landgemeinde Niederschöneweide, wurde am 24. Mai 1868 an der Görlitzer Bahn eingerichtet. Zunächst wurde er noch als Neuer Krug bezeichnet, der Name geht auf eine Gaststätte in unmittelbarer Nähe zurück. 1874 kam es zur Umbenennung in Neuer Krug – Johannisthal, die Landgemeinde Johannisthal befand sich ebenfalls in der Nähe des Haltepunkts. In den Jahren 1880 bis 1882 baute man den Haltepunkt zum Bahnhof Johannisthal-Niederschöneweide aus.

S-Bahn-Schild des Bahnhofs

Da sich die Industrie in Nieder- und Oberschöneweide rasch entwickelte, war in diesem Bereich eine besonders hohe Anzahl von Bahnen zu verzeichnen. Neben der Staatsbahn verkehrten auch Straßen- und Industriebahnen, letztere als Bullenbahn bezeichnet. 1890/1891 wurde vom Bahnhof eine Zweigstrecke nach Spindlersfeld ausgefädelt; diese sollte später eine Teststrecke für den elektrischen Vorortverkehr darstellen, der späteren Berliner S-Bahn.

Die Landgemeinde Niederschöneweide erreichte, dass der Bahnhof 1895 in Niederschöneweide–Johannisthal umbenannt wurde, da sie zum einen die Streckenverlängerung nach Spindlersfeld mitfinanziert hatte und zum anderen mehrere Betriebe private Werkbahnanschlüsse an das Schienennetz unter dieser Anschrift besaßen. Auch die Betriebe in Oberschöneweide, wie die durch Emil Rathenau errichteten AEG-Werkshallen, besaßen einen Gleisanschluss mittels einer 1889 errichteten Holzbrücke über die Spree. Heute befindet sich an dieser Stelle die Stubenrauchbrücke (benannt nach Ernst Stubenrauch, einem verdienstvollen Kommunalpolitiker).

Durch die dichte Bebauung wurde die Hochlegung der Trasse zu einem Bahndamm notwendig, um sie vom Individualverkehr zu trennen. Das dazu benötigte Baumaterial wurde möglicherweise beim Aushub des Teltowkanals und Britzer Zweigkanals gewonnen. Gleichzeitig wurden die Fern- von den Vorortgleisen getrennt und die Schöneweider Personenbahnhofsanlage im Zuge dieser Maßnahme auf die heutigen sechs Bahnsteiggleise ausgebaut. Am 1. Mai 1906 war der Umbau abgeschlossen.

Der zweite elektrische Vorortverkehr, den Schöneweide zu Gesicht bekam, kam diesmal aus der anderen Richtung an den Bahnhof heran. Die „Große Elektrisierung“ ging über Schöneweide weiter hinaus nach Spindlersfeld und nach Grünau. Am 6. November 1928 erreichte der erste elektrische S-Bahnzug den Bahnhof. 1929 bekam der Bahnhof seinen noch heute gültigen Namen Schöneweide.

Durch den Zweiten Weltkrieg und die anschließende Teilung Berlins fehlte der überwiegend in der DDR verlaufenden Strecke der Görlitzer Bahn nun der Abschluss am Görlitzer Bahnhof, da dieser in West-Berlin liegend nicht zu erreichen war. Die Züge wurden daher an den Bahnhöfen (Baumschulenweg, Schöneweide, Adlershof und Grünau) ausgesetzt beziehungsweise nach Lichtenberg verlegt. Schöneweide war der wichtigste dieser Bahnhöfe. Die Bahnhöfe in Adlershof und Grünau verloren bereits in den 1950er Jahren wieder ihre Aufgaben im Regionalverkehr und wurden im Personenverkehr nur noch von S-Bahnen bedient.

Der Bahnhof Schöneweide diente nicht nur dem Verkehr in Richtung der Görlitzer Bahn, sondern nahm auch einen Teil des Verkehrs in andere Regionen im südlichen Teil der DDR auf. Es gab Pläne, den Bahnhof zum dritten großen Fernbahnhof der Hauptstadt der DDR (neben Ostbahnhof, später Hauptbahnhof, und Lichtenberg) auszubauen. Dazu kam es nicht, der gesamte Fernverkehr in Schöneweide wurde stets über einen einzigen Bahnsteig abgewickelt.

Durch den sechsspurigen Ausbau der anliegenden Fernstraße 96 ging der Zusammenhang zwischen Bahnhof und Ortskern verloren.

Nach der politischen Wende wurde der Fernverkehr schrittweise auf die Stadtbahn oder nach Lichtenberg verlegt, der Regionalverkehr blieb allerdings vorerst erhalten. Aufgrund einer sanierungsbedürftigen Brücke am Bahnhof Ostkreuz endeten beziehungsweise begannen die ehemals von oder nach Berlin-Lichtenberg fahrenden Regionalzüge nun in Schöneweide.

Im Jahr 2009 wurde die südlich an die Reiseverkehrsanlagen anschließende Zugbildungsanlage der S-Bahn grundlegend erneuert.[1]

Zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2011 wurde der Regionalverkehr in Schöneweide wegen Bauarbeiten für mehrere Jahre eingestellt. Die zuletzt hier endenden Züge der Linie OE36 aus Richtung Frankfurt (Oder) über Königs Wusterhausen fuhren zunächst über den Berliner Außenring zum Bahnhof Berlin-Lichtenberg.[2][3]

Im Oktober 2012 schrieb die Deutsche Bahn die Erneuerung der Eisenbahnbrücken über den Sterndamm aus.[4]

Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2014 fährt die RB36 (ehemals: OE36) nur noch zwischen Königs Wusterhausen und Frankfurt (Oder). Die Wiederinbetriebnahme eines der beiden baubedingt unterbrochenen Fernbahngleise am Bahnhof Schöneweide erfolgte zum Fahrplanwechsel im Dezember 2015. Seit April 2016 hält die RB24 auch wieder in Berlin-Schöneweide.

Zukunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Grunderneuerung der Görlitzer Bahn in Berlin soll in den nächsten Jahren auch der Bahnhof Schöneweide modernisiert und umgebaut werden. Geplant ist, den Personentunnel nach Südwesten durchzustechen sowie für die Straßenbahn einen eigenen Tunnel durch den Bahndamm in Verlängerung der Brückenstraße zu errichten.[1] Die Brücken über den Sterndamm sowie die Bahnsteige werden erneuert, das Empfangsgebäude modernisiert und der nördliche Vorplatz neu gestaltet. Insgesamt werden 45 Millionen Euro in den Umbau investiert. Die Baumaßnahmen begannen im März 2013 und sollen bis 2018 abgeschlossen werden.[5]

Im Zeitraum 2015/2016 ist zur Herstellung eines barrierefreien Zugangs der Einbau eines weiteren Aufzugs geplant.[6]

Anbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof ist heute mit den Linien S45, S46, S47, S8, S85 und S9 der Berliner S-Bahn, der Regionalbahnlinie RB24 der Deutschen Bahn sowie mehrere Straßenbahn- und Omnibuslinien der Berliner Verkehrsbetriebe zu erreichen.

Seit Fertigstellung des Regionalbahnhofs Ostkreuz am 13. Dezember 2015 wird die Regionalbahnlinie RB24 über Schöneweide, Ostkreuz und Lichtenberg geführt. Bis zum 21. März 2016 entfiel allerdings der Halt in Schöneweide. Von diesem Zeitpunkt ermöglichte eine neue Signaltechnik schnelleres Fahren und den zusätzlichen Halt dort, wodurch der Bahnhof eine direkte Verbindung unter anderem nach Bernau, Eberswalde, Lübbenau und Senftenberg erhielt.

Linie Verlauf
Berlin S45.svg (Bundesplatz – Innsbrucker Platz – Schöneberg –) Südkreuz – Tempelhof – Hermannstraße – Neukölln – Köllnische Heide – Baumschulenweg – Schöneweide – Betriebsbahnhof Schöneweide – Adlershof – Altglienicke – Grünbergallee – Flughafen Berlin-Schönefeld
Berlin S46.svg Westend – Messe Nord/ICC – Westkreuz – Halensee – Hohenzollerndamm – Heidelberger Platz – Bundesplatz – Innsbrucker Platz – Schöneberg – Südkreuz – Tempelhof – Hermannstraße – Neukölln – Köllnische Heide – Baumschulenweg – Schöneweide – Betriebsbahnhof Schöneweide – Adlershof – Grünau – Eichwalde – Zeuthen – Wildau – Königs Wusterhausen
Berlin S47.svg Hermannstraße – Neukölln – Köllnische Heide – Baumschulenweg – Schöneweide – Oberspree – Spindlersfeld
Berlin S8.svg Birkenwerder – Hohen Neuendorf – Bergfelde – Schönfließ – Mühlenbeck-Mönchmühle – Blankenburg – Pankow-Heinersdorf – Pankow – Bornholmer Straße – Schönhauser Allee – Prenzlauer Allee – Greifswalder Straße – Landsberger Allee – Storkower Straße – Frankfurter Allee – Ostkreuz – Treptower Park – Plänterwald – Baumschulenweg – Schöneweide – Betriebsbahnhof Schöneweide – Adlershof – Grünau (– Eichwalde – Zeuthen)
Berlin S85.svg Waidmannslust – Wittenau – Wilhelmsruh – Schönholz – WollankstraßeBornholmer Straße – Schönhauser Allee – Prenzlauer Allee – Greifswalder Straße – Landsberger Allee – Storkower Straße – Frankfurter Allee – Ostkreuz – Treptower Park – Plänterwald – Baumschulenweg – Schöneweide (– Betriebsbahnhof Schöneweide – Adlershof – Grünau)
Berlin S9.svg (Blankenburg – Pankow-Heinersdorf –) Pankow – Bornholmer Straße – Schönhauser Allee – Prenzlauer Allee – Greifswalder Straße – Landsberger Allee – Storkower Straße – Frankfurter Allee – Ostkreuz – Treptower Park – Plänterwald – Baumschulenweg – Schöneweide – Betriebsbahnhof Schöneweide – Adlershof – Altglienicke – Grünbergallee – Flughafen Berlin-Schönefeld

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Berlin-Schöneweide – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Grunderneuerung S-Bahn Berlin, S9 Süd. DB Projektbau GmbH, 6. Juli 2009, abgerufen am 13. Juni 2012 (PDF; 3,7 MB).
  2. Fahrplan der OE36
  3. Website der ODEG „…,dass aufgrund einer neuen Linienführung die Züge der Linie OE36 zwischen Königs Wusterhausen und Berlin-Lichtenberg ab 11. Dezember 2011 direkt und ohne Halt in Berlin-Schöneweide verkehren.“
  4. Ausschreibung: Komplex Schöneweide, VP02 – Neubau EÜ Sterndamm. In: Amtsblatt der Europäischen Union. 16. Oktober 2012, abgerufen am 25. Oktober 2012.
  5. Endspurt für Ausbau der Görlitzer Bahn in Schöneweide. DB Mobility Logistics AG, 27. Februar 2013, abgerufen am 28. Februar 2013.
  6. Drucksache 17/11585. Abgeordnetenhaus Berlin, 3. März 2013, abgerufen am 6. April 2013 (PDF; 90 kB).