Bahnhof Herrath

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Herrath
Bahnsteig und Bahnhofsgebäude mit Stellwerksvorbau des Haltepunkts Herrath im Jahr 2007
Bahnsteig und Bahnhofsgebäude mit Stellwerksvorbau des Haltepunkts Herrath im Jahr 2007
Daten
Betriebsstellenart Haltepunkt
Lage im Netz Zwischenbahnhof
Bahnsteiggleise 2
Abkürzung KHER
KHERN (Nordbahnsteig)
IBNR 8002784
Kategorie 6
Eröffnung 1. Oktober 1887[1]
Profil auf Bahnhof.de Herrath
Lage
Stadt/Gemeinde Mönchengladbach
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 6′ 17,5″ N, 6° 22′ 6,4″ O
Höhe (SO) 83 m ü. NHN
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen
i16

Der Bahnhof Herrath im Mönchengladbacher Ortsteil Herrath nimmt an der Bahnstrecke Aachen–Mönchengladbach als Tarifraumgrenzbahnhof zwischen dem Aachener Verkehrsverbund (AVV) und dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) eine besondere Position ein. Der Haltepunkt gehört zur Bahnhofskategorie 6.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baureihe 186 des Unternehmens Cobra fährt auf der Strecke kurz vor Herrath in Richtung Aachen

Die Station wurde am 1. Oktober 1887[1] als Haltepunkt mit einem Bahnhofsgebäude eröffnet und trug zunächst den Namen Herath.[2] 1906 wurde der Haltepunkt zu einer Haltestelle mit Güterverkehr, 1931 zum Bahnhof mit angebautem Güterschuppen und Stellwerk ausgebaut, um den Bahnhof Wickrath zu entlasten. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor der Bahnhof an Bedeutung, behielt jedoch die Funktion einer Blockstelle.

Das übrig gebliebene Empfangsgebäude aus rotem Klinker stammt aus dem Jahr 1924 und wird seit 2007 nicht mehr für den Bahnbetrieb genutzt, sondern befindet sich heute in Privatbesitz. Am 29. September 1929 wurde ein neuer Bahnsteig mit einer Fußgängerunterführung eingeweiht. Diese und das Stellwerksgebäude wurden bei einem Tieffliegerangriff am 28. November 1944 zerstört. Das Stellwerk wurde nach dem Krieg in markanter halbrunder Form an das Empfangsgebäude angebaut. Die Fahrkartenausgabe wurde am 30. Juni 1966 geschlossen. Mit der Umstellung der Strecke auf ESTW-Betrieb über das Stellwerk Grevenbroich im Jahr 2007 verlor Herrath seine Funktion als Blockstelle wieder, bis dahin steuerte ein Fahrdienstleiter aus dem Anbau die beiden Signale der Blockstelle sowie den Bahnübergang, über den noch heute der Zugang zum Mittelbahnsteig erfolgt.

Güterumschlag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis in die Mitte der 1960er Jahre wurde der Bahnhof von der ansässigen Landwirtschaft als Güterumschlagplatz für Feldfrüchte genutzt. Zu nennen sind hier in erster Linie die Erzeugnisse landwirtschaftlicher Produktion wie Rüben und Weißkohl. Die Gleise des Güterumschlags befanden sich östlich des Streckengleises. Mit der Elektrifizierung der Bahnstrecke Aachen–Mönchengladbach wurde die örtliche Güteranlage nicht mehr genutzt. Die Güterhalle und die Gleise wurden 1990 abgebaut.[1]

Heutige Situation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Haltepunkt Herrath verfügt heute über einen Mittelbahnsteig, der über den Bahnübergang erreicht werden kann. Auf dem Mittelbahnsteig stehen ein Fahrkartenautomat und ein Wartehäuschen. Der Haltepunkt wird im Regionalverkehr von der Rhein-Niers-Bahn angefahren, die zwischen Aachen Hauptbahnhof und Duisburg Hauptbahnhof verkehrt.

Linie Linienverlauf Takt
RB 33 Rhein-Niers-Bahn:
Duisburg Hbf – Duisburg-Hochfeld Süd – Rheinhausen Ost – Rheinhausen – Krefeld-Hohenbudberg Chempark – Krefeld-Uerdingen – Krefeld-Linn – Krefeld-Oppum – Krefeld Hbf – Forsthaus – Anrath – Viersen – Mönchengladbach Hbf – Rheydt Hbf – Wickrath – Herrath – Erkelenz – Hückelhoven-Baal – Brachelen – Lindern – Geilenkirchen – Übach-Palenberg – Herzogenrath – Kohlscheid – Aachen West – Aachen Schanz – Aachen Hbf
Stand: Fahrplanwechsel Dezember 2016
60 min

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

NRWbahnarchiv von André Joost:

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Herrath Bf. In: dörpvertell – Herrather Dorfzeitung. Nr. 65, November 2013, Unser Bahnhof in Herrath kann auf eine bewegte Geschichte zurückblicken, S. 3 ff. (mg-herrath.de [PDF; 5,6 MB]).
  2. Hp. Herrath. Reinhard Gessen. Abgerufen am 13. November 2017.