Bahnhof Rheinhausen

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Rheinhausen
Empfangsgebäude (Juli 2012)
Empfangsgebäude (Juli 2012)
Daten
Kategorie 4
Lage im Netz Trennungsbahnhof
Bahnsteiggleise 4
Abkürzung KRH
IBNR 8000317
Eröffnung 8. Oktober 1877
Lage
Stadt Duisburg
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 23′ 37″ N, 6° 42′ 24″ O51.3936111111116.7066666666667Koordinaten: 51° 23′ 37″ N, 6° 42′ 24″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Nordrhein-Westfalen
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Der Bahnhof Rheinhausen ist ein Regionalbahnhof im Duisburger Stadtteil Rheinhausen am Niederrhein in Nordrhein-Westfalen.

Er liegt an der Bahnstrecke Duisburg-Mönchengladbach und ist Ausgangspunkt der Niederrheinstrecke in Richtung Xanten.

Lage[Bearbeiten]

Anders als der Name des Bahnhofs vermuten lässt, liegt er nicht in der Innenstadt von Rheinhausen, sondern von Friemersheim. Jedoch gliedern sich beide Stadtteile seit der Kommunalreform von 1975 im Duisburger Stadtbezirk Rheinhausen ein, und gehörten schon von 1934 an durch die Verleihung der Stadtrechte an Rheinhausen zur Stadt Rheinhausen im damaligen Kreis Moers.

An der Vorderseite beginnt eine Einkaufsmeile, die bis zum Friemersheimer Markt führt. Der Kruppsee und Umgebung als Naherholungsgebiet säumen die Strecke in Richtung Krefeld. Zur Rückseite des Bahnhofes erstrecken sich Wohngebiete, die zu Rheinhausen-Mitte gehören.

Geschichte[Bearbeiten]

Der zweite, in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts errichtete Haltepunkt innerhalb der Grenze der ehemaligen Stadt Rheinhausen fiel in die Grenzen der Bürgermeisterei Hochemmerich und wurde offiziell Bahnhof Rheinhausen genannt. Er lag südlich der Eisenbahnbrücke auf dem heutigen Logportgelände, dem damaligen Hüttenwerksgelände und gegenüber dem Kultushafen auf der Duisburger Seite. Das Genehmigungsverfahren war von der Rheinischen Eisenbahngesellschaft für die Osterrath-Essener Eisenbahn betrieben worden, ebenso die Vergrößerung dieses Bahnhofs. Mit der Fertigstellung der ersten Eisenbahnbrücke im Jahr 1873 wurde der Bahnhof nach Friemersheim verlegt, behielt aber den Namen Rheinhausen. Im Laufe der folgenden Jahre erhöhte sich das Verkehrsaufkommen auf der Bahnstrecke dermaßen, dass der Bahnhof in seiner Kapazität nicht mehr ausreichte. Die Preußischen Staatseisenbahnen führten deshalb ab 1894 Erweiterungsbauten aus.

Das 1877 an der Kruppstraße in Friemersheim errichtete Bahnhofsgebäude mit der Bezeichnung „Rheinhausen“ wurde 1904 wieder abgebrochen. Der Neubau des Empfangsgebäudes stand vor allem im Zusammenhang mit dem Bau der Bahnstrecke Trompet-Kleve und Trompet-Rheinhausen. Der neue Bahnhof entstand 1904 an der Windmühlenstraße, unweit des ehemaligen Stationsgebäudes. Er erhielt den Stationsnamen „Friemersheim“. Dieser Name wurde nach dem Zusammenschluss der Bürgermeistereien Hochemmerich und Friemersheim zur Großgemeinde Rheinhausen im jahre 1923 wieder in den ursprünglichen Namen „Rheinhausen“ geändert und bis heute beibehalten.

Der Tunnel unter den Bahnsteigen ist in der ursprünglichen Form aus der Bauzeit des Bahngebäudes geblieben. Er wurde zwischen 2006 und 2007 über die Nordseite der Gleise und unter der neu gebauten Zubringerstraße „Am Logport“ hinaus verlängert. So sind die Bahnsteige heute auch von der Hochemmericher Seite durch das Siedlungsgebiet um die Behringstraße/Lindenallee/Maiblumenstraße zu erreichen.

Gleichzeitig mit dem Bau des Bahnhofsgebäudes an der Windmühlenstraße wurde auch das Stellwerk Rheinhausen (Friemersheim)-West neu gebaut. Es stand in Höhe des Brückenbauwerks zur Überführung der Bahngleise. Die Überführung wurde Ende der 1950er Jahre durch die Straßenunterführung Rheingoldstr./Bachstraße ersetzt, da die Brücke in ihrer Konstruktion der Breite und Tragkraft dem zunehmenden Lkw- und Pkw-Verkehr nicht mehr gewachsen war. Außerdem reichte die Durchfahrhöhe für die spätere Elektrifizierung der Strecke nicht aus. Das Stellwerksgebäude "Rmf", Rheinhausen-Mitte-Fahrdienstleiter, in Ziegelbauweise errichtet, war östlich des Bahnhofs zwischen den Gleisanlagen positioniert, wurde 1890 in Dienst genommen und 1973 durch einen Neubau an der Kruppstraße abgelöst.

Aufbau[Bearbeiten]

Das inzwischen verschlossene Empfangsgebäude von 1904 steht an der Südseite der Gleise. Die beiden Inselbahnsteige sind durch einen Tunnel mit separatem Zugang erreichbar, der beim Umbau 2007 zur Nordseite der Gleise verlängert wurde.

Der südliche Bahnsteig mit den Gleisen 3 und 4 liegt zwischen den durchgehenden Gleisen der Bahnstrecke von Duisburg Hbf nach Krefeld Hbf. Aus dieser fädeln östlich des Bahnhofs die Gleise 1 und 2 niveaugleich aus und führen zum nördlichen Bahnsteig, an dem die Züge von und nach Moers und Xanten abfahren.

Verbindungen ab Rheinhausen
Gleis Linie Richtung
1 RB 31 Moers (alle 30 min), Xanten (alle 60 min)
2 RB 31 Duisburg (alle 30 min)
3 RE 11 Krefeld, Mönchengladbach (alle 60 min)
RB 33 Krefeld, Mönchengladbach (alle 30 min), Aachen (alle 60 min)
4 RE 11 Duisburg, Essen, Dortmund, Hamm (alle 60 min)
RB 33 Duisburg (alle 30 min), Dinslaken, Wesel (alle 60 min)

Bedienung[Bearbeiten]

Regionalverkehr[Bearbeiten]

RB31 nach Duisburg Hbf am Gleis 2

Der Bahnhof Rheinhausen wird von drei Linien des Schienenpersonennahverkehrs bedient. Die Linien RE 11 und RB 33 werden durch DB Regio NRW betrieben, die Linie RB 31 betreibt seit 13. Dezember 2009 die NordWestBahn.[1]

Linie Zuglauf Takt KBS
RE 11 Rhein-Hellweg-Express:
Hamm (Westf) – Nordbögge (nicht stündl.) – Kamen – Kamen-Methler – Dortmund-Kurl – Dortmund-Scharnhorst (nicht stündl.)  – Dortmund Hbf – Bochum Hbf – Wattenscheid – Essen Hbf – Mülheim (Ruhr) Hbf – Duisburg Hbf – Rheinhausen – Krefeld-Uerdingen – Krefeld Hbf – Viersen – Mönchengladbach Hbf
60 min 425
RB 31 Der Niederrheiner:
Xanten – Alpen – Millingen (bei Rheinberg) – Rheinberg (Rheinl) – Moers – Trompet – Rumeln – Rheinhausen – Duisburg Hbf
30 min (Duisburg–Moers)
60 min (Moers–Xanten)
498
RB 33 Rhein-Niers-Bahn:
Zuggruppe 1: Aachen Hbf – Aachen Schanz – Aachen West – Herzogenrath – Übach-Palenberg – Geilenkirchen – Lindern – Brachelen – Hückelhoven-Baal – Erkelenz – Herrath – Wickrath – Rheydt Hbf – Mönchengladbach Hbf – Viersen – Anrath – Forsthaus – Krefeld Hbf – Krefeld-Oppum – Krefeld-Linn – Krefeld-Uerdingen – Krefeld-Hohenbudberg Chempark – Rheinhausen – Rheinhausen Ost – Duisburg-Hochfeld Süd – Duisburg Hbf
Zuggruppe 2: Mönchengladbach Hbf – Viersen – Anrath – Forsthaus – Krefeld Hbf – Krefeld-Oppum – Krefeld-Linn – Krefeld-Uerdingen – Krefeld-Hohenbudberg Chempark – Rheinhausen – Rheinhausen Ost – Duisburg-Hochfeld Süd – Duisburg Hbf – Oberhausen Hbf  – Oberhausen-Sterkrade – Oberhausen-Holten  – Dinslaken – Voerde (Niederrhein) – Friedrichsfeld (Niederrhein) – Wesel
Beide Zuggruppen: 60 min, wobei um etwa 30 min zeitversetzt 420, 425, 485

Busverkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof wird durch verschiedene Linien des öffentlichen Personennahverkehrs bedient:

Linie Lauf Takt
914 Moers Königlicher Hof – Moers Bf – Schwafheim – Bergheim – Rheinhausen Markt – Rheinhausen Ost Bf – Logport-Center – Rheinhausen Bf/Kaiserstraße – Friemersheim Markt – Gewerbegebiet Hohenbudberg HVZ: 30 Minuten, NVZ: 60 Minuten, SVZ: keine Fahrten
922 Winkelhausen Bruchstraße – Asterlagen – Rheinhausen Markt – Rheinhausen Ost Bf – Rheinhausen Bf/Kaiserstraße – Friemersheim Markt Mo bis Fr: 4 Fahrten pro Tag nach Friemersheim Markt
927 Rheinhausen Markt – Rheinhausen Bf – Rheinhausen Bf/Kaiserstraße – Friemersheim – Hohenbudberg Chempark – Krefeld-Uerdingen Bf – Bockumer Platz – Krefeld-Rheinstraße – Krefeld Hbf 60 Minuten
Nachtfahrten siehe NE27
NE27 Rheinhausen Markt – Rheinhausen Bf – Rheinhausen Bf/Kaiserstraße – Friemersheim – Hohenbudberg Chempark – Krefeld-Uerdingen Bf – Bockumer Platz – Krefeld-Rheinstraße – Krefeld Hbf 60 Minuten

Vor allem am Wochenende ist die Anbindung so ausgedünnt, dass es unter Umständen schneller ist, sieben Kilometer weiter bis Duisburg Hbf und von dort mit einem Bus zurückzufahren, oder gleich zu Fuß zu gehen.

Die Benutzbarkeit des Bahnhofes durch Passagiere aus beispielsweise Homberg oder Winkelhausen ist wegen Beschneidung der links-rheinischen Tangentialbuslinien durch die Duisburger Verkehrsgesellschaft eingeschränkt worden. Eine Ringlinie zur besseren Einbeziehung der Rheinhauser Bahnhöfe wurde von Duisburger Seite abgelehnt, da sie angeblich „wenig verkehrlichen Nutzen“ haben würde. Einer Studie zufolge gilt Friemersheim als „überversorgt“.[2]

Sonstiges[Bearbeiten]

Der Rheinhauser Bahnhof ist als HO-Modell im Maßstab 1:87 nachgebaut worden und steht zusammen mit einer naturgetreuen Umgebung auf der Modelleisenbahnanlage des Modell-Eisenbahnclubs Duisburg e.V. in Duisburg-Kaßlerfeld. Er kann an Publikumstagen betrachtet werden.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bahnhof Rheinhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Deutsche Bahn AG:

NRWbahnarchiv von André Joost:

weitere Belege:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. NordWestBahn: Blau-gelbe Züge bald am Niederrhein Abgerufen am 12. Februar 2010
  2. Matthias Oelkrug: „Hier fährt nur Bus, wer keine Wahl hat“ . In Neue Ruhr Zeitung, 18. Januar 2008. Abgerufen am 12. Februar 2010